Ponderosa. So nennen Kris, Josie und Juri die verlassene Hütte am Rand der Siedlung. Sie ist ihr geheimer Ort, schon seit Jahren. Hier können die Freunde reden. Rauchen. Die Matratze auf den Hügel ziehen und einfach in den Himmel starren. Alles ist gut, findet Kris. Nichts muss sich ändern. Und doch fühlt es sich anders an, seit kurzem. Wenn er an Josie denkt, ist da etwas Neues. Wenn er mit Juri redet, hakt es einfach nur. Vor allem seit sie versuchen, Josies verschwundenen Nachbarn aufzuspüren. Als Kris durch Zufall mehr über den Alten erfährt, geht er der Sache nach - allein. Und bringt damit Ereignisse ins Rollen, die wirklich alles verändern. Unwiderruflich. *** Ein faszinierendes Debü Michael Sieben erzählt behutsam und packend zugleich – vom Erwachsenwerden und von einer Gruppe von Freunden, die ins Schleudern gerät
PONDEROSA beginnt mit einem Zitat aus DAS ALSO IST MEIN LEBEN von Steven Chbosky, und schlägt damit direkt seine Hände in mein Hirn. DAS ALSO IST MEIN LEBEN ist nicht nur das Lieblingsbuch von Kris, der Hauptfigur aus PONDEROSA; es ist auch das Lieblingsbuch meiner 15jährigen Tochter, und ich kenne es deswegen natürlich auch. Blick ins emotionale Teenager-Spektrum
Die aufkommenden Assoziationen stimmen, leichte Parallelen sind da: PONDEROSA ist ein Jugendroman, der ein Stück Erwachsenwerden vor ernstem Hintergrund darstellt. Es geht um Freundschaft, um Liebe. Es geht sogar um Leben und Tod. Ein ernstes Buch, das trotzdem Momente des Schmunzelns bereithält, zarte Augenblicke.
Am Beispiel des 15jährigen Kris durchforstet Michael Sieben die Gefühlswelt eines Teenagers, der nach außen so cool und oberflächlich erscheint, wie das in diesem Alter nunmal üblich ist. Unsicherheit, Verwirrung, Gedankenlosigkeit, Draufgängertum und Schmetterlinge im Bauch geben sich die Hand. In seiner stellenweisen Flappsigkeit errinnert PONDEROSA eher an TSCHICK, im Miteinander der Buchhelden manchmal auch an VORSTADTKROKODILE. Obwohl die Vibes oft ähnlich sind, erreicht PONDEROSA nie die psychischen Abgründen aus DAS ALSO IST MEIN LEBEN – zum Glück!
Freundschaft und Liebe mit Krimi-Rahmen
PONDEROSA macht trotz dieser Vergleiche nämlich sein eigenes Ding. So webt Michael Sieben eine Krimihandlung in die Geschichte hinein. Gleich zu Beginn wird klar: Etwas Schlimmes ist passiert. Blaulicht. Blut auf dem Shirt. Kris hat etwas Furchtbares erlebt, offenbar schwere Schuld auf sich geladen. Was? Das erfahren wir erstmal nicht. Dafür muss man das Buch durchlesen.
Also Rückblende. Der Klappentext verrät die grobe Handlung: Kris, sein bester Freund Juri, und die gemeinsame Freundin Josie bilden ein Dreiergespann. Die Dinge werden kompliziert, als Kris Gefühle für Josie entwickelt, und Spannungen zwischen ihm und Juri auftreten. Außerdem ist Josies Nachbar verschwunden, und als die drei beginnen nachzuforschen, wird vor allem Kris in eine nach und nach gefährlich werdende Sache reingezogen.
Am Rande spielen sich weitere kleine und größere Erdbewegungen ab. Josies Mutter hat Probleme mit Alkohol. Zwei kleinkriminelle Bullies aus der Schule machen Kris das Leben schwer. Und dann ist da die von allen in der Klasse gemiedene “Tonne”, die sich angeblich ritzt oder den Finger in den Hals steckt oder beides, und die Kris plötzlich anspricht. Michael Sieben trifft den richtigen Teenie-Ton
Kris hat also viel auf der Platte, und durch seine Ich-Perspektive erleben wir PONDEROSA. Seine Gedanken, seine Gespräche mit Juri und Josie, das gemeinsame Abhängen auf der Ponderosa oder im “Knochenhaus” schildert Michael Sieben im jugendlichen Erzählton und trifft dabei die richtigen Akkorde. Das ist lässig und authentisch, behält aber den Kopf sehr deutlich über FACK JU GÖHTE-Niveau. Kris’ Handlungen sind typisch unüberlegt für dieses Alter. Seine unsortierte Empfindlichkeit und die äußere Coolness glaubhaft.
