Mitten im Lockdown werden die Knesset- Abgeordnete Ruchama Wacholder und ihr Ehemann Gil beim Spaziergang mit ihrem Hund Itztrubal auf offener Straße erschossen. Als lasteten die Corona-Pandemie und der völlige Stillstand des gesellschaftlichen Lebens nicht schon schwer genug auf den Gemütern, denkt sich Polizeipsychologin Kinny Glass. Der Fall geht ihr auch persönlich Kinnys Ex-Mann Ariel hat mit Gil Wacholder zusammengearbeitet. Auf dem Laufenden hält sie der leitende Ermittler Nissim – der allerdings nicht wirklich ihr »Neuer« ist, wie Kinnys Tochter Mia behauptet. Mehrere Zeugenaussagen deuten auf einen islamistischen Terroranschlag hin, doch der Wirbel um regierungskritische Äußerungen von Ruchama Wacholder lässt eher ein parteipolitisches Motiv vermuten. Als der israelische Geheimdienst den Fall an sich reißen will, soll Kinny im Namen der Polizei verhandeln. Wenn man sie schon einspannt, wird sie wohl auch ein wenig ermitteln dürfen, entscheidet die Psychologin. Dass sie Iztrubal zu sich genommen hat, macht die Sache Gemeinsam mit dem Yorkshireterrier erlaubt sie sich trotz Ausgangssperre den ein oder anderen Spaziergang durch die leeren Straßen Jerusalems.
Alfred Bodenheimer is a Swiss literary critic and author. He is currently a professor for literary and religious history, and head of the Center for Jewish Studies, at the University of Basel.
Der Lockdown legt Israel lahm. Die Gesellschaft steht still. Da werden an einem Abend die Knesset-Abgeordnete Ruchama Wacholder und ihr Ehemann Gil auf offener Straße erschossen. Die Gerüchteküche läuft heiß. Polizeipsychologin Kinny Glass trifft dieser Anschlag persönlich, denn sie war mit dem Paar befreundet. Sie versucht alles über die Ermittlungen in Erfahrungen zu bringen. Und rennt dabei gegen Mauern.
"Mord in der Straße des 29. Novembers" war mein erster Krimi von Alfred Bodenheimer und hat mich gut unterhalten. Der Autor erzählt mit einem Auge auf das Wesentliche eine spannende Geschichte um Politik, persönliche Befindlichkeiten und harte Ermittlungen.
Die Figuren waren für mich leicht zugänglich und sympathisch. Kinny Glass wird zielstrebig und mit einem Sinn für Gerechtigkeit dargestellt. Das hat mir gut gefallen.
Die Story ist bündig und gradlinig. Es gibt keine Schleifen. Die Ermittlungen erlebten ein Auf und Ab. Und auch wenn das alles die benötigten Zutaten für einen tollen Krimi sind, fehlte mir das entscheidende Etwas.
Ingesamt ein ruhiger Krimi mit wenig aufregenden Momenten. Auch mal schön.
Es ist Lockdown in Israel. Man sollte hoffen, dass dsa Verbrechen auch im Lockdown ist. Aber nein, ein Politikerehepaar wird auf offenen Straße erschossen. Nur ihr kleiner Hund war Zeuge. Die Polizei-Psychologin Kinny kannte die Verstorbenen. Sie ist entsetzt, wer kann den nur etwas gegen das ältere Ehepaar haben. Handelt es sich um einen politischen Mord? Während des Lockdown ist Kinnys Tochter, die kurz vorm Studienabschluss steht, ist während des Lockdowns zu ihr gezogen. Dass Mutter und Tochter sich wieder näher kommen, ist eines der wenigen positiven Dinge am Lockdown. Und dann so ein sinnloser Mord.
Auf unaufgeregte, aber realistische Art und Weise nimmt der Lockdown einen großen Teil dieses Romans ein. Wie gehen die Menschen mit den plötzlichen Einschränkungen um? Welche Sorgen plagen sie bei den kleinsten Anzeichen von Erkältung? Wie gehen mit der wenigen, doch intensiven Nähe um, die ihnen geblieben ist? Und dann noch ein Mord an einer bekannten Politikerin und ihrem Mann. Und was tun, mit einem verwaisten kleinen Hund? Kann Kinny die Hintergründe zu der Tat aufdecken? Die politische Polizei reißt den Fall an sich, was den Ermittlungen nur bedingt gut tut.
Es ist sehr positiv zu bewerten, dass die Pandemie hier ganz selbstverständlich stattfindet, während sie in anderen Büchern kaum oder garnicht erwähnt wird. Auch wenn der Krimi so etwas zu kurz kommt, so ist diese realistische Darstellung der momentanen Zeit einfach toll zu lesen. Der Mord scheint zunächst unlösbar zu sein, nur um dann plötzlich gelöst zu sein. Dabei erweist sich Kinny als gewiefter als alle anderen. Trotz ihres Berufes hat Kinny auch mit eigenen Problemen zu kämpfen, was sie ihren Kunden oder Klienten als Hilfe anbieten kann, funktioniert bei selbst nur bedingt. Psychologen sind eben auch nur Menschen. Als Krimi funktioniert dieser Roman nur bedingt, aber dafür enthält er eine authentische Darstellung des Lebens in Jerusalem zur Zeit des Lockdowns.