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Kommissar Ariel Spiro #3
Der blonde Hund
Rasant und bildgewaltig: Der dritte Fall für Spiro!
Berlin im November 1925: Eine Leiche wird aus einem Berliner Kanal gezogen. Das Mordopfer ist ein Journalist, der für den »Völkischen Beobachter« geschrieben hat. Während Spiro zweifelhafte Kontakte nutzt, um eine Spur zu finden, bewegt sich Nike in den spirituellen Kreisen von Berlin und nimmt an Séancen teil. Plötzlich taucht der Ausweis eines Jungen auf, der in Verbindung zum Toten stand. Aber der »blonde Hund«, wie er genannt wird, ist in München untergetaucht. In den Schwabinger Salons beginnen für Spiro nervenaufreibende Ermittlungen, die ihn durch ganz Deutschland führen.
»Mit ›Der blonde Hund‹ dringt Kerstin Ehmer schonungslos in das Berlin der Goldenen Zwanziger ein. Fulminant!« Christian Koch | HAMMETT Krimibuchhandlung
»Und ihr Krimi ›Der weiße Affe‹ macht gleich große Lust auf mehr. Ihr Kommissar Ariel Spiro ist eine interessante Figur und hat das Zeug zum Serienhelden. Außerdem ist das Berlin der 20er dichter an der Gegenwart, als man zunächst meinen mag. “Der weiße Affe” jedenfalls ist ein echter Genuss. Große Empfehlung.« WDR 2 | Udo Feist (über Der weiße Affe)
Kerstin Ehmer arbeitete als Mode- und Porträtfotografin. Seit 2001 betreibt sie gemeinsam mit ihrem Mann die legendäre Victoria Bar in Berlin. 2017 erschien mit »Der weiße Affe« ihr erster Kriminalroman und ihr erster Fall mit Kommissar Spiro. Es folgten die Bände »Die schwarze Fee« (2019) und »Der blonde Hund« (2022).
Berlin im November 1925: Eine Leiche wird aus einem Berliner Kanal gezogen. Das Mordopfer ist ein Journalist, der für den »Völkischen Beobachter« geschrieben hat. Während Spiro zweifelhafte Kontakte nutzt, um eine Spur zu finden, bewegt sich Nike in den spirituellen Kreisen von Berlin und nimmt an Séancen teil. Plötzlich taucht der Ausweis eines Jungen auf, der in Verbindung zum Toten stand. Aber der »blonde Hund«, wie er genannt wird, ist in München untergetaucht. In den Schwabinger Salons beginnen für Spiro nervenaufreibende Ermittlungen, die ihn durch ganz Deutschland führen.
»Mit ›Der blonde Hund‹ dringt Kerstin Ehmer schonungslos in das Berlin der Goldenen Zwanziger ein. Fulminant!« Christian Koch | HAMMETT Krimibuchhandlung
»Und ihr Krimi ›Der weiße Affe‹ macht gleich große Lust auf mehr. Ihr Kommissar Ariel Spiro ist eine interessante Figur und hat das Zeug zum Serienhelden. Außerdem ist das Berlin der 20er dichter an der Gegenwart, als man zunächst meinen mag. “Der weiße Affe” jedenfalls ist ein echter Genuss. Große Empfehlung.« WDR 2 | Udo Feist (über Der weiße Affe)
Kerstin Ehmer arbeitete als Mode- und Porträtfotografin. Seit 2001 betreibt sie gemeinsam mit ihrem Mann die legendäre Victoria Bar in Berlin. 2017 erschien mit »Der weiße Affe« ihr erster Kriminalroman und ihr erster Fall mit Kommissar Spiro. Es folgten die Bände »Die schwarze Fee« (2019) und »Der blonde Hund« (2022).
458 pages, Perfect Paperback
Published January 1, 2022
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Community Reviews
Displaying 1 - 4 of 4 reviews
June 15, 2023
Auch am dritten Fall Spiros reizt die atmosphärische Beschreibung des Berlins in den goldenen 20ern. Einige Nebenstränge der Handlung erscheinen etwas überflüssig. Das Ende kommt doch relativ abrupt daher und hätte etwas ausgeschmückt werden können. Trotzdem insgesamt ein spannender Krimi und eine interessante Auseinandersetzung mit der Phase des langsamen Aufstiegs der Nazis und ihrer frühen Anhänger und Förderer. Bleibt aber etwas hinter den Fällen 1 und 2 zurück.
