Alles hängt mit allem zusammen, und wir Menschen sind ein Teil des Ganzen der Natur. Diese Einsicht ist in unserer technologisch-ökonomisch geprägten Welt in Vergessenheit geraten, mit immer negativeren Folgen für unsere natürliche Mitwelt, unsere Lebensgrundlagen und letztlich uns selbst. Wie kommen wir da wieder raus? Harald Lesch und Klaus Kamphausen entwerfen ein Welt- und Menschenbild, das den Menschen wieder als Teil der natürlichen Zusammenhänge begreift und ihn als Wesen zeigt, das erst im Für- und Miteinander sein volles, zukunftsfähiges Potential entfaltet – ein Welt- und Menschenbild, das sich von der Durchrationalisierung und -ökonomisierung des Lebens verabschiedet und dem Staunen und Mitfühlen wieder mehr Platz einräumt. Ein Leitstern ihrer Überlegungen ist der Naturforscher Alexander von Humboldt, der vor über 200 Jahren den südamerikanischen Fluss Orinoco bereiste.
Harald Lesch is a German physicist, astronomer, natural philosopher, author, television presenter, professor of physics at the Ludwig Maximilian University of Munich (LMU) and professor of natural philosophy at the Munich University of Philosophy. In the German speaking world, Lesch serves a similar role to that of Neil deGrasse Tyson, as a bridge between the scientific community and the public.
Das war jetzt mein erstes Buch, dass sich mit dem Thema des Klimawandels beschäftigt. Im Fokus steht der Mensch, wie er zurzeit ist und sich verhält und wie er sich aber zu ändern habe, um dem Klimawandel entschlossener entgegenzutreten.
Grundsätzlich glaube ich, dass Lesch und Kamphausen recht damit haben, dass wir uns radikal ändern müssen. Im Grunde bedeutet das, dass wir auf das, was wir als Luxus bzw. eigentlich für selbstverständlich hinnehmen, in gewisser Weise aufgeben sollten. Sehe ich ähnlich, da ich glaube, dass wir alle viel mehr haben, als wir benötigen - zumindest hier in Europa.
Grundsätzlich geht es in dem Buch aber wirklich um den jetzigen Stand des Menschen. Das wird natürlich in Benzuf zum Klimawandel gesetzt, jedoch steht das nicht unbedingt im Fokus. Es dient wohl eher als Grund, sich den Status Quo vor Augen zu führen. Dementsprechend philosophisch ist das Buch aufgebaut und man hat manchmal den Eindruck, dass es eigentlich etwas konkreter sein könnte, aber nicht ist.
Dementsprechend finde ich, dass man 'Über Orinoco scheint der Mond' als gutes Beiwerk zum Thema Klimawandel empfehlen kann, wenn es denn von Interesse ist, den Menschen dahingehend zu beleuchten. Das ist ja auch interessant, aber viel wird wohl eher angekratzt, als wirklich haarklein dargestellt.
War für mich in Ordnung und dahingehend weckt es das Interesse, auch die anderen, gemeinsam geschriebenen Bücher der beiden Autoren zu lesen. :-)
Übrigens: Ich habe von anderen Lesern gehört, dass gerade das Hörbuch sehr angenehm produziert sein muss, da die beiden Autoren selbst ihre Parts vorlesen. Da es sich um einen Dialog zwischen den beiden Wissenschaftlern handelt, passt das wirklich sehr gut.
Hmm.. Das Hörbuch war gut, da die beiden Autoren es selbst lesen und beide einfach eine wahnsinnig angenehme Stimme haben. Ich glaube aber ich hatte falsche Vorstellungen über das Buch, für Philosophie konnte ich mich bis jetzt noch nicht begeistern aber wer wirklich eine Diskussion über Gott und die Welt hören möchte ist hier bestimmt gut aufgehoben.
Ja ... ein durchaus interessantes Gespräch, das immer mal wieder bei dem Thema vorbeischaut, wegen welchem ich es gekauft habe... 🤣
Handelt tatsächlich von Gott und der Welt.
Für eine bessere Bewertung meinerseits hätte es sich vielleicht etwas stringenter an das Thema Umwelt und Wahrnehmung von Umwelt halten müssen. Aber dann wäre es vielleicht etwas geworden, dass Lesch und Kamphausen gar nicht schreiben wollten. Ich will also nicht unfair sein. In Goodreads sind zwei Sterne "It was ok". Und das war's auch.
Wer sich für Leschs persönliche Ansichten allerdings interessiert, der ist hier gut aufgehoben.
Leider habe ich das Buch zur Hand genommen, weil mich der Untertitel interessiert hat ("Warum wir die Natur des Menschen neu begreifen müssen, um die Welt von morgen zu gestalten") und nicht der offizielle Titel ("Über dem Orinoco scheint der Mond"). Da hätte ich wohl auf die sprachliche Fokussierung achten müssen, damit mir nicht der Fehler passiert wäre, der mir passiert ist.
Ich bin mit dem Grundgedanken an das Buch gegangen, dass es um die Beziehung und Verbindung zwischen Natur und Mensch geht - und das tut es auch, jedoch nicht hauptsächlich, sondern gefühlt nur nebensächlich. Stattdessen wurde viel über Humboldt, Arendt etc. geredet, und es wurden viele literarisch-intellektuelle Zitate wiederholt, um breitgefächert zu philosophieren. Als wäre ein Gespräch zwischen den beiden einfach nur verschriftlicht worden, ohne den Text sinngemäß zu kürzen, nur aufs Wesentliche zu begrenzen oder Stellen nochmal zu überarbeiten.
Das macht es nicht schlecht, aber hat auf jeden Fall nicht meinen Erwartungen entsprochen.
Es war sagen wir, in Ordnung, allerdings nicht so ganz, was ich mir erwartet hatte. Als es dann in Richtung Gott und Philosophie ging, fühlte ich mich etwas abseits von eigentlichen Thema, Umwelt und Umweltbewusstsein und wie kann ich etwas bewegen als Mensch. Trotzdem gut zu lesen, wenn man Leschs Redestil mag (Alpha Centauri Lover here).
Das Buch ist ziemlich Ambiguitätstolerant was Wissenschaft, Glaube und Emotionen angeht. Allerdings ist dennoch kein Must-Read. War leichte Kost und nett für zwischendurch.