Spannender Überblick darüber, wie sich das europäische, kulturelle Bild des Faultiers über die Jahrhunderte immer wieder gewandelt hat: vom Gesangskünstler über einen Scherz der Natur und verabscheuenswürdigen Faulpelz bis hin zum heutigen Vorbild für einen konsumarmen und achtsamen Lebensstil. Gerade die aktuelle Form der Kapitalismuskritik fand ich hochspannend. Genauso wie den Fakt, dass ein so weit von Europa entfernt lebendes Tier mit so viel Bedeutung aufgeladen werden kann und wie eurozentrisch die meisten dieser Bedeutungen sind, die Deutungen der Völker, die tatsächlich in der Nähe der Faultiere leben völlig außer Acht lassend.
Dieses kleine feine Buch legt all dieses Wissen klug und knapp dar. Zusammen mit der schönen Bebilderung ist es seine 20€ tatsächlich wert und ich überlege schon, welche der Naturkunden ich mir als nächstes gönne. Vielleicht Elefant? Oder Igel?