Berlin nach dem Ersten Weltkrieg. Glücksspiel, illegale Wetten, kleinere Diebstähle – so sehen die Geschäfte der Brüder Sass aus. Doch dann gerät ihre ganze Familie ins Visier der Polizei, als Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet werden. Die Ermittlungen drohen für sie in einer Katastrophe zu enden. Bis ihre verschollen geglaubte Tante Antonia auftaucht und das Heft in die Hand nimmt. Mir ihrer Hilfegelingt es den Brüdern Sass nicht nur, vorerst den Kopf aus der Schlinge zu ziehen – ihnen steht auch ein einzigartiger krimineller Aufstieg bevor, der nicht nur die Polizei, sondern auch mächtige Neider auf den Plan ruft.
Packend und nach wahren Begebenheiten erzählt – wie die Verbrecherbande Sass ganz Berlin in Aufruhr versetzt
Berlin nach dem Ersten Weltkrieg. Familie Sass versucht, sich mit kleinen Gaunereien über Wasser zu halten, doch dann wird Vater Andreas beschuldigt, an den Morden an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht beteiligt gewesen zu sein. ♥️ Eigentlich mag ich Historische Kriminalromane sehr gerne! Dieser beruht zudem noch auf wahren Begebenheiten, und die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg ist an sich schon spannend. Der Schreib- bzw. Erzählstil hat es mir aber schwergemacht, mich in diese Geschichte einzufinden. Es gab immer wieder Passagen, die sehr interessant und unterhaltsam waren, aber dann hat es sich auch immer wieder sehr gezogen. Insgesamt hatte ich leider nicht viel Freude mit diesem Buch.
Ich hatte mich auf Blutgold gefreut. Ich mag historische Krimis und ich mag Bücher über das "Syndikat"
Leider war der neue Roman von Michael Jensen eine Enttäuschung für mich.
Das lag vorallem am zerfaserten Erzählstil, der es mir praktisch unmöglich gemacht hat in die Geschichte hinein zu finden. Der Autor kann sich -vorallem an Anfang - nicht entscheiden, wer jetzt eigentlich im Mittelpunkt der Geschichte stehen soll. Die Sass-Brüder? Die russische Romanov-Betrügerin? Der Ermittler? Die Nazis? Es gibt einfach zu viele PoV-Charaktere die sich das Buch teilen müssen. Dazu kommen einige Figuren die nur eine Szene bekommen. Manche sind am Anfang der Szene schon tot und man erfährt einfach nur ihre komplette traurige Lebensgeschichte. Oder sie sind am Ende der Szene tot und man erfährt davor ihre gesamte Lebensgeschichte. Da dem Buch so der Fokus verloren geht, hatte ich keinerlei Verbindung zu den Hauptakteuren und es war mir relativ egal, was im Buch passiert.
Dazu kommt, dass das Buch immer wieder Zeitsprünge macht und so Probleme und Konflikte einfach so nebenbei löst. Oh die Sass-Brüder wollen eine Bar eröffnen und sich etablieren, boom Zeitsprung. Geschafft. Oh die Sass-Brüder wollen in Pferderennen machen ... BOOOM geschafft. Ich bin kein Fan von diesem Erzählstil.
Noch dazu weiß ich nicht, wie viel von diesen Dingen wirklich passiert sind und wie viel davon jetzt Erfindung des Autors ist. Weil ich kenne die Sass Brüder nur von ihren Panzerknacker-Einbrüchen in den 20er Jahren. Und viele der Szenen kamen mir vor, wie aus Peaky Blinders abgeschrieben. Die Konflikte rund um die Rennbahn. Die Tatsache, dass ein Bruder (Georg) der (im Buch?) schwul ist eine Roma heiraten soll, um einen Deal abzuschließen (und um zu vertuschen, dass die junge Frau lesbisch ist) ... das alles kam mir etwas zu konstruiert und erneut aus Peaky Blinders entliehen vor.
