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Community-Kapitalismus

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Silke van Dyk und Tine Haubner analysieren die Kehrseiten des Community-Kapitalismus, diskutieren seine Bedeutung angesichts neoliberaler Krisen und fragen nach solidarischen Alternativen.

Nachbarschaftshilfe, Freiwillige Feuerwehr, Pflegepatenschaften, Tafeln, Flüchtlingshilfe oder Crowdsourcing: Unbezahlte Arbeit hat viele Gesichter, ist gern gesehen und findet nicht nur im Privathaushalt statt.

Der demografische Wandel und der Umbau des Sozialstaats haben Sorgelücken entstehen lassen, sodass immer häufiger das Engagement von Vereinen, Initiativen, Nachbarschaften oder digitalen Netzwerken in Anspruch genommen wird. Öffentliche Aufgaben oder professionelle Tätigkeiten werden an die Zivilgesellschaft delegiert, soziale Rechte in soziale Gaben überführt.

Die Autorinnen beschreiben diese Entwicklung mit dem Begriff »Community-Kapitalismus« und fragen: Wie verändert sich das Verhältnis von Markt, Staat, Familie und Zivilgesellschaft? Erleben wir eine Informalisierung von Arbeit und Sorge im Gewand neuer Gemeinschaftlichkeit? Welche Rolle spielen hier soziale Bewegungen? Und was bedeutet das für unser Verständnis von sozialen Rechten?

176 pages, Paperback

Published October 1, 2021

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Community Reviews

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Profile Image for Julia.
10 reviews7 followers
January 8, 2023
Kritische, soziologische Auseinandersetzung mit einem unhinterfragt bejubelten und inbrünstig heraufbeschworenen Community-Gedanken, mit den Ambivalenzen freiwilligem Engagements und unbezahlter Arbeit soweit deren Bedeutung für die Entwicklung von Sozialstaat und Gesellschaft. Insgesamt vielleicht zu sehr auf diese Kritik fokussiert - die positiven Aspekte und Chancen, die Orientierung an Gemeinschaft mitbringen kann, kommen für eine ausgewogene Darstellung zu kurz. Das macht aber nichts. Die Abschnitte, die sich mit Digitalisierung auseinandersetzen, lesen sich ein bisschen wie an den eigentlichen Text dran gebastelt, weil man zu diesem Thema eben auch noch was sagen wollte/musste. Das macht aber auch nichts. Die Autorinnen machen ihren (wichtigen) Punkt sehr klar, und es hat mir Spaß gemacht, diesen Text zu lesen.
Profile Image for V..
367 reviews94 followers
January 29, 2022
Unbedingt lesenswert. Kurzes, kluges Bändchen, das sich, zu meiner großen Überraschung, mit vielen meiner eigenen Beobachtungen (sowohl aus den USA als auch aus Deutschland) deckt. Das schöne (und das erschreckende) ist dass es sich dabei ganz auf Deutschland konzentriert und somit definitiv nicht mit einem "aber hier ist es nicht so" quittiert werden kann.
Profile Image for Unentschieden.
85 reviews5 followers
February 18, 2022
Vor kurzem habe ich zwei Studentinnen zugehört, die sich darüber unterhalten haben, dass sie nachbarschaftlichen / Community Engagement als den derzeit sinnvollsten politischen Ansatz betrachten. Ich dachte bei mir: Welch ein Träumchen mich dann irgendwann Mal von altruistischen, politisch engagierten Menschen, die kein Geld dafür bekommen, sich aber gut dabei fühlen, pflegen zu lassen.
Das ist so ziemlich das Thema des Buchs: Augen auf bei kuscheligen, kiezigen Community-Diskursen. Das "unternehmerische Selbst" ist nicht mehr die Antwort, sondern "Community", um diese Legitimationskrise des Neoliberalismus angenehmer zu gestalten. Der Kapitalismus, "der alte Schlawiner" eben, wie Peter Licht sagt. Das Buch setzt methodisch auf den Gouvernementalitätsstudien (Foucault) auf, ohne dass die nochmal breit getreten würden. Es bleibt daher auch etwas im Dunkel, wieso diese Community- Rationalität jetzt so vorherrschend sein soll und wie sich Community im Postfordismus anders einbettet als noch im Fordismus bleibt ein bisschen unterbelichtet. Dafür ist es aber ganz gut lesbar (am Anfang etwas langweilig, zäh, wird aber interessanter). Ich kann mit den Thesen viel anfangen, auch wenn es nicht schön zu hören ist, dass Community eben auch nicht unbedingt die Lösung ist.
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