Unerwartete Wettgewinne, merkwürdige Vorgänge im Untergrund, geplünderte Konten und gefährliche BTL-Chips: Berlin droht ein tödliches Gewitter. Und während sich die Wolken zusammenziehen, werden die Runner immer tiefer zwischen die Fronten bewaffneter Kieze, skrupelloser Konzernforscher, dissonanter Technomancer, wütender Vory und einem dunklen Geheimnis aus uralter Technik gezogen. Die Blitzeinschläge kommen näher. Deckung suchen ist keine Option mehr. Und während es um Moral, Gewinn und Überleben geht, kann vielleicht nur noch ein mysteriöser Verbündeter aus Code und Kristall helfen.
Netzgewitter ist ein Kampagnenband für Shadowrun 6, der im Megasprawl an der Spree spielt. In mehreren Kapiteln durchleben die Runner eine spannende Story um alte Verbindungen und neuen Hass, die eng mit dem Metaplot der ADL verknüpft ist. Netzgewitter ist eine deutsche Eigenproduktion und bietet fertige Abenteuer in einer zum Teil modular aufgebauten Handlung. Und an deren Ende wartet ein fulminanter Showdown, der nicht nur über das Schicksal der Runner entscheiden wird.
Das hat nichts mit der Sternewertung zu tun, aber: Der Versuch, eine Kampagne zu lesen statt sie zu spielen und hoffentlich einen ähnlichen Gewinn daraus zu ziehen, ist fehlgeschlagen. Vor allem in den mittleren Kapiteln, die ja hauptsächlich den Spielern etwas zu tun geben und wenig die Handlung voranbringen, war die Lektüre sehr zäh. Der Showdown, wo alles viel knapper beschrieben war, war dafür dann wieder gut.
Alles in allem eine gute Idee vor einem tollen Hintergrund.
Leider gibt es ein paar unlogische Stellen (ein NPC, von dem ausgegangen wird, das er ab einer Stelle nicht mehr dabei ist, wird danach dennoch häufig verlangt) und für meinen Geschmack erfährt man von der eigentlichen Story ein wenig zu spät und der Hauptgegenspieler taucht nur für ein paar Sekunden auf. Da muss man als SL also nacharbeiten, aber das macht man ja gerne. :)