"Chacun a son histoire de maladie et de mort, chacun a ses pertes, ses images aux noires ramifications et qui ne pâlissent pas. Les morts ne sont jamais morts, ils ont leur place dans les premières phrases d’une rencontre, d’une discussion, ils sont assis dans les jardins, aux tables, devant les soupières, les corbeilles de pain blanc tranché, ils ordonnent, allons, parlez de moi à présent, ne baissez pas les bras, n’arrêtez pas de parler de moi." Zsuzsa Bánk passe un dernier été auprès de son père qui va mourir. Histoires intime et politique se mêlent. À la fois infiniment pudique et très cru, d’une grande tendresse et d’une violence inouïe, un texte lumineux et bouleversant dont les effets rappellent ceux de "L’Année de la pensée magique" de Joan Didion.
Zsuzsa Bánk hat es wieder geschafft. Sie berührt mich einfach mit ihren Worten, ihren Sätzen, ihrer Sprache. Ich kann verstehen, wenn manche ihre Bücher langweilig finden, da nicht wirklich viel passiert. Aber mir tun sie einfach gut. Ich finde mich wieder, die Geschichten berühren mich. Bisher war "Schlafen können wir später" mein absolutes Lieblingsbuch von ihr und auch mein Erstes von ihr. "Sterben im Sommer" hat mich nun genauso überzeugt. Ein Buch über Abschied, Sterben, Tod und Trauer. Der Verlust vom Vater und das Weitermachen danach. Ich habe es ähnlich erlebt und empfunden.
W ocenie tej książki zdecydowanie nie będę obiektywna. Sierpień na zawsze będzie dla mnie miesiącem umierania, powracającego uczucia pustki i nie spodziewałam się, że książka Bank okaże się takim wyzwalaczem emocji. Autorka jest mistrzynią prostoty, kreowania zdań tak poetyckich i pięknych, że będziecie chcieli zakreślać je na każdej stronie. Duszne, intensywne lato, rodzinne historie, Węgry, wiejskie krajobrazy, zapachy - wszystko to tworzy mozaikę pamięci tak namacalną i tak skuteczną w oswajaniu utraty, że Bank oswoiła swoją opowieścią i tą moją. I po tym, co ze mną po tej lekturze zostało, oprócz zachwytu, napiszę tylko, że bardzo jestem jej za tę książkę wdzięczna.
Es ist im September 2018, als Lázló Bánk mit 85 Jahren stirbt. Bereits mehrere Monate vorher hat die Diagnose der Ärzte sein baldiges Ableben angekündigt: Der Krebs ist bei dem gebürtigen Ungarn zurückgekehrt. Noch einmal will er einen Sommer am Balaton, in der alten Heimat, verbringen, noch einmal im See schwimmen. Seine Tochter Zsusza begleitet ihn. Doch viele unbeschwerte Tage sind ihnen nicht vergönnt. Noch in der Ferne verschlechtert sich sein Zustand. Eine Odyssee durch verschiedene Kliniken beginnt.
„Sterben im Sommer“ ist ein Memoir von Zsusza Bánk.
Meine Meinung: Das Buch besteht aus mehr als 70 Abschnitten, die nicht explizit als Kapitel gekennzeichnet sind. Erzählt wird in der Ich-Perspektive aus der Sicht der Tochter – allerdings nicht in chronologischer Reihenfolge: Immer wieder gibt es Rückblenden und Zeitsprünge, die recht unvermittelt auftauchen und sich daher nicht ganz einfach nachvollziehen lassen. Eine Ebene umfasst die jüngere Vergangenheit, die die Diagnose, die Leidenszeit, das Sterben und die Monate danach umfasst. Darüber hinaus handelt das Buch auch von der Geschichte von Zsuszas Familie mit Ereignissen vor ihrer Geburt und von ihren eigenen Erinnerungen an frühere Jahrzehnte. Auf mich machte der Aufbau leider bisweilen einen etwas chaotischen Eindruck.
Der Schreibstil ist poetisch und bildhaft. Die Autorin erzählt langsam, aber eindringlich und intensiv, wobei diese Wirkung auch durch häufige Wiederholungen und Betonungen entsteht.