Michael Sieben sorgt für Abwechslung, indem er mit den Zeiten spielt. Die Handlung spielt in der Vergangenheit. Einige Erinnerungen von Kris schildert er aber immer wieder im dramatischen Präsenz. Das sorgt für die Intensität des Augenblicks. Wenn Kris neben Josie steht, rutscht uns das Herz mit in die Hose und schlägt heftig in der Brust. Vom Pageturner-Start zum coming-of-age Ende
Was PONDEROSA zum Pageturner macht, ist natürlich der Anfang. Man will unbedingt wissen, was jetzt eigentlich passiert ist. Ob jemand ums Leben gekommen ist. Geht das gut aus oder böse?
Darauf muss man bis zu den letzten Seiten warten. Und selbst da gibt es noch mal eine Überraschung. Am Schluss stellt sich der “Kriminalfall” um den verschwundenen Münze als nicht ganz so spannend heraus wie angenommen, aber was er auslöst und als Konsequenz hinterlässt, bedeutet für Kris einen gewaltigen Schubs in Richtung Erwachsenwerden. Fazit:
Ein Jugendroman mit Krimi-Touch, der sich um einen 15jährigen und dessen Beziehungsgeflechte zu Gleichaltrigen dreht. Freundschaft ist ein zentrales Thema. Liebe kommt mit ins Spiel. Ein bisschen geht es auch darum, das Jugendliche hinter ihrer Fassade ganz anders sind, als die Schublade, in die sie von anderen gesteckt werden. Ein Stück ist PONDEROSA auch coming-of-age Roman.
Für die Spannung sorgt ein Cliffhanger-Anfang, der das gesamte Buch braucht, um am Ende aufgelöst zu werden. Für die Gefühle sorgt die handfeste Schreibe von Michael Sieben. Man kauft ihm ab, wie er in die Haut von Kris schlüpft. Als erwachsener Leser, und vermutlich auch als Teenager. Dazu muss ich meine Tochter befragen. Die liest PONDEROSA nämlich gerade. Bewertung: 9 von 10 Punkten
3,5 Sterne. Meinung: Veränderungen gehören zum Leben und ganz besonders in der Zeit des Erwachsenwerdens passieren viele Dinge auf einmal, die sich plötzlich ändern. Eine verwirrende Zeit. Eine Zeit voller Angst, Neugierde, Spaß und ganz viel Abenteuer. Viele Autoren haben Bücher geschrieben, die sich mit dieser Thematik beschäftigen. Jugendliche, die plötzlich eine andere Welt vor sich haben, die sich mit nie gekannten Problemen auseinandersetzen müssen. Manche davon kennt man selber noch zu gut, andere sind gravierender und man ist doch froh, dass sein eigenes Leben anders verlaufen ist. Auch Michael Sieben hat so ein Werk geschrieben.
In seinem Jugendbuch „Ponderosa“ hat Kris die Protagonistenrolle übernommen und für Kris sind seine beiden besten Freunde Josie und Juri das Wichtigste überhaupt. In der Ponderosa, so wird die verlassene Hütte im Wald genannt, verbringen sie ihre Freizeit. Doch in der letzten Zeit merkt Kris, dass sich etwas verändert hat. Zwischen ihm und Juri gibt es immer mal wieder Spannungen, die nicht ausgesprochen werden und er kann sich nicht erklären, woran das liegt. Zudem sieht er Josie plötzlich in einem ganz anderen Licht. Glaubhaft schildert der Autor, was in dem Kopf Jungen vorgeht. Kris Gedankenstimme klingt authentisch, sein Handeln wirkt echt, ohne groß übertrieben zu wirken - manch ein Autor hatte da einen ganz andern Slang drauf, aber hier hatte ich niemals das Gefühl, dass die Heranwachsenden in eine Schublade gesteckt werden.
Freundschaft, die erste Liebe, kleine und größere Streits und die Unsicherheit der eigenen Person finden gekonnt ihren Platz in der Geschichte. Siebens kühler und prägnanter Stil passt für mich wirklich sehr gut ins Gesamtkonzept und hat bei mir Eindruck hinterlassen.
So sehr mich der mysteriöse Prolog zu Beginn auch neugierig gemacht hat, so empfand ich den kriminalistischen Part in „Ponderosa“ doch etwas fehl am Platz. Ich glaube, die Handlung wäre auch ohne diese zusätzliche Schiene lesenswert geblieben. So hatte ich leider oftmals das Gefühl, etwas völlig unnötiges zu lesen, was ein wenig schade war.
