Eine völlig normale fünfköpfige Familie steht im Mittelpunkt dieser heiteren kleinen Geschichten. Eine beinahe normale jedenfalls. Wenn nicht gerade der vierjährige Otto mit gutem Gewissen böse Spielfiguren im Klosett versenkt. Oder die dreizehnjährige Philly die Eltern penetrant in fortschrittlichem Denken unterweist. Oder ihr eben volljährig gewordener, spätpubertärer Bruder Theo mal wieder meint, den Monarchisten und Provokateur mimen zu müssen. Also streitet und liebt man sich, lacht mit- und übereinander und bietet, wenn es darauf ankommt, der Welt geschlossen die Stirn.
Ewald Arenz lässt uns mit feinem Witz und sanfter Ironie am nie alltäglichen Familienalltag teilhaben. Und seinem Alter Ego Heinrich gelingt es auf bewundernswerte Weise, über all den Widrigkeiten Humor zu bewahren und augenzwinkernd zu zeigen, um wie viel ärmer seine kleine Welt ohne diese kleinen Katastrophen wäre.
Der Autor Ewald Arenz kam 1965 in Nürnberg zur Welt und studierte englische und amerikanische Literatur und Geschichte. Seit Beginn der 1990er Jahre ist er als Autor tätig und hat neben einigen Glossen und Kindergeschichten auch Theaterstücke und historische Kriminalromane. Er ist mittlerweile einer der produktivsten und erfolgreichsten Schriftsteller Süddeutschlands, dessen Gesamtauflage weit über 120.000 verkaufte Bücher zählt.
Superkurze Kurzgeschichten. Ideal für zwischendurch (Mittagspause im Büro, warten auf den Bus, während der Kaffee durchläuft.....) und immer für einen kleinen Lacher gut. Wir begleiten einen Familienalltag mit Mutter, Vater und 3 Kindern und ganz viel Witz und Charme.
Ich habe mich sehr auf das neue Buch von Ewald Arenz gefreut, da mir bereits alte Sorten sehr gut gefallen hat und ich bald auf eine Lesung von ihm gehe. Dieses Buch erzählt in mehr als 50 Kurzgeschichten das Leben von Ewald Arenzs Alter Ego Heinrich, seiner Frau Juliane und den drei Kindern Theo, Phillys und Otto. Da die meisten Geschichten nur wenige Seiten lang sind, sind sie perfekt zum Zwischendurchlesen. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass manche Geschichten ein wenig länger sind, da man sofort von Situation zu Situation geworfen wird. Besonders gut hat mir der Humor des Autors gefallen, mit dem er den etwas chaotischen und lustigen Familienalltag beschreibt. Ich werde auf jeden Fall weitere Bücher von Arenz lesen, aber dieses bleibt eine süße einmalige Lektüre, die jedoch nicht heraussticht!
„Meine kleine Welt“ von Ewald Arenz ist ein Kurzgeschichtenband aus insgesamt 66 wirklich sehr kurzen Kurzgeschichten, denen die längste 7 Seiten lang ist und einen absoluten Ausreißer in der Länge darstellt. Der Rest der Geschichten beläuft sich auf 2-3 Seiten. Alle 66 Geschichten spielen in einem familiären „Mikrokosmos“ mit Vater Heinrich (Ewald Arenz Alter Ego), seiner Frau Juliane und den drei gemeinsamen Kindern Theo (17 Jahre), Philly (13 Jahre) und Otto (3 Jahre). Und auch die Familienkatze sowie Heinrichs Bruder haben ihren Platz in den Geschichten und alle zusammen haben mir wirklich schöne Lesestunden geschenkt.
Gerade die Kürze der Geschichten war für mich Gold.1-2 Geschichten wegsnacken während die Nudeln gar kochen oder in den nervigen Werbepausen … da bin ich wirklich sehr schnell im Buch voran gekommen. Dies gepaart mit der für mich richtigen Dosis (schwarzem, sarkastischem, aber nicht aufgesetztem) Humor und absolut liebenswerten Protagonist*innen hat das Buch für mich zu einem kleinen Schatz gemacht. Ja, es gibt Geschichten, die mir mehr als andere lagen und der ein oder anderen Geschichte ist der Autor vielleicht auch über das Ziel hinausgeschossen. Und natürlich können die familiären Episödchen, die hier erzählt werden, nicht die Tiefe entwickeln wie ein Roman, zumal die Geschichten auch in keinem Zusammenhang stehen, aber da sich die Familien von Heinrich und Juliane sehr echt anfühlt, sind sie fast schon was wie Freunde oder Nachbarn geworden, von denen ich gerne öfter lesen würde. Und bei Juliane und Heinrich habe ich mich mitunter gefragt, wer von den beidem mit dem jeweils anderen „mehr gestraft“ ist. Es war so ein Vergnügen den beiden bei ihren Schlagabtauschen zuzuhören. Außerdem habe ich den Autor sehr oft für die letzten Sätze oder „Schlußakkorde“ der Geschichten gefeiert. Das wirkte so oft so schön abgerundet.
