Wie fühlt sich eine Vagina nach der Geburt an? Woher weiß ich, dass ich wirklich einen Orgasmus hatte? Wie lerne ich meinen Körper nach einem Missbrauch wieder lieben? Die britische Frauenrechtsaktivistin Nimko Ali spricht aus, worüber immer noch schamerfüllt geschwiegen wird. Denn bei allem Fortschritt in Sachen Feminismus und Emanzipation ist es erschreckend, mit welcher Unwissenheit und Verachtung die weibliche Anatomie immer noch betrachtet wird, sofern sie nicht straff, ordentlich bedeckt, verschönert und enthaart ist. Ali hat hierzu mit vielen Frauen von Äthiopien bis London gesprochen und vereint deren Stimmen in einem Buch. Ihre Sammlung intimer und unzensierter Lebensgeschichten räumt auf mit den Mythen rund um den weiblichen Körper und ist ein Aufruf, Erfahrungen zu teilen und die gesellschaftlichen Tabus zu brechen, die Frauen zur Passivität und zum Schweigen verurteilen. Bewegend, kraftvoll und ein Manifest über die großartige Vielfalt weiblicher Sexualität, über Unwissenheit, Diskriminierung und die Notwendigkeit über all das zu sprechen.
Nimko Ali is a feminist, former parliamentary candidate, conservative politican activist, and campaigner against modern-day slavery and female genital mutilation (FGM), of which she herself was a victim. Originally born in Somalia, she now lives and works in London.
interessante Verarbeitung von Geschichten verschiedener Phasen im Leben einer Frau (in 4 Kapiteln: Menstruation, orgasmus, Schwangerschaft & Menopause)! Bin froh es gelesen zu haben; nehme aber aus Sammelbänden wie diesen immer nicht so viel mit, weil sich durch die kleinen einzelstorys für mich kein langfristiger erzählstrang aufbaut (: trotzdem cool!
Viel gibt es nicht zu sagen. Frauen: Lest es einfach. Es ist so wichtig, dass wir Erfahrungen und Geschichten austauschen. Auch wenn manche davon richtig hart sind. Aber man muss nicht alles selbst herausfinden, man kann es auch einfach teilen. Männer: Lest es auch. Begreift, was uns angetan wird, was es körperlich bedeutet, eine Frau zu sein.
Nimko Ali ist eine britische Aktivistin somalischer Herkunft, die sich auf globaler Ebene für Frauenrechte einsetzt, besonders für das Ende weiblicher Beschneidung. Hierfür gründete sie die Organisation The Five Foundation. In ihrem Buch Worüber wir nicht sprechen sollen - es jetzt aber trotzdem tun trägt sie die Erfahrungen verschiedener Frauen zu vier einschneidenen Frauenthemen (Periode / Orgasmus / Schwangerschaft / Menopause) zusammen und kommentiert diese Beiträge mit weiteren wissenschaftlichen Erkenntnissen und ermöglicht dadurch einen allgemeineren Kontext zu den teils sehr persönlichen Schicksalen. Die Frauen kommen wortwörtlich und aus der Ich-Perpektive zu Wort und haben verschiedene ethnische und religiöse Hintergründe. Angesichts Nimko Alis eigener Herkunft und Erfahrung sind allerdings Frauen mit Fluchtgeschichte und beschnittene Frauen stärker repräsentiert, was aber deutlich zu befürworten ist, denn im Vergleich wachsen Mädchen in Europa deutlich freier auf und haben oft eine andere Ausgangsposition bei der Entwicklung eines gesunden Verhältnisses zu ihrem Körper. Interessant ist die immer noch deutliche Tabuisierung solcher Themen in der Gesellschaft. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung sind Frauen, dennoch wird auf ihre körperlichen Besonderheiten in vielerlei Hinsicht gesellschaftlich wenig Rücksicht genommen. Wichtig wäre es, wenn auch Männer dieses Buch lesen und die Inhalte zur Kenntnis nehmen würden - was aber wohl leider nicht sehr wahrscheinlich ist.
Ja, ich finde es wichtig über die Dinge zu sprechen, über die in diesem Buch gesprochen wird. Aber dieses Buch fließt über von all dem Potenzial, dass es nicht verwandeln konnte.
Wie schnell man wohl ein Buch veröffentlichen kann, wenn das ganze Buch nur aus Geschichten Anderer besteht. Was immer zu kurz kommt, ist die Einordnung und die Struktur dahinter. Oft schreibt Nimko Ali nach der Geschichte einer Frau eine Seite darüber, wie sie das Gespräch empfunden hat. Dann bekommt man noch ein Zitat oder ein Fakt und Zack! nächste Geschichte. Das ist so schade. Wo ist der Mehrwert? Ich nehme aus dem Buch nicht sehr viel mit. Es gibt bestimmt bessere Bücher, die die Geschichten einordnen. In denen Frauen und Personen, die mit weiblichen Geschlechtsorganen geboren wurden, einen an die Hand nehmen und aufklären. Bücher, die versuchen, dass man voneinander lernt.
Unterhaltsam geschrieben und mit sachlichen Infos versehen. Die Beschreibung trifft es allerdings nicht so gut, die Fragen auf dem Buchrücken werden nur indirekt beantwortet. Trotzdem eine Empfehlung!