Fazit: „Ponderosa“ von Michael Sieben erzählt glaubhaft die Geschichte eines Jungen, der sich den Problemen des Erwachsenwerdens stellen muss. Das schafft der Autor wirklich toll, ohne dabei zu übertreiben. Den Krimi-Part empfand ich als etwas unnötig. Nichtsdestotrotz ein lesenswertes Debüt!
Toller Schreibstil! Sympathischer Protagonist und realistischer Plot :) Dafür unsympathische Nebencharaktere, die etwas klischeehaft wirken. Alles in allem aber ein schönes Jugendbuch.
Truyện kể dưới góc nhìn của một teen nam mê bạn thân mà mỗi tội nhát tính; chuyện đi xa vì sự tò mò của cô bạn thân; dòng thời gian đảo ngược; đoạn gần kết hơi giật mình.
Mit diesem skurrilen Titel wurde ich gelockt: "Ponderosa". Klang für mich nach Abenteuer und Erlebnissen. Auch das Cover hat mich persönlich sehr angesprochen und so ging ich mit recht hohen Erwartungen an dieses dünne Buch ran.
Zu Beginn war der Einstieg für mich extrem verwirrend, da das erste Kapitel praktisch das letzte vor dem Epiloge ist. Man wurde mit Namen und Ansätzen von Ereignissen bombardiert, die man zu dem Zeitpunkt nur berätzel könnte. Ich wurde zwar minimal verunsichert, allerdings ist dieser Anfang schnell in Vergessenheit geraten, als ich das nächste Kapitel begann, welches praktisch von einer völlig anderen Geschichte zu schien. Außer diese eine Zeitverschiebung gibt es allerdings keine Zweite, was auch gut ist, da man sonst nur am Ereignisse sortieren wäre. Als ich dann nach dem Ende der Buches den Anfang noch mal gelesen habe, musste ich mir förmlich vor die Stirn und mich fragen, wie ich nur so wichtige Details übersehen konnte und warum ich dadurch nicht etwas vorahnen konnte. Wirklich eine wunderbare Besonderheit, die sich der Autor dort ausgedacht hat. Es hat mir wirklich sehr gefallen.
Generell umfasst dieses Buch einen relativ kurzen Zeitraum - etwa eine Woche plus Epiloge, was für mich etwas ungewohnt war, da ich oftmals Reihen über mehrere Jahre lese. Trotzdem konnte mich die Geschichte und ihre Charaktere überzeugen und sogar verzaubert. Diese Welt mit ihren Figuren, die ihr Autor dort erschaffen hat, versprüht Charme und Atmosphäre. Schon schnell konnte ich mich in einer vertrauten Welt wiederfinden, die ihre ganz eigenen Besonderheit hat. Es entstehen Insider, die auch in dem oben genannten ersten Kapitel auftauchen, man jedoch nicht bemerken konnte.
Ebenfalls wundervoll waren die Charaktere, die nicht 08/15 sind, sondern ihre eigenen Stärken und Macken haben. Selbst innerhalb dieser wenigen Seiten sind sie mir ans Herz gewachsen, trotz ihrer Fehler. Im Mittelpunkt steht zwar das Trio, es gibt aber auch zahlreiche Nebencharas, die mir gefallen haben. Tonne zum Beispiel war mir zu Beginn zwar suspekt, wurde dann allerdings sympathischer.
Das Zentrum des Trios bildet Kris, der Protagonist. Außerdem sind dann noch Josie und Juri im Boot. Besonders Josie war mir sehr charismatisch, da sie sehr though ist und sich von der Mehrheit Jungs im Trio nicht unterkriegen lässt. Sie ist nicht wie diese typischen Mädchen in Büchern, die man kennt. Sie braucht nicht immer Hilfe und kann durchaus Finge allein regeln. Dies mag durchaus von ihren Familienverhältnis kommen, da sie bei ihrer alleinerziehenden, alkoholsüchtigen Mutter in einer klitzekleinen Mietswohnung lebt.
Außer dem Trio dreht sich die Geschichte um - wie man sich denken kann - die Ponderosa, eine
verlassene Hütte, wo sich die drei Jugendliche treffen. Sie schreit gerade zu nach Kindheits- (bzw. Jugend-) abenteuern und Freundschaft.
Und dann wäre da noch Münze, Josies Nachbar, welche spurlos verschwunden ist und in diese Geschichte verstrickt ist. Im Laufe des Buches lüften die Drei die Hintergrundgeschichte um ihn, was nochmals einen extra Ansporn zum Lesen gegeben hat.
Neben all dies wird einem außerdem von dem Heranwachsen und der Zerbrechlichkeit der Freundschaft berichtet, welche hier unter eine harte Probe gestellt wird. Geschickt und behutsam, aber auch realistisch und authentisch hat der Autor dies umgesetzt.
