Seit dem bitteren Verlust, der ihr Leben erschütterte, hat sich Dot von der Welt zurückgezogen. Sie vergräbt sich in ihrer Arbeit im Londoner Fundbüro und geht ganz in ihrem Job als Hüterin verlorener Dinge auf. Ihre größte Freude ist es, wenn sie jemandem einen vermissten Gegenstand wiedergeben kann. Denn hinter ihrer stachligen Fassade schlägt ein sehr großes Herz. Als ein bekümmerter älterer Herr in ihr Fundbüro kommt, der eine Tasche mit einem Andenken an seine verstorbene Frau darin verloren hat, setzt Dot alles daran, Mr. Applebys Tasche wiederzufinden. Dabei findet sie schließlich auch etwas, womit sie gar nicht gerechnet hätte: Sich selbst und ihr wirkliches Leben.
Das Fundbüro der verlorenen Träume sprach mich besonders durch den Klappentext an, der eine herzerwärmende Wohlfühlgeschichte vermuten lässt, die sich dann aber doch anders gestaltet hat als ich erwartet hatte.
Dot arbeitet im Londoner Fundbüro und ist bestrebt die verlorenen Dinge, die täglich bei ihr abgegeben und von ihr akribisch katalogisiert werden, wieder mit ihren Besitzer:innen zu vereinen. Als Mister Appleby an ihren Schalter tritt und seine Ledertasche als vermisst meldet, in dem sich ein Gegenstand verbirgt, den ihn an seine verstorbene Frau erinnert, setzt das in Dot etwas in Gang.
Sie beginnt ihr Leben zu durchleuchten, ihre Familiengeschichte, Trauer, Verlust und Schuld aufzuarbeiten und findet dabei mehr und mehr zu sich selbst zurück.
Ich bin ein bisschen zwiegespalten, denn besonders das letzte Drittel der Geschichte mochte ich sehr. Der Einstieg dagegen war verwirrend, weil in Dot zwei Seelen toben, die die Autorin zwar gekonnt vermittelt, die man aber zunächst nicht greifen kann. Irgendwann kommt dann ein Punkt, an dem klar wird, warum es zwei Dots gibt. Eine Davor: lebenslustig, wissbegierig und eine Aktuelle: mechanisch, distanziert. Ich mochte das und irgendwie mochte ich es auch nicht und kann nicht einmal benennen wieso, denn die Veränderung ist schlüssig, aber war auch ein wenig anstrengend zu lesen, weil Dot seltsame Dinge tut, um sich selbst wiederzufinden.
Besonders im Mittelteil, der mir einfach zu anstrengend war. Hier hat sie eine Phase, die einfach nur verwirrend war, die die Autorin zusätzlich mit viel zu vielen ausgeschmückten und unnützen Details erzählt, die wirkten als hätte sie die Geschichte unnötig in die Länge ziehen wollen.
In diesem Roman geht es um Themen wie Trauerbewältigung, Schuld und auch Reue, es geht aber auch um Suizid und Demenz (für beides gab es keine Triggerwarnung). Und besonders für diese beiden Punkte und deren Aufarbeitung hätte ich mir deutlich mehr Raum und Tiefe gewünscht, weil sie in Dots Leben eine tragende Rolle spielen.
Bin ich enttäuscht von dem Roman ? Bedingt, denn es gab wirklich schöne Momente und besonders das letzte Drittel war emotional und berührend, der Rest dagegen war eher zäh und oftmals verwirrend. Ich ordne das Buch deshalb im guten Mittelfeld ein, würde es aber kein zweites Mal mehr lesen.
Dot ist Anfang 30 und eine Expertin für Verluste. Sie arbeitet im Fundbüro der Londoner U-Bahn. Auch Dot hat einen bitteren Verlust erlitten und sich völlig von der Welt zurückgezogen. Sie lebt nur noch für ihre Arbeit. Hütet die verlorenen Gegenstände und freut sich immer wenn sie etwas ihrem Besitzer wieder zurückgeben kann. Eines Tages kommt ein älterer Mann in das Fundbüro. Er hat eine Tasche verloren und drin befand sich ein Andenken an seine verstorbenen Frau. Dot setzt alles in Bewegung die Tasche de Mannes zu finden. Dabei findet Dot sich selbst und ihr wirkliches Leben.
„Das Fundbüro der verlorenen Träume“ ist eine emotionale und warmherzige Geschichte von Helen Frances Paris.
Dot, auch wenn sie oft recht widerborstig daherkommt war mir schnell sympathisch. Ich hatte den Eindruck, als sei das Fundbüro ihr Zufluchtsort. Sie versteckt sich dort vor der Welt. Manchmal hatte ich den Eindruck, als wären die gefundenen Gegenstände ihre Freunde. Auch sie hat etwas verloren. Ihren Vater. Den kann ihr niemand mehr zurückgeben. Dafür hütet sie verlorene Gegenstände und freut sich immer, wenn etwas davon seinen Besitzer wiederfindet. Aber auch Dot hatte einmal große Träume doch die sind mit ihrem Vater gestorben. Dann trifft sie auf Mr. Appleby. Ein sympathischer älterer Mann der seine Tasche verloren hat. In der Tasche stecken Erinnerungen an seine verstorbene Frau. Dot möchte die Tasche für Mr. Appleby finden. Zu gut versteht sie seinen Schmerz.
Die Geschichte hat viele Facetten. Nicht nur die Tasche von Mr. Appleby beschäftigt Dot. Sie wird auch mit ihrem Verhältnis zu ihrer Schwester und mit der Gesundheit ihrer Mutter konfrontiert.
Helen Frances Paris erzählt die Geschichte in einer wunderschönen, ja ich möchte sagen fast poetischen Sprache. Die Geschichte und die Charaktere sind sehr lebendig. Gleichzeitig hat die Geschichte einen feinen Humor der recht zart daherkommt.
„Das Fundbüro der verlorenen Träume“ ist ein Buch in das man ganz tief versinken kann. Man taucht ab und taucht erst wieder auf wenn man es zu Ende gelesen hat. Helen Frances Paris ist ein Name den ich mir merken werde.
Der Anfang war toll, in der Mitte wurde es etwas zäh, am Ende wieder gut und traurig. Irre Geschichte über Neuorientierung, eingefahrene Gewohnheiten, Selbstmord, Demenz und wie man sein Leben (über Umwege) wieder in den Griff bekommt. Ich fands toll.
Immer wieder gibt es Bücher, deren Klappentexte etwas versprechen, was die Geschichte an sich dann jedoch niemals halten kann. Manchmal werden Erwartungshaltungen geweckt, die niemals in Erfüllung gehen können. Oder Handlungsstränge erwartet, die dann nicht im Buch auftauchen. Oftmals ist es eher enttäuschend, wenn Klappentext und Inhalt nicht zusammenpassen. Eben, weil man als Leser:in das Buch mit einer bestimmten Erwartung aufschlägt und immer weiterliest, in der Hoffnung, dass das Erwartete irgendwann einmal in der Geschichte auftaucht. Und immer mehr ernüchtert, je mehr Seiten vergehen. Auch bei diesem Buch hat das Zusammenspiel von Klappentext, Cover und Titel bei mir ganz andere Erwartungen geweckt. Aber glücklicher Weise gehört „Das Fundbüro der verlorenen Träume“ zu der eher selteneren Kategorie: Ein Buch, das im Vorfeld andere Erwartungen weckte und dessen Tiefe und Inhalt mich als Leserin überraschte und mich begeistern konnte.
