Hamburg 1867. Die Eisbarone sind längst zur Legende geworden. Ihr Eis aus dem hohen Norden reist inzwischen um die halbe Welt und kühlt sogar den Champagner im Buckingham Palace. Doch die nachfolgende Generation hat eigene Pläne für die Zukunft. Christians Tochter Cathrin kennt das Geschäft von klein auf und fürchtet, dass die Tage des Eishandels gezählt sind. Mit aller Macht drängt sie in die Firma, um neue Wege einzuschlagen. Auch Grischas Sohn Jakob, der erst seit Kurzem in Hamburg ist, hat revolutionäre Geschäftsideen. Gemeinsam wollen Cathrin und Jakob auch noch die andere Hälfte der Welt erobern …
Am Rand des Schwarzwalds geboren und aufgewachsen, finanzierte sich Nicole C. Vosseler ihr Studium der Literaturwissenschaften und der Psychologie mit einer Reihe von Nebenjobs. Bereits früh für ihre Kurzprosa, für Essays und Lyrik ausgezeichnet, wandte sie sich später dem Schreiben von Romanen zu. Ihr Debüt "Südwinde" wurde hochgelobt; 2007 wurde ihr der Förderpreis der Stadt Konstanz für junge Künstler in der Sparte Literatur verliehen. "Der Himmel über Darjeeling" und "Unter dem Safranmond" standen jeweils mehrere Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Ihre Bücher wurden bisher in neun Sprachen übersetzt.
Nicole C. Vosseler lebt in Konstanz, in einem Stadtteil, der ganz offiziell "Paradies" heißt. Wenn sie nicht in ihrem Schreibstudio am Seerhein an einem ihrer Romane arbeitet, reist sie mit der Kamera um die Welt, wo sie sich als selbsternannte Food-Ethnologin betätigt, trotz ihrer Höhenangst auch mal einen Vulkan besteigt und auch sonst das Abenteuer sucht.
"Zu neuen Ufern" ist der Abschluss der Eisbaronin-Saga und ich war sehr gespannt darauf wie die Reihe enden wird.
Die Eisbarone, Katya und ihr Bruder Grischa, setzen sich immer mehr zur Ruhe und die Kinder übernehmen so langsam das Geschäft. Doch die haben neue und fortschrittlichere Ideen, so dass es hier und da zu Konflikten und unterschiedlichen Ansichten zwischen den alten und neuen Generation.
Ich fand das Buch interessant zu lesen, aber ich habe die Handlung als sehr sprunghaft empfunden. Man folgt den Ereignissen, es passiert etwas Dramatisches und statt, dass man die Charaktere bei der Aufarbeitung oder der Entwicklung begleitet, vergehen plötzlich einige Jahre und alles hat sich bereits geklärt. Dies fand ich etwas schade, dass man wichtige Ereignisse nur am Rande mitbekommt.
Cathrin und Jakob sind an sich interessante Charaktere, aber durch die sprunghafte Handlung, hatte ich das Gefühl, dass man beide nicht so richtig kennenlernt, sowohl als Personen als auch mit ihren Zukunftsideen. Hier wäre, insbesondere bei Cathrin, deutlich mehr Potenzial da gewesen.
Die Reihe war für mich unterhaltsam, insbesondere in Bezug auf die Thematik rund um den Eisverkauf.
Hamburg, 1867. Das Geschäft der Eisbarone mit Eis, Stoffen und anderen exotischen Produkten floriert. Und auch der Delikatessenladen der Reintjes floriert. Bei Petersen und Voronin drängt nun auch die jüngere Generation nach. Cathrin, die schon ihr Leben lang nichts anderes wollte als im Geschäft mitzuarbeiten, kämpft um ihren Platz. Und Jakob, Grischas Sohn, der gerade erst in Hamburg angekommen ist, ist noch auf der Suche nach seinem Platz im Leben.
Wir begleiten die mittlerweile weit gefächerte Familie ab dem Jahr 1867 bis ins Jahr 1874. Cathrin hat schwer mit den Vorurteilen der Zeit zu kämpfen, und obwohl Katya ja auch als Frau in der Firma tätig ist, ist es schwer für Cathrin in der Firma Fuß zu fassen und ihren Platz zu behaupten. Jakob wiederum wollte von seinem ihm bis dato unbekannten Vater Grischa nur eine Unterschrift, um nach Amerika auswandern zu können. Doch auch ihn fasziniert die Firma und über die Zeit hinweg wird auch er ein Teil davon.
Mir hat das Buch wieder ausgesprochen gut gefallen. Nicole C. Vosselers Art zu schreiben ist einfach zauberhaft und etwas ganz Eigenes. Sie beschreibt nicht nur Orte und Menschen so, dass man sie sieht, man kann sie auch riechen und fast fühlen. Die Geschichte der Familie hat mich wieder gefangengenommen und ich war fasziniert, wie sich gerade die Figuren aus den Vorgängerbänden weiterentwickeln. Allerdings hätte ich, ob der vielen mittlerweile unterschiedlichen Familienteile, ein Personenregister brauchen können, um alle Verbindungen wieder herstellen zu können.
Alles in allem war es ein tolles Buch und ich hätte auch nichts dagegen noch weitere Bücher über die Eisbarone und ihre Nachkommen zu lesen. Gerade die Hamburger Geschichte gibt da ja noch genügend Highlights her.
Ich kann dieses Buch, wie die gesamte Reihe nur empfehlen, das ist wirklich schöne und berührende Lektüre.