May 26, 2022
REZENSION - Nach ihren historischen Berlin-Krimis „Der weiße Affe“ (2017) und „Die schwarze Fee“ (2019) folgte im Februar im Pendragon Verlag mit „Der blonde Hund“ Kerstin Ehmers dritter Fall für den jungen, aus dem provinziellen Wittenberge (Elbe) stammenden Kommissar Ariel Spiro, der nun inmitten politischer und sozialer Wirren der Zwanziger Jahre in der Reichshauptstadt rätselhafte Mordfälle aufzuklären hat.
Diesmal wird im November 1925 eine Leiche aus einem Berliner Kanal gefischt, die bald als ein Journalist vom „Völkischen Beobachter“, dem Presseorgan der erstarkenden Nationalsozialisten, identifiziert wird. Doch der Fall erweist sich als kompliziert, zumal es in derselben Nacht noch ein zweites, schwer verletztes Opfer – einen jungen Mann – gegeben haben soll, das allerdings nicht mehr auffindbar ist. Erst der später auftauchende Ausweis des jungen Mannes lässt einen Zusammenhang erkennen: Der ermordete Journalist nutzte als „Ziehvater“ des früheren Waisenjungen, den er „Canis“ (Hund) nannte, schamlos aus. Auf der Suche nach diesem „blonden Hund“, den er als Zeugen braucht, kommt Spiro in Sachsen und Ostpreußen mit den Artamanen in Kontakt, einem vom 25-jährigen Heinrich Himmler als Jugendbewegung gegründeten radikal-völkischen Siedlungsbund.
Während Spiro keine Zeit für Freundin Nike Fromm hat, befasst sich diese als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sexualwissenschaft des Dr. Magnus Hirschfeld dort mit einem schwer misshandelten Strichjungen. Beim Versuch, die Verursacher dieser Misshandlung zu finden, gerät sie ins Umfeld homosexueller Perversitäten. An diesem Beispiel zeigen sich die negativen Auswüchse damaligen Bemühens um sexuelle Freiheit, deren unterschiedliche Facetten ebenso stimmig in die Romanhandlung eingebaut sind wie der damals in den Salons der gehobenen Gesellschaft gepflegte Spiritismus und die Verbreitung der von Rudolf Steiner gegründeten Anthroposophie.
So schildert Kerstin Ehmer auch in ihrem dritten Krimi wieder auf sehr eindrucksvolle Weise das politische und gesellschaftliche Leben in der Reichshauptstadt zur Zeit der überhaupt nicht goldenen Zwanziger Jahre in all seinen vielfältigen Erscheinungsformen. Politisch erleben wir das allmähliche Erstarken der Nationalsozialisten, die zu einer bedrohlichen Macht heranwachsen, ohne von der Bevölkerungsmehrheit schon als Gefahr erkannt zu werden. Für die NSDAP ist es die Zeit der „Säuberungen“, in der sie sich von brutalen, in den Vorjahren noch nützlichen Kämpfern befreit, um künftig als seriöse national-konservative Partei politischen Einfluss zu gewinnen. Die Voraussetzungen sind gut: Der Antisemitismus zeigt sich bereits offen in allen Schichten der Gesellschaft.
