Claudia Konrad ist außer sich. Mit 51 soll sie plötzlich zu alt sein für ihren Job in einer Parfümerie? Nicht besser geht es ihrer Tochter Jule, die nach einem schrecklichen Unfall kaum noch das Haus verlässt. Ihre Freundin Sara ist dagegen müde - von ihrer langweiligen Ehe. Schluss damit, jetzt wird alles anders, denken sich die Freundinnen und ziehen auf einen Apfelhof im Alten Land. Tolle Idee, aber Gebäude können morsch, Äpfel wurmstichig und attraktive Nachbarn eigenbrötlerisch sein. Die Katastrophe naht. Der Rettungsengel auch. Rentnerin Elisabeth, auf der Flucht vor Altersheim und wohlwollender Verwandtschaft, strandet auf dem Hof und bringt mit viel Charme Ordnung in das Chaos.
Ein schöner Frauenroman über vier Frauen im Alter von Mitte 20 bis zum Seniorenalter, die alle einen Neuanfang wagen auf einem alten Apfelhof im Alten Land. Ein sehr schönes Setting! Die verschiedenen Charaktere waren interessant und die Geschichte unterhaltsam. Ein bisschen hat mir aber gefehlt... Die vier Frauen sind mir nicht wirklich nahe gekommen; ihre Geschichten haben mich nicht so berührt, wie ich es schon aus anderen Romanen kenne. Auch ging mir alles ein bisschen zu schnell vielleicht. Nichtsdestotrotz hatte ich schöne, unterhaltsame Lesestunden!
INHALT Claudia ist laut ihrem Chef mit 51 plötzlich zu alt für ihren Job in der Parfümerie, ihre Tochter Jule bläst seit einem schweren Sportunfall nur noch Trübsal und Claudia's beste Freundin langweilt sich in ihrer Ehe und ist gar nicht mehr zufrieden. Da hat Claudia bei einem Ausflug auf's Land plötzlich eine zündende Idee: Sie will einen alten Bauernhof kaufen, der schon lange leer steht, ihn wieder herrichten und mit ihren beiden Mädels dort wohnen, ein kompletter Neuanfang quasi. Leichter gesagt als getan, denn den alten Bauernhof wieder herzurichten ist mehr Arbeit als anfangs gedacht und ihr neuer Nachbar scheint ihnen auch nicht gerade milde gestimmt. Gut dass irgendwann die alte Elisabeth auftaucht, die sich zu jung und unabhängig für's Alterheim fühlt und auf ihrer Flucht in ein neues Leben auf dem Hof strandet.
MEINE MEINUNG Die Geschichte hat mich von Anfang an sehr interessiert, da ich das "Ordnung machen" liebe, nicht nur im wahren Leben, sondern auch in Büchern. Ein Neuanfang vier verschiedener Frauen in einer Geschichte verpackt konnte also nur gut werden und so war es dann auch! Der Schreibstil von Brigitte Janson, die mir bis jetzt besser als Brigitte Kanitz bekannt war, hat mir wieder sehr sehr gut gefallen, gleich wie in den anderen drei Büchern, die ich von der Autorin bis jetzt gelesen habe. Von Anfang an wurde ich mitgerissen, was natürlich auch am echt gut geschriebenen Beginn der Geschichte lag, wo man einfach wissen wollte, wie es mit Claudia weiter geht. Nicht nur am Anfang, sondern das ganze Buch über hinweg konnte ich die Emotionen der Figuren spüren. Nicht nur Claudia, Sara, Jule und ihren grimmigen Nachbar fand ich toll dargestellt, sondern vor allem die alte Dame Elisabeth hat mir unglaublich gut gefallen! Jeder Charakter hat so etwas eigenes, was ihn von den anderen unterscheidet und sympathisch macht. Immer wieder kommen humorvolle Passagen im Buch vor, was es nie langweilig werden lässt und auch ein ganz ganz großer Pluspunkt für mich war die Location, in der das Buch spielt: Das Alte Land in der Nähe von Hamburg! Ich war nie da, aber nachdem die Autorin das Leben und die Atmosphäre dort so toll beschrieben hat, muss ich mir das ernsthaft mal überlegen...
FAZIT Meiner Meinung nach das beste Buch der Autorin bisher, das den kompletten Neuanfang vier verschiedener Frauen wundervoll beschreibt!
Es ist die perfekte Lektüre für den Herbst, wenn die Äpfel das Sommerobst ablösen und man eingekuschelt auf der Couch einen gemütlichen Frauenroman lesen möchte.