Erwartet hatte auch ich eine Handlung, die viel mehr auf die Fundstücke und das Fundbüro fokussiert wäre, nicht aber eine Geschichte um Familie, Trauer, Verlust und Schuld. Ich würde im Nachhinein empfehlen, den deutschen Klappentext nur zu überfliegen und lieber den originalen Klappentext zu lesen, der dem eigentlichen Inhalt ein weniger näher ist. Dabei ist der Klappentext nicht schlecht, er konzentriert sich jedoch nur auf einen Teilaspekt der Geschichte.
Mit Dot als Protagonistin habe ich mich anfangs etwas schwergetan. In einzelnen Passagen fand ich sie unheimlich sympathisch und liebenswürdig, außerdem verfügte sie über ein erstaunliches Einfühlungsvermögen in andere Menschen. Dann aber ist sie echt biestig, stößt Menschen von sich, lässt keine Nähe zu und denkt dermaßen in Kategorien und Schubladen, aus denen die betreffenden Menschen sich scheinbar nicht mehr „befreien“ können. Liebevoll, lebensfroh, unternehmungslustig auf der einen Seite, engstirnig, verurteilend und überlegen auf der anderen. Doch nach und nach löste Dot sich selber aus dem Muster, in das ich sie gedanklich sortierte. Trauer um den Verlust eines geliebten Menschen kann einen Menschen einfach verändern. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben, was verstärkt dazu führte, dass man sich als Leser:in noch mehr mit Dot und ihrer Vergangenheit beschäftigte und sich in sie hineinversetzen konnte. Auf der anderen Seite blieben dadurch die Nebencharaktere etwas zurück. Manche von ihnen waren detaillierter ausgearbeitet als andere. Aber vielen fehlte es ein wenig an Tiefe und Charakter. Das ist aber für die Geschichte verschmerzbar, schließlich geht es um Dot und ihr Leben.
Die Handlung an sich fand ich wirklich toll. Ja, anders als erwartet, aber einfach besser. Ein wenig störte ich mich an dem teilweise sehr exzessivem Alkoholkonsum, aber andererseits fand ich es als Angehörige eines Menschen, der sich nach dem Verlust eines geliebten Menschen selbst in den Alkohol flüchtete und der nun schon seit Jahrzehnten erfolgreich trocken ist, sehr realitätsnah. Trotz der Melancholie und vergänglichen, traurigen Stimmung war der Schreibstil passagenweise wirklich humorvoll und gefiel mir gut. Ich persönlich fand das Ende nicht ganz passend zum Rest der Handlung, aber ich verstehe, weshalb die Autorin es so geschrieben hat.
Alles in allem hatte ich eine echt schöne Lesezeit und kann das Buch wirklich empfehlen.
GEFUNDEN: Roman "Das Fundbüro der verlorenen Träume" BESCHREIBUNG: Taschenbuch (neuwertig) Umschlag: (kirschblütenrosa) Cover: Handtasche (lila)& Blüte (magenta/cremegesprenkelt) ORT: Bücherregal
Das Buch handelt von der jungen Frau Dot, die nach dem Verlust ihres Vaters im Fundbüro arbeitet und für die das Fundbüro ein ganz eigenes, magisches Universum darstellt. Dort fühlt sie sich wohl und glücklich, dort muss sie nicht daran denken, ob ihre "perfekte" Schwester wieder mal etwas von ihr möchte oder ob ihre demenzkranke Mutter sie überhaupt wieder erkennt. Als eines Tages ein alter Mann ins Fundbüro kommt und nach einer Tasche fragt, die ihm viel bedeutet, nimmt Dot einiges in Kauf um sie ihrem Besitzer wieder zu bringen. Und dabei findet sie auch immer mehr einen Weg aus ihren eigenen familiären Problemen und Geheimnissen...
Die ersten Kapitel dieses Romans beginnen mit der Beschreibung des Arbeitsplatzes der Protagonistin Dot, einem Fundbüro. Ganz wunderbar werden der Raum mit den verlorenen Gegenständen beschrieben, die Regale voll sortiert und gestapelt mit den verrücktesten Gegenständen. Doch für Dot sind dies nicht nur Gegenstände, sondern es sind alles verloren gegangene und geliebte Dinge, die in leiser, stummer Hoffnung auf ihren Besitzer warten und eine Seele haben. Manchmal gibt es ein Happy-End, einige Gegenstände werden vergeblich warten und dann auf einer Auktion "verramscht" werden, an den Meistbietenden. Das Ganze hat etwas melancholisches an sich und doch ist da immer wieder die leise Hoffnung auf Glück und Freude wenn eines der geliebten Dinge den ursprünglichen Besitzer erreicht!
Ursprünglich hatte ich nach der Inhaltsangabe ein ganz anderes Buch erwartet, ich dachte es würde sehr viel um die Suche der Tasche und das Wiederbringen an den Besitzer dieser gehen, aber eigentlich handelt nur ein kleiner Strang wirklich davon. Stattdessen geht es sehr viel um Dots eigenes Leben, ihre Probleme am Arbeitsplatz und in ihrer Familie. Aber nur weil man etwas anderes erwartet hat, bedeutet dies ja nicht immer gleich, dass es schlechter sein muss als die Erwartung!
Dots ist eine etwas verschrobene Persönlichkeit, obgleich sie eigentlich noch sehr jung ist. Aber hinter dieser eigentümlichen Fassade steckt ein sehr sensibler und besonderer Mensch den es lohnt, kennen zu lernen.
Im Buch geht es ausserdem immer wieder um Dots demenzkranke Mutter und diese Krankheit wird sehr liebevoll und gefühlvoll beschrieben. Wie schwer es für die Angehörigen ist immer wieder erleben zu müssen das die eigene Mutter einen nicht mehr erkennt, aber auch wie viel vertraute Berührungen, Gerüche und Geräusche für den Demenzkranken bedeuten können und wie diese immer wieder Pforten zur Gegenwart öffnen können!
Obwohl mich das Buch im Großen und Ganzen sehr berühren konnte, habe ich dennoch einen Stern abgezogen, denn die Mitte des Buches hat sich an einigen Stellen für mich doch sehr in die Länge gezogen. Ausserdem wurde mir die Handlung auch stellenweise zu wirr. Dennoch, wer einmal der Magie der alten Fundstücken erliegen möchte, die alle eine ganz eigene Geschichte haben, der sollte sich dieses Buch unbedingt näher ansehen! Das Buch war weniger witzig als vermutet, dafür aber sehr intensiv und überraschend! Besonders schön und originell fand ich auch vor jedem Kapitel das Gefunden/Verloren eines Gegenstandes oder einer Person. Das hat das Flair des Fundbüros nochmal verstärkt.
Fazit: Ein Buch das nachdenklich macht, ob es sich nicht doch manchmal lohnt nach alten, geliebten Dingen zu suchen, bevor man etwas neues kauft...
Worum geht’s? Nach dem Selbstmord ihres Vaters zieht sich Dot zurück von ihrer Welt und ihren Träumen und lebt nur noch für ihre Arbeit im Fundbüro. Bis eines Tages ein älterer Herr kommt und die Tasche seiner verstorbenen Frau sucht. Auf der Suche nach der Tasche findet Dot nicht nur diese, sondern auch sich selbst und ihr wirkliches Leben wieder.