Ich werde Ewald Arenz aber auch meiner wunderbaren Leserunde für immer dankbar sein, weil ich mit diesen kleinen Familienanekdötchen nach einer Leseflaute wieder zurück in den Lesefluss gekommen bin.
Die Anekdoten waren teilweise wirklich witzig. Der Erzählhumor ist dabei aber leider überhaupt nicht mein Fall. Vielleicht bin ich zu jung, um mich davon angesprochen zu fühlen. Mir ist bewusst, dass es sich um überspitzte Selbstironie handelt, aber die hat mich in diesem Fall leider überhaupt nicht abgeholt.
Auf „Alte Sorten“ folgte diese kleine feine Sammlung von Geschichten aus dem Familienalltag. Die einzelnen Episoden erstrecken sich jeweils über 2-3 Seiten, was das Buch für mich zur perfekten Straßenbahnlektüre machte. 😅 Einige wenige Geschichten waren herausragend und an vielen Stellen freute ich mich über die gut gewählten Formulierungen sowie den grandiosen Humor, aber insgesamt bleibt etwas Luft nach oben. Trotzdem Leseempfehlung an alle Fans von lockerer Unterhaltung!
Sehr nette, humorige und kurze Familiengeschichten, wie sie im aktuellen Bayern passieren können (im Osten nicht so unbedingt). Am besten fand ich "Naturkino", bei der ich herzhaft gelacht habe.
Mit “Meine kleine Welt” sind Kolumnen von Ewald Arenz bei Ars Vivendi erschienen, die zwischen 2007 und 2009 in den Nürnberger Nachrichten veröffentlicht wurden.
Arenz schildert in ihnen auf geistreiche und humorvolle Weise den Familienalltag seines Alter Egos Heinrich. Dieser muss mal vor der Haustür übernachten, weil Otto, das jüngste Kind, ihn lieber aussperrt, um fernsehen zu können. Oder er muss tatenlos mitansehen, wie die Kinder mit ihrem Verhalten die restlichen Kinobesucher verscheuchen. Schließlich wird auch die geplante Türkeireise zur Katastrophe, als der kleine Otto am Flughafen laut fragt, warum sie denn Terroristen seien, nachdem die Mutter die Kinder mehrmals als solche bezeichnet hatte.
Die Kolumnen sind unterhaltsam, pointiert und eignen sich hervorragend für zwischendurch, wenn man gerade Lust auf einen kurzen leichten Text hat. Selbstverständlich können sie nicht mit “Der große Sommer” und mit “Alte Sorten” mithalten, wie in zahlreichen Kritiken häufig erwähnt wurde, aber das müssen sie auch gar nicht. Sie sind kein Roman, erzählen keine Geschichte, die sich über mehrere hundert Seiten hinweg entfaltet. Sie machen auf ihre ganz eigene Art und Weise Freude. Und auch wenn sie kein Must-Read sind, so können sie in bestimmten Momenten die ideale Lektüre sein.
Ewald Arenz ist vielen als Autor seiner Bestseller Romane ‚Alte Sorten‘ oder auch ‚Der große Sommer‘ bekannt. Sein neustes Buch ist jedoch kein weiterer Roman, sondern noch persönlicher: Amüsant, humorvoll, ehrlich, ironisch, sarkastisch, stellenweise zynisch und sehr kurzweilig schreibt Ewald Arenz über Szenen aus dem Familienalltag mit seiner Frau Juliane und den drei gemeinsamen Kindern Theo (17 J., wahlweise Monarchist, Bismarck-Verfechter oder einfach spät-pubertierender Teenager), Philly (13 J., feministischer Teenagerin in der Pubertät) und Otto (3 J., stets gut gelauntes Nesthäkchen und für so einige Überraschungen zu haben). Aus Sicht seines ehemaligen Egos Heinrich schildert der Autor auf meist 2-3 Seiten kurze Episoden aus dem Familienleben mit einem verschmitzten Lächeln und oft einem Augenzwinkern. Die Bandbreite der Szenen reicht von Familien-Schuheinkauf und Kindergeburtstag über Familienurlaube und Zoobesuche zu Szenen aus dem Teilzeit-Lehrer-Job. Dabei wird schnell klar: Wir sind alle nur Menschen - auch und insbesondere gilt das für andere Familienmitglieder - mit all unseren (mal mehr und mal weniger) liebenswerten Fehlern. Dass sich das (Familien-)Leben mit Humor noch besser leben lässt, zeigt Arenz in seinem Buch eins ums andere Mal:
Nach einer Weile stand ich dann aber noch einmal auf, ging hinunter ins Bad und schrieb mit Julianes Lippenstift auf den Spiegel: »Sartre hat recht. Die Hölle sind die anderen!« (S. 85)
Meine Meinung | Ganz anders als seine Romane schreibt Arenz in ‚Meine kleine Welt‘ ohne Umschweife über seine Familie, das Leben und den Alltag. Leser:innen seiner jüngsten Romane werden aber auch hier den ein oder anderen Link zu diesen wiederfinden: „In diesem Augenblick hört ich mich selber, und ich hörte mich an wie mein Großvater, der Medizinprofessor, den ich siezen musste, bis ich elf war.“ (S.97)
Das Leben schreibt eben die schönsten Geschichten und Arenz bestätigt einmal mehr, man sollte das Leben nicht zu ernst nehmen und, wie Humor dabei hilft. Schöne, lustige, nachempfindsame und verrückte Familiengeschichten, von denen sicherlich die ein oder andere Situation Leser:innen aus den eigenen Familien nicht ganz unbekannt sind. Ganz normale Familiengeschichten eben! Wunderbar und humorvoll geschrieben, kann ich dies sehr empfehlen.
