Bei NA-Liebesromanen ist es oft schwierig, das richtige Maß an Einzigartigkeit und Drama zu finden. Dieses Maß wurde in »Time to be enough« jedoch gefunden, obwohl es trotzdem ein paar Aspekte gibt, die ich zu kritisieren habe.
Zuerst aber einmal zu Ivy, der Protagonistin. Sie war mir sehr sympathisch, was unter anderem auch daran lag, dass ich an vielen Stellen mit ihr relaten konnte, weil sie genauso literaturbegeistert ist wie ich. Zudem mochte ich auch ihren familiären Hintergrund total. Das wirkte einfach schön, aber nicht perfekt, also sehr authentisch.
Allerdings ist es für mich wichtig zu erwähnen, dass Ivy sich selbst für ihren Körper fertigmacht. Zwar vergleichsweise noch gemäßigt, aber trotzdem ist Bodyshaming ein wichtiger Begriff in dem Buch. Da wäre vielleicht ein kurzer Hinweis am Anfang des Buches ganz schön gewesen, denn insbesondere, wenn man das Buch nicht bis zum Ende lesen sollte, können die Aussagen, die Ivy über sich selbst tätigt, triggern. Auch hätte ich es nicht schlecht gefunden, wenn dieser Handlungsstrang noch ein klein wenig mehr Platz in dem Buch bekommen hätte, denn dann wäre ein umfassenderes Bild und somit eine differenziertere Herangehensweise möglich gewesen.
Jacob mochte ich in seinen Grundzügen auch. Er ist kein Bad Boy und stellt seine Bedürfnisse nicht über die von Ivy. Trotzdem zeigt er einen fast schon übertriebenen Beschützerinstinkt gerade am Anfang, den ich nicht ganz nachvollziehen konnte, auch mit Ivys Verletzung im Hinterkopf. Zudem konnte ich seine Freundschaft zu Owen nicht ganz verstehen. Jacob wollte sich die ganze Zeit über im Grunde von den Äußerungen und Ansichten seines besten Freundes distanzieren – was ich auch als richtig empfunden habe. Da kann ich aber auch einfach nicht verstehen, dass er Owen trotzdem weiterhin als seinen besten Freund bezeichnet hat.
Die Familiengeschichte von Jacob war auch erst mal recht klischeebehaftet, was ich aber nicht schlecht fand. Der Gegensatz zwischen Ivys und Jacobs Familie lag einfach nahe, und hat die Beziehung zwischen den beiden Protagonist*innen einfach aufgefrischt.
Insgesamt hat mir das Lesen viel Spaß gemacht, da der Schreibstil sehr flüssig zu lesen war und perfekt zu einer NA-Liebesgeschichte passte. Ich bin außerdem schon total gespannt darauf zu lesen, wie es mit Olive und Elijah weitergeht, denn die beiden sind mir extrem ans Herz gewachsen.
Fazit
Insgesamt würde ich sagen, dass »Time to be enough« eine schöne NA-Romance ist, die sich auch mal so für zwischendurch eignet, die man allerdings nicht lesen sollte, wenn man gerade runterkommen will. Denn dafür gab es zu viele Plottwists, die die Spannung aufrechterhalten haben, sodass das Lesen nie langweilig wurde.
Aus dem Grund spreche ich hiermit auf jeden Fall eine Leseempfehlung für alle Fans von New Adult Romance Stories aus!