Meine Meinung: „Das Fundbüro der verlorenen Träume“ von Helen Frances Paris ist ihr Debütroman und ein Roman, der anders ist. Den Schreibstil finde ich schon literarisch anspruchsvoll, aber auch empathisch und liebevoll. Allein die Überschriften, bei denen auf Etiketten in wenigen Worten die Inhalte der Kapitel auf den Punkt gebracht werden. Die Dinge, Ereignisse und Personen, die die Autorin beschreibt, sie bringt es auf außergewöhnlich Weise immer genau auf den Punkt.
In dem Buch begleiten wir Dot, die in einem Reisebüro arbeitet und fast wirkt, wie eine alte Dame in ihren Lodenklamotten, die aber noch recht jung zu sein scheint. Sie hatte einst einen Traum von ihrem Leben, aber durch den Selbstmord ihres Vaters hat sie diesen verloren. Bis Mr. Appleby auf der Suche nach der Tasche seiner verstorbenen Frau zu ihr kommt. Von da an dürfen wir Dot begleiten, erleben ihre Höhen und Tiefen, ihre Stimmungsschwankungen. Ihre Freude und ihre Verzweiflung und all diese Emotionen bringt die Autorin so perfekt mit Worten zum Ausdruck, wie man es selten lesen darf. Auch die Charaktere sind allesamt herzig, Dot, ihre Schwester Philippa, ihre demente Mum, aber auch die Leute aus dem Fundbüro – Anita, Big Jim und all die anderen. Einziger negative Punkt für mich sind die etwas seltsam anmutenden Szenen, wenn es doch etwas mystisch wird und die Geister der Vergangenheit auftauchen, das war so gar nicht meins. Aber ansonsten hat es mir unheimlich viel Spaß gemacht, Dot auf ihrer Reise durch das Land und auch auf ihrer Reise zurück zu sich selbst zu begleiten, mit ihr Dinge erleben zu dürfen wie den Tanzabend mit Anita, den Ausflug in das japanisierte B&B. Und zu sehen, dass verlorene Dinge nicht nur Dinge sind, sondern wie viele Erinnerungen und Emotionen oftmals mit diesen kleinen, unscheinbaren Gegenständen verbunden sind. Wie viele Geschichten darin stecken. Es hat wirklich Spaß gemacht, das Buch zu lesen.
Fazit: Mit „Das Fundbüro der verlorenen Träume“ schreibt Helen Frances Paris ihr Romandebüt in einer wundervollen Sprache. Unglaublich treffend wählt sie ihre Worte und Sätze und macht damit Gefühle und Augenblicke greifbar und lebendig. Ich mochte Dot und es hat mir Freude gemacht, mit ihr gemeinsam auf die Reise zu gehen und fündig zu werden. Bis auf ein paar Szenen zwischendurch, wenn es etwas mystischer wurde, was für mich nicht ganz in das Buch gepasst hat, hatte ich viel Freude beim Lesen und bin schon sehr gespannt auf die weiteren Bücher der Autorin.
Ich habe mich sehr über den Titel "Das Fundbüro der verlorenen Träume" von Helen Frances Paris gefreut, welcher mir in Form eines Hörbuches auf Netgalley vom JUMBO Verlag (Audio), GOYALiT, als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde. Herzlichen Dank dafür an dieser Stelle, selbstverständlich wurde meine Meinung zum Buch dadurch in keinerlei Weise beeinflusst. Hierbei handelt es sich um mein erstes Werk der Autorin, von der ich zuvor weder gelesen noch gehört habe.
In der Geschichte hat der Leser mit der Hauptfigur Dot zu tun, die in einem Londoner Fundbüro arbeitet, ja nahezu lebt. Durch eigene Verluste liebt sie es, verlorene Dinge an ihre Besitzer zurück geben zu können. Ein Schicksal berührt Dot dann ganz besonders und bringt sie selbst schließlich ein ganzes Stück in ihrem Leben weiter...
Helen Frances Paris schreibt ihren Roman aus der Sichtweise von der Protagonistin Dot in der Ich-Perspektive im Präsenz, was mich ihr auf jeden Fall sehr schnell näher kommen lässt, trotz mancher besagter stacheligen Art, die sie an den Tag legt. Ihre Arbeit im Fundbüro hat echt einen schönen, berührenden Zweck, da der Leser auch erfährt, was sich bei Dot in der Vergangenheit so zugetragen hat. Somit bekommt alles noch mal einen tieferen Sinn.
Der Anfang der Geschichte ist sehr stark, zum Mittelteil hin wird es etwas zäh und schleppend, hinzu kommt, dass sich Dot sehr in ihrer Arbeit, gerade wegen Mr. Appleby "verliert" und die Story zeitweilig einen schwermütigen, ja nahezu depressiven Touch bekommt. Das fande ich etwas schade.
Gelungen finde ich, wie hier die Reise zu sich selbst thematisiert wird, wo gleich mehrere Schicksale miteinander verwoben werden. Das ist definitiv berührend und lässt mich nicht kalt.
Der Schreibstil der Autorin ist zum einen leicht und flüssig, zum anderen eben auch hin und wieder ziemlich schwermütig. Das passt aber zum Verlauf der Geschichte. Schön finde ich, wie hier die Kapitelüberschriften gelöst wurden, die noch mal super zum Titel passen und für einen starken Wiedererkennungswert sorgen.
"Das Fundbüro der verlorenen Träume" ist eine berührende und einzigartige, aber auch ein wenig tragische, bedrückende Geschichte mit ein paar Längen. Ich wurde hier größtenteils aber gut unterhalten und vergebe eine entsprechende Lese-, Hör- und Kaufempfehlung und 3,5 Sterne, die ich – sofern nicht anders möglich – gerne aufrunde ****
Dot arbeitet in einem Fundbüro und liebt ihren Job über alles. Es erfüllt sie mit großer Freude, wenn ein verlorener Gegenstand wieder zu seinem Besitzer zurückfindet. Doch tief in ihrem Inneren ist Dot selbst verloren. Ihr Leben droht auseinanderzubrechen, als ein älterer Herr ins Fundbüro kommt und nach einer honigfarbenen Ledertasche fragt, die er im Bus hat liegen lassen. Denn diese Tasche bringt Dot dazu, über ihr Leben nachzudenken, dass nicht so läuft, wie geplant. Auf der Suche nach der Tasche und später nach dem Besitzer findet Dot etwas anderes: sich selbst.
Die zauberhafte Geschichte von Dot, die auf der Suche nach sich selbst ist, hat mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Dot ist so eine sympathische Person. Sie ist zuvorkommend, hilfsbereit und immer nett zu ihren Kollegen. Nur wenn es um ihre Familie geht, weiß Dot nicht so recht, wie sie sich verhalten soll.
Dots Verhältnis zu ihrer Schwester ist sehr angespannt, ihre Mutter hat sehr krank und ihr verstorbener Vater fehlt ihr schmerzlich. Dot erinnert sich gerne an ihren Vater, merkt jedoch, dass die Gedanken an ihn auch viele ihrer Probleme verursacht haben.
Als der sympathische Mr. Appleby im Fundbüro auftaucht und nach einer verlorenen Ledertasche sucht, macht sich Dot das Finden der Tasche zu ihrer persönlichen Aufgabe. Und steigert sich total in die Suche rein. So sehr, dass sie sich selbst verliert.
Die Autorin erzählt Dots Geschichte in leisen Tönen und führt uns fast mit Leichtigkeit durch die Story. Dabei lässt sie Dot aber trotzdem in hellem Licht erstrahlen, auch wenn der Mittelteil des Buches eher in eine depressive Phase abrutscht.
