Paris im Frühling 1925. Die junge Berlinerin Ann-Sophie von Schoeller ist gerade in die französische Hauptstadt gezogen, wo ihr Ehemann in der renommierten Anwaltskanzlei seines Onkels einer vielversprechenden Karriere entgegensieht. Ann-Sophie hingegen spaziert gelangweilt durch die Straßen. Eines Tages landet sie in der Rue de l'Odéon vor einer Buchhandlung namens Shakespeare and Company, vor der eine rauchende Frau in Männerkleidung steht: die Buchhändlerin und Verlegerin Sylvia Beach. Als Ann-Sophie den Laden betritt, ist sie augenblicklich fasziniert, auch von den Frauen, denen sie dort begegnet. Sie fängt als Aushilfe an, und wird bald Teil der »Company« aus Literatinnen, Künstlerinnen und Freigeistern. Bald erkennt sie, dass sie mehr will vom Leben und auch in der Liebe. Ann-Sophie muss sich entscheiden zwischen bürgerlicher Sicherheit und dem Wagnis eines selbstbestimmten Lebens.
3,5 🌟🌟🌟 Paris im Frühling 1925. Ann-Sophie muss sich entscheiden zwischen bürgerlicher Sicherheit und dem Wagnis eines selbstbestimmten Lebens. Ein wunderbar charmantes und unterhaltsames Buch mit einem hinreißenden Pariser Flair in den 1920ern. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht dem lockeren Plausch dieser Protagonistinnen in teils verruchten Gegenden von Paris beizuwohnen. Ab und an freue ich mich über leichte und lockere Literatur bei Sonnenschein und diese war genau perfekt dafür.
„Dies ist einer der Momente, die man einpacken und mitnehmen können sollte, dachte Ann-Sophie, für Zeiten, in denen alles wieder öde und leer und trostlos sein wird.“ (Zitat Seite 44)
Inhalt Vor vier Wochen waren Ann-Sophie von Schoeller, dreiundzwanzig Jahre alt, und ihr Ehemann Johann von Berlin nach Paris gezogen. Für Johann, gerade erst am Beginn seiner Laufbahn als Jurist, ist das Angebot, als Partner und späterer Nachfolger in die Anwaltskanzlei seines Onkels in Paris einzusteigen, eine einmalige Karrierechance. Doch auch der milde Frühling in diesem April 1925 kann Ann-Sophie nicht überzeugen, sie findet Paris enttäuschend. Bis sie eines Tages in einer Gasse, zufällig einen kleinen Laden entdeckt. „SHAKESPEARE AND COMPANY, Bookshop, Lending Library”, ist auf der holzvertäfelten Front zu lesen. In der Auslage liegen Bücher in englischer Sprache. Hier, in der Rue de l’Odéon, öffnet sich für Ann-Sophie ein neues, unbekanntes Universum und bald auch der magische Zauber der Stadt Paris.
Thema und Genre In diesem Roman mit geschichtlichem Hintergrund geht es um das rasante, aufregende Leben in der Pariser Literatur- und Kunstszene in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen. Im Mittelpunkt stehen die zwei legendären Buchläden der ebenso legendären Buchhändlerinen und Verlegerinnen Sylvia Beach und Adrienne Monnier, sowie die Schriftstellerinnen, Schriftsteller, Künstlerinnen, Journalistinnen, mit denen sie befreundet sind – eine eigenwillige, buntschillernde Gemeinschaft von engagierten, selbstbewussten Frauen.
Charaktere Ann-Sophie wollte einfach ein geordnetes Leben führen, doch tief in ihr ist mehr. Ann-Sophie und wir Lesenden treffen in diesem Roman auf unangepasste, eigenständige Künstlerinnen, sie alle haben ihre eigenen Träume, aber auch ihre inneren Dämonen. Djuna Barnes: „Wir segeln, jede auf ihre Weise, haarscharf an unseren inneren Abgründen entlang und nicht selten auch darüber hinaus.“ (Zitat Seite 53)
Handlung und Schreibstil Die Geschichte wird chronologisch erzählt, ergänzt durch Rückblenden. Gespräche und Diskussionen fügen weitere Details hinzu und verbinden die fiktive Geschichte von Ann-Sophie mit dem Leben der bekannten, realen Persönlichkeiten der Rue de l’Odéon und mit den Künstlerkreisen der berühmten Salons und Lokale zu einem perfekten Ganzen. „Ich bin Sylvia. Kommen Sie herein, drinnen sind noch mehr zornige Frauen. Lassen Sie uns gemeinsam einen Tee trinken und das richtige Buch für Sie finden.“ (Zitat Seite 19) Bald zeigt sich, dass Ann-Sophie hier weitaus mehr findet, als nur das richtige Buch. Darum geht es in diesem Roman. Literaturbegeisterte werden beim Lesen rasch erkennen, wie genau die Autorin recherchiert hat, und die Quellenangaben am Buchende regen sofort an, einige der genannten Titel als vertiefende Weiterführung dieser Geschichte zu lesen. Ich habe schon den letzten Roman der Autorin, „Die Dame hinter dem Vorhang“, mit Vergnügen gelesen, doch dieser neue Roman über „Das Herz von Paris“ hat mich begeistert.
