Was für ein extrem interessantes Buch!! Sowohl in Hinsicht auf Abramović und ihre Arbeit, als auch auf die Funktionsweisen der Psyche allgemein - besonders der Auswirkungen einer Kindheit ohne bedingungslose Liebe
‚Einsamkeit unterscheidet sich grundsätzlich von Alleinesein. Das Alleinesein zieht nicht ein Gefühl der Einsamkeit, der Ohnmacht, der schweren Leere nach sich. Alleinesein heisst: Da ist jemand, der im Moment nicht hier ist. Einsamkeit hingegen heisst: Da ist niemand, selbst wenn er hier ist‘
Für mich stellt sich immer noch die Frage, ob Marina sich auch nicht von den Schmerzen lösen kann, weil sie ein Teil ihrer Performance und Identität geworden sind.
Beim Lesen musste ich auch ganz oft an „The Gifted Child” von Alice Miller denken. Es ist schrecklich, wie Eltern ihre Kinder emotional missbrauchen und zu beobachten, welche Auswirkungen das auf spätere Beziehungen und das eigene Leben hat. Kein Mensch sollte das Gefühl haben, die Gewalt anderer ertragen zu müssen. Schuld ist ein Teufelskreis. Nachdem ich zwei Ausstellungen von Marina besucht habe, habe ich doch das Gefühl, dass sie sich etwas davon befreit hat. Das würde ich ihr auf jeden Fall wünschen.
Die Bedeutung von Schmerz und Selbstaufopferung aus verschiedenen Perspektiven.
Sehr eindrücklich wird Abramovics Kunst bis auf ihre Kindheit zurückgeführt. Welche Rolle spielten ihre Eltern und vor allem ihre Mutter in ihrer Entwicklung?
Private Zwischenmenschlichkeit bekommt eine Bühne, wie privat kann und darf eine Künstlerin wie Marina überhaupt leben?
Ich entdeckte das Buch zufällig im Museumshop der Tübinger Kunsthalle, ausgestellt wurde zu ,,Sigmund Freud und die Kunst". Persönlich wusste ich noch wenig über Abramovics Kunst, es war eher ein zufälliger Kauf, mit schlagartiger Tiefe.
So sehr ich diese Tiefe und Melancholie verstehen kann, so sehr sehe ich auch den potentiellen Schaden den eine ewige, irreführende Sehnsucht nach Melancholie anrichten kann.
Glücklichsein bedeutet Selbstverantwortung, das Annehmen des Selbst.
Ufff ganz schön viel Geschwafel. Aber ich kann mit dieser Art von performance Kunst auch nicht viel anfangen. Anderen Leuten könnte das durchaus was geben
This is a brilliant read for anyone with an interest in art or psychology. I’ve followed Abramović’s work for years, yet this book gave me a completely new perspective.
Through conversations between the artist and a psychoanalyst, the patterns shaping Abramović’s work slowly come into focus. Why does she gravitate toward art forms defined by endurance, pain, and exhaustion? Is she, as critics sometimes ask, a perverted exhibitionist?
The answer is no. Abramović’s art reenacts her childhood traumas—but with a crucial reversal. Rather than remaining the victim, she becomes the creator. This isn’t a conscious strategy; it’s psychological.
So what’s really going on?
In psychology, this is called repetition compulsion: when the psyche repeats trauma through action rather than remembering it in narrative form. The past isn’t recalled—it’s performed.
Yet the violence underpinning her work is never truly questioned. As the psychoanalyst concludes, the trauma is reproduced, not resolved.
There is so much more to learn from this book—and it lingers long after the last page.