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Ein Spiegel für mein Gegenüber

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Kann aus zwei halben Heimaten eine ganze werden?

Huzur ist bei ihrer Cousine in der Türkei auf Zwangsurlaub – in Berlin hat man sie bis auf Weiteres vom Referendariat suspendiert. Wenigstens verschafft ihr das „Kopftuchgate“ viel Zeit zum Nachdenken. Doch zurück in Berlin überschlagen sich noch am Abend ihrer Ankunft die Ereignisse – Huzur liest die verwahrloste zehnjährige Hiba auf, ein syrisches geflüchtetes Mädchen ohne Familie, und plötzlich muss sie sich kümmern – um ein fremdes Kind und um ihr eigenes Leben. Denn wie viel Verantwortung kann und will sie, die Aufsteigerin aus Wedding mit türkischen Wurzeln, übernehmen?

»Lesen Sie dieses Buch, wenn Sie Gefühle haben. Oder wenn Sie Gefühle haben wollen. Lesen Sie einfach dieses Buch. Ich wünschte, Nadire Biskin würde nie aufhören zu erzählen.«
Mareice Kaiser

169 pages, Hardcover

Published February 16, 2022

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About the author

Nadire Biskin

3 books2 followers

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Community Reviews

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4 stars
50 (35%)
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47 (33%)
2 stars
10 (7%)
1 star
3 (2%)
Displaying 1 - 18 of 18 reviews
Profile Image for Jin.
843 reviews146 followers
February 19, 2022
Vor ein paar Wochen habe ich mich mit einer Asiatin über die Sicherheit für Frauen in Frankfurt unterhalten. Sie meinte, dass die Frankfurter Straßen für sie sehr beängstigend und gefährlich seien. An erster Stelle dachte ich an die Gegenden um den Hauptbahnhof, aber was sie meinte, waren die ruhigen Gegenden, wo vorwiegend "weiße" Familien leben, wo keiner mehr zu später Stunde aus dem Haus geht. Sie fragte sich, wer ihr wohl helfen würde, wenn da ein Mann (egal welcher Rasse) ihr was antun wollen würde? Ich muss ehrlich zugeben, dass ich etwas baff war, als sie ihre Bedenken geäußert hatte.
Es gibt eine Stelle im Buch, da wurde - wie es der Zufall wollte - eine ähnliche Szene aufgegriffen, da war ich nun ein zweites Mal überrascht.

Es sind tatsächlich alltägliche Szenen und Kommentare, die man ertragen muss, die manchmal so leicht zu sein scheinen wie eine Feder, vielleicht auch überhaupt nicht verständlich für die, die immer dazu gehört haben; Aber für die Betroffenen sind es kleine Tropfen, die sich über Jahre hinweg sammeln, und die Seele zerbrechen lassen. Das Buch schafft es genau diese Unsicherheit und den Schmerz darzustellen. Im übrigens hat mir die Geschichte mehr Empfindsamkeit gelehrt und auch mein Horizont etwas mehr erweitert.

Ich liebe den Titel und auch das wunderschöne Cover, beides sehr passend zu der kurzen Geschichte: Huzur lebt zwischen zwei Welten und hat das Gefühl, dass sie dazwischen stecken geblieben ist. In ihrem Irrweg trifft sie auf Hiba, ein verlorenes Mädchen mitten in Berlin, wodurch sie noch mehr mit der Realität konfrontiert wird. Sehr gerne hätte ich mehr über Huzur gelesen, aber die Länge war an sich ok und auch die Story war gut aufgebaut.
Ich könnte mir übrigens auch gut vorstellen dieses Buch als Schullektüre durchzunehmen, damit man nicht nur Bücher von alten, weißen Herren im Programm hat. Und ich hoffe sehr bald mehr von Nadire Biskin zu lesen.

