Madina hat den Krieg und seine Schrecken, die gefährliche Flucht hinter sich gelassen. Endlich hat sie das Gefühl, angekommen zu sein, wohnt mit ihrer Familie bei ihrer besten Freundin Laura, trägt keine schlecht sitzenden Kleider aus der Spendenkiste mehr und gehört in der Schule ganz selbstverständlich dazu. Aber dann kippt die Stimmung. Rassistische Schmierereien tauchen auf, und jeden Donnerstag skandiert eine Gruppe auf dem Hauptplatz: "Ausländer raus!", erst wenige, dann immer mehr. Eine Zerreißprobe, nicht nur für Madina, sondern für alle, die in dem Ort leben. Doch Madina beschließt, nicht wegzuschauen – und sie findet Verbündete. Ein flammender Appell gegen Ausgrenzung und die Spaltung der Gesellschaft!
1970 in Russland geboren, im Alter von 7 Jahren nach Österreich "verpflanzt" worden. Ist eine österreichische Schriftstellerin, sowie Kollumnistin (derStandard, Falter).
Bewegendes Jugendbuch, über das Ankommen nach der Flucht
„Dazwischen: Wir“ der Autorin Julya Rabinowich erzählt die Geschichte des Romans „Dazwischen: Ich“ weiter. Darin gibt es ein Wiedersehen mit Madina, Laura und ihren Familien. Um die Dynamik gut verstehen zu können, empfiehlt es sich zunächst den Vorgängerband gelesen zu haben. Ich merkte leider erst beim lesen, das es sich um einen zweiten Band handelt und hatte deswegen, gerade am Anfang des Buchs so meine Probleme mich zurecht zu finden. Den Großteil der Geschichte versteht man zwar auch ohne Vorwissen gut, manche Anspielung auf Vergangenes dafür weniger. Ansonsten konnte mich das Buch voll und ganz überzeugen. Der Schreibstil liest sich wie ein Tagebuch und sorgt durch diesen besonderen Stil für eine große Nähe zur Hauptprotagonistin Madina. Da es immer wieder Zeitsprünge gibt, dürfen wir diese über einen längeren Zeitraum begleiten. Langsam beginnt sie in ihrem neuen Zuhause anzukommen, wobei die Geschichte äußerst authentisch aufkommende Probleme vermittelt. Sehr gekonnt spannt die Autorin zwischen alltäglichen Teenager-Sorgen und umfassenden Diskriminierungen einen Bogen. Nachvollziehbar und erschreckend wird außerdem vermittelt, wie leicht sich Vorurteile und Fremdenhass verbreiten können. Obwohl der Schreibstil auf den ersten Blick nüchtern und kurz gehalten erscheint, transportiert er unglaublich gut jegliche Gefühle, welche Madina durchlebt. Und so habe ich gerade zum Ende hin mitgelitten und gehofft, da die Geschichte mich vollumfänglich in ihren Bann ziehen konnte. Dieser tolle Roman ist nicht nur für jugendliche Leser:innen interessant, sondern für einfach alle Altersgruppen lesenswert. Für die authentische und bewegende Geschichte vergebe ich gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!
Ach, dieses Jugendbuch wurde immer besser und am Ende kann ich gar nicht anders als dann doch 5 Sterne zu vergeben –
Madina ist 15 Jahre alt und mit ihrer Familie vor dem Krieg geflohen. Nach einem Aufenthalt im Flüchtlingsheim lebt sie nun endlich in einer Wohnung über ihrer besten Freundin Laura, deren Bruder und der Mutter. Jetzt könnte endlich alles einfacher werden – oder?
Doch da ist ein Loch in Madinas Herzen, denn ihr Vater, der ebenfalls mit ihnen geflüchtet ist, ist wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Madinas Mutter ist depressiv und nicht dazu fähig, sich um Madina und ihren kleinen Bruder zu kümmern. Madinas Tante macht zwar Fortschritte, aber auch sie beherrscht die deutsche Sprache noch nicht so gut. Und dann tauchen im Ort rassistische Schmierereien an den Wänden auf ...