Wenn man Dot nur flüchtig kennt, würde man sagen, dass sie "nicht mehr alle Tassen im Schrank hat". Ihre Art ist auch am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, kennt man sie jedoch etwas genauer, merkt man, wie wunderbar einfühlsam, fantasiereich und vor allem lebensfroh sie ist. Doch braucht es nicht nur für den Leser Zeit, all dies zu erkennen.
Dot muss sich mit sich selbst beschäftigen. Dabei wird die Vergangenheit mit ihrem Vater durchleuchtet, aber auch die Gegenwart mit ihrer Schwester und ihrer kranken Mutter. Wenn Dot mit all dem im Reinen ist, kann sie sich ihrer Zukunft widmen.
Ich habe die Reise mit Dot sehr genossen.
Meggies Fussnote: Ein wunderbarer Ausflug ins Fundbüro der verlorenen Träume.
Darum geht’s: Ein schwerer Schicksalsschlag zieht Dot den Boden unter den Füßen weg. Ihr einziger Anker ist ihre Arbeit im Londoner Fundbüro. Es gibt für sie nichts Schöneres, jemandem einen verlorenen Gegenstand wiedergeben zu können. Sie vergräbt sich so sehr in die Arbeit, dass sie nicht bemerkt, wie sie sich immer mehr selbst verliert. Erst als ein älterer Herr verzweifelt nach seiner Tasche sucht, in der sich ein wertvolles Andenken an seine verstorbene Frau befindet, gerät ein Stein ins Rollen, der Dots Leben verändern wird.
So fand ich’s: Das grazil gezeichnete Cover suggeriert uns Lesern eine zarte, feinfühlige Geschichte, die man dann auch tatsächlich bekommt. Allerdings verschweigt die Kurzbeschreibung tiefgreifende Themen wie Demenz und Suizid, die den einen oder anderen in ihrer Intensität dann doch auch kalt erwischen kann. Mir ist es damit jedenfalls so ergangen und deshalb ist es mir ein Anliegen, diese Punkte gleich als Trigger Warnung zu erwähnen.
Helen Frances Paris erzählt die Geschichte auf sehr einfühlsame, ja fast schon lyrische Weise, was mir gleich von Anfang an sehr gut gefallen hat. Der Schreibstil passt perfekt zur Protagonistin Dot, die mir sehr sympathisch war. Es gab zwar immer wieder Momente in denen ich ihr Verhalten nicht wirklich nachvollziehen konnte. Allerdings hat mich das nicht weiter gestört, da man mit der Zeit immer besser verstanden hat, warum Dot so geworden ist. Ihre weitere Entwicklung hat mir dann auch sehr gut gefallen und auch der Schluss ist der Autorin ganz nach meinem Geschmack gelungen.
Durch die bereits erwähnten einschneidenden Themen war dies trotz aller leichten Töne im Schreibstil kein leichtes Buch für mich und ich konnte es nicht in einem Rutsch lesen. Ich musste immer wieder das Gelesene etwas sacken lassen, da sehr oft persönliche Erinnerungen geweckt wurden. Trotzdem empfinde ich jetzt im Nachhinein „Das Fundbüro der verlorenen Träume“ als ein schönes und berührendes Buch. Die Autorin findet in all der Tragik auch immer wieder Tröstendes und verliert nie ein kleines Augenzwinkern, um die Geschichte etwas aufzulockern.
Die Autorin hat gezeigt, dass sie eine gefühlvolle und behutsame Erzählerin ist. Und da ich ja jetzt vorgewarnt bin, dass sie auch schwierige Themen in ihre Geschichten einbaut, kann ich mir gut vorstellen, ein weiteres Buch von ihr zu lesen.
Bewertung: Das Cover ist mal etwas anderes und passt wunderbar zur Geschichte, wie auch der Titel. Die Idee hat mich angezogen, vor allem auch, dass es nicht nur um Gegenstände geht. Ich habe auf das Hörbuch gewartet, weil ich es lieber hören als lesen wollte - allerdings war ich überrascht, dass es bei Netgalley zur Verfügung stand/steht.
Leider ist die Geschichte für mich ein kompletter Reinfall! Weder die Atmosphäre noch die Umsetzung der tollen Idee überzeugen mich. Es ist total spannungslos und ich hatte große Mühe, nicht nach kurzer Zeit abzubrechen. Manche Geschichten brauchen eben etwas Einlauf. Aber nach 43 % Hörzeit konnte ich nicht mehr. Wenn nach fast die Hälfte des Verlaufes keinerlei Spannung oder Sog entsteht, ist es sinnlos. Einzig die Sprecherin hat mich so lange durchhalten lassen, als Buch hätte ich sicher früher abgebrochen.
Der Erzählstil ist nicht schlecht, kommt aber wegen des lahmen Verlaufs und den ganzen Ausschweifungen nicht gut rüber. Die Protagonistin wird mir viel zu ausufernd dargestellt. Vor den Kapiteln oder den Situationen - genau konnte ich das nicht ermitteln - wird kurz das verlorene Gut vorgestellt. Das hat mir gut gefallen. Es wird zu jeder verlorenen Sache eine Akte angelegt. Mitten in der Erzählung darum schweift die Autorin dann zu der Protagonistin ab und erzählt umfangreich über ihr Leben. Ich wurde also aus der Situation herausgerissen und in das Leben der Frau gesetzt. Das hat genervt und so kam auch keine Atmosphäre auf. Ich konnte keinerlei Verbindung zu irgendwem oder irgendwas aufbauen.
Fazit: ich bin sehr enttäuscht, dass die Autorin so gehackt über dem Hauptthema Fundsachen und so umfassend über die Protagonistin schrieb. Eine schöne Idee, die völlig verschrieben ist, in meinen Augen.
Überraschend tiefsinnig – Ein toller Roman über den Wert von Erinnerungen
Obwohl „Das Fundbüro der verlorenen Träume“ der Autorin Helen Frances Paris inhaltlich doch anders als erwartet war, konnte die Geschichte mich von Beginn an in ihren Bann ziehen. Der Klappentext hält zwar ebenfalls was er verspricht, die Handlung ist darüber hinaus aber noch um einiges tiefgründiger, als ich ursprünglich dachte. Auch durch die Komplexität war der Roman für mich keine reine locker-leichte Wohlfühllektüre. Dennoch lohnt sich der Griff zu diesem Buch meiner Meinung nach auf jeden Fall! Hauptprotagonistin Dot ist nämlich eine überaus liebenswerte, wie auch authentische Protagonistin, welche ich schnell in mein Herz schloss. Obwohl mir das heimelige Setting im Fundbüro gerade zu Beginn, äußerst gut gefiel, passte es doch auch zur Geschichte, das noch andere Themen in den Vordergrund geholt wurden. Sehr rührend fand ich etwa die Geschichte rund um Dots an Demenz erkrankter Mutter Gail, aber auch die Einblicke in ihre Kindheit, lasen sich interessant und stimmig. Allgemein ist ein großer Pluspunkt dieses Romans die liebevolle wie auch detaillierte Charakterdarstellung der Protagonist:innen.Egal ob Haupt- oder Nebenfigur, alle wirkten stets lebensnah und auch die weniger sympathischen Charaktere, waren wichtig für die Geschichte im Ganzen. Auch der Schreibstil gefiel mir durch seine anschauliche wie auch differenzierten Beschreibungen ausgezeichnet. Noch dazu las er sich flüssig und angenehm, so dass ich schnell vorankam. Außerdem sorgte die Magie der Geschichte dafür, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen wollte. Deswegen vergebe ich für diesen großartigen Debütroman volle 5 Sterne! Mein Fazit: Abwechslungsreiche und berührende Geschichte, voller wertvoller Erkenntnisse über das Leben. Absolute Leseempfehlung!