Ich mochte die beiden Romane „Alte Sorten“ und „Der grosse Sommer“ von Ewald Arenz sehr gerne. Ich hatte aus diesem Grund hohe Erwartungen an die Kurzgeschichten, in denen er den Alltagswahnsinns seiner Familie beschreibt. Die 66 Geschichten sind kurz und in einer gut verständlichen Sprache geschrieben. Der Witz und Humor des Autoren sprachen mich allerdings in diesem Buch überhaupt nicht an.
Mein persönliches Muttertagsglück: Erdbeerkuchen und Lesezeit, um „Meine kleine Welt“ von @ewald_arenz zu lesen: Familiengeschichten, die sein Alter Ego Heinrich mit dessen selbstverständlich komplett fiktiver Familie erlebt. Und was für Familiengeschichten! Ich mag den dunklen Humor von Ewald Arenz, der in seinen Romanen eher weniger durchscheint und ich liebe es, wie jede Familie offenbar ihre eigenen Rituale, Gewohnheiten und sogar Sprache entwickelt, die sie tatsächlich zu einer eingeschworenen Gemeinschaft macht. Wenn man mitten drin steckt, merkt man es ja gar nicht immer: aber die Familiengeschichten von Ewald Arenz haben mir wieder bewußt gemacht, was für ein wilder Ritt es ist, Kinder zu haben und daß vom Säuglingsalter über die Grundschulzeit und Pubertät bis hin zum Erwachsenwerden ALLES gleichermaßen wundervoll wie anstrengend ist. Und wie lebensnotwendig Humor in all diesen Phasen für Eltern ist. Eine feine Lektüre für alle, die wildes Familienleben feiern!
Achtung, hierbei handelt es sich wirklich nur um ein pst Kurzgeschichten. Es ist kein typischer Roman von Arenz und sollte nicht zu Enttäuschungen führen. Die Geschichten sind schön geschrieben und etwas für zwischendurch.
Absolut lesenswert! Ewald Arenz versprüht in diesem Buch genau den Humor, den man in Anbetracht des aktuellen Weltgeschehens mehr als gebrauchen kann. Die vielen kurzen Geschichten aus dem Alltag einer Familie bringen einen auch lange nach dem Lesen noch zum Lachen und Schmunzeln.
Seit „Alte Sorten“ und „Der große Sommer“ bin ich ein Fan von Ewald Arenz und habe mich jetzt über seine Kolumnensammlung „Meine kleine Welt – Familiengeschichten“ gefreut.
In den kurzen Episoden schreibt Arenz über seinen Familienalltag, den er mal mehr und mal weniger verfremdet, überspitzt oder weiterspinnt und auch mal bis zur Spitze treibt. Viele Situationen sind einem aus dem Alltag bekannt und so macht es unheimlich Spaß zu lesen, was Ewald Arenz aus ganz banalen Situationen, wie dem Frühstück, einer Reisebuchung oder einem Kindergeburtstag so macht. Denn manchmal lässt sich der Alltag eben nur mit Humor bewältigen.
Seine sprachliche Brillanz stellt der Autor auch hier wieder zur Schau und so fliegt man nur so durch die knapp 200 Seiten des Buchs. Vielleicht sollte man die Kolumnen auch lieber häppchenweise genießen, um dem eigenen Alltag ein bisschen zu entfliehen. Kurzweiligen Lesegenuss bietet das Buch jedenfalls so oder so.
Ein kleines Highlight ist für mich außerdem die Herkunft des Autors und Verlags und auch meine, denn wie sagen wir hier so schön „man kann Gott nur danken für die Erschaffung der Franken“ ;)