Mithilfe von Tagebucheinträgen lernen wir Madinas Welt kennen – und während sie ab und zu ein bisschen vorhersehbar ist (zumindest für mich als erwachsene Leserin), ist sie an anderen Stellen ausgesprochen authentisch. Denn während Madina ihren Vater schrecklich vermisst, ist sie auch wütend. Und sie ist sich seines konservativen, patriarchischen Weltbildes bewusst – wie er Madinas Tante dafür verurteilte, dass sie sich schminkte, und wie er Madina niemals erlaubt hätte, Jeans statt Röcke zu tragen. Insofern bedeutet das schmerzhafte Verschwinden ihres Vaters auch eine neugewonnene Freiheit für Madina – eine aufregende Freiheit, die sie genießt. Keine der Charaktere und Beziehungen ist eindimensional dargestellt und ganz ehrlich: Es war eine Freude zu lesen.
Madina ist eine starke junge Frau, die man nur ins Herz schließen kann. Das gleiche gilt übrigens für ihre Freundin Laura – die enge Freundschaft der beiden ist zentral für Madinas Leben und damit auch für die Geschichte. Trotz der ernsten Themen und der harten Schicksalsschläge ist das Buch warmherzig und hoffnungsvoll. Auch den Schreibstil mochte ich, wobei ich bei manchen Begriffen Zweifel hatte, ob das wirklich der Wortschatz einer 15-/16-Jährigen ist ("umdisponiert", "partout", "in flagranti").
"Dazwischen: Wir" ist weder ein Heile-Welt-Buch noch ein Wir-sind-alle-verloren-Buch. Eher fühlt es sich an wie ein Ausschnitt aus Madinas Leben. Man merkt, dass ihre Geschichte noch nicht zu Ende ist, und man wünscht ihr und ihrer Familie von ganzem Herzen alles Gute.
[Übrigens: Es gibt tatsächlich ein vorheriges Buch zu Madinas Geschichte: "Dazwischen: Ich". Das habe ich allerdings vorher nicht gewusst und es tat dem Lesegenuss meiner Meinung nach keinen Abbruch.]
Eine bewegende Geschichte, die jederzeit genau so in Deutschland passieren kann - eine Geschichte, die dazu bewegt hinzuschauen!
Madina wohnt gemeinsam mit ihrem Bruder, ihrer Tante und ihrer Mutter bei Freundin Laura, deren Mutter Susi und ihrem Sohn Markus. Sie ist angekommen - aus der Mitte des Krieges geflohen hinein in eine sichere und friedliche neue Heimat.
Doch nicht alles ist so friedlich und sicher wie es auf den ersten Blick scheint. Dass Madina "anders" ist, wird ihr von ihren Mitmenschen oftmals sehr deutlich klar gemacht. Was zu Beginn "lediglich" kleine Seitenhiebe und Hänseleien bezüglich ihrer Aussprache oder ihrer Kleidung sind, weitet sich schnell in öffentlich Hassparolen und Drohungen aus. Madina setzt sich zu Wehr - und schließt auf diesem steinigen Weg tiefe Freundschaften und findet weitere Verbündete.
Fazit: Der Tagebuch-Stil dieses Buches aus Sicht von der 15-Jährigen Madina lässt einen sofort in ihre Gefühle, ihre Vergangenheit und ihre Wünsche und Träume eintauchen. Ich habe mich selten einem Charakter so nah gefühlt - auch wenn ich mir nicht im Entferntesten vorstellen kann, wie es sein muss in solch einem jungen Alter solch schlimme Dinge erlebt zu haben. Zwischen Krieg, Flucht, Hänseleien, Drohungen und Gewalt ist Madina nur ein ganz normales, junges Mädchen. Sie möchte Ärztin werden, wenn sie groß ist, sie möchte gerne eine Jeans tragen, möchte reisen und die Welt sehen, sie vermisst ihren Vater, küsst ihren ersten Freund und möchte einfach nur Kind sein.
