Wem gehören Kulturgüter? Unter welchen Umständen gelten sie als rechtmäßig erworben? Und was bedeutet das für unsere Museen? Menschen aller Zeiten und Kulturen zerbrachen sich darüber den Kopf: Schon Polybios riet von Zurschaustellung erbeuteter Kunst ab, Cicero stellte infrage, ob die Ankäufe eines Statthalters ohne Zwang abgelaufen wären - und ob man dann noch von Verkauf sprechen kann. Johann Wolfgang von Goethe reimt „Erworbenes“ schlicht auf „Verdorbenes“, Amadou Mahtar M‘Bow und Aminata Traoré weisen auf die Leerstellen hin, die eine Entnahme von Kulturgut im kollektiven Gedächtnis hinterlässt. Mit Quellen aus 2000 Jahren Menschheitsgeschichte, die in dieser Anthologie zum Teil erstmals abgedruckt, kontextualisiert und analysiert werden, wird klar: Niemand wird diese Frage allein lösen, aber es gibt viele, auf deren Überlegungen wir uns berufen können.