** Dieses Buch wurde mir über NetGalley als E-Book zur Verfügung gestellt **
Profile Image for the reading cat.
136 reviews109 followers
March 19, 2022
3,5 ⭐️ Ich hätte so gerne 4 Sterne vergeben, aber es war leider stellenweise etwas holprig zu lesen, manches habe ich nicht verstanden und die Geschichte hätte auch gerne etwas länger sein können. Huzurs kämpferische Art hat mir unglaublich gut gefallen .. und natürlich der Blick in ihre Kultur und ihre Sicht und ihr Erleben der Deutschen und des Lebens in Deutschland. Ich kann kaum glauben, dass Menschen bei uns so unterschiedlich behandelt werden, aber ich denke mal, ein fettes Körnchen Wahrheit wird schon dahinter stecken..
Auf 1LIVE Stories, einem wunderbaren Podcast mit Mona Ameziane, gibt es ein informatives Interview mit der Autorin zu dem Buch, aus dem Nadire Biskin auch Teile vorliest. Kann ich nur empfehlen!!
Profile Image for Kath26.
245 reviews15 followers
February 16, 2024
„Ein Spiegel für mein Gegenüber“ von Nadire Biskin habe ich 2023 als Wanderbuch auf die Reise durch das Bücherforum von „Die Buchrebellin“ geschickt. Ich fand das Thema spannend, das Buch ist mit 171 Seiten kurz, somit wohl schnell zu lesen und lädt vermutlich zum diskutieren ein. Und anhand der Kommentare durch die Wanderbuchrunde ist genau das eingetreten, es ist ein Buch, das zum Nachdenken und Diskutieren anregt … und mal wieder (wie so oft bei meinen Wanderbüchern) die Meinungen spaltet.

Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen. Ich habe es in einem Tag durchgesuchtet, konnte mich anschließend noch mit einer Lesefreundin aus der Wanderbuchrunde darüber austauschen und habe im Prinzip das bekommen was ich erwartet habe. Für mich behandelt es mehrere wichtige Themen: Alltagsrassismus, das Leben als Deutsch-Türkin in Deutschland, Flüchtliingsthematik. Es ist daher sehr gehaltvoll aber leider auch zu kurz. Dem Buch hätten mehr Seiten in meinen Augen gut getan, mir zumindest hätte es gefallen, wenn die Autorin noch tiefer in die Themen reingegangen wäre. Aber vermutlich wollte die Autorin gar nicht tiefer gehen, sondern ihre Leserinnen zum Nachdenken anregen, aufrütteln und auch einfach mal zeigen wie das für ihre Protagonistin Huzur (und auch für sie selbst) als Deutsch-Türkin ist, in Deutschland zu leben, nicht ganz Deutsche zu sein, obwohl sie hier geboren und sozialisiert wurde. Aber in der Türkei, im Urlaub, ist sie eben auch keine 100%ige Türkin. Im Prinzip sitzt Huzur permanent zwischen zwei Stühlen, zwischen zwei Kulturen, was ich als jemand der in einer deutschen Familie aufgewachsen ist gar nicht wirklich nachvollziehen kann. Aber es ist gut und richtig darüber zu lesen und vielleicht auch mal das Gespräch mit Nachbarn und/ oder Kolleg*innen zu suchen, die einen Migrationshintergrund haben.

Huzur hat mir als Protagonistin gut gefallen, ich war erstaunlich nah an ihr dran, auch wenn sie nicht immer einfach und sympathisch ist und Ecken und Kanten hat und man sich demnach auch gut an ihr stoßen kann. Ich kann ihr Verhalten auch nicht immer verstehen oder gutheißen, aber sie ist eine spannende Figur, auch wenn ich mir ihrer Entscheidung am Ende des Buches nicht ganz einverstanden war, auch wenn ich sie verstehen kann. Mit ihrem Freund Raphael und seiner Familie war ich jedoch nicht einverstanden. Die waren mir zu perfekt, zu offensichtlich „offen“ gegenüber allen Kulturen und Menschen. Es ist zwar schön, dass es solche Menschen gibt, aber in diesem Buch waren sie mir zu überzogen dargestellt. Diese Familie hätte etwas „normaler“ sein, mehr Facetten haben können (ohne zu spoilern kann ich leider nicht genau sagen, was ich meine).

Für mich ein richtig gutes Buch, auch wenn es nicht perfekt war.
Profile Image for Zero.
7 reviews2 followers
April 17, 2022
so ein tolles buch ♡
ich habe mich so gesehen gefühlt.
Profile Image for Andrea.
924 reviews44 followers
November 16, 2023
"Ich bin die, die nicht von hier und nicht von dort ist. Ich spreize meine Beine zu einem Spagat zwischen zwei Stühlen und versuche, die Stühle auf diese Weise näher zu rücken, bis ich gerade auf ihnen stehen kann."