Dot Watson lebt in London und geht ganz in ihrer Aufgabe als Mitarbeiterin in einem Fundbüro auf. Täglich versieht sie die abgegebenen Fundsachen mit Anhängern und bereitet sie für die Ablage vor. Ab und zu bekommt sie die Gelegenheit Kunden zu bedienen. Bei einem dieser Anlässe wendet sich der ältere John Appleby an sie. Fortan ist Dot von dem Wunsch beseelt, dem sympathischen Herrn seine Fundsache wiederzubeschaffen.
Dot hat selbst Verluste erlitten, die ihr Leben beeinflussen.
Dieser Roman von Helen Frances Paris führt in die tägliche Routine eines Fundbüros in London und zeigt die Verbundenheit der Protagonistin mit ihrem Job auf. Verlorene Dinge und Menschen, die aus dem eigenen Leben verschwinden, sind Thema dieses Buches. Dot Watson entwickelt sich wie alle Menschen durch die Ereignisse ihres Lebens. Das hat die Autorin sehr gut beschrieben. Die Geschichte plätschert anfangs eher dahin, bis sich dann im weiteren Verlauf die Ereignisse fast überschlagen. Doch der Charakter Dot Watsons sorgt immer wieder dafür, die Wogen zu glätten. Am Ende des Buches ist die Protagonistin und auch die Leser*innen mit der Geschichte ausgesöhnt.
Der Schreibstil der Autorin ist dem Thema angepasst - eine leichte Detektivgeschichte mit vielen Umständen, die zu bewältigen sind und eben im Stile der Londoner.
Ich habe mit Dot gefiebert, als sie den älteren netten Herrn suchte, verlor und wiederfand. Auch die Themen Verlust, Liebe, Demenz, Einsamkeit und Freundschaft hat die Autorin gut zu Papier gebracht.
„Das Fundbüro der verlorenen Träume“ Hörbuch gehört dank Netgalley. Dot arbeitet im Fundbüro, fühlt sich schuldig und einsam wegen des Selbstmords ihres Vaters und liebt es Dinge den Besitzern zurückzugeben. 1. Drittel Fundbüro: Charmante Idee, Fundsachen als Kapitelüberschrift, Personen zu verlorenen Gegenständen denken usw. Doch die Idee versandet bald. Die Person „Dot“ wirkt stellenweise nicht ganz zuendegedacht. 2. Drittel: Dots Vergangenheit und Gegenwart, die Familie – ich kann dem Gedanken folgen, doch dieser Teil nimmt mich nicht ganz mit. Die Personen sind oft zu einem wesentlichen Teil eher Stereotype und aus dem Hut gezaubert. Dot ist seit Paris beziehungsunfähig, hat eigentlich nie private Kontakte oder Unternehmungen, dann taucht der attraktive Physio im Pflegeheim auf – und der Ausgang ist klar, obwohl die Personen und ihre Eigenschaften es nicht nachsagen 3. Drittel: Neue Leitung, neue Regeln. Chef baggert, Schwester wälzt das eigene Leben um – Dots Leben kippt. Konfrontation, Angriff/Flucht, die Suche nach dem verschwundenen Kunden … Die Idee aus Teil 1 war für mich der Grund das Hörbuch zu hören, Teil 2 beantwortete Fragen, gab Struktur, war langweilig und zeigte vorhersehbare Enden auf. Der 3. Teil ist eine Kombination von charmant, abgehoben und wir biegen alle offenen Enden so, dass wir sie verbinden können. Für mich war das Buch als Hörbuch gerade noch erträglich, die Idee besser als das Ergebnis, gelesen war es gut, aber für mich zu sehr ein typisches „Frauenbuch“ #DasFundbüroderverlorenenTräume #NetGalleyDE #KathrinliebtLesen #Rezension #Bookstagram #Audiobook #HelenFrancesParis
Das Buch hat mich definitiv überrascht. Ich hatte etwas komplett anderes erwartet, was aber nicht unbedingt schlecht ist. Zuerst einmal zu Dot. Nette junge Frau, war mir sympathisch. Was mich aber ein wenig gestört hat ich konnte mir Dot nicht richtig vorstellen. Klar Loden usw., aber sonst fehlte mir irgendwie etwas. Was ich aber der Autorin zugute halten muss und dafür gibt es einen riesiegen Pluspunkt von mir, wir konnten uns durch das Handeln und die Emotionen von Dot ein eigenes Bild von ihr machen. Es gibt kaum etwas, was ich in Bücher schlimmer finde als eine/n Protagonistin/en welcher sich permanent selbst beschreibt, ganz furchtbar. Der Schreibstil war gut zu lesen, aber dennoch hat mich das Buch erst im letzten Viertel mitgerissen. Aber dann so richtig. Davor war es nicht schlecht, aber es hat mich einfach nicht so richtig abholt. Die zwischendurch etwas Humorvoller gestalteten Passagen haben mir hingegen sehr gefallen. Alles in allem hat mir das Buch dann doch gut gefallen. Vor allem wie gesagt das letzte Viertel obwohl die Liebesgeschichte etwas kurz geraten ist. Ich hätte allerdings gerne noch einen Einblick in Dots selbstgestaltetes Leben, abseits von allem was sie in der Vergangenheit davon abgehalten hat, bekommen. Klare Leseempfehlung von mir. Eine Kleinigkeit muss ich aber noch loswerden, auch wenn ich der Geschichte damit etwas vorwegnehme. Suizid ist ein verdammt ernstes Thema und vielleicht ist es nicht jedermanns Sache ein Buch zu lesen in dem dieser so ein dominantes Thema ist. Vielleicht wäre es angebracht das irgendwo im Voraus zu erwähnen.
Wähle das Leben Dot arbeitet seit Jahren im Londoner Fundbüro, wo alles seinen geregelten Gang geht. Es ist ihr Weg sich von den einschneidenden Erlebnissen ihrer Vergangenheit zurückzuziehen. Eines Tages taucht ein älterer Herr auf, der die Geldbörse seiner verstorbenen Frau verloren hat. Dot setzt alles daran Eigentümer und Eigentum wieder zueinander zu führen. Dabei begibt sie sich auf eine ganz besondere Reise: Zu sich selbst und zurück ins Leben
Beim Lesen des Klappentextes habe ich zunächst eine ganz andere Story erwartet. Nicht, dass der Klappentext irreführend wäre, nur hatte ich eine meine eigene Interpretation der Story. Umso schöner, dass sich die Geschichte nicht so entwickelt hat, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und ruhig. Und auch wenn alles nicht direkt erläutert wird, so versteht man immer genau, was gemeint ist.
Die Geschichte selbst befasst sich mehr oder weniger mit einer Reise in die Vergangenheit von Dot. Es kommt immer mehr ans Licht, was damals passiert ist, dass sie so aus der Bahn geworfen hat. Einige Male habe ich mich am Verlauf des Buches doch ein wenig gestört, da es für mich sehr unrealistisch wurde oder manche Kapitel mich nicht so gefesselt haben, wie andere.