Inhaltlich stehen der Vater und die Beziehung zu ihm im Vordergrund des Buches. Zwei Aspekte nehmen besonders viel Raum ein. Einerseits geht es um die Krankheit, das Leiden und schließlich den Tod. Dabei teilt die Autorin ihre ganz persönlichen Erfahrungen und Emotionen, die sie in dieser Zeit erlebt hat. Sie schildert das Sterben eines geliebten Menschen, die Hilflosigkeit angesichts seines Leidens und die anschließende Trauer. Was geschieht mit uns, wenn wir solche Situationen erleben? Andererseits spielt auch die Familiengeschichte der Bánks in dem Buch eine wichtige Rolle: die Flucht aus Ungarn nach Deutschland im Jahr 1965, die gemeinsamen Aufenthalte in der alten Heimat, die früheren Erinnerungen an den Vater, die Großeltern und andere Verwandte.
Durch die direkte Art des Erzählens und die offenherzigen Schilderungen hat mich das Buch immer wieder berührt und nachdenklich gemacht. In vielen Beschreibungen habe ich eigene Beobachtungen und Gefühle wiedererkannt. Auf 240 Seiten kommt es zwar zu der einen oder anderen Redundanz. Dennoch ist es der Autorin sehr gut gelungen, die unterschiedlichen Facetten der Trauer und des Todes allumfassend darzustellen. Gefallen hat mir auch, dass das Buch nicht düster, sondern hoffnungsvoll und versöhnlich endet.
Ich habe das Buch als ungekürzte Lesung angehört, gesprochen von Lisa Wagner, die als Interpretin mit ihrer akzentuierten Aussprache einen guten Job macht.
Das reduzierte, aber dennoch stimmungsvolle Cover spricht mich sehr an. Auch der prägnante Titel ist treffend gewählt.
Mein Fazit: „Sterben im Sommer“ von Zsusza Bánk ist keine Wohlfühllektüre, aber ein sehr persönliches, ein offenes und authentisches Buch, das mich bewegen konnte.
Die Autorin erzählt über das Sterben ihres Vaters und die Zeit danach.
Sprachlich schlicht und trotzdem berührend nimmt sie den Hörer mit auf diese traurige Reise und regt zum Nachdenken über dieses schwierige Thema an. Es gibt aber auch Halt und Unterstützung mit der Aussage : Jeder darf so trauern, wie er möchte und jede Art ist richtig und legitim.
Mich hat dieses Buch von Beginn an für sich einnehmen können und es wird auch noch deutlich nachhallen in mir und in meinen Gedanken.
Nicht wirklich ein Roman, eher ein Memoir. Es geht sowohl um die Lebensgeschichte von Bánks Vater als auch um sein Sterben. Sozusagen eine buchgewordene Liebeserklärung an den Vater in der für die Autorin gewohnt einfühlsamen Sprache. Die ewigen Wiederholungen bzw. das Annähern an einen Sachverhalt über Synonyme wurde erschien spätestens nach der Hälfte ermüdend, anstrengend, gimmicky. Aber es sei Zsuzsa Bánk verziehen.
Ausgezeichnet auch das Hörbuch gelesen von der Autorin selbst!
Zsusza Bánks Vater war unheilbar an Krebs erkrankt und die Familie wollte - ein letztes Mal - gemeinsam den Sommer-Urlaub am Balaton verbringen. Sie alle verbinden mit dem Urlaub am See die unendliche Freiheit einer „großen Schwimmerei“ (für die es keinen deutschen Ausdruck gibt), das Schwimmen einer weiten Strecke. Jeder hier warf schon morgens beim Aufstehen einen Blick auf die Wasseroberfläche des Sees mit dem Gedanken an die heutige Schwimmstrecke. Das Schwimmen im See schlägt einen Bogen zu Bánks Erstlingsroman „Der Schwimmer“, in dem eine Mutter nach dem Ungarnaufstand 1956 in den Westen flieht und Mann und Kinder zurücklässt. In der Gegenwart erinnert sich die Mutter der Icherzählerin, wie sie 1973 in Deutschland durch ein Telegramm in ungarischer Sprache vom Tod ihres Vaters erfuhr und wie kompliziert es für sie damals war, zu seiner Beisetzung nach Ungarn zu reisen. Auch sie war aus Ungarn in den Westen geflüchtet, hatte jahrelang Angst vor dem ungarischen Staatsschutz gehabt. Ihre Briefe nach geglückter Flucht wurden von den Behörden abgefangen und ihre Eltern lange in Ungewissheit gelassen. Der nahende Tod des Mannes holt Erinnerungen hervor, wie Menschen früher mitten aus dem Leben heraus starben und wie bildhaft darüber gesprochen wurde, wenn zum Tod ein Blitz einschlug oder die Uhr stehen blieb.