Der Schreibstil ist mir sehr markant und einzigartig rübergekommen und dennoch flüssig zu lesen. Ich würde wahnsinnig gerne mehr Bücher von Michael Sieben zu lesen bekommen, da mir persönlich dieser Schreibstil sehr gut gefallen hat.
Fazit:
Insgesamt kann man sagen, dass ich jede Seite genossen habe zu lesen. Der Schreibstil war für mich sehr flüssig zu lesen und dadurch konnte ich die vielen Details und Insider gar nicht umgeben. Punkten konnte die Geschichte außerdem mit ihren Charakteren und der Besonderheit des ersten Kapitels. Dennoch reicht es für mich nicht für 5 Sterne, da etwas Gewisses fehlte: Meiner Meinung nach kam das "Liebesdrama" etwas zu kurz und könnte durchaus mehr Platz einnehmen. Es ist allerdings meine Persönliche Meinung und da ich gerne Bücher mit einen romantischen Touch lese, bevorzuge ich diese daher.
Der Autor:
Michael Sieben, geboren 1977, studierte Wirtschaftswissenschaften in Mainz, Köln und Paris und lebt seit 2006 mit seiner Familie in Berlin. 2011 war er unter den Finalisten des Open Mike. "Ponderosa" ist sein Debütroman.
Vielen Dank an den Carlsen Verlag und NetGalley für das Bereitstellen des eBook
Wir steigen am 3. Mai in die Geschichte ein. der Protagonist Kris ist voll Blut und sitzt in einem Polizeiauto. Was genau geschehen ist, weiss der Leser nicht, aber es muss etwas Schlimmes sein, denn da wo Juri auf dem Asphalt gelegen hatte, ist dieser dunkler und Kris' Freunde wollen nichts mehr von ihm wissen. Der Einstieg in "Ponderosa" ist richtig klasse gemacht. Er ist spannend, schockierend und macht vor allem neugierig. Man möchte nun unbedingt wissen, was Kris getan hat, dass er in diese Situation gekommen ist.
Dann blickt Michael Sieben auf den 14. April zurück. Josi, Juri und Kris sind bei der Ponderosa, der Hütte im Wald am Rand der Siedlung. Hier kommen sie in ihrer Freizeit zusammen und hangen ab. Doch heute plagt Josi etwas. Ihr Nachbar Münze ist verschwunden und die drei Freunde beginnen, dem nachzugehen.
Die Geschichte wird aus der ich-Perspektive von Kris erzählt. Er ist 15 Jahre alt und versucht nach aussen cool zu sein. Doch er ist eher der ruhige Typ, der nicht im Mittelpunkt steht. Er ist eher mit dabei, mit Juri und Josie ..... und dann realisiert er, dass er mehr als nur freundschaftliche Gefühle für Josie hat.
"Ponderosa" ist mehr als ein Jugendroman, denn der Autor bindet auch einige Krimielemente mit ein. Die Geschichte lebt aber durch die Charaktere, denen Michael Sieben gekonnt Leben einhaucht, und durch die Dialoge zwischen diesen. Der zeitliche Aufbau und das Setting mit der Hütte und zum Beispiel dem 'Knochenhau', in dem Josie wohnt, haben mir sehr gut gefallen.
Zu Beginn wird gekonnt Spannung aufgebaut, so dass man möglichst schnell das Rätsel lösen möchte. Der Mittelteil kommt dann aber sehr ruhig daher, für mich etwas zu ruhig. Ich musste schauen, dass ich das Ziel nicht aus den Augen verlor und dass ich an der Geschichte dran blieb.
Michael Siebens Schreibstil ist sehr jugendlich. Er trifft den Ton der Teenager und schafft es so, seine Charaktere überaus echt rüberzubringen. Ein wichtiges Attribut in "Ponderosa" ist die Zeit. So startet die Geschichte im Jetzt und dann erfahren wir Schritt für Schritt wie es zum Drama kam. Hilfreich ist, dass die Kapitel immer das Datum als Überschrift haben.
Fazit: Mit "Ponderosa" hat Michael Sieben einen stimmungsvollen Jugendroman mit Krimielementen geschaffen. Die Geschichte lebt von den Charaktere, ihren Beziehungen untereinander und den Gesprächen. Nach einem bombastischen Start flaute mir die Spannung aber zu sehr ab, so dass ich schauen musst, dass ich das Ziel nicht aus den Augen verlor. Doch das Dranbleiben lohnt sich, denn der Autor spielt am Ende seine Trümpfe aus und weiss wieder völlig zu fesseln. (3.5 Sterne)