Ihre atmosphärisch dichte Schilderung dieses vielschichtigen, prallen und turbulenten Berliner Lebens in einer schwierigen Zeit voller Widersprüche verknüpft die Autorin mit einem spannenden Kriminalfall. Sowohl Ariel Spiro als auch seine Freundin Nike Fromm geraten darin in einen unaufhaltsamen Strudel aus politischer Macht und brutaler Gewalt, aus dem sie sich nicht befreien können. Zwar klären sich die Mordfälle trotz aller Hindernisse am Ende auf, doch die eigentlich schuldigen Hintermänner bleiben unentdeckt. Zu weit reichen inzwischen schon die Tentakel der Nazi-Führung – sogar bis in Spiros Kriminalkommissariat. So steht Kerstin Ehmers Kommissar letztlich nicht als erfolgreicher Ermittler da, sondern als ziemlich hilfloser Kriminalist, dem auch die Unterstützung seiner Vorgesetzten versagt bleibt. Dieser offene Schluss des Romans lässt seine Leser nachdenklich zurück, denn wir alle wissen, wie die Zeitgeschichte weitergeht. Wer sich für historische Krimis über die Zeit der Weimarer Republik interessiert, sollte diesen in Sprachstil und Authentizität ausgezeichneten Roman „Der blonde Hund“ lesen.
Diesmal wird im November 1925 eine Leiche aus einem Berliner Kanal gefischt, die bald als ein Journalist vom „Völkischen Beobachter“, dem Presseorgan der erstarkenden Nationalsozialisten, identifiziert wird. Doch der Fall erweist sich als kompliziert, zumal es in derselben Nacht noch ein zweites, schwer verletztes Opfer – einen jungen Mann – gegeben haben soll, das allerdings nicht mehr auffindbar ist. Erst der später auftauchende Ausweis des jungen Mannes lässt einen Zusammenhang erkennen: Der ermordete Journalist nutzte als „Ziehvater“ des früheren Waisenjungen, den er „Canis“ (Hund) nannte, schamlos aus. Auf der Suche nach diesem „blonden Hund“, den er als Zeugen braucht, kommt Spiro in Sachsen und Ostpreußen mit den Artamanen in Kontakt, einem vom 25-jährigen Heinrich Himmler als Jugendbewegung gegründeten radikal-völkischen Siedlungsbund.
Während Spiro keine Zeit für Freundin Nike Fromm hat, befasst sich diese als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sexualwissenschaft des Dr. Magnus Hirschfeld dort mit einem schwer misshandelten Strichjungen. Beim Versuch, die Verursacher dieser Misshandlung zu finden, gerät sie ins Umfeld homosexueller Perversitäten. An diesem Beispiel zeigen sich die negativen Auswüchse damaligen Bemühens um sexuelle Freiheit, deren unterschiedliche Facetten ebenso stimmig in die Romanhandlung eingebaut sind wie der damals in den Salons der gehobenen Gesellschaft gepflegte Spiritismus und die Verbreitung der von Rudolf Steiner gegründeten Anthroposophie.
So schildert Kerstin Ehmer auch in ihrem dritten Krimi wieder auf sehr eindrucksvolle Weise das politische und gesellschaftliche Leben in der Reichshauptstadt zur Zeit der überhaupt nicht goldenen Zwanziger Jahre in all seinen vielfältigen Erscheinungsformen. Politisch erleben wir das allmähliche Erstarken der Nationalsozialisten, die zu einer bedrohlichen Macht heranwachsen, ohne von der Bevölkerungsmehrheit schon als Gefahr erkannt zu werden. Für die NSDAP ist es die Zeit der „Säuberungen“, in der sie sich von brutalen, in den Vorjahren noch nützlichen Kämpfern befreit, um künftig als seriöse national-konservative Partei politischen Einfluss zu gewinnen. Die Voraussetzungen sind gut: Der Antisemitismus zeigt sich bereits offen in allen Schichten der Gesellschaft.
Ihre atmosphärisch dichte Schilderung dieses vielschichtigen, prallen und turbulenten Berliner Lebens in einer schwierigen Zeit voller Widersprüche verknüpft die Autorin mit einem spannenden Kriminalfall. Sowohl Ariel Spiro als auch seine Freundin Nike Fromm geraten darin in einen unaufhaltsamen Strudel aus politischer Macht und brutaler Gewalt, aus dem sie sich nicht befreien können. Zwar klären sich die Mordfälle trotz aller Hindernisse am Ende auf, doch die eigentlich schuldigen Hintermänner bleiben unentdeckt. Zu weit reichen inzwischen schon die Tentakel der Nazi-Führung – sogar bis in Spiros Kriminalkommissariat. So steht Kerstin Ehmers Kommissar letztlich nicht als erfolgreicher Ermittler da, sondern als ziemlich hilfloser Kriminalist, dem auch die Unterstützung seiner Vorgesetzten versagt bleibt. Dieser offene Schluss des Romans lässt seine Leser nachdenklich zurück, denn wir alle wissen, wie die Zeitgeschichte weitergeht. Wer sich für historische Krimis über die Zeit der Weimarer Republik interessiert, sollte diesen in Sprachstil und Authentizität ausgezeichneten Roman „Der blonde Hund“ lesen.