Deutsch-Türkin Huzur macht ein Referendariat zur Lehrerin. Nach einem von ihr bewusst herbei geführten "Kopftuch-Vorfall" lässt sie sich krank schreiben und reist zu ihrer Cousine in die Türkei um ihre Zukunft zu überdenken. Zurück in Deutschland stolpert sie im wahrsten Sinne des Wortes über ein syrisches Flüchtlingsmädchen.

Der Roman ist mit seinen 176 Seiten recht kurz und wahrscheinlich war genau das mein Problem. Es war mir zu kurz um eine Annäherung an Huzur zu spüren, um eine wirklich Tiefe aufzubauen und um Fragen zu beantworten und Probleme zu lösen, die im Laufe des Buches aufkommen. Mir persönlich bleibt zu vieles offen und ich empfinde Huzur in vielen Belangen als sehr naiv. Aber natürlich regen die vielen Fragen auch zum nachdenken an über ein Problem, was mir als Deutsche in Deutschland einfach nicht genug bewusst ist, die immer noch starke Ausgrenzung von Auswandergenerationen, die hier in Deutschland einfach ein normales Leben führen wollen und doch immer noch die "Fremden" sind. Erschreckend, wie schnell und einfach Rassismus verbreitet wird, wie schnell man auch unbewusst falsch handelt. Und erschreckend dass immer noch viel zu oft "gut gemeintes" Gedankengut verbreitet wird. Die Sprache der Autorin ist sehr schön, teilweise poetisch, das Buch ist unaufgeregt erzählt und doch sehr bildhaft. Auch die Vita der Autorin ist interessant, so dass man schon merkt, dass das Buch autobiographische Züge hat, sie von einer Situation erzählt, die ihr selber nicht unbekannt ist, vielleicht auch durch Verwandte und Bekannte. Ich könnte mir durchaus vorstellen, weitere Bücher der Autorin zu lesen, ich finde auch das Thema des Buches wirklich interessant, ich mag den Blick in beide Kulturen. Nur ist die Geschichte für mich hier nicht zu Ende erzählt.
Profile Image for Gönül.
229 reviews3 followers
September 22, 2023
Ich verstehe was die Autorin mir ihrer Geschichte bezweckt. Sie möchte auf Dinge wie Alltagsrassismus und die Problematik von Menschen mit Migrationshintergrund hinweisen. In der Hinsicht funktioniert das Buch auch. Allerdings wirkt die eigentliche Story als wäre sie lediglich Beiwerk zu der eigentlichen Message, die die Autorin durch diverse Anekdoten an den Leser bringt. Die Geschichte der kämpferischen Refrendarin Huzur, die ihr Stimme gegen Ungerechtigkeiten erhebt und nebenbei ein Flüchtlingsmädchen aufnimmt ist weder detailliert oder realistisch genug geschildert um mitzufiebern noch wurde sie zufriedenstellend beendet.
Profile Image for Nina.
353 reviews
February 6, 2023
Bin ursprünglich über die Verbindung zum Wedding zum Buch gekommen. Als ich dann auch noch erfuhr, dass die Protagonistin sich im Ref befindet und den Alltagsrassismus im Bildungssystem anzuprangern versucht, wollte ich es erst recht lesen. (Eine meiner besten Freundinnen befindet sich aktuell in der exakt gleichen Lage) Am Ende war das Buch okay - es hat mich leider weder stilistisch noch inhaltlich umgehauen. Wird mal wieder Zeit für ein bisschen Sachbuch
Profile Image for JiixBooks.
541 reviews
January 9, 2023
Das Buch hätte zur besseren Vertiefung der Geschichte deutlich ein paar mehr Seiten verdient. Hier und da waren Stellen etwas holprig, aber alles in allem ein gelungener Roman, den ich auf jeden Fall empfehle