Der Stil dieses Buches war unglaublich, die Geschichte von Madina herzzerreißend und wunderbar! Die Unterstützung, welche Madina von so vielen Seiten bekam, ließ mich meinen Glauben in die Menschheit wieder gewinnen. Den Hass den Madina und ihre Familie jedoch von fremden Menschen und sogar Bekannten und "Freunden" (!!) zu spüren bekamen, machte mich wahnsinnig wütend! Dieses Buch zeigt uns, dass wir nicht wegschauen dürfen, wenn Menschen - ganz gleich woher sie kommen - Hass entgegen gebracht wird. Es zeigt uns auch, wie wichtig Zusammenhalt ist und dass wir niemals ganz alleine sind.
Ein wirklich wunderbares Buch, welches ich jedem Menschen nur zu gerne ans Herz legen kann! Danke, dass ich ein Teil dieser Leserunde sein durfte!
Madina lebt mittlerweile mit Mutter, Tante und kleinem Bruder bei ihrer Freundin Laura und deren Mutter. Nach wie vor ist ihr Leben nicht einfach, ihre Mutter ist nach dem Weggang des Vaters depressiv und Rami verhält sich im Kindergarten zunehmend auffällig. Und dennoch ist sie dankbar für das bisschen Normalität, den Beginn einer neuen Sicherheit. Doch dann stehen vor ihrem Lieblingscafé immer häufiger Leute mit Plakaten. Leute, die "Ausländer raus" und anderes von sich geben. Und dabei bleibt es nicht... Eine im Tagebuchstil erzählte Geschichte über das Ankommen, Einleben und den Wunsch nach Sicherheit und der Freiheit über das eigene Leben zu bestimmen. Nah , unmittelbar und packend!
Rezension | ‚Dazwischen: Wir‘ von der Autorin Julya Rabinowich ist die Fortsetzung ihres Romanes ‚Dazwischen: Ich‘. In den beiden Roman geht es um die junge Medina (15 J.), die gemeinsam mit ihrem Vater Eli, ihrer Mutter, ihrer Tante Amina und ihrem Bruder Rami nach Deutschland aus einem Kriegsgebiet geflohen ist. In dem 2. Roman hat sich die Familie in Deutschland eingelebt. Während der Vater in das Heimatland zurückkehrt, um den Bruder und die Mutter zu retten, leben Madina und ihre andere Familienmitglieder bei Laura, deren Mutter Susi und ihrem Bruder Markus im Erdgeschoss in einem Dorf.
„Ich habe heute im Garten gesessen und den Wolken beim Vorbeiziehen zugesehen. Wie sie sich dehnen und ausfasern und plötzlich weg sind. Wie Papa. Oder sich verändern. Etwas Neues werden. Wie ich.“ (S. 7)
Neben Ferienleben, Schulalltag, Teenie-Leben wird auch immer wieder Alltagsrassismus, das Aufleben der rechten Szene am Ort des Geschehens aufgegriffen. Weder das Herkunftsland noch der Ort in Deutschland werden näher benannt - weil es könnte sich überalll abspielen!
Das Buch wird aus der Perspektive von Madina als ihr Tagebuch geschrieben. Dadurch fühlt man sehr mit der jungen Protagonistin mit und kann sich gut in die Handlung hineinversetzen.
Meine Meinung | Das Buch ist sehr gut geschrieben, die Figuren werden überzeugend dargestellt und ihre Entwicklung ist sehr authentisch und glaubhaft. Ich finde den Roman sehr wichtig, denn er zeigt deutlich, wie sich Ausgrenzung und Rassismus-Erfahrungen auf die meist ohnehin schon schwierige Lebenssituation (Trauma, Flucht, Zurücklassen, Verlust von geliebten Menschen, uvm.) auswirken können. Ich finde es schrecklich, wie sehr die reche Szene in Deutschland wächst und hoffe, dass wir alle mehr werden wie King und Johann und Susi und Laura und all die Personen, die sich solidarisch dagegen stellen und Geflüchtete unterstützen! Ein bewegendes, witziges, wichtiges und großartiges Buch über ein Leben in einem neuen Land nach einer Flucht und dem Einleben in dieses ‚neue‘ Leben. Eine große Leseempfehlung von mir! ❤️
Der Anfang: «Ich habe heute im Garten gesessen und den Wolken beim Vorbeiziehen zugesehen. Wie sie sich dehnen und ausfasern und plötzlich weg sind. Wie Papa. Oder sich verändern. Etwas Neues werden. Wie ich.»