Obwohl ich mich mit keiner der 4 Frauen auf dem Bauernhof persönlich identifizieren konnte, würde mir so ein Leben wohl doch auch Spaß machen. Du bist dein eigener Boss, arbeitest von zu Hause aus, hast die Natur vor der Haustür und bist trotz der Abgeschiedenheit auf dem Lande nie einsam weil immer irgendjemand zum Essen vorbei kommt. Jetzt muss nur noch der Job auch ertragreich sein, und leider findet der Leser nicht heraus ob Claudia mit ihrer Verkaufsidee wirklich Erfolg hat. Dabei ist doch ihre Faszination für den Winterglockenapfel der Dreh- und Angelpunkt des ganzen Romans. Schade, dass diese Story dann nicht zu Ende erzählt wird.
Auch andere Erzählstränge wurden, meinem Empfinden nach, zu abrupt abgebrochen. Da finden sich Paare, ohne dass man vom Anbahnungsprozess viel mitbekommen hätte, obwohl manches davon natürlich offensichtlich war. Nichtsdestotrotz hätte etwas mehr 'Fleisch' der Geschichte an dieser Stelle gut getan. Am Anfang nahm sich die Autorin ja auch die Zeit, lang und breit von Jules jetzigem Leben zu berichten. Da wird man das Gefühl nicht los, sie hätte in der 2. Hälfte des Buches entweder hetzen müssen um es noch fertig zu bekommen oder ihr hätte die Motivation und Schreibfreude gefehlt. Mir persönlich gefiel jedenfalls das Zusammentreffen von Claudia und ihrem Nachbarn in der Sturmnacht nicht so, wie es dargestellt wurde. Auch was es mit den seltenen Apfelsorten so auf sich hat, wieso sie so wertvoll sind (wahrscheinlich weil sie eben so selten sind), wozu Claudia sie noch gebrauchen könnte etc., bleibt ein bißchen offen. Das schreit ja förmlich nach einer Fortsetzung!!
Aber ich will nicht nur meckern. Es ist wie bereits gesagt ein ganz gemütlicher Frauenroman und erfüllt in diesem Genre seine Funktion sehr gut. Das Lesen geht leicht von der Hand. Bei der Beschreibung des Umbau des Bauernhofs fehlte mir irgendwie die Visualisierung des Ganzen, ich konnte nicht vor Augen sehen wie der Hof dann ausgesehen hat. Da hätte eine etwas ausführlichere Beschreibung wohl nicht geschadet. Aber alles in allem dennoch lesenswert.
Claudia ist mit Anfang 50 zu alt für den Job in der exclusiven Parfümerie, ihr italienischer Liebhaber ist gut für Amore, aber für den problematischen Alltag nicht zu gebrauchen. Ihre Freundin Sara hat sich gerade scheiden lassen und weiß nichts mit sich anzufangen. Aber ganz schlimm ist es Claudias Tochter Jule ergangen, die nach einem Reitunfall, der ihr ganzes Leben veränderte, in Depressionen verfallen ist und das Haus nicht mehr verlässt. Claudia folgt einer spontanen Eingebung und kauft einen heruntergekommenen Bauernhof im Alten Land. Vielleicht kann das Jule und Claudia selbst aufheitern und Freundin Sara auch gleich eine Perspektive geben? Doch sie haben nicht mit den sturen Einheimischen gerechnet.
So fand ich’s:
Durch das komplette Buch zieht sich eine ganz bezaubernde Stimmung, und auch wenn massenhaft Probleme auftauchen, liegt das Happy End doch irgendwie immer in der Luft. Zum Glück haben wir hier keine zu deprimierende Erzählung über das tatsächlich schwere Schicksal von Jule oder auch dem Nachbarn Johann, sondern es bleibt durchgängig eine Leichtigkeit, die für mich perfekt zu dieser Jahreszeit, zu Sofa und Kuscheldecke und zu schöner, lockerer Unterhaltung passt.
Man kommt den Frauen, die sich auf dem Apfelhof versammeln, tatsächlich nah, alle wirken sehr menschlich, haben Fehler und Stärken, und stehen zum Glück mit beiden Beinen fest im Leben, auch wenn es anfangs nicht so aussieht. Die humorvolle Erzählweise bringt einem auch schon mal ein Schmunzeln auf die Lippen. Das Alte Land und seine sturen, bodenständigen Bewohner werden einem so liebevoll und augenzwinkernd beschrieben, dass man Lust bekommt, dorthin zu fahren. Das bietet eine tolle Kulisse für die Allianz der unterschiedlichen Frauen auf dem Apfelhof.
“Winterapfelgarten” ist warmherzig, optimistisch, ein bisschen märchenhaft, verbreitet gute Laune und ist genau das Richtige für einen grauen, trüben Novembertag.