Das Fundbüro der verlorenen Träume ist eine tragisch emotionale Geschichte und eine Reise zurück in ein Leben voll Freude und Spontanität. Eine Aufarbeitung der Vergangenheit und eine Planung der Zukunft. Ich habe Dot voller Freude auf dieser Reise begleitet und kann daher eine klare Leseempfehlung aussprechen.
Bei diesem Buch hat mich der Klappentext sofort neugierig auf das Buch gemacht, das Cover ist ebenso stimmig. Dot scheint eine interessante Protagonistin zu sein, über die ich sofort mehr erfahren wollte. "Das Fundbüro der verlorenen Träume" von Helen Frances Paris wurde für das Hörbuch von Julia Meier gesprochen. Julia Meier hat den angenehmen Schreibstil der Autorin lebendig und authentisch eingesprochen. Ich habe ihrer Stimme gern zugehört, sogar bei leicht erhöhter Hör-Geschwindigkeit. Die Vertonung hat die Story vor meinem inneren Auge lebendig werden lassen. Die Handlung des Buches hat mir gut gefallen, auch wenn ich zeitweilig nicht ganz wusste, wo es hingehen soll. Ab und an ist der rote Faden verloren gegangen. Das passt dann gut zu Protagonistin Dot, die auch den roten Faedn in ihrem Leben verloren hat. Insebesondere das letzte Viertel des Buches konnte mich packen und hier wurde dann auch einiges aus der bisherigen Geschichte klarer, vieles, das verschwommen und nicht ganz greifbar war, wurde aufgedeckt. Im Umkehrschluss ist jedoch besonders die erste Hälfte des Buches ein wenig unrund, Dot und ihre persönlichen Beziehungen sind schwer fassbar und nachvollziehbar. Die Stimmung ist, wie der Klappentext schon sacht andeutet, eher trüb. Das große Thema "Verlust" zieht sich nicht nur durch die Beschreibungen des Fundbüros. Dieses Buch ist eine Reise, die einige Umwege nimmt, um ans Ziel zu gelangen. Der Weg lohnt sich, trotz der Längen.
Alleine schon das Cover ist ein kleiner Traum. Ich mag die Farben, aber es sieht eher nach Frühling und Liebe aus, als nach einem Fundbüro-Buch. Bei dem eher teils traurigen Inhalt, hätte ich persönlich ein dunkleres Cover bevorzugt.
Leider überzeugt mich dieses so gehypte Buch nicht. Dot ist eine Figur, die eigentlich sympathisch ist. Sie ist zurückgezogen und mag Kontinuität und regeln, um sich nicht mit einem Verlust auseinanderzusetzen. Wie sie früher war, zeigt sich in den Rückblenden. Somit hätte es Buch wirklich eine schöne Geschichte werden können.
Unterteilt ist was Buch zudem nicht in Kapiteln, sondern in Fundstücken. Ich dachte, dass am Ende in jedem Kapitel ein Fundstück vermittelt wird und Dot nebenbei die Tasche sucht. Leider bekommen die Fundstücke wenig Aufmerksamkeit. Vielmehr geht es um den Verlust ihres Vaters, ihre nervige Schwester und ihre an Demenz erkrankte Mutter.
Im Grunde ist es eine ruhige Geschichte, die leider weder spannend, noch lustig ist, noch so dramatisch oder bewegend, dass es fesselt. Ich spüre und verstehe zwar alle Beweggründe von Dot, aber für ein Fundbüro oder eben zu wenig. Es wie Träger Fluss an einem heissen Sommertag. Erst zum Schluss nimmt er etwas an Tempo zu, ehe er im Meer endet.
Dazu kommt der Stil, der so nach Poesie klingen sollte, aber auf mich zu sprunghaft und anderenorts zu detailliert wirkt. Ich war immer außen und nie im Fluss.
In dem Roman „Das Fundbüro der verlorenen Träume“ von Helen Francis Paris dreht sich alles um Dot, die nicht nur in dem Londoner Fundbüro arbeitet, sie lebt regelrecht die Daseinsweise eines Fundbüros mit Herz und Seele.
Allerdings gibt es in ihrem Privatleben große Veränderungen. Ihre Mutter hat Demenz und lebt inzwischen in einem Heim sodass ihre etwas ältere Schwester die Gelegenheit gekommen sieht das Haus (oder doch nur die Maisonnette Wohnung in der Dot mit der Mutter lebte) zu verkaufen.
Dot mag keine Veränderungen. Sie war bis zum Tod ihres Vaters eine ganz andere Persönlichkeit wie man in den vielen Rückblicken erfährt.
Die im Klappentext und dem schönen Vintage Cover angeteaserte Geschichte um Mr. Appleby und seine verlorene Tasche bleibt – leider, leider – nur ein sehr dünner roter Handlungsfaden in dem Roman. Ohne eine Triggerwarnung in irgendeiner Form ist die tatsächliche Handlung viel tiefgründiger, handelt von Suizid, Depressionen und (nein ich spoilere nicht).
Ich habe eine komplett andere, leichtere Geschichte aufgrund des Klappentextes und einer Leseprobe erwartet. Es war keine angenehme Überraschung und ich hätte das Buch nicht gekauft, auf keinen Fall in meiner aktuellen Situation gelesen, kann es daher auch nicht wie geplant aufgrund der Handlung meiner Schwägerin weitergeben. Schade, aus den Geschichten des Fundbüros hätte echt eine unterhaltsame Leselektüre werden können, denn der Schreibstil und die Aufmachung haben mir gefallen.
Dieses Buch hat mich gelangweilt, verwundert, überrascht, beeindruckt, zum Lachen und zum Weinen gebracht. Was für eine Mischung!
Die Geschichte beginnt so: Dot arbeitet in einem Fundbüro. Sie ist gut in dem, was sie tut, denn sie ist äußerst gewissenhaft. Anders als ihre Kolleginnen, die sie größtenteils mag, es herrscht eine gute Atmosphäre dort. Privat läuft es nicht so gut; ihr Vater ist bereits verstorben, ihre Mutter ist seit kurzer Zeit dement und in einer Pflegeeinrichtung, ihre Schwester ist anstrengend.
Dann ändert sich auf einmal alles. Ein sehr netter, älterer Herr hat eine ihm sehr wichtige Tasche verloren, die tatsächlich eines Tages wieder auftaucht. Aufgrund eines Fehlers sind die Kontaktdaten des Herrn verschwunden und Dot beginnt, ihn zu suchen, um die Tasche zurück zu geben. Gleichzeitig wird ihr Privatleben immer schwieriger, ihr Leben beginnt zu zerbröckeln.
Die Arbeit im Fundbüro tritt dabei immer mehr in den Hintergrund, es werden andere Dinge wichtig. Ihr eigenes Leben, die Suche nach Antworten auf Fragen, die sie erst einmal formulieren muss. Die Geschichte arbeitet nicht auf „den“ Höhepunkt hin, er kam für mich eher unerwartet. Und wenn’s dann dramatisch wird, streut die Autorin herrlich absurde und sehr lustige Situationen ein, um es nicht zu schwer werden zu lassen.
Insgesamt ein Buch, das mir im Durchschnitt sehr gut gefallen hat. Die zweite Hälfte fand ich dabei besser als die erste.