In der Gegenwart erweist sich das Familientreffen am Balaton als Komplikation, als es Bánks Vater plötzlich so schlecht geht, dass er von dort in ein österreichisches Krankenhaus gebracht werden muss. Der Patient steckt nun mitten zwischen mehreren Welten, seiner Heimat, aus der er 1956 flüchtete, seinem deutschen Wohnort, an dem seine Kinder aufwuchsen, und einem Krankenhaus in einer fremden österreichischen Stadt. Nach der Verlegung des Vaters nach Deutschland erlebt Zsusza Bánks Familie beispielhaft das Lebensende eines nahestehenden Menschen in einer fremden Umgebung, das der Patient sich so nicht gewünscht hat. Kinder und Enkel können sich ohne den Vater und Großvater spontan keine Urlaube am Balaton mehr vorstellen, jedenfalls nicht im Haus dieses Sommers. Zsuzsa Bánk erzählt die Geschichte einer durch den Kalten Krieg zwischen Ost und West und die Flucht aus Ungarn getrennten Familie. Briefe und Erinnerungsstücke spielen hier eine besondere Rolle und Bánk wird bei der Abwicklung des Nachlasses mit dem Leben beider Eltern konfrontiert, das vor ihrer Geburt stattgefunden hat. Ihre Rolle wird nun sein, die Erzählungen ihrer Eltern aus deren Kindheit zu bewahren und weiterzutragen.
„Sterben im Sommer“ erzählt Zsusza Bánk im Jahreslauf von Sommer zu Sommer. Ihre persönliche Familiengeschichte zeigt einige Längen, wenn es um die Gegenwart geht, bleibt jedoch mit dem wichtigen Thema Sterben fern der Heimat ein Buch zum Behalten und Wiederlesen.
Dla mnie lato to czas umierania, więc tytuł od razu mnie przyciągnął. I z powodu straty, jakiej doznałam w upalnym lecie od czterech lat właśnie w tym czasie czytam osobistą książkę o stracie. Ciężko tego typu litetaturę oceniać, ale ta nie wżynała mi się aż tak w serce i nie była aż tak wielkim wyzwalaczem emocji jak "Bezmatek" czy "Lato, gdy mama miała zielone oczy". Niemniej polecam. Warto czytać o śmierci i umieraniu, bo to jedyne, co w życiu pewne. No i podatki, oczywiście.
Een heel ander boek dat de voorgaande twee romans die ik van Zsuzsa Bánk las, die echt een plot hadden met ook veel kinderen als hoofdpersonages erin. Dit boek - ook een roman geheten, maar eigenlijk gewoon een autobiografisch relaas - gaat over Zsuzsa Bánk zelf en het verlies van haar vader. Het gaat over de hete zomer waarin hij stierf en het hele jaar erna met de wegebbende, maar op elk moment aanwezige rouw. Het is een boek vol herinneringen aan oude Hongaarse gewoontes (de ouders van Bánk vluchtten naar het Westen in de jaren '50), bepaalde niet te vertalen woorden, zoals het woord voor 'een lekkere zwempartij in de zomer' en aan de tijd van het IJzeren Gordijn. Dit soort herinneringen zijn heel kostbaar (zoals onlangs ook die van Lea Ypi over Albanië en Nausicaa Marbe over Roemenië), want deze tweede generatie vertelt ze nog heel levendig door, terwijl hun ouders vaak niet schreven. Naar het einde toe werden de pagina's over de steeds maar huilende Zsuzsa me een beetje te zeurderig, maar al met al toch een heel mooi boek.