Nach «Dazwischen: Ich» erzählt Julya Rabinowich in «Dazwischen: Wir», wie die Jugendliche Madina ihren Weg in ihrer neuen Heimat findet. Madina hat den Krieg und die Fluchtsituation der Familie hinter sich gelassen und ist nun angekommen. Sie sind aus dem Flüchtlingsheim ausgezogen, haben eine eigene Wohnung in dem Haus, indem auch ihre Freundin Laura wohnt. Doch Papa ist zurückgekehrt in die Heimat – für Madina eine Chance, denn sie kann sich Dinge erlauben, die der Vater verboten hätte. Allerdings hat die Mutter die Umstände nicht ganz verkraftet, sie ist depressiv, auch der kleine Bruder Rami ist verstört, fällt im Kindergarten auf. Die Tante ist bei ihnen eingezogen, lernt fleißig Deutsch, genießt die Freiheit.
«Damals ist ein Stück meines Herzens abgesplittert und steckt seither in meiner Kehle fest wie ein Spiegelbruchstück und schneidet ein. Ich weiß genau, dass er dachte, er sieht uns alle nie wieder. das Leben kann echt sch... sein.»
Der Jugendroman ist in Tagebuchform angelegt. Laura und ihre Familie sind eine wichtige Stütze für Medinas Familie, doch manchmal wird Madina alles zu viel. Sie hat sozusagen das Familienmanagement übernommen, kümmert sich um den Bruder, die Mutter, die erstarrt ist. Zudem fordert ihre Klassenlehrerin Frau King, ständig Extrahausaufgaben von ihr, nimmt sie hart ran im Unterricht. Kann die alte Frau sie nicht leiden? Ihr Freund Markus, Lauras Bruder, entfernt sich immer mehr, denn er erwartet mehr, als sie geben kann, auch wenn er das nicht ausspricht. Aber auch Laura hat plötzlich Geheimnisse. Wie gut, dass es Frau Wischmann gibt, bei der Madina wöchentlich in die Therapiestunde geht. Doch plötzlich gibt es weitere Probleme. Eine rassistische Gruppe formiert sich im Dorf, hat Madina auf dem Kieker.
Ein einfühlender Jugendroman, der sich mit der Problematik von Asylsuchenden befasst. Ein Mädchen, hin und hergerissen zwischen Tradition und westlicher Welt. Natürlich vermisst sie ihren Vater, sie ist wütend, dass er die Familie sitzengelassen hat. Auf der anderen Seite ist sie froh. Nie im Leben ließe er sie einen Freund haben, sie dürfte nicht mit Freunden am Abend auf die Kirmes gehen, Jeans tragen ... Doch nach seinem Fortgang haben sie nichts mehr von ihm gehört. Lebt er noch? Auch die Briefe an die Oma bleiben unbeantwortet. Es war Wahnsinn von ihm, zurückzugehen, denn wenn man ihn erwischt, wird man ihn umbringen. Madina will später Ärztin werden – so wie ihr Vater. Eine Menge Probleme gehen durch ihren Kopf, dazu kommen die rassistischen Anfeindungen. Ein Vater, der sich nicht einleben wollte, die Sprache nicht lernen wollte, sich degradiert fühlte, weil er als Hilfsarbeiter arbeiten sollte – eine Mutter, die sich in ihre Depression zurückzieht, nicht der fremden Sprache mächtig ist, und die das Mädchen die Probleme mit dem Bruder ausbaden lässt. Madina, der familieninterne Simultanübersetzer. Alls hätte sie nicht genug eigene Probleme. Erfahrungen aus Flucht und Immigration. Ausgestoßen sein, weil man die Sprache nicht perfekt beherrscht, weil man mit Bekleidung aus dem Spendenkontingent zufrieden sein muss, sich sagen lassen muss, dass man dem Staat auf der Tasche liegt. Nachts die Alpträume, die einen heimsuchen, wenn man die brennenden Häuser vor Augen hat, blutige Füße, weil man barfuß auf der Flucht ist. Die brennenden Apfelbäume in Omas Garten, Bomben, Granateneinschüsse, gejagt vom eigenen Militär. Die Erinnerung holt sie immer wieder ein.