Ich freue mich mehr deutsche Autor*innen dieses Jahr kennenlernen zu dürfen und unterschiedlichste Geschichten (die gerade eben IN Deutschland stattfinden) lesen zu dürfen
Profile Image for Michael Bohli.
1,107 reviews53 followers
August 30, 2022
Kultur prallen aufeinander, nicht alle wollen sich unterdrücken lassen. Das sorgt für Reibungen und Fragen zum Dasein, was Nadire Biskin in ihrem Buch "Ein Spiegel für mein Gegenüber" geschickt darlegt. Mit Charakteren, die ihren Weg suchen und gehen, mit Dialogen, die bereits eingenommene Haltungen erneut aufbrechen.
Profile Image for Papiliorama.
31 reviews1 follower
February 27, 2024
Die Autorin Nadire Biskin hat einen Roman geschaffen, der klar, verständlich, nachvollziehbar aufzeigt, welche kleinen und großen Steine im Weg liegen, wenn eine Person nicht die Privilegien genießt, die selbstverständlich sind, wenn man sich an Universitäten, Lehrendenzimmern und manchen Stadtbezirken umsieht. Die beschriebenen Mikroaggressionen neben dem offensichtlichen Rassismus tun beim Lesen weh. Die Verletzungen, die Verzweiflung Huzurs sind so fühlbar, eine sehr intensive Erfahrung.
Vordergründig geht es um ein aus Wut getragenenes Kopftuch einer jungen Referendariat, die ewige Kopftuchdebatte. Doch eigentlich geht es um eine Gesellschaft, die Zugehörigkeit so definiert, dass ausgeschlossen bleibt, was fremd erscheint. Und um das resignierte Aufgeben von einer Frau, die alles tat, dazuzugehören. Am Ende konnte sie nur verlieren, oder?

Absolute Leseempfehlung! Wer ein Lehrendenzimmer schon mal aus der Lehrkraftperspektive gesehen hat, wird sich wiederfinden. Wer studiert hat - vielleicht sogar auf Lehramt? - auch. Alle anderen aber auch. Die Lektüre öffnet Perspektiven. Ein wichtiges Buch.
Profile Image for buchwoerter.
243 reviews
April 24, 2022
• EIN SPIEGEL FÜR MEIN GEGENÜBER •

"Hinter jeder Entscheidung lauert für Huzur ein Urteil, eine Schublade, in die man sie reinzwängen würde." (S. 19)

I N H A L T:
Huzur verbringt eine Art Zwangsurlaub bei ihrer Cousine in der Türkei. Denn sie muss Abstand gewinnen von ihrer Referendariats-Suspendierung, dem Kopftuchgate und ihrer Beziehung. Kaum ist sie zurück in Berlin ändert eine Begegnung alles: Huzur trifft auf das zehnjährige syrische Mädchen Hiba, welches ohne ihre Familie in der fremden Stadt verloren ist.

M E I N U N G:
Das wunderschöne Cover hat mich seit dem ersten Moment angesprochen. Ich liebe es! Beim ersten Lesen viel mir direkt die Widmung auf die an Lehrer:innen und Referendar:innen gerichtet ist. Auch der Klappentext konnte mich wirklich überzeugen, denn es gibt relativ wenig Literatur, die das Themengebiet fokussieren. Huzur ist eine Gefangene zwischen zwei Stühlen. Immer wieder gerät sie in Dilemmasituationen zwischen Entfremdung, Alltagsrassismus, Kultur und Herkunft. Sie ist auf der Suche nach ihrer eigenen Identität und gerät immer wieder ins Straucheln. Ständige Vorverurteilungen, das Hineinschieben in Schubladen und permanent für sich Einstehen ist eine wahre Geduldsprobe. Biskin schafft es vortrefflich die Welt und die Wahrnehmung Huzurs zu zeichnen. In zwei Teilen wird Huzurs Auszeit in der Stadt Bucak, aus dem ihre Eltern stammen und ein Großteil ihrer Verwandtschaft lebt, und ihre Rückkehr nach Berlin erzählt. Einige stilistische Leerstellen muss die Leser:in selbst füllen und interpretieren. Nicht immer sind Huzurs Beweggründe glasklar beschrieben. Dennoch wird klar, dass Huzur als Individum wahrgenommen werden möchte. Gerne hätte ich mehr über Hiba erfahren, denn ihr Auftauchen macht nur einen kleinen Teil der Handlung aus. Meines Erachtens hätte der Roman auch gerne etwas dicker ausfallen können.

