München im Sommer 1923. Die Stadt ächzt unter Inflation und Wohnungsnot. Rechte Verbände rufen auf zum Widerstand gegen die Besetzung des Rheinlands und zum »Marsch auf Berlin«. Und Kommissär Reitmeyer steht massiv unter Druck, der von der Presse so genannten »Spielseuche« Herr zu werden. Da nimmt ihn ein Frauenmord in Beschlag, der aussieht wie die Tat eines rasenden Liebhabers, hinter dem aber noch mehr zu stecken scheint.
Während Reitmeyer bei seinen Ermittlungen auf schmierige Immobilienspekulanten und dubiose Anwälte trifft, stößt sein unermüdlicher Assistent Rattler auf eine Gruppe von Jugendlichen, die sich auf die eine oder andere – nicht immer legale – Weise durchs Leben schlagen. Eine von ihnen, das Blumenmädchen Leni, könnte in der Mordnacht etwas beobachtet haben, doch sie hat offensichtlich Angst auszusagen. Auch ihre Freunde hüllen sich in Schweigen. Dann verschwindet Leni plötzlich …
München, 1923: die Inflation gerät außer Kontrolle und die Stadt wird von rechten Verbänden in die Mangel genommen. Kommissär Reitmeyer soll sich um die illegalen Spielhöllen in der Stadt kümmern, als ein Frauenmord geschieht. Was zunächst aussieht wie der Racheakt eines Liebhabers, entpuppt sich schnell als viel mehr!
„Aufmarsch“ ist der 4. Fall für Reitmeyer und Sattler und hat mir sehr gut gefallen. Angelika Felenda fängt nicht nur die 20er Jahre sehr gut ein, sie erschafft einen spannenden und mitreißenden Krimi.
Die Geschichte entwickelt einen unterschwelligen Sog. Die Ermittlungen sind mühsam, aber nicht langweilig. Das hat mir besonders gut gefallen. Die Ermittler treffen auf Widerstände und Sackgassen. Und diese sind aus meiner Sicht alle verständlich und logisch. Zudem erfährt man auch Details über das Leben in München in dieser Zeit und wie stark die Rechte damals schon war.
Das Finale ist toll herbeigeführt und hat mich überrascht und nachdenklich gemacht.
Ich kann den Krimi und die gesamte Reihe absolut empfehlen!
München, Juli 1923. Eine Buchhalterin wird mit aufgeschlitzter Kehle in ihrer Wohnung aufgefunden. Als wenig später noch ein verwahrlostes Mädchen ermordet wird, überschlagen sich die Ereignisse. Ein jüdischer Lumpensammler wird gejagt, rechte Kreise machen mobil, und Kommissär Reitmeyer hat alle Hände voll zu tun.
Eine solide Krimistory mit feinem Zeit- und Lokalkolorit. Ich habe mich ertappt, wie ich auf das Auftreten von Kommissär Grandauer gewartet habe. Dass nämlich an allen Ecken und Enden Willy Puruckers grandiose "Löwengrube" durchschimmert, darf sich Angelika Felenda für meine Begriffe durchaus als Kompliment ans Revers heften.
Für Leser_innen, die mit den Umständen der Zeit vertraut sind, wir vielleicht ein kleines Bisschen zu viel erklärt (das bekommt Volker Kutscher mit seinen Krimis irgendwie eleganter hin), aber dem Lesespaß tuts keinen Abbruch. Ich werde mir weitere Bände der Reihe gönnen, das steht fest.
Auch der vierte Teil steht den Vorgängern in nichts nach. Parallel zu den Ermittlungen im Mordfall an einer unscheinbaren Sekretärin nimmt die Autorin den zunehmenden Antisemitismus und die Radikalisierung der Nationalisten in München in den Blick, was teilweise schwer aushaltbar ist. Spannend, tolle Protagonist:innen und gekonnte Wissensvermittlung, ich kann auch diesen Teil nur weiterempfehlen.
Negativ: Warum hat der Verlag so ein hässliches Cover gewählt, welches zudem gar nichts mit dem Sil der drei vorherigen Bücher zu tun hat?