„Wenn wir wieder wahrnehmen“ möchte ein Weckruf sein. Kein Aufschrei, auch kein Aufruf zu panischem Aktionismus um kurz vor oder nach zwölf. Eher eine Einladung, innezuhalten und dadurch wach zu werden. Es möchte beschreiben, was uns abhanden gekommen ist – tiefes, bezogenes Wahrnehmen – und wie wir es wiederfinden können.
Ein feinfühlig-poetisches Buch, was in einer Weise geschrieben ist, die mir noch nie vorher begegnet ist. Das Lesen des Buches hat sich für mich selbst wie eine sehr kraftvolle, und zugleich sanft-sinnliche Entdeckungsreise gemeinsam mit der Autorin angefühlt: über tief-vergrabene Erinnerungen, schmerzlich und schöne Erfahrungen bis hin zu mir teils sehr neuen, hoffnungsgebenden Perspektiven der Autorin selbst und vieler weiterer kluger, spürender Menschen, auf die sich die Autorin bezieht. Ich bin wirklich tief dankbar, dass die Autorin Heike Pourian hier so viel Liebe und Kraft reingegeben hat und dieses Buch geschaffen hat. Es hat mich tief berührt und Dinge in mir bewegt. Auch die Art des Buches allein ist schon eine sinnliche Erfahrung für sich in dem wie es gestaltet und auch künstlerisch begleitet wird. Ich würde mir wünschen, dass „Wenn wir wieder wahrnehmen“ viele Menschen erreicht, denn ich denke wirklich, dass vieles daraus ganz konkret einen Beginn für den Weg in eine Zukunft über die „Geschichte der Getrenntheit“ hinaus ebenen könnte. Ich habe schon einige Bücher gelesen, die teils schmerzliche gesellschaftliche Themen aufgreifen und sichtbar machen. Manchmal habe ich dann eher ein bedrückendes Gefühl nach dem Lesen gehabt, eher entmutig und erschöpft über die Lage der Welt. Dieses hier macht die Dinge auch greifbar und scheut nicht zurück Schwieriges kraftvoll aufzuzeigen, und doch bleibt eine große Zuversicht und ein Urvertrauen in die Welt, in Verbundenheit und Vertrauen in mir zurück. Ganz große Empfehlung!