może nie powinnam czytać takiej książki podczas gdy zmagam się z żałobą ale pięknie to jest napisane, utozsamiałam się do tego stopnia, że czułam się jakby autorka weszła mi do głowy
„Zawsze myślałam, że ludzie umierają między listopadem a styczniem, po pożegnaniu ze słońcem, gdy temperatura spada i robi się ciemno. Śmierć to zima, nie lato. Lato to życie. Ale w jakiś absurdalny sposób ludzie umierają także latem, nawet w gorące, jasne dni bez skazy. Śmierć jest humorzasta, stale trzeba się z nią liczyć. Wiele osób próbuje złagodzić mój ból, uśmierzyć go, zdjąć mi z ramion jakąś jego część. Wszyscy się angażują, oferują pomoc, współczują, współcierpią, współopłakują. Czuję taką falę solidarności, jakiej ostatni raz doświadczyłam po narodzinach pierwszego dziecka, kiedy każdy chciał wpaść i współuczestniczyć, wziąć coś z tego szczęścia albo coś do niego dodać. Narodziny i śmierć - nic większego nam się nie przydarza.”
Chyba mało, która literatura trafia we mnie tak, jak rumuńska oraz węgierska. Ze względów osobistych już sam tytuł najnowszej powieści Zsuzsy Bank „Śmierć przychodzi nawet latem” uderza we mnie ze zdwojoną siłą. Autorka przeprowadza nas przez intymną podróż żegnania się z ukochanym ojcem. Poczynając od kilometrów, które musi przebywać między Węgrami a Niemcami poprzez najlepszą opiekę, jaką stara się zapewnić ojcu poprzez najtrudniejsze decyzje dotyczące wyboru hospicjum czy płyty nagrobnej. Zbiera wszystkie zdania dotyczące ojca, zabiera ja ze sobą, wkłada do torby i wyjmuje je w domu, ponieważ „każdy rzuca nam słowa nad kuchennym stołem, przez płot, nad świeżymi kanałami, nad rowem, każdy coś do nas woła”, zatem autorka ma co zbierać i z czego stworzyć ten ujmujący pomnik ze słów ku czci swego ojca. „Życie bez niego musimy dopiero wymyślić” - wyznaje, i jak lepiej to zrobić niż za pomocą tak wyjątkowej książki? Chcę Wam powiedzieć, że pomimo niepowetowanej straty i łez, które przelewają się przez ból autorki na karty jej powieści, wypływa z niej przede wszystkim miłość. Śmierć na początku wbija się w człowieka pazurami, ale człowiek potrafi się wyrwać z jej bolesnych szponów.
W języku węgierskim istnieje sformułowanie „dobre pływanie”, które trudno przetłumaczyć, ale istnieje w nim całe piękno węgierskiego lata, to pływanie daleko, za ratownicze boje. Zsuzsa swoją książka zapewnia sobie, czytelnikom, a przede wszystkim swojemu ojcu, piękne, a zarazem smutne ostatnie, dobre pływanie.
Actual rating 3,5 If you have Hungarian roots and spend every summer in Hungary, then this is a book that will make you cry early on and bring on an onslaught of nostalgia and sentimentality. (This applies to me.) It will make you be able to relate to Zsuzsa Bánk and her sad recount of losing her father in a deeper way. The rest of the readers? Hmm. If you're into books that deal with death and coping with grief, then this might be good for you too. Beware - it is quite bleak and perhaps not the best choice for a November read. I did underline quite many parts, even though Bánk has a way of repeating words as a stylistic device that got on my nerves a bit. It got on my nerves. Her way of repeating words like this, it truly got on my nerves.
Es hat mir immer wieder die Kehle zu geschnürt, bei den so treffenden Worten, die Bánk für die Beschreibung vom Sterben, vom Tod und von Trauer findet.