🤍 Mit "Ein Spiegel für mein Gegenüber" gelingt der Autorin Nadire Biskin ein lesenswertes Debüt. Huzur ist eine junge kämpferische Frau, die gefangen ist zwischen Schubladen, Vorurteilen und ihrer persönlichen Identitätsfindung. Sie zeigt der Leser:in Unbequemes auf.
12 reviews
April 22, 2023
Mmm… schwer… Ich finde Huzur und Hiba sehr süß und kann Huzurs Gefühle bezüglich Tuch und Ceciles Komentare sehr gut verstehen. Diese mikrorassistische Erfahrungen sind ein große Last. Und trotzdem kann ich nicht verstehen, dass jemand in Deutschland ein Kind auf der Straße einfach zu sich nach Hause nimmt.
Profile Image for Lunara.
6 reviews3 followers
May 9, 2023
4.5 Sterne, weil der Schreibstil zwar stellenweise etwas holprig war, ich aber sehr gut mit der Protagonistin und auch den anderen Personen mitfühlen konnte. Und jedes Buch, dass mich so eine ausgewachsene Frustration, Wut und Trauer mitfühlen lassen kann, ist in meinen Augen ein wirklich gutes, lehrreiches Buch, das mich gedanklich noch eine Weile begleiten wird.
Profile Image for Yasaman.
17 reviews1 follower
November 11, 2022
اين دومين كتاب ادبيات مهاجرت الماني بود كه خواندم، كم حجم تر از سه رفيق شيدا بازيار است و ساده تر نوشته شده، براي من خواندنش راحت تر بود شايد هم به دليل حجم كمترش.
Profile Image for Leontina.
75 reviews6 followers
August 5, 2022
„Ich bin die, die nicht von hier und nich von dort ist. Ich spreize meine Beine zu einem Spagat zwischen zwei Stühlen und versuche, die Stühle auf diese Weise näher zu rücken, bis ich gerade auf ihnen stehen kann.“ (S.82)

Ein sehr berührender Roman, den ich nicht aus der Hand legen konnte und deshalb in einem Rutsch durchgelesen habe!
Profile Image for Penélope Ruiz.
58 reviews
September 16, 2024
Kann aus zwei halben Heimaten eine ganze werden? (gelesen in nur zwei Tage - konnte es nicht aus der Hand legen).
Nicht unbedingt sehr spannend geschrieben aber das braucht es auch gar nicht sein. Es gibt Bücher die muss man lesen um zu verstehen… selbst wenn man glaubt, das man versteht.
Profile Image for Papercuts1.
309 reviews96 followers
April 17, 2022
Huzur, Referendarin in Berlin, steht zwischen zwei Stühlen, zwei Heimaten, zwei Kulturen. Nach einem Vorfall in ihrer Schule vom Dienst suspendiert, macht sie bei ihrer Familie in der Türkei Urlaub und liest bei der Rückkehr ein verlassenes syrisches Mädchen auf.

Nadire Biskin schildert durch Huzur die Suche nach Zugehörigkeit, den alltäglichen Mikro- und Makro-Rassismus und den Weg einer jungen Frau zu sich selbst. Wo ist jemand zuhause, der*die nirgendwo so richtig zuhause ist? Wie übernimmt man die Verantwortung für die eigene Person? Und für jemand anderen - denn Huzur rutscht spontan in die Rolle einer Mutter.

Zwischen Selbstfindung und Selbstbehauptung ist das kein einfacher Weg für eine Figur, die es den Leser*innen nicht immer leicht macht mit ihrem Zögern und Zaudern, mit ihrer passiven Verlorenheit zwischen den Stühlen. Es braucht die kleine Hiba, um in Huzur Entschlossenheit zu wecken.

Nadire Biskin erzählt das in klarer, dennoch bildstarker und oft sensorischer Sprache. Sie hält dabei allen einen Spiegel vor: ihrer Protagonistin Huzur mit der kleinen Hiba, mit der eigenen Mutter; den Leser*innen bei jedem bewusst oder unbewusst rassistischen Verhalten der Figuren Huzur gegenüber; Leser*innen mit eigenem Migrationshintergrund.

Ein recht kurzer, dennoch prägnanter und sprachlich beeindruckender Debütroman mit einer Protagonistin, für die man etwas Geduld und Nerven benötigt. Starke und unbequeme Einblicke in das Leben als Deutsche mit Migrationshintergrund.
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