Dieses Buch und ich sind auf dem falschen Fuß gestartet. Das Cover und der Klappentext hatten mich irgendwie zu der Annahme gebracht, es handle sich um eine seichte RomCom. Das erste Drittel des Buches war ich daher zuerst verwirrt und dann zunehmend genervt davon, wie düster und depressiv und überhaupt nicht romantisch die Geschichte war. Im zweiten Drittel wurde es sehr traurig und ich war nur noch am Heulen. Die erneute Lektüre des Klappentexts ließ mich endlich meinen Fehler bemerken und ich ging an den Rest des Buchs mit einer anderen Erwartungshaltung ran. Das hat definitiv geholfen. Das letzte Drittel war einfach schön, wenn auch immer noch nicht wirklich happy, aber wenigstens ein kleines bisschen romantisch.
Der humorvolle Schreibstil und die sehr ernsten Themen des Romans passen auf eine paradoxe Art gut zusammen, machen das Leseerlebnis aber auch zu einer emotionalen Achterbahnfahrt. Die zweite Hälfte des Buches habe ich in einem Rutsch durchgelesen. Wer als Erwachsener anfängt, sich mit der Zerbrechlichkeit der eigenen Eltern und den gewachsenen Rollen in seiner Familie auseinanderzusetzen, wird sich in diesem Buch wiederfinden.
Das Cover hat mich sofort neugierig gemacht, es wirkt schlicht und nostalgisch ich mag die Kombination aus Blume und der Geldbörse. Besonders toll finde ich, dass es ein Bezug zur Handlung hat und dort wiederzufinden ist. Außerdem finde ich es passt hervorragend zur Handlung.
Der Einstieg in die Story ist mir recht leicht gefallen auch wenn der Schreibstil sehr besonders ist so lag es vor allem an der Protagonistin Dot, das ich mit großer Freude weitergelesen habe.
Dot ist eine interessante junge Frau, sie arbeitet mit Leib und Seele in dem Fundbüro und wie herrlich farbintensiv sie ihre Umwelt beschreibt. Ihr ist jedes Detail einer Fundsache sehr wichtig. Ihre familiäre Situation hat es in sich und ich verrate nur so viel sie hatte es nicht leicht in der Vergangenheit. Der Verlust den sie erlitten hat sitzt tief und prägt ihr Leben. Sie wird begleitet von wunderbaren Personen die sie erst nach und nach zu schätzen lernt.
Ein Wendepunkt der Geschichte ist sehr radikal und danach passieren einige Ereignisse die mich zum einen glücklich gemacht haben und teilweise müsste ich mich zusammenreißen nicht zu weinen.
Fazit Für mich eine ganz besondere Geschichte die mich sehr gut unterhalten hat. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle mit einem wunderbaren Schreibstil und einer ganz tollen Protagonistin.
Dot arbeitet, nein sie lebt fast in einem Fundbüro. Sie arbeitet mit einer Präzision und Akribie das einem schon beim Lesen das Gefühl überkommt, wenn ich einmal etwas verloren habe, bin ich bei ihr an der richtigen Adresse. Sie erfragt die genaue Beschreibung des verlorenen Gegenstands und sortiert gefundene mit der gleichen Sorgfalt ein. Es wäre unmöglich etwas nicht wieder zu bekommen wenn es dann in ihrem Fundbüro gelandet ist. Der zweite Eindruck nach der Beschreibung ist, das sie eine ältere Person ist, die einen nahestehenden Menschen verloren hat. Ich hatte einen Partner oder so erwartet. Viel später erfährt man das dieses alles ein Irrtum ist. Verzeihlich aber dadurch hören die Missverständnisse nicht auf. Dieses Buch war für mich widersprüchlich. Die Genauigkeit mit der die einzelnen Fundsachen und der Umgang damit und die Verhältnisse im Fundbüro beschrieben wurden waren sehr langatmig. Das Ganze wechselte dann in Dots Privatleben, das im Gegensatz dazu bruchstückhaft und sprunghaft erzählt wurde. Die Figuren blieben blass manche schon schattenhaft, richtig berührt hat mich niemand. Die Geschichte hatte wenig mit dem sehr schönen Cover und dem interessanten Titel zu tun. Auch der Klappentext führt etwas in die Irre. Ich habe etwas anderes erwartet, es war nicht schlecht was ich gelesen habe, aber es hat mich nicht überzeugt.
In "Das Fundbüro der verlorenen Träume" begleiten wir die junge Dot, die in einem Fundbüro arbeitet und das mit einer Akribie, wie man sie von einer älteren Person vermuten würde. Im Laufe des Buches setzen wir als Leser:innen die Puzzleteile zusammen, wie sie so geworden ist und begleiten sie auf einer Reise, um ein verlorenes Fundstück zurückzubringen.
Der Schreibstil ist gut zu lesen aber gerade am Anfang des Buches konnte er mich nicht wirklich mitziehen, da musste ich mich schon fast zwingen, weiterzulesen. Und das obwohl ich das Thema sehr wichtig finde. Ich glaube jetzt nach dem Lesen es liegt vor allem an der Protagonistin Dot. Man fühlt zwar mit ihr mit aber wie ihre Persönlichkeit bliebt es alles sehr oberflächlich. Dabei erfährt man wirklich viel über sie aber connecten konnte ich mit ihr nicht.
Sowohl das Cover, als auch der Klappentext ist meiner Meinung nach etwas irreführend weil es vornehmlich um Dot geht und nur in zweiter Instanz um die verlorene Tasche. Das sollte man wissen, damit man die richtige Erwartungshaltung hat.
Deshalb bleibt das Buch auch ein 3-Sterne-Buch für mich. Es war sehr gut und klug ausgearbeitet, es bespricht sehr wichtige Themen, die Idee ist schön aber wirklich begeistern konnte es mich dennoch nicht.
Im Mittelpunkt des Romans steht Dot, sie arbeitet in einem Londoner Fundbüro und nimmt ihren Job sehr ernst. Dabei verdrängt sie ihre eigenen Probleme und hält sich daran fest, verlorene Dinge wieder ihrem rechtmäßigen Besitzer zu übergeben.
Dass viel mehr dahinter steckt, erfährt der Leser im Laufe des Buches. Hier bleibt auch anfangs Raum für Interpretationen und seine eigenen Gedanken. Allerdings hat sich die Geschichte für meinen Geschmack dadurch auch etwas gezogen.
Ich wurde auch mit der Protagonistin nicht wirklich warm. Natürlich kann man ihr Verhalten auf ihre Vergangenheit zurückführen, aber trotzdem konnte ich viele ihrer Handlungen nicht nachvollziehen. Sie äußert wenig Gefühle, sodass ihre Gedankenwelt für mich sehr oberflächlich geblieben ist.
Insgesamt war mir der Roman etwas zu schwermütig und stellenweise undurchschaubar. Ich habe ihn immer wieder mal weggelegt und später weitergelesen. Vielleicht lag es daran, dass das Genre nicht mein übliches ist und ich andere Erwartungen hatte. Für Leserinnen und Leser, die diese Art von Geschichten mögen, ist das Buch bestimmt eher etwas.
Zum Hörbuch: Dot arbeitet im Fundbüro in London. Dort fühlt sie sich wohl unter all den verlorenen und vergessenen Dinge des täglichen Lebens. Als eines Tages ein ältere Herr Mr. Appleby, zu ihr kommt und seine Tasche als verloren meldet, setzt Dot alles daran, Mr.Appleby seine Tasche wiederzubeschaffen. Denn in der Tasche sind nicht nur Tulpenzwiebeln und eine kleine Schaufel, nein, darin ist ein ganz besonderes Andenken an seine verstorbene Frau.
