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Waldinneres

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Eine Flucht vor den Nazis und ein Geheimnis, das bis in die Gegenwart reicht.

Ein jüdischer Kunstsammler rettet sich mit Fluchthelfern vor den Nazis in die Schweiz, doch seine Spur verliert sich im Dickicht eines Waldes. Zurück bleibt nur sein Gehstock, darin eingerollt ein kleines Gemälde.

Siebzig Jahre später betritt Gottfried Messmer das Foyer einer Bank in Zürich. Im Schließfach seines Vaters findet er einen echten Klimt. Wie kam sein Vater an dieses Bild? Und wo ist sein wahrer Besitzer? Gottfried muss sich einem Familiengeheimnis stellen, das weit in die Geschichte seines Landes zurückreicht.

256 pages, Hardcover

Published April 27, 2022

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About the author

Mónica Subietas

3 books2 followers

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Community Reviews

5 stars
14 (15%)
4 stars
28 (31%)
3 stars
32 (36%)
2 stars
11 (12%)
1 star
3 (3%)
Displaying 1 - 14 of 14 reviews
Profile Image for Olaf Gütte.
222 reviews76 followers
July 15, 2022
Das Thema des Romans hätte locker
die doppelte Seitenzahl hervorbringen können.
Monica Subietas hat sich aber für diese Form des Schreibens entschieden,
und sie hat es sehr gut gemacht, finde ich.
Profile Image for Julia (wortknistern).
321 reviews170 followers
May 12, 2022
Bei „Waldinneres“ hat mich sowohl das wunderschöne Cover, als auch der
Inhalt neugierig gemacht: Es geht nämlich um Kunstraub durch Nazis. Nachdem ich „Junge Frau am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“, das die gleiche Thematik behandelt, richtig gut fand, hatte ich Hoffnung, hier nochmal einen Glückstreffer zu landen – wurde aber sehr
enttäuscht.Bereits in der ersten Hälfte ist mir aufgefallen, dass das Buch aus
ziemlich vielen Perspektiven erzählt wird. Bei einer Buchlänge von nur 250 Seiten bedeutet das zwar kurze Kapitel, die man schnell liest, aber mir persönlich hat dadurch auch der Tiefgang und die Verbindung zu den Charakteren gefehlt. Außerdem muss ich leider sagen, dass mir
keine der Figuren (dadurch?) so richtig sympathisch war und mir die Dialoge etwas hölzern vorkamen.
Aber wäre alles nicht so schlimm gewesen, es kann ja nicht jedes Buch ein totales Highlight sein, die Geschichte an sich fand ich bei der Hälfte immer noch ziemlich spannend und es hat sich ein großer Twist
abgezeichnet. Alles okay soweit also. Dann kamen die letzten ca. 70 Seiten und ich muss leider sagen: Da ging für mich alles den Bach runter. Ich habe das Buch fertig gelesen und war danach einfach nur
enttäuscht. Am Ende wird versucht, ganz viele Handlungsstränge zusammen zu bringen und zu verknüpfen und für mich hat es einfach so überhaupt nicht funktioniert. Vielleicht, weil mir zuvor der Tiefgang
gefehlt hat und dann alles so schnell ging? Mich hat es auf jeden Fall so gar nicht abgeholt.
Und ein letzter Kritikpunkt, den ich in den Bewertungen auf lovelybooks gelesen habe und dem ich voll zustimme: Die Autorin
berichtet im Nachwort, Zeitzeug*innen zur Recherche befragt zu haben, damit es authentischer wird, im Buch haben die Rezensentin und auch ich davon aber nicht viel bemerkt, was ich sehr schade finde.
Insgesamt hatte das Buch mit einer so spannenden Thematik extrem viel Potential, hat für mich persönlich aber nicht funktioniert. Mir wären 100 Seiten mehr und dafür mehr Tiefgang deutlich lieber gewesen.
21 reviews
May 8, 2022
Das Buch an sich hat eine sehr schöne Aufmachung aus diesem Grund hat es mich auch gleich angesprochen.
Es liest sich sehr schnell und flüssig, der Schreibstil hat mir also sehr gut gefallen. Auch die Idee finde ich wirklich super und ich habe mich richtig gefreut zu lesen was die Autorin aus dieser Thematik gemacht hat. Leider hat mich jedoch die Umsetzung nicht zu 100% überzeugen können. Die Protagonisten waren mir alle nicht sonderlich sympathisch sie waren mir aber auch nicht unsympathisch. Ich habe vielmehr das Gefühl gehabt sie nicht wirklich kennenzulernen, was natürlich teilweise auch an der Kürze des Buches liegen mag. Ich finde es immer sehr schade, wenn man zu keinem der Protagonisten eine wirkliche Beziehung aufbauen kann.
Außerdem war für mich das Buch in weiten Teilen einfach zu kurz viele interessante Stellen wurden nicht wirklich behandelt und nur kurz angeschnitten, dadurch hatte ich oftmals das Gefühl, dass ich irgendwas in der großen Zeitspanne in der das Buch spielt verpasse.
Alles in allem war es jedoch trotzdem eine nette Geschichte die gut zu lesen war und die Idee finde ich immernoch super. Mir hat leider nur oftmals der Tiefgang gefehlt.
3.5 von 5 Sternen.
1 review1 follower
February 19, 2025
Really loved it! Catchy since the first page until the very end: Looted art by the Nazis,Switzetland During the 2nd World War, all intertwined with the present days. 100% recommended!
740 reviews2 followers
February 24, 2023
«Er hatte seinen Schützling zurücklassen müssen, um dessen Leben zu retten. Nun hastete er hangabwärts, um zu der Holzfällerhütte zu gelangen, bevor das Licht genauso schnell schwand wie die Wärme des Tages.»


