Von den inzwischen deutlich mehr weiblichen als männlichen Studierenden der Humanmedizin landen später nur wenige in Führungspositionen. Eine Frau auf dem Weg an die Spitze ist die Chirurgin Dr. med. Dilek Gürsoy. Geboren mitten in Deutschland als Tochter türkischer Gastarbeiter, die Mutter Analphabetin und Fließbandarbeiterin, der Vater Fabrikarbeiter. Früh träumt sie davon, Ärztin zu werden und ergreift sich ihr auftuende Chancen mit beiden Händen. Heute ist Dilek Gürsoy Medizinerin des Jahres 2019. Überraschend offen und ehrlich zeigt die im In- und Ausland erfolgreich operierende und forschende Herz- und Kunstherzchirurgin die Hürden auf, die sie als Frau nehmen muss, um sich im OP zu behaupten – allein in einer Männerdomäne mit nur fünf Prozent Frauen in Führungspositionen. In Episoden aus dem Klinikalltag beschreibt sie, wie es sich anfühlt, an die gläserne Decke zu stoßen – und dass Kompetenz und Selbstbewusstsein nicht so viel zählen wie seit langem stabile Männernetzwerke.
“Köpekbalıklarıyla dolu bir havuzdaki güç oyunlarından bıkıp usanmıştım. Ben sırf oyun dışı kalmamak adına asla köpekbalığı olmayacaktım.”
“Sıkı ve dürüst çalışma eninde sonunda ödüllendirilir!”
“O süreçte ağzımı sımsıkı kapalı tuttum ama gözlerimi kocaman açtım. Gördüm, dinledim ve öğrendim. Ve kısa sürede başka bazı meslektaşlarıma göre daha fazlasını yapabileceğim noktaya geldim.”
“Prof. Dr. Reiner Körfer: “... Saatine baktığını bile görmedim, zaman değil iş önceliklidir.””
In diesem Buch beschreibt Gürsoy wie sie ihr Weg von Kinderkarten bis zur Herzchirurgin gemacht hat. Sehr schön beschreibt sie ihres Gastarbeiterumfeld, wo eigentlich wenig Chance waren, aber viel Liebe und gut Umsorgt. Auf ihrem Weg geht sie sehr beharrlich. Sie weisst was sie will, und trifft immer wieder die richtige Personen, die irgendwie wegweisend sind. Und noch schöner, sie schätzt das, und sie bedankt sich bei denen. Ihr Laufbahn geht sehr steil nach oben, und irgendwie trifft sie auf die gläserne Decke. Und das tut weh. Nicht nur ihr, aber auch mich. Mann hat geglaubt, dass sie alles schaffen würde. Leider. Doch ihre Durchsetzungswillige ist ungebrochen. Und hoffentlich erreicht sie ihr Ziel.
Im Buch gibt sie Einblicke in den Op-Alltag, die medizinisch sehr interessant sind, aber auch in den Machtkämpfe die in diesen gehobenen wissenschaftlichen Kreise stattfinden, und die sind vielleicht interessant aber eigentlich bedauerlich, da die allermeiste doch ihre Lohn von den Steuergelder bekommen.
Ist das Buch lesenswert? Ja, sehr sicher. Es hat mich als Frau sehr viel Erkennung und auch Mut gegeben. Und man lernt viel über eine Herzoperation. Also JA.
Die Autorin Frau Dr. Med. Dilek Gürsoy erzählt in ihrem Buch wie sie zu ihrem absoluten Traumjob gekommen ist. Die Tatsache, dass sie schon immer wusste was sie einmal für einen Beruf ausüben will finde ich faszinierend. Man merkt schon ab den ersten Seiten, dass sie für ihren Beruf lebt. Das ist definitiv eine Ausnahme - auch bei Ärztinnen und Ärzten. Sie berichtet wie sie mit anpackt, sei es beim Lagern oder beim Verbandswechsel. Sie nimmt sich viel Zeit für ihre Arbeit und ihre Patienten. Sie erzählt von ihren teilweise wirklich existischen Erfahrungen im OP, dennoch habe ich gedacht, dass der Fokus darauf liegen wird. Denn so steht es auf dem Cover.
Besonders berührt hat mich gleich zu Anfang die Erzählung ihrer Mutter. Was für eine wahnsinnig starke Frau. Kein Wunder, dass auch die Tochter solche Leistungen bringt. Frau Dr. Med. Dilek Gürsoy´s Mutter hatte kein einfaches Leben. Ständig unterdrückt von der Familie ihres Mannes, der Verlust ihres Mannes und ihrer Kinder, das neue Leben in Deutschland.. Damals als türkische Frau zusätzlich zum Haushalt noch Arbeiten zu gehen war untypisch. Und auch hier widersetze sie sich allen. Das muss viel Mut gekostet haben und das bewundere ich sehr. Die Autorin scheint eine sehr enge Beziehung zu ihrer Familie zu haben, insbesondere zu ihrer Mutter.
Schon anfangs stellte sich mir die Frage "Wie sieht es denn mit Freizeit aus? Hat man bei einem solchen körperlichen und auch emotionalen Einsatz Zeit für eine Beziehung? Zeit für Freunde?" - Frau Dr. Med. Dilek Gürsoy klare Antwort lautet "Ja".
Ich bin der Meinung, dass man auch ohne eine Partnerin/ einen Partner sehr glücklich sein kann und nicht jeder möchte Kinder haben. Das ist völlig in Ordnung und bedarf auch nicht meiner Zustimmung oder die eines anderen. Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass auch beim weiteren Lesen der Eindruck aufkam, dass eben keine Zeit mehr bleibt. Bei dem enormen Einsatz den Frau Dr. Med. Dilek Gürsoy zeigt ist dies absolut verständlich. Sie berichtet fast ausschließlich von ihrer Mutter, Bruder, OP Schwester Ojka und ihrer Freundin Heidi.
Auch die Beziehung zu Prof. Dr. Reiner Körfer war für mich überraschend. Eine solche Treue findet sich sicherlich selten. Zugegebenermaßen hatte ich von Frau Dr. Med. Dilek Gürsoy erwartet, dass sie schon viel eher ihren eigenen Weg geht und sich somit von ihm löst. Es ist verständlich, dass sie ihm die Anerkennung geben will, die er verdient, aber bei einer solch ehrgeizige Frau hatte ich keine so starke Bindung zum Professor erwartet. Ich glaube, dass kann man nur verstehen, wenn man selbst in der Situation ist. Schließlich sagt sie selbst, dass sie ihm einiges zu verdanken hat.
Das Buch war anfangs sehr interessant, hat dann aber stark nachgelassen. Ich wollte weniger zur OP selbst lesen und mehr vom Leben von Frau Dr. Med. Dilek Gürsoy erfahren. Da es nahezu nur um den Klinikalltag ging konnte ich beim Lesen die Distanz zur Autorin nicht überwinden. Mir hat somit etwas gefehlt. Sehr schade, denn ich bin mir sicher, dass die Autorin mehr Tiefe besitzt.
Frau Dr. Med. Dilek Gürsoy ist eine absolute Powerfrau. Ihre Leistungen und ihr Ehrgeiz lassen sich nicht bestreiten. Ich bin mir absolut sicher, dass man noch einiges von ihr hören wird. Das Buch wird ihr nicht gerecht.