Kurzmeinung: Authentischer Text über den Schmerz, den es bereitet, die Eltern zu verlieren.
Elternsterben: autobiografisch. Man fragt sich, ob „Sterben im Sommer“ im eigentlichen Sinne ein Roman ist. Ist der Text nicht eher ein innerer Monolog, in dem die Autorin die Krebserkrankung ihres Vaters zu verarbeiten sucht und sein Verschwinden begreifen will?
„Sterben im Sommer“ ist eine Auseinandersetzung mit dem Verschwinden der Eltern, deren Ausgeliefertsein an den Tod, eine Auseinandersetzung mit Tod und Sterben schlechthin, eine sehr persönliche Auseinandersetzung und ein sehr persönliches Erleben. Anders als viele Autoren, die eine Elternbeziehung im Nachhinein aufarbeiten, ist die von Szusza Bánk ohne Groll, erfüllt von tiefer Dankbarkeit für die gemeinsamen Jahre.
Die ungarisch stämmige Autorin erlebt mit den in den 50ern aus Ungarn geflüchteten Eltern nach dem Verschwinden des Eisernen Vorhangs viele Sommer in der alten Heimat der Eltern. Sie lernt die Großeltern kennen. Diese alte Heimat ist irgendwie auch die ihre. Dennoch ist sie bereits weiter entfernt als ihr lieb ist, die Fachbegriffe für die spezifische Krankheit sind in ihrem Ungarisch nicht vorhanden. Sie muss sie im Gespräch mit den Verwandten suchen. Und mit dem Vater verliert die Familie auch den Familiensommersitz, an dem Vater, Mutter, Kind(er) und Enkel beieinander waren. Abschied auf vielen Ebenen steht an. Davon schreibt die Autorin. Sie ist ganz nah und ungeschminkt und dennoch in all ihrem Schmerz nie peinlich.
Als der Vater während des letzten Sommerurlaubs in Ungarn so krank wird, dass ein Krankenhausaufenthalt nicht mehr aufschiebbar ist – und es der Familie der Autorin klar wird, dass der Abschied unabänderlich bevorsteht, versuchen alle, noch so viele Stunden des Beieinanderseins herauszuholen wie nur möglich.
Szusza Bánk hat mit „ Sterben im Sommer“ einen sehr persönlichen Text, sogar einen schönen Text geschrieben, der berührt und mitnimmt und eine gewisse Allgemeingültigkeit besitzt, weil alle Menschen ihre Eltern an den Tod verlieren werden oder bereits verloren haben, sofern kein Unglück geschieht, das die natürlichen Verhältnisse umkehrt.
Man hätte allerdings ein wenig mehr in die Familiengeschichte eintauchen wollen, das hätte den Text mehr zu einem „richtigen“ Roman gemacht.
Fazit: Dieser Text wäre noch besser geworden, wenn man mehr Hintergründe geliefert bekommen hätte, einen Hauch weniger Trauer und ein klein bisschen Nähkästchen. Wie ist es den Eltern ergangen im „Ausland“. Wie weit sind sie heimisch geworden, welche Rolle hat die ungarische Herkunft für die Autorin selber gespielt? So ist dieser der Text eine Spur zu gefühllastig für fünf Sterne. Aber vier sind allemal drin.
Kategorie: Anspruchsvoller Roman Verlag: S.Fischer, 2020
zsuzsa bánks bücher sind nicht leicht zu lesen. erstens weil sie meistens thematisch harte kost sind und zweitens weil sie so wortgewaltig sind. satzenden haben angst vor bánk. ihre sätze sind teilweise so lang dass man beim lesen den sinn kurz verliert und dann den roten faden mit einem aha! wieder aufnimmt. gleichzeitig ist ihre sprache so poetisch und malerisch, dass ich mir teils ganz genau vorstellen kann, was sie beschreibt.
das buch war ehrlich und roh, denn es ging um ihr eigenes leben, den tod ihres vaters. immer wieder hatte ich tränen in den augen, habe an meinen vater, oder auf grund der thematik, auch oft an ingo und die knillmanns gedacht. das buch hatte eine gewisse schwere, hat aber auch gleichzeitig das leben und vor allem auch ungarn gefeiert.