Ein jüdischer Kaufmann aus Linz schickt seine Familie während der Nazizeit über eine Fluchtroute in die Schweiz. Er selbst will zunächst seine Kunstsammlung in Sicherheit bringen und nachkommen. Doch es ist zu spät – auf der Rückseite jedes Bildes setzt er sein Siegel und macht sich eine Liste aller Werke. Zumindest ein Bild will er retten: «Waldinneres» von Gustav Klimt. Er nimmt es aus dem Rahmen, rollt es zusammen, versteckt es im Hohlraum seines Spazierstocks, macht sich auf den Weg nach Zürich. Auf der Flucht geht etwas schief, Fluchthelfer Hermann Messmer und sein Flüchtling, die voneinander den Namen nicht kennen, verlieren sich. Der Schleuser allerdings hat den Gehstock bei sich.

Siebzig Jahre später wird Gottfried Messmer von einer Bank in Zürich gebeten, als Erbe das abgelaufene Schließfach seines verstorbenen Vaters aufzulösen. Darin findet er einen Gehstock, mit einem echten Klimt. Wie kam sein Vater, ein armer Schlucker, an dieses Bild? Anbei liegt ein Brief an den Sohn, er möge es dem rechtmäßigen Besitzer zurückgeben – der Name sei ihm unbekannt. Wie er zu dem Bild kam, bleibt dem Sohn verschlossen.

«Die Welt befand sich im Krieg, und die Schweiz verschanzte sich hinter ihrer Neutralität, die zunehmend Risse bekam. Anfang August hatte der Bundesrat in dürren Sätzen die Schließung der Grenze für Juden beschlossen: ‹Aufzunehmen sind vorläufig nur noch Ausländer, die aus politischen oder anderen Gründen wirklich an Leib und Leben gefährdet sind und keinen anderen Ausweg als die Flucht nach der Schweiz haben, um sich der Gefahr zu entziehen. Flüchtlinge nur aus Rassegründen, z. B. Juden, gelten nicht als politische Flüchtlinge.› Obwohl die Entscheidung im ganzen Land zu Protesten geführt hatte, war der Beschluss zum Ende desselben Monats bestätigt worden. ‹Das Boot ist voll›.»