Ein ganz normaler Alltag einer Jugendlichen auf der einen Seite, mit allen Problemen, die man in diesem Alter haben kann – aber auch ein belastender Alltag mit Familienproblemen, die andere in dieser Form nicht haben. Alltagsrassismus, ein weiteres Thema. Julya Rabinowich beschreibt die Gefühle von Medina sehr realitätsgetreu; und immer gibt es Hoffnung und gute Situationen mit Freunden, Menschen, die sich an ihre Seite stellen. Ein spannender, bewegender Jugendroman. Einen Kritikpunkt habe sich anzumelden: Medina stellt immer wieder Vergleiche mit diversen Grimmsmärchen. Diese gute Kenntnis schien mir nicht realitätsbezogen. Der Carl Hanser Verlag, gibt eine Altersempfehlung ab 13 Jahren. Das geht für mich in Ordnung. Empfehlung!
Julya Rabinowich, geboren 1970 in St. Petersburg, lebt seit 1977 in Wien, wo sie auch studierte. Sie ist als Schriftstellerin, Kolumnistin und Malerin tätig sowie als Dolmetscherin. Ihr erstes Jugendbuch wurde u. a. mit dem Friedrich-Gerstäcker-Preis, dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis und dem Luchs (Die Zeit & Radio Bremen) ausgezeichnet sowie unter die Besten 7 Bücher für junge Leser (Deutschlandfunk) gewählt.
Madina ist angekommen. Im Folgeband von "Dazwischen: Ich" scheint Madina in ihrer neuen Heimat angekommen zu sein. Zusammen mit ihrer Familie wohnt sie im Haus bei ihrer besten Freundin Laura. Sie trägt nun passende Kleidung und wird auch von den Mitschülern angenommen; die Wandlung vom „ich“ zum „wir“ ist bereits im Titel ersichtlich. Als plötzlich rassistische Schmierereien auftauchen, ist die Normalität dahin. Schließlich gehören sogar "Ausländer raus!"-Rufe auf dem Hauptplatz zum Erscheinungsbild des Ortes. Doch Madina weiß, dass Wegschauen hier der falsche Weg ist und findet bald Verbündete. Das Cover ist in auffälligem Rot gehalten, als Illustration dient im oberen Bereich eine Spraydose, ein gelber Blitz verdeutlicht die Brisanz des Themas Ausgrenzung. Das Bild dient auch jeweils als Einleitung zu den einzelnen Kapiteln. Diese haben eine angenehme Länge und auch der Sprachstil ist recht einfach, oft sehr vertraulich und emotional. Eingestreute Traumsequenzen geben zusätzlich Einblicke in die Gefühlswelt des Flüchtlingsmädchens Madina. Schließlich ist der Roman als Tagebuch der Ich-Erzählerin angelegt; Datumsangaben fehlen allerdings. Die Geschichte könnte daher jederzeit überall auf der Welt so geschehen (sein). Auch ohne das erste Buch zu kennen, findet man sich in dieser Geschichte sehr gut zurecht. Madina vertraut ihrem Tagebuch alles an, und so erfährt man alles Wissenswerte über die Situation der Familie und auch über die wichtigsten Charaktere. Die Protagonistin ist ein recht sympathischer Charakter; äußerlich fällt sie unter den anderen Teenagern nicht mehr sonderlich auf und hat mit denselben Herausforderungen zu kämpfen wie Gleichaltrige. Dennoch ist ihre Situation eine recht Spezielle, denn auf dem Mädchen lastet eine weitaus größere Verantwortung als auf anderen Jugendlichen. Der Roman ist eine mitreißende und beeindruckende Geschichte, die jungen wie auch erwachsenen Lesern zu denken geben sollte. Teils bedrückend und teils wieder leicht; genau wie das Leben nun einmal ist. Das Buch erhält daher eine absolute Leseempfehlung, denn nicht nur in unserer heutigen Zeit sind Ausgrenzung und Fremdenhass ein Thema, dass uns alle betrifft.