Kurze Rezension: Dieses Buch ist eine Widmung an die Trauer, so poetisch und aufwühlend dargestellt, das man bis zum Ende nicht anders kann als es zu lesen. Nichts für schwache Nerven.
Lange Rezension:
Das Abstraktum Trauer wird in diesem Buch wiedergegeben. Was es heißt langsam von einem geliebten Menschen Abschied zu nehmen und trotzdem beim letzten Abschied sich vollkommen darin zu verlieren. In der Trauer danach teilweise zu versinken.
Es ist ein Buch gerichtet an den Tod und den Verbliebenen, wo die Einen es mit Fassung tragen und die Anderen im Schmerz sich auflösen. Das sogar die geliebten Orte der gemeinsamen Erinnerungen, nur noch die Orte des innerlichen Schmerzes sein können.
Zsusza Bánk hat mit diesem Buch eine Ode an die Trauer geschrieben, so wortgewand und voller Fülle, das mich Seite für Seite in sich verschlungen hat. In diesem Buch gibt es keine Highlights, keine Climax. Dieses Buch ist voll und ganz die Spiegelung einer Frau, die nicht anders kann als auf die Art zu Trauern wie nur sie es kann, da kein Mensch gleich trauert.
Tagespausen halfen mir das Gelesene zu verarbeiten, zu verinnerlichen und bereiteten mich auf das Kommende vor. Manchmal hat ich das Gefühl ich sollte dieses Buch nicht lesen, da es sich so intim angefühlt hat. Auf der anderen Seite hatte ich das Gefühl ich helfe der Protagonisten, mit jeder Zeile die ich gelesen habe, sie ein bisschen mitzuheilen.
Was mir zuzüglich besonders gefiel, waren die kleinen Erzählungen über ihre Eltern, warum sie nach Deutschland gekommen sind - 1956 als ungarische Flüchtlinge - und wie die Erinnerungen der Eltern, mit der ihrigen verpflochten sind. Was es heißt noch überall bei den Nachbarn willkommen zu sein, die näher als die eigene Familie standen, da alle das gemeinsame Schicksal teilten,-ihre geliebten Menschen in ihren Ländern zurückgelassen zu haben.
Zsuzsa Bánk hat es geschafft zwei anspruchsvolle und heikle Themen elegant, mit malerisch unterstrichenen Ortsbeschreibungen, auf Papier festzuhalten und ein zeitloses Werk zu schaffen.
Definitiv empfehlenswert.
Vielen Dank an @netgalleyde und @s.fischer für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.
Zsuzsa Bánk erzählt hier eine sehr persönliche Geschichte. Die ihres Umgangs mit dem Tod ihres Vaters. Die Autorin lässt uns im Laufe von etwa zwei Jahren teilhaben, wie die Diagnose “unheilbarer Krebs” an ihren Nerven zehrt, wie die ganze Familie trotzdem noch versucht, alles aus diesen letzten Monaten herauszuholen – und wie der Tod, wenn auch nicht überraschend, doch zu früh kommt. Sie teilt ihre Trauer, die schweren Zeiten unmittelbar nach dem Tod, während denen so viele Entscheidungen unmöglich erscheinen und doch unter Zeitdruck getroffen werden müssen und die Zeiten, in denen das Verständnis einsetzt, was es im alltäglichen Leben bedeutet, dass es diesen einen Menschen nicht mehr gibt. Auch die Zeit, in der es langsam besser wird, aber nicht ganz aufhört. Die Stationen des Sterbens werden nicht chronologisch erzählt und auch die immer wieder zwischengeschobenen Erinnerungen an ihre Kindheit, an die Beziehung zu dem Vater, an die Sommer in Ungarn, an den Vater überhaupt folgen keiner klaren Chronologie. Alles zusammen ergeben sie aber ein rundes Bild einer sehr harmonischen Vater-Tochter-Beziehung und eines Menschen, der seine Heimat verlassen musste aber in der Fremde ein Zuhause erschaffen konnte sowie einer Familie mit Verflechtungen in die ganze Welt, die trotz Distanz aufrechterhalten und geschätzt werden.