Anfangs hat mir der Roman gut gefallen. Immer mehr Unlogik trat zu Tage und insgesamt findet sich Zufall auf Zufall zusammen – das Zürich der zufälligen Begegnungen – irgendwann habe ich nur noch mit dem Kopf geschüttelt. Unlogisch erscheint, dass der Jude Jakob Sander seine Frau mit den Kindern 1942 allein auf die Fluchtroute schickte. Nun gut, habe ich gedacht ... Dass Sander seinen Nachnamen wechselt und niemals nach Kriegsende sein Eigentum (Grundbesitz, Geschäft, Kunst usw.) zurückverlangt, in Zürich als armer Schlucker lebt, erscheint ebenso unglaubwürdig. Es gibt eingefügte geschichtliche Vignetten, aber in den Figuren setzt die Autorin rein gar nichts um. Weder darin, wie Familie Sander das Leben in Linz empfindet, warum sie sich spät entscheiden zu gehen (Linz war ein Zentralpunkt der Nazis), noch wird die Flucht geschildert. Genau das wäre interessant gewesen. Man nimmt den Juden die Habe weg, dann flüchten sie lieber, retten ihr Leben ... – es klingt zu oberflächlich. Eigentlich ist keine der Figuren für mich stimmig. Warum erfährt der Sohn so spät von dem Gehstock? Sehr konstruiert – damit er dem Eigentümer über den Weg laufen kann. Ein Nebencharakter, der gleich so markant heraussticht, so viel Platz bekommt ... natürlich ahnt der Leser sofort ... Das ist für mich ungeschickt angelegt. Dies ganze Gewusel die vielen Nebencharaktere, Nebenstränge war irgendwann langweilig für mich, man ahnte, worauf es zuläuft – irgendwo war immer der Zufall drin. Die Krönung: ein im betrunkenen Kopf zufällig gezeugtes Kind. Och nee! Wechselnde Perspektive und zeitliche Sprünge, teilweise recht unlogische Handlungen werden dank eines in jeder Ecke lauernden Zufalls verbunden. Die Figuren sind ziemlich leblos, oberflächlich. Spannung mag durch den ständigen Tumult zwischen den agierenden Personen entstehen – leider erinnerte mich das eher an einen Klamaukfilm, allerdings ohne Humoreinlage.

Wie kann man das Buch einordnen? Historisch zum Thema Nationalsozialismus? Dafür sind diese Anteile zu gering. Ein Jude, der seinen Rucksack packt und eine kleine Szene im Wald, in der Fluchthelfer und Flüchtling getrennt werden. Ein Kriminalroman? Ein Toter, Handel mit Raubkunst – das hätte Thema sein können. Auch hier reicht es nicht. Ein Roman um die Kunstszene? Nur angekratzt. Ein Zürichroman? Nein, dort laufen sich die Protagonisten lediglich ganz zufällig alle über den Weg. Ein Roman – das passt. Ein klasse Thema, aus dem man viel hätte machen können. Leider ist dies eine unglaubwürdige, sehr schwache Geschichte mit noch schwächeren Charakteren. Schade. Eine Story, die unter die Haut gehen sollte. So geschrieben lässt sie mich kalt, aber genervt zurück. Fishing in verschiedenen Themen, die aber nicht auserzählt werden. «Waldinneres» von Gustav Klimt gehörte wirklich zur Raubkunst der Nazis und um dieses Bild gab es einen gewaltigen Rechtsstreit. Eine andere Geschichte, die mit dem Roman nichts zu tun hat.