Das Buch will edgy und hardboiled sein, aber für meinen Geschmack will es das zu sehr. Trying to hard, würde man auf englisch sagen. Meistens wird das erreicht durch unreflektierten Antisemitismus, LGBTQAI+ Feindlichkeit, die Nennung des N-Wortes & des Z-Wortes und generel Antiziganismus. Und edgy sein auf kosten von Marginalisierten ... ist nicht so mein Ding.
Insgesamt war das zerfasern und zerstückeln des Plots auf zu viele Charaktere mein größtes Problem mit dem Buch.
CW für: Gewalt gegen Frauen & Kinder, Mord, Körperflüssigkeiten; Nationalsozialismus; Antisemitismus; Antziganismus; N-Wort; LGBTQAI+ Feindlickeit; Krieg (WWI); Alkohol; Drogen; Glücksspiel
This entire review has been hidden because of spoilers.
Berlin in den zwanziger Jahren. Aber nicht in den Goldenen sondern bei den Menschen die gerade so überleben, noch nicht die Ärmsten der Armen aber nicht sehr weit davon entfernt. Die Menschen die die Zeche zahlen die von den da oben in Auftrag gegeben wurde. Der Krieg ist gerade zu Ende, der Kaiser musste abdanken und viele verschiedene politische Gruppierungen liefern sich Straßenschlachten. Es wird gehungert, gestorben und die Verzweiflung macht sich überall breit. Das ist das Leben der Brüder Sass die in dieser Zeit als Panzerknacker zur Berühmtheit gelangen sollen. Es ist ein hochpolitischer Krimi. Es geht nicht nur um Mord und Totschlag, Einbruch, größere oder kleinere Verbrechen. Der Autor gibt uns einen Einblick in die Zeit die wir heute als die goldenen Zwanziger kennen. Mittlerweile versuchen Andere das Bild etwas gerade zu rücken. Dieser Roman kommt den Geschichtsbüchern wesentlich näher. Die Stimmung auf der Straße wird fühlbar. Wir wissen das Klima war der Wegbereiter für den Nationalsozialismus. Aber warum hat niemand versucht es zu stoppen. Ein warum erfahren wir vielleicht hier. Es ist die tiefe Scham, Verzweiflung die anscheinend jeden betroffen hat. Jeder meinte dann seine Methode sei die Beste um aus diesem Elend heraus zu kommen. Der Nächste meinte dann der oder der ist das kleinste Übel gegen das Große. Der Roman ist auch eine Biographie der Brüder Sass, die sich erst mit kleineren Gaunereien über Wasser halten, dann aber durch den politischen Strudel in größere Geschichten hineingeraten. Das Ganze ist als Trilogie angelegt, mich interessiert wie es weitergeht, denn über diese Personen der Geschichte habe ich nur mal den Namen gehört. Das Buch war nicht einfach zu lesen, denn die politischen Überzeugungen und nach meiner Meinung und auch aus heutiger Sicht unakzeptablen verqueren Ansichten über Menschen sind schwer zu ertragen. Im geschichtlichen Kontext muss es so geschrieben werden, denn sonst käme kein Verständnis für den Fortgang der Geschichte zustande. Der Autor erklärt einige Einzelheiten im Nachwort, wofür ich sehr dankbar war. Denn wir leben heute in einer sehr privilegierten Zeit.
Michael Jensens Blutgold spielt vor fast genau 100 Jahren, Ende der 10er- und Anfang der 20er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Die Brüder Sass (die es wirklich gab) versuchen, ihren Vater aus den Zwängen der Polizei zu befreien, denn ihm wird vorgeworfen, an den Morden an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht beteiligt gewesen zu sein. Im damaligen Berlin kocht und brodelt es vor lauter Gefahr und politischer Intrigen.
