Die erste Innenansicht eines europäischen Gesundheitsministers in der Pandemie: Rudi Anschober schildert die Herausforderungen des Ausnahmezustandes unter Corona.
Der Ausbruch der Corona-Pandemie steht für den Beginn einer neuen Zeitrechnung. Weltweit erkranken und sterben Millionen Menschen, ein Ende ist trotz Impfungen nicht abzusehen. Jetzt berichtet erstmals ein verantwortlicher Politiker aus dem Maschinenraum der Macht. Begeisterte Zustimmung von der einen, leidenschaftliche Kritik von der anderen Seite – als frisch angelobter grüner Gesundheitsminister Österreichs stand Rudi Anschober vor einer der größten Krisen des 21. Jahrhunderts. Nun, einige Monate nach seinem aus Gesundheitsgründen erfolgten Rücktritt, schildert Anschober am Beispiel von fünf Personen – einer Intensivmedizinerin, einer Forschungskoordinatorin, einer Long-CovidPatientin, einer alleinerziehenden Buchhändlerin und eines Ministers –, die beispiellosen Herausforderungen durch die Pandemie. Die Innenansicht eines Ausnahmezustandes.
Ein sehr persönlicher Einblick in die Erfahrungen des österreichischen Gesundheitsministers zu Beginn der Corona Zeit. Nicht sehr tief in die Karten blickend, aber doch sehr persönlich und realitätsnah.
Zudem werden weiter Schicksale und Empfindungen anderer Berufsgruppen sehr lebensnah erzählt, als auch Impressionen von Erkrankten diversester Stadien.
Man mag mit etwas mehr reißerischem gerechnet haben, nachdem der Gesundheitsminister im Verlauf der Pandemie aus persönlichen Gesundheitsproblemen zurückgetreten ist, doch auf Anschuldigungen oder Schuldzuweisungen wartet man vergeblich. Die ein oder andere Unklarheit wird zwar aufgeworfen, aber insgesamt ein sehr sensationsloser aber emotionaler Erfahrungsbericht prägender Monate.
Pandemia mag irgendwann ein interessantes Zeitdokument sein. Wenn man selbst live dabei war, ist es allerdings nicht besonders spannend. Wenig Neues, wenig Einblick hinter die Kulissen, wenig persönliche Gefühlswelt des ehemaligen Gesundheitsministers.
Dafür viele völlig erfundene Storys und Schicksale. Diese stehen zwar irgendwie für die verschiedenen Teile der Gesellschaft im Ganzen, bleiben aber zu sehr an der Oberfläche und sind damit ähnlich entbehrlich wie das Coronavirus selbst.
Habe mir von dieser "Autobiographie" des ehemaligen Gesundheitsministers etwas mehr erwartet. Er versucht sehr korrekt zu sein, lässt der Wissenschaft einen meiner Meinung nach zu großen Teil zu Wort kommen. Leider gibt er nur ansatzweise preis, wie es in den Besprechungen mit dem Koalitionspartner vor sich gegangen ist. Hätte mir ein wenig mehr Offenheit gewünscht. Trotzdem eine gelungene Aufarbeitung der Pandemie aus der Sicht eines Entscheidungsträgers.