Fazit Dieser Roman, in dessen Mittelpunkt die beiden Buchhandlungen in der Rue de l’Odéon stehen, mischt gekonnt Fiktion und die bekannten historischen Fakten. Eine charmante, lebhafte Geschichte über Frauen, die sich bewusst nicht mehr den Zwängen der damals vorherrschenden, traditionellen Gesellschaftsstrukturen und Rollenbilder unterordnen wollten. Sie folgten ihren eigenen Plänen, Träumen und Leidenschaften unbeirrt durch das Chaos, das sich Leben nennt. Lesevergnügen, nicht nur für Büchermenschen.
der schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Ich habe keine große sympathie mit dem hauptcharakter empfunden, konnte ihre handlungen dennoch nachvollziehen. Dafür haben mir die nebencharaktere umso besser gefallen. Die autorin hat einem das gefühl gegeben selbst teil von Sylvia Beachs freundesgruppe zu sein und paris in den 20ern zu erleben. Das Ende wiederrum hat mich etwas enttäuscht, da ich mir hier mehr erhofft hatte bezüglich Anns Beziehung zu sich selbst und vielleicht auch zu Fernande..
Mit diesem Roman begeben sich die Leser in das Paris der 1920er Jahre, mitten ins Quartier Latin in die Buchhandlung Shakespeare & Company. Dieser Roman ist also etwas für Paris-Liebhaber, die gerne auch gedanklich durch die Straßen und Gassen und über die Boulevards der französischen Hauptstadt spazieren. Ich habe diese Spaziergänge mit Veronika Peters genossen. Ann-Sophie aus Berlin ist frisch verheiratet mit dem Sohn eines Berliner Bankiers, dessen Bank nun schon 150 Jahre existiert. Doch ihr Mann hat Rechtswissenschaft studiert und soll in Paris die Kanzlei seines Onkels übernehmen. Ann-Sophie folgt ihm also nach Paris. Zu Beginn ist sie tot unglücklich in dieser riesigen Metropole, wo sie keinen Menschen kennt. Doch der Zufall führt sie in die englische Buchhandlung. Hier lernt sie viele neue Freundinnen kennen, wird selbstbewusst und gehört schon bald selbst zu dieser Bohème. Veronika Peters beschreibt mit Charme und Liebe zum Detail. Das Lokalkolorit in Paris ist auch heute noch anzutreffen, wie sie es für die damalige Zeit bebildert hat. Es fehlt vielen vielleicht der Gestank der heutigen vielen Autos. Aber ein Abend im Deux Magot kann heute noch genauso wie damals ablaufen. Das Pariser Flair des Romans war für mich hinreißend. Wesentliches Augenmerk bei Veronika Peters liegt auf der Entwicklung der Protagonistin, ihr Wachsen in der von Frauen dominierten Clique, die alle in der Literatur- und Künstlerszene agieren. Schriftstellerinnen, Maler und ähnliche Künstler geben sich in der Buchhandlung als auch bei abendlichen Gesellschaften die Klinke in die Hand. Von Anbeginn fragt man sich, ob und wie die Ehe von Ann, wie sie von ihren Freunden genannt wird, und ihrem Mann Johann enden wird. Doch das Selbstbewusstsein von Ann-Sophie wächst selbst bei herben Enttäuschungen in ihrem Leben. Die Unterhaltungen, das lockere Geplauder dieser Damen, machen Spaß, erscheinen zeitgemäß und läuten die wachsende Emanzipation des weiblichen Geschlechts ein. Letztendlich wird den Lesern nicht nur das Schicksal von Ann-Sophie am Herzen liegen, sondern auch das des kleinen FanFan. Habe sie sehr gerne auf den Straßen von Paris begleitet und empfehle den Roman unbedingt.
Eine wunderschöne Geschichte, die einen in eine unfassbare Zeit & die schönste Stadt der Welt eintauchen lässt. Die Geschichte spielt im Buchladen Shakespeare and Company, links der Seine mit Referenzen zu Größen der Literatur & Kunstszene, den Straßen & Restaurants in Saint-Germain-des-Près & zum Nachtleben in der schaffenden Künstlerszene. Jeder, der Bücher liebt & in dieser Ecke von Paris selbst die Straßen und Restaurants erkundet hat, wird sich in den Seiten verlieren & die Geschichte verlieben!
Ich habe mich in dieses Buch verliebt! Als ich es angefangen habe zu lesen konnte ich nicht mehr aufhören! Ich liebe jeden einzelne Charakter und einfach die Weiterentwicklung von Ann zu sehen ahhh
Beautiful book for Paris, belle epoque and literacy lovers but the ending is so sudden that younger the feeling the attorneys in a rus and could not complete the book. Enjoyed it until the last 3 pages.