Dieses Buch besticht direkt auf den ersten Blick wegen seines Covers, welches ziemlich naturbelassen und "ökomäßig" daherkommt. Des Weiteren ist das Cover ziemlich schlicht gehalten, was direkt mein Interesse geweckt hat, so dass ich es in die Hand genommen habe und den Klappentext gelesen habe. Ich muss gestehen, dass ich eigentlich ziemlich vorsichtig bin, wenn es um deutsche "Frauenromane" geht, da ich doch das ein oder andere Mal bereits enttäuscht wurde. Oftmals versuchen diese übertrieben witzig und total realitätsfern daher zu kommen. Aber, da ich generell auf Geschichten stehe, die in einem ländlichen Umfeld spielen (da kommt das Landei in mir raus), habe ich mir das Buch dann doch vorgenommen und kann sagen, dass ich angenehm überrascht wurde. Janson ist wirklich ein toller Roman gelungen, bei dem es mir schwer fiel, es aus der Hand zu legen. Ich habe beim Lesen mit den einzelnen Frauen mitgefiebert und auch die ein oder andere kleine Träne vergossen (sowohl vor Lachen, als auch kurz vor Traurigkeit. Die Autorin schafft es auf wundervolle Weise einen beim Lesen in das alte Land zu entführen, so dass man direkt einen Apfelduft in der Nase hat und man sich alles bildlich vorstellt.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zunächst Claudia, der mitgeteilt wird, dass sie mit ihren 51 Lebensjahren zu alt für ihren Job als Beraterin in einer Parfümerie ist, und Sara, dich sich gerade von ihrem Mann getrennt hat und gelangweilt von ihrem Leben ist. Als Claudia auf die Idee kommt, einen Apfelhof im alten Land zu kaufen, weil sie in Hamburg auf dem Markt eine alte Apfelsorte gegessen hat und seitdem von diesem scheinbar besessen ist, kommt Sara mit, eigentlich nur, um Claudia die ganze Sache auszureden, und lässt mit in das Vorhaben involvieren. Gemeinsam bringen sie Claudias Tochter Jule, die seit einem schweren Reitunfall, mit ihrem Leben hadert und kaum noch ihre Wohnung verlässt, dazu zu ihnen auf den Hof zu ziehen. Kurze Zeit später hat dann auch noch die rüstige Rentnerin Elisabeth auf der Straße direkt vor dem Hof eine Autopanne und "strandet" dann auch noch auf dem Apfelhof und sorgt mit ihrer ausgeglichenen Art für Ordnung auf dem chaotischen Hof.
Auch wenn dies ein recht typischer Frauenroman ist, der auch mit einer Menge Klischees aufwartet, verliert man sich schnell in die Geschichte, da wahrscheinlich viele von einem Neuanfang träumen, der es einem ermöglicht den Ballast der Vergangenheit von sich zu werfen und einfach ein neues Leben zu starten. Janson sorgt mit ihren vier völlig verschiedenen Frauencharaktere dafür, dass für jede Leserin eine Figur dabei ist, mit der man sich identifizieren kann. Jede der vier Frauen, hatte eigene Charakterzüge, die nur sie jeweils kennzeichnet, was es einem leicht macht, die Figuren schnell voneinander zu unterscheiden. Die Figuren wirken, bis hin zu den Nebenfiguren, wie dem granteligen Nachbarn Johann und Jules im Rollstuhl sitzender Freundin, wohl durchdacht und lebendig.
Die Autorin schafft es mit einem überaus flüssigen, manchmal leicht (selbst-) ironischen und berührenden Schreibstil den Leser in seinen Bann zu ziehen. Die "alten" Bewohner des alten Lands begegnen den Neuankömmlingen mit einer Menge Argwohn (und teilweise auch ein wenig feindselig), was die Geschichte glaubwürdig und real erscheinen lässt. Janson hat mit diesem Roman zumindest bei mir dafür gesorgt, dass ich deutschen Romanen gegenüber momentan nicht allzu kritisch gegenüber stehe, da sie mit ihrer Natürlichkeit einfach überzeugen kann. Dies wird wahrscheinlich nicht der letzte Roman sein, den ich von der Autorin gelesen habe.
An diesem Roman habe ich im Grunde so gar nichts auszusetzen, da hier irgendwie alles gestimmt hat: Die Figuren waren lebendig und wirkten real, das rauhe Umfeld im alten Land wurde nicht beschönigt, und die Handlung weist immer wieder neue Wendungen auf. Daher bekommt das Buch von mir 5 von 5 Punkten!
dieses buch ist einfach absolut genial. ich habe es innerhalb weniger tage gelesen und immer wieder musste ich vor mich hin kichern. der schreibstil ist toll und die charaktere verrückt, liebenswert, allesamt von grund auf verschieden. ich mochte das Buch und werde es anderen freundinnen weiter empfehlen. :)
Locker-leichter Frauenroman nach bekanntem Schema, der vor allem durch das ungewöhnliche Coverdesign ins Auge gefällt. Liest sich gut weg und bringt ein paar interessante Details in das übliche Muster ein, bleibt aber nicht lange im Gedächtnis haften.