Meine Meinung: Ich hörte das Buch als ungekürztes Hörbuch, gelesen von Julia Meier. Die Sprecherin hat eine sehr angenehme Stimme, man hört gerne zu. Die Geschichte fand ich zu Beginn sehr langatmig und unspektakulär. Viele Personen, zu denen ich mir erst ein Bild machen musste, was mir beim Hören schwerer fällt als beim Lesen. Aber mit der Zeit hatte ich in die Story reingefunden und wurde langsam warm mit der Erzählung. Dot ist ein liebenswerter Mensch, vielleicht ein bisschen weltfremd und vor allem sehr einsam. Eine anrührige Geschichte, gut erzählt, hat aber seine Längen.
Dot ist ein überaus penibler Mensch, sie war nicht immer so, aber im Fundbüro ist sie dafür bekannt. Den ganzen Tag archiviert sie Funde in verschiedenen Verkehrsmitteln und freut sich, wenn die Besitzer ihre Sachen zurückbekommen. Eines Tages steht Mr. Appleby vor ihr, er hat seine Tasche verloren mit einem für ihn sehr wertvollen Andenken an seine Frau.
Ich fand den Einstieg sehr verwirrend und langatmig. Vor allem die vielen Namen, die man sich kaum merken konnte. Dot scheint ein sehr einsamer Mensch zu sein, sie lebt für die Fundsachen und versucht alles, um Mr. Applebys Tasche wiederzufinden. Das hat sie sehr sympathisch gemacht. Ich fand die Geschichte trotz einiger Hochs doch eher als schwermutig und fast schon deprimiert, aber dennoch konnte sie mich in ihren Bann ziehen, auch wenn es sehr lange dauert. Kein leichter Unterhaltungsroman, eher was für stille Stunden. Nicht ganz so unterhaltsam, wie ich vom Klappentext erwartet hätte.
Wow, wow, wow! Es ist schon sehr lange her, dass mich ein Buch dermaßen berührt hat und mich emotional so mitgenommen hat. Dot Watson arbeitet im Fundbüro der öffentlichen Verkehrsmittel Londons und ist mit Verlust jeglicher Art vertraut - auch in ihrem privaten Leben. Ihr größtes Bestreben ist es jedoch, dass jeder verlorene Gegenstand wieder zu seinem ursprünglichen Besitzer zurückfindet und mag der Verlust auch noch so minimal erscheinen: "Das ganze Fundbüro hat etwas aus der Zeit Gefallenes an sich, wie ein Museum, ein Archiv der Erinnerungen, eine Bibliothek des Verlusts." Besonders am Herzen liegt ihr die verlorengegangene Reisetasche von John Appleby. Dots eigener, zahlreicher Verlust war für mich als Leserin während der Geschichte so dermaßen spürbar, dass ich sie am liebsten getröstet hätte. Doch von Mr. Appleby erhält sie eine herzzerreissende, jedoch wahre Lektion: "Das Leben hat so viel zu bieten {...} glückliche Zufälle, Aufregendes, Hoffnung. Doch durch alles zieht sich auch der Verlust. Wollte man diesen einen Faden herausziehen, würde sich das ganze Gewebe auflösen. Verlust... ist der Preis, den wir für die Liebe zahlen." Diese Erkenntnis hat mich unfassbar traurig gestimmt - nichts im Leben erhält man ohne Gegenleistung, alles hat seinen Preis. Und auf jeden Besitz, auf jedes Kennenlernen folgt eines Tages der Verlust, der Abschied. Die Sprache der Autorin zeichnet sich durch eine sehr feine Wortwahl aus, man kippt von Beginn an in die Geschichte. Mit Dot konnte ich mich stellenweise sehr gut identifizieren, ich konnte ihre Schritte so sehr nachvollziehen, spürte ihre Verzweiflung, ihr Alleinsein, ihre Sehnsüchte. Auch der Titel hat mich beinahe zum Weinen gebracht: "Das Fundbüro der verlorenen Träume" - für jeden von uns sind andere Dinge von unfassbarer Bedeutung, von emotionalem Wert, die durch nichts zu ersetzen sind. Und Dot hilft jedem Einzelnen im Buch, ein Stück weit seinen verlorenen Traum wiederzufinden. Sie ist absolut selbstlos und denkt zuerst immer an die anderen, bevor sie sich um ihre eignen seelischen Baustellen kümmert. Dieses Buch ist mehr als bloß ein Roman - er öffnet einem die Augen dafür, dass oft die kleinsten Dinge die größte Bedeutung haben, wenn es darum geht, mit Verlusten welcher Art auch immer zurechtzukommen. Die angesprochenen Themen des Romans sind unfassbar vielseitig; kaum zu glauben, was sich alles auf 367 Seiten unterbringen lässt. Am Ende habe ich mich unfassbar für Dot gefreut, dass auch sie endlich ihr verdientes Happy End erhält, dass ich tatsächlich geweint und mir gewünscht habe, die Handlung möge noch weiter gehen. Für mich definitiv eines der Lesehighlights 2022!
Mit Dot im Fundbüro zu arbeiten und sie in ihrem Leben lesend zu begleiten, war für mich nicht immer leicht. Sie hat ein großes schweres Paket zu tragen. Sorgen, Ängste und Trauer muss sie größtenteils allein bewältigen und kommt damit immer wieder an ihre Grenzen. Zusätzlich belastet sie die Demenz der Mutter und die Auseinandersetzung mit ihrer Schwester.
Es waren viele schwierige Themen für einen scheinbar unterhaltsamen Roman. Aus meiner Sicht passt der Klappentext nicht so ganz zum Inhalt. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es Lesende gibt, die mit den Themen Suizid, Trauer, Demenz und Depressionen nicht so gut zu recht kommen, so dass man den Klappentext hier etwas genauer hätte formulieren müssen.
Die Autorin hat einen schönen Schreibstil, der sich sehr gut lesen lässt. Allerdings verlor sie sich in sehr vielen kleinen Detailbeschreibungen, die die Geschichte etwas zäh werden ließ. Auch fand ich den Anteil des älteren Herrn (dafür, dass er auf dem Klapptext erwähnt wurde) zu gering. Das Potential des Fundbüros wurde aus meiner Sicht zu wenig ausgeschöpft. Zu sehr unterdrückten die schweren Themen die unterhaltsamen Passagen.
Ein anderer Klappentext würde den Lesenden besser vorbereiten und am Ende nicht enttäuscht oder überfordert zurücklassen.
“Das Fundbüro der verlorenen Träume” ist ein überraschender Roman. Basierend auf dem Cover, das ich nicht so gelungen finde, hatte ich mir eine relativ seichte Geschichte erwartet. Tatsächlich aber behandelt das “Fundbüro” eine ganze Reihe an schwierigen Themen und romantische Liebe spielt nur eine sehr untergeordnete Rolle. Die bereits angesprochenen Themen, ich verzichte hier darauf, sie zu nennen um nicht zu spoilern, werden allesamt sehr taktvoll behandelt. Eine Freude und leider keine Selbstverständlichkeit. Die Sprache ist schön und gekonnt und hin und wieder tauchen Sätze auf, die es verdient hätten umrandet zu werden. Zum Beispielals die Rede davon ist, dass jemand “in Primärfarben spricht”. Zum Ende hin rutscht es manchmal ein wenig ins Kitschige ab, das ist aber zu verzeihen. Die Hauptfigur, Dot, ist liebenswert und man wünscht ihr nur das Beste.