Mónica Subietas, geboren 1971 in Barcelona, lebt seit 2008 in Zürich. Sie ist Kulturjournalistin und Editorial Designerin, außerdem arbeitet sie in der Leseförderung mit Gruppen von Erwachsenen und Kindern im Vorschulalter. Vor ihrem Umzug nach Zürich lebte sie in Barcelona, Madrid und New York. Neben Spanisch und Katalanisch spricht sie fließend Englisch und Deutsch. »Waldinneres« ist Mónica Subietas’ erster Roman.
Profile Image for Karai Khan.
82 reviews2 followers
September 1, 2022
Gottfried Messmer, Inhaber des Café Glück in Zürich, wohin er nach bewegten Wanderjahren zurückgekehrt ist, erhält einen merkwürdigen Anruf: Er solle in einer vertraulichen Angelegenheit in die Zürich-Bank kommen, der Leiter der Abteilung Rechtsnachfolge wolle ihn sprechen.

Es stellt sich heraus: Er ist der Erbe eines Schließfaches, das seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr bezahlt wurde. Der Inhalt – ein Spazierstock – wirft zahlreiche Fragen auf und sein Versuch, diese zu beantworten, bringt Ereignisse ins Rollen, deren Antriebsfedern vor Jahrzehnten gespannt wurden.

Mónica Subietas wählt mit der Schweiz zur Zeit der deutschen Nazi-Diktatur eine historische Folie, die mir zumindest nicht sehr präsent war. Und das Verhalten der Schweiz jüdischen Flüchtenden gegenüber darf getrost als verwerflich bezeichnet werden (passt aber natürlich ins allgemeine Bild, abgewiesen wurden sie ja nicht nur dort, sondern an vielen Grenzen der Welt).

Zum Einstieg gibt es einen Tatort: Ein Schweizer Künstler wurde in seinem Atelier angegriffen, Überlebenschancen unklar. Von hier ausgehend schlägt Subietas einen Bogen, weit zurück zum vermögenden Jakob Sandler, der sich nach dem „Anschluss“ Österreichs zur Flucht entschließt und zu Gottfrieds Vater, der einst selbst aus Deutschland in die Schweiz flüchtete.

Mónica Subietas verknüpft mehrere Erzählstränge, den sie jeweils aus der Protagonist:innenperspektive erzählt. Das macht sie sehr geschickt, ihr gelingen dabei gute Übergänge zwischen Erinnerungen und Erleben, zwischen Zeitebenen und Protagonist:innen. Das macht den Roman sehr flüssig lesbar und erzeugt eine Spannung, die der Plot selbst nicht hergeben würde. Wie überhaupt die Handlung als solche mich nicht überzeugt, das ist doch sehr vorhersehbar und ich möchte doch fast sagen – unoriginell.

Stärker ist das Werk in der Innenperspektive der handelnden Figuren und in der Darstellung der verheerenden Folgen, die kleinste Kommunikationsfehler mit sich bringen können. Nämlich dann, wenn sie nicht aufgelöst werden. Und ich möchte der Autorin daher unterstellen, dass die unterkomplexe Handlung genau deshalb Absicht war: Ich saß als Leser immer wieder da und dachte – „Nein, nicht doch, das war doch anders – Himmerherrgott, will denn niemand die Sache aufklären?“ Und zwar weil die Protagonist:innen die ganze Zeit Geheimnisse aufzuklären versuchten, dabei völlig falsche Schlüsse zogen – Leser aber sowohl die Geheimnisse längst kennen als auch sofort ahnen, welche Schlüsse sie ziehen werden und welche Handlungen daraus folgen.

Dieser Roman ist in seinem ganzen Wesen zutiefst und in klassischem Sinne tragisch. Denn Schuld sind hier wenige – das Helfernetzwerk nicht, Gottfrieds Eltern nicht, Gottfried ebenso wenig, Jakob Sandler nicht, sein Sohn noch weniger und so weiter – alle handeln völlig nachvollziehbar und geradezu zwingend. Das Ergebnis aber ist erschütternd.