Am Anfang dieses schwer zu lesenden Buches wirkt es, als wüsste Jensen nicht genau, wen seiner Protagonisten er in den Mittelpunkt stellen soll. Immer wieder wird aus vielen verschiedenen Sichten erzählt, es werden neue Charaktere eingeführt, die – so macht es den Anschein – auch sehr wichtig für die Geschichte sein sollen. Letztlich sind es viele Charaktere, über die man als Leser den Überblick behalten muss, und es stellt sich die Frage, ob es dem Buch nicht gut getan hätte, auf die eine oder andere Person zu verzichten. Darüber hinaus sind viele Dialoge im Berliner Dialekt geschrieben, was vielleicht authentisch sein mag, das Lesen aber wesentlich anstrengender macht. Natürlich verleitet der Fakt, dass Michael Jensen diese Geschichte auf Basis wahrer Begebenheiten erzählt, dazu, alles sehr echt wirken zu lassen. Aber ich bin überzeugt, dass kein Leser das Buch zu unauthentisch gefunden hätte, wäre auf den Dialekt verzichtet worden.
Überhaupt scheint die Geschichte nicht wirklich zu wissen, wo sie hin möchte. Ist sie ein Kriminalroman auf Basis wirklicher historischer Ereignisse? Handelt es sich um eine Familiensaga? Oder geht es in erster Linie um eine Art Gesellschaftskritik Anfang des 20. Jahrhunderts? Alles in allem sorgen die vielen Schauplätze und Personen sowie kleine Nebenhandlungen dafür, dass die Geschichte sehr verworren und umfangreich ist. Das macht sie anstrengend zu lesen, und ich glaube, hätte ich sie nach etwa 200 Seiten nicht als Hörbuch weitergehört, wäre es mir schwergefallen, sie zu beenden.
Berlin, kurz nach dem ersten Weltkrieg: Die Stadt stinkt und revoltiert. Linke wie rechte Kräfte versuchen, die Stadt für sich zu gewinnen. Mittendrin kämpfen die Brüder Sass ums Überleben. Mit Gaunereien halten sie sich über Wasser. Bis ihr Vater Andreas verhaftet wird. Der Vorwurf: Mord an Luxemburg und Liebknecht. Die Brüder wollen ihren Vater retten. Um jeden Preis...
"Blutgold" ist ein historischer Krimi aus der Feder von Michael Jensen und hat mich leider enttäuscht zurückgelassen. Der Klappentext versprach einen authentischen Krimi in den Straßen Berlins. Leider vergaloppiert sich der Autor in Lokalkolorit und geschichtlich interessanten, aber für den Roman unwichtigen Details.
Schon der Einstieg fiel mir schwer. Dies lag vor allem daran, dass die Gespräche der Figuren fast ausschließlich im Berliner Dialekt stattfinden. So sehr mein Herz für diese Stadt schlägt, so anstrengend ist es, fortlaufend Gespräche in diesem Dialekt lesen zu dürfen. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen.
Auch die Erzählweise Jensens machte für mich das Lesen zu einer Herausforderung. Auf mich wirkte der Stil unruhig, sprunghaft und als ob der Autor sich nicht sicher war, wen seiner zahlreichen Figuren er nun in den Mittelpunkt stellen soll. Dies beruhigte sich im Laufe des Buches, jedoch fand ich nicht mehr in die Geschichte hinein.
Die Story ist interessant und findet sicherlich ihre Fans. Für mich war sie zu verknotet.
Insgesamt ist der Roman etwas für hartgesottene Berlinfans mit einem Faible für geschichtliche Details.
Unterhaltsam erzählte Ganovengeschichte vor dem historischen Hintergrund der frühen Weimarer Republik. Hier sind alle unlautere Gesellen: die Sass-Brüder, die ein kriminellen Imperium aufbauen ebenso wie die Militärs und die Politiker. Wobei die Sass-Brüder als Familie mit Zusammenhalt auftreten, die auch sonst mehr Ganoven-Ehre zeigt als alle anderen. Das ist kurzweilig zu lesen, bleibt aber recht klischeehaft. Ordentliche Krimiwahre, nicht mehr.
Das war ein der ersten Bücher, die ich auf Deutsch gelesen habe. Das berlinische Dialekt ist manchmal wirklich schwierig zu verstehen. Die Geschichte ist interessant, zwar konnte sich schneller entwickeln.