Es sind die Emotionen und die Erfahrungen von Zsuzsa Bánk, die sicherlich in einigen Aspekten generelle Gültigkeit haben, die eindeutig berühren und teilhaben lassen. Aber es sind nicht meine. Ich konnte nur wenig aus diesem Sterbens-Bericht auf meine eigene Situation übertragen und nur weniges hat mich wirklich persönlich angesprochen. Dieses wenige allerdings hat mich zum Weinen gebracht. “Nicht mehr auf Erden – vielleicht kann mir diese Wortfolge helfen, wenn es so weit ist, wenn der Tag da ist, wenn er anbricht, vielleicht nimmt sie etwas von der Unerbittlichkeit und Härte, vielleicht gelingt es mir dann zu denken, mein Vater ist an einem anderen Ort, nur deshalb ist er nicht mehr bei uns, weil er an einem anderen Ort ist, wo wir gerade nicht sind. Dass er irgendwo noch sein könnte – auf eine sehr einfache Art beruhigt mich das. Nicht mehr leben, wie wir es kennen. Aber sein, irgendwie noch sein.”
Zsuzsa Bank, die sich vor einigen Jahren mit "Die hellen Tage" direkt und für alle Zeiten in mein Herz geschrieben hat, legt nun mit "Sterben im Sommer" ein sehr persönliches Buch vor: Mit 85 Jahren erliegt ihr geliebter Vater seinem Krebsleiden. Gerade als die Familie gemeinsam noch einmal einen Sommer am Plattensee, in der alten Heimat, verbringen möchte, macht die fortschreitende Krankheit allen einen Strich durch die Rechnung. Die unbeschwerten Sommertage werden abgelöst durch eine quälende Odyssee durch verschiedene Krankenhäuser, die Betreuung und Begleitung des Vaters zusammen mit ihrem Beruf und familiären Pflichten verlangen Frau Bánk alles ab. Belastend ist nicht nur das auf und ab zwischen Hoffnung und Verzweiflung und die medizinische Maschinerie der Krankenhäuser, in der wenig Platz ist für Verzweifung, Trauer und die völlige Erschöpfung der Angehörigen. Die Autorin leidet besonders darunter, dass sie Krankheit und Sterben des Vaters so persönlich nimmt. Natürlich ist ihr klar, dass dies der Lauf des Lebens ist, trotzdem hadert und kämpft sie bis zur letzten Minute. Offensichtlich hat sie Schwierigkeiten, sich mit dem Unvermeidlichen abzufinden, auch die Organisation der Bestattung des Vaters, das Aufarbeiten seines Nachlasses und die Trauerphase fallen ihr unendlich schwer. Und gerade dies macht dieses Buch so wertvoll und persönlich: Dass Zsuzsa Bank den Vater so sehr liebt, dass das Ende seines Lebens für sie geradezu unfassbar ist. Dass sie genau schildert, wie hilflos,erschöpft und verzweifelt Angehörige häufig die letzte Krankheitsphase und das Sterben eines geliebten Menschen erleben. Und wie sehr und lange man einen geliebten Menschen vermisst, wenn er nicht mehr da ist. Solange der Tod eine abstrakte Größe ist, kann man sich rational wohl mit ihm abfinden. Wenn er einem jedoch einen geliebten Menschen nimmt, so wird die Auseinandersetzung mit ihm höchst persönlich und schmerzhaft. Dies offen, voller Liebe und eben ganz persönlich zu schildern, ist in diesem Buch das Verdienst von Frau Bánk.
Wie soll man schon etwas bewerten, in dem eine Autorin ihre Trauer verarbeitet? Es war eine schwermütige und zähe Lektüre - aber so ist die Trauer eben. Der Schreibstil war sehr redundant - aber das sind die Gedanken der Trauernden vermutlich auch. Ich kann nicht sagen, dass mir das (Hör-)Buch "gefallen" hat, aber vielleicht sollte es auch nicht gefallen. Ich war einfach nur Zeugin der Trauer und das ist manchmal auch okay.