Dies ganz deutlich darzustellen, darin liegt in meinen Augen die Stärke dieses flüssig geschriebenen Romans. Dass dies etwas auf Kosten der Handlung geht, die an manchen Stellen dann doch sehr offensichtlich konstruiert erscheint, ist schade – öffnet aber den Raum für eigene Assoziationen und Gedanken.
Profile Image for Wal.li.
2,573 reviews72 followers
November 25, 2022
Zürich, ein Dorf

Der Inhaber des Kafi Glück Gottfried Messmer bekommt eine Einladung der Züricher Bank. Er sei als Erbe eines nachrichtenlosen Kontos ausgemacht worden. Messmer, der sich längere Zeit im Ausland aufgehalten hatte, weiß nichts von einem Konto. Seine Eltern waren einfache Menschen, die nichts zu vererben hatten. Neugierig geworden nimmt er das Erbe an. In dem Schließfach befindet sich ein Spazierstock. Und dafür hat er die Kontogebühren gezahlt. Bei genauerem Hinsehen entdeckt er, dass in dem Stock ein kleines Gemälde versteckt ist. Der Brief seines Vaters erklärt einige Hintergründe, aber das Rätsel, wer der wahre Erbe des Bildes ist, bleibt.

Was ist die Geschichte dieses kleinen Gemäldes, von dem sich herausstellt, das es sich um ein frühes Werk von Gustav Klimt handelt? Weniger bekannt zwar als die späteren Arbeiten, aber nach so langer Zeit doch von einigem Wert. Messmer, der sich mit Menschen manchmal schwer tut, hat von seinem Vater den Auftrag bekommen, den Eigentümer oder seine Erben zu finden, um ihm sein rechtmäßiges Eigentum zurückzugeben. Doch wie soll das gehen? Er kennt weder das Bild, noch kann er sich vorstellen, wo sich mögliche Erben aufhalten sollen. Deshalb hängt er das Bild erstmal in seinem Lokal auf. Erstaunlich, wie schnell sich Interessenten finden.

Das Bild, um das es geht, ist auf dem Cover abgebildet. Und eine kleine Recherche ergibt, dass dieses Gemälde wirklich von Klimt geschaffen wurde. Ein trotz des kleinen Formats sehr beeindruckendes Bild, mit dem das Innere eines Waldes präzise getroffen ist. Darum eine Geschichte zu spinnen, zeugt von großer Vorstellungskraft. Auch wenn es in diesem Dorf genannt Zürich etwas zu viele Zufülle gibt, so fesselt der Roman sehr. Vergangenheit, die in die Gegenwart hineinwirkt, bietet häufig einen packenden Rahmen für eine tolle Story über Menschen und ihre Lieben. Hier gelingt es, den handelnden Personen, ihre Identität zu finden, ihre Vorfahren besser kennenzulernen und lange gehegte Wünsche zu erfüllen. Auf fesselnde Weise wird aus der Familienerzählt zu einem spannenden Krimi.
Profile Image for Ulliken.
311 reviews3 followers
February 12, 2023
Ein Stock mit Inhalt



Das Cover ist geprägt von einem Bild von Klimt, oben quer darüber auf weiß Mónica Subietas, die Autorin, mittig auf weiß der Titel des Bildes und des Buches "Waldinneres".

Ein Schweizer hilft im Krieg einem Juden bei der Flucht. Doch dieser verletzt sich. Sein Helfer möchte Unterstützung holen, doch er findet den Flüchtenden nicht mehr vor, lediglich einen Gehstock mit einem eingerollten Bild im Inneren. Nach Jahren gibt er den Stock samt Inhalt in ein Schließfach.

Nachdem über Jahre keine Gebühren für das Schießfach mehr bezahlt wurden, werden Nachkommen des Besitzers gesucht. So kommt Gottfried Messmer an einen wahren Klimt. Sein Vater hat ihm den Auftrag gegeben, den richtigen Besitzer bzw. seinen Nachfahren zu finden. Dies gestaltet sich natürlich als sehr schwierig, denn sein Vater wußte keinen Namen und hat auch keine Hinweise hinterlassen. Gottfried betreibt das "Kafi Glück", ein Szenelokal. Das kleine Bild hängt er hier an die Wand, vielleicht findet sich ja jemand, der etwas weiß.

