Eine glänzende akademische Karriere vor Augen, stürzt eine fatale Diagnose den jungen Wissenschaftler in tiefe Verzweiflung. Doch der allzu früh drohende Tod lässt ihn auch eine seltsame Gemeinschaft mit dem griechischen Helden Achill empfinden. Beide stehen in der Blüte ihres Lebens, beide müssen erfahren, dass sich das blinde Schicksal nicht für ihre Hoffnungen, Pläne und Wünsche interessiert. Die Konfrontation mit Achill wie in einem jahrtausendealten Spiegel wird für Jonas Grethlein zu einer existentiellen Erfahrung. So ist ein Buch entstanden, das sich keinem Genre unterwirft – persönliche Erzählung, brillante Homer-Interpretation und eine eindringliche Auseinandersetzung mit den Grundfragen des Menschseins.
Es müsste hunderte Bücher dieser Art geben. Sowohl die autobiographischen als auch die philologischen/philosophischen Teile lasen sich sehr gut und haben mich in ihrem Bann gezogen. Ziemlich bewegende Abschnitte, besonders als Einführung in die Ilias war es gut geeignet, dadurch dass es gerafft und aspektorientiert erzählt war. Wie immer ist Philologisches ein Thesaurus für das Leben; besonders gut gefällt mir, wie man die Theorien, Ideen und Konzepte auf das eigene Leben angewendet, um es verständlich zu machen (zB Vater/Sohn beziehung)