Rückblickend wird gezeigt, wie es in der Nazizeit in der Schweiz tatsächlich war. Gottfried lernt verspätet seine verstorbenen Eltern besser kennen. Lange Zeit meldet sich niemand für das Bild, doch dann sind da plötzlich mehrere, die einen Anspruch erheben. Spätestens jetzt wird die Geschichte dank Kommissar Zufall etwas spannender, jedoch leider nicht sehr komplex.

Man hätte richtig viel aus dieser Geschichte machen können. Ich kann mir auch vorstellen, dass es sich tatsächlich so verhalten hat, wie geschildert. Aber es wird wirklich kompliziert konstruiert, zumindest kommt es mir als Lesende so vor. Man denkt ja mit. Etliche lose Enden bleiben. Zum Glück hat die Autorin die Gabe eines angenehmen Schreibstils, so dass man das Buch problemlos zu Ende liest.

Herausgegeben im Verlag S. Fischer im April 2022
205 reviews
September 17, 2025
Ein paar Zufälle zu viel und einige offene Fragen
Der jüdische Kunstsammler Jakob Sandler muss 1939 vor den Nazis flüchten, mit dabei hat er nur ein kleines Bild seiner gesamten Sammlung. 70 Jahre später erfährt Gottfried Messmer von einem Schließfach seines verstorbenen Vaters, darin ein Bild von Klingt. Wie kam sein Vater an das Bild und wer ist der eigentliche Besitzer?

Waldinners hat sehr großes Potential zu einer wirklich interessanten Geschichte, leider wurde dieses Potential meiner Meinung nach nicht annähernd ausgenutzt. Die Geschichte ist unterteilt in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und bereits zu Beginn erfährt man, was es mit dem Bild auf sich hat. Viele Dinge, wie beispielsweise die Flucht Jakob Sandlers, bieten eine gute Grundlage für einen interessanten Spannungsbogen, leider wird dieser meist nicht weiter ausgebaut. So erfährt man als Leser nie, weshalb Jakob für seine Flucht vier Jahre benötigt. Viele Handlungsstränge bleiben für mich leider unvollständig und auch die Zufälle häufen sich für meinen Geschmack ein wenig zu sehr.

Nichtsdestotrotz ist der Schreibstil der Autorin sehr klar und angenehm zu lesen, sodass man nur über die Seiten fliegt. Und auch wenn man bereits zu Beginn des Buches das meiste über die Geschichte des Bildes erfährt, so bleibt dennoch ein gewisser Spannungsbogen erhalten. Auch die Covergestaltung passt hervorragend zum Buch. Gerne hätte das Buch einige Seiten mehr haben können und dafür weniger offene Fragen zurückgelassen, denn das Potential ist vorhanden.
Profile Image for Pipi.
157 reviews4 followers
August 10, 2022
3,5 ★

Die Thematik des Romans fand ich sehr spannend. Es geht hier um einen jüdischen Kunstsammler, der auf der Flucht im 2. Weltkrieg ist, (Raub)Kunst, Familiengeheimnisse, Familie, Erbe und die Verbindung unterschiedlicher Personen zueinander. Die Geschichte spielt in der Schweiz, zum einen zu Zeiten des 2. Weltkrieges & die Zeit danach und zum anderen in der Gegenwart (2010).

Grundsätzlich hat mir die Geschichte recht gut gefallen. Besonders der Beginn des Romans, die Aufbereitung und die Handlung rund um (Raub)Kunst gefiel mir richtig gut.
Kritisieren muss ich aber die vielen Charaktere und unterschiedliche Perspektiven, die in dem relativ kurzem Buch einfach zu kurz kommen. Es hat teilweise an Tiefe gefehlt und man hätte die Geschichte definitiv ausbauen können. Auch fand ich die zufälligen Verbindungen der Charaktere zueinander ziemlich unrealistisch. Zwar wird in der Geschichte selbst darüber geschrieben, dass die Welt ja so klein ist, dennoch konnte mich dies nicht überzeugen.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, das Buch lässt sich gut lesen und im Allgemeinen hat der Roman m.M.n. eine wirklich spannende Thematik behandelt; diese allerdings nicht ganz so gut umgesetzt.
Profile Image for Runenmädchen.
239 reviews8 followers
May 8, 2022
Ein jüdischer Kunstsammler auf der Flucht im WW2, NS-Raubkunst, ein Familiengeheimnis.

An sich ist Waldinneres gut geschrieben und es ist grundsätzlich eine interessante Geschichte, der ich gerne gefolgt bin. Allerdings, und das ist der Grund, weshalb ich nur drei und nicht vier Sterne vergeben habe, ist es eine Geschichte, die man gefühlt schon einmal gelesen hat, stellenweise sogar nicht nur gefühlt. Es ist nichts Überraschendes zu finden, aber dennoch solide.
Mit Beispielen kann ich meine Meinung nicht untermalen, da ich sonst etliches spoilern würde.

Zu den Figuren ist zu sagen, dass sie oft austauschbar waren, mit wenigen Charakteren bin ich warm geworden. Sie waren unscheinbar und die wichtigen „Ecken und Kanten“ dieser Charaktere waren mir tatsächlich etwas zu rund.

Sollten LeserInnen bislang wenig oder nichts über die Thematik gelesen haben, dürften sie auf ihre Kosten kommen.
Profile Image for Julebu.
188 reviews3 followers
September 23, 2022
Flott zu lesen, ohne Tiefgang auch bezüglich des eigentlich spannenden Themas NS-Raubkunst. Mittlerweile finde ich es nervig, wenn Dialoge künstlich wie Schriftsprache zu lesen sind.
Profile Image for Ritja.
620 reviews
July 27, 2022
Das Buch hat nur 256 Seiten und genau hier liegt mein Problem, meine Kritik.

Es ist einfach zu kurz.

Zu kurz, um die interessanten Charaktere wirklich kennenzulernen. Es waren viele Figuren, die zu unterschiedlichen Zeiten gelebt haben und die alle ihre hellen und dunklen Seiten hatten. Aber sie konnten sich nicht entfalten und ausbreiten. Sie waren bis zum Schluss wie entfernte Bekannte.

Zu kurz, für die vielen Themen, die die Autorin in die Geschichte eingewebt hatte. Raubkunst, Flucht und Tod, komplizierte Familienverhältnisse und unausgesprochene Tatsachen sowie die Liebesgeschichte. Die Themen laufen parallel durch die Geschichte und werden am Ende miteinander verbunden. Sie werden zu schnell abgehandelt. Leider, denn gerade die Handlungsstränge Raubkunst und Vergangenheitsbewältigung hätten, aus meiner Sicht, ausführlicher und tiefer behandelt werden können.

Zu kurz, um ein wirklich gelungenes Ende zu schaffen. Das Tempo überschlug sich zum Schluss. Hier wollte die Autorin leider alles klären und auflösen. Aus meiner Sicht wären ein paar offene Enden ganz gut gewesen. Nicht jede Frage kann gelöst bzw. geklärt werden. Mir war das Ende zu hektisch, zu konstruiert und gewollt. Schade.

Aber, die Geschichte hat mich trotzdem mitgenommen und mir gute Lesestunden beschert. Ich mochte den Schreibstil der Autorin und die Grundidee ihres Buches hat mir auch sehr gut gefallen. Nur mit ein paar Seiten mehr und dadurch etwas mehr Tiefe wäre es richtig rund geworden.
Displaying 1 - 14 of 14 reviews

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