April 9, 2022
"Der blonde Hund", ist ein etwas merkwürdiger Titel für den dritten Fall von Ariel Spiro, der jedoch in der Geschichte Erklärung findet und auch zu den beiden Vorgängertitel passt.
Kerstin Ehmer hat mich mit ihrem ersten historischen Krimi dieser Reihe "Der weiße Affe" 2018 überzeugt. Seitdem warte ich immer schon gespannt auf Nachfolgebände,
Wir befinden uns in Berlin im Jahre 1925. Es ist November und ungemütlich. Früh am Morgen wird Kommissar Ariel Spiro an den Berliner Kanal gerufen, wo eine männliche Leiche aus dem Wasser gezogen wird. Der Mann ist gut gekleidet und wurde ausgeraubt. Doch ein Hämatom am Kopf erzählt, dass es sich anscheinend um Raubmord handelt. Unweit des Toten im Kanal wird ein schwer verletzter junger Mann gefunden, der zu Nike ins Insitut gebracht wird. Diese ist entsetzt, als sie die Misshandlungen am Jungenkörper sieht, der brutalst missbraucht wurde.
In der Zwischenzeit kann Spiro die Identität der Wasserleiche herausfinden. Der Tote ist ein Redakteur des „Völkischen Beobachter“ aus München. Ariel und sein älterer Kollege Bohlke werden mit dem Fall betraut und erkennen schnell, dass es sich hier nicht um einen gewöhnlichen Raubmord handelt. Die Spuren führen zu Parteimitglieder der NSDAP, für die der Redakteur geschrieben hat. Spiro stößt allerdings auf eine Mauer des Schweigens. Die Ermittlungen führen Spiro zuerst nach München und danach in die pommersche Sumpflandschaft zu einer Gruppe, die sich "Artamanen" nennt.
Nike findet währendessen in Berlin Interesse an Séancen und Astrologie. Durch ihren Bruder und dessen Freund gerät sie unfreiwillig in die Welt der Sado-Maso-Szene und gerät in große Gefahr. Dabei findet sie einen weiteren jungen Mann mit ähnlichen brutalen Misshandlungen, wie ihr Patient im Insitut.
Kerstin Ehmer hat mit einer großen Portion Berliner Lokalkolorit und guter Recherche zu den politischen Verhältnissen der damaligen Zeit einen spannenden historischen Krimi geschrieben. Schon in den Vorgängerbänden war ich mit Ariel Spiro und seiner Freundin Nike Fromm mitten drin im historischen Berlin der "wilden Zwanziger".
1925 ist die große Weltwirtschaftskrise überwunden und die Menschen verlieren sich im Spiritualismus und in körperlicher Freizügigkeit. Berlin ist voller bunter Vögel und Nike mitten drin. Das macht die Geschichte so schillernd und authentisch.
Der Spannunsgbogen leidet diesmal ein bisschen durch die vielen Schauplatzwechsel, dem vollen Leben in Berlin und dem historischen und zeitgeschichltlichen Kontext. Trotzdem bin ich gerne mit Ariel an diese Schauplätze gereist und habe mit schweren Herzen die dunklen Wolken, die bereits am Horizont lauern gesehen. Kerstin Ehmer zeichnet ein sehr realistisches Gesellschaftsbild dieser Jahre und hat wieder eine grandiose Milieustudie dieser Zeit vorgelegt.
Noch hält Spiro - trotz seiner Ermittlungen im Milieu der Nationalsozialisten - diese für völlig ungeährlich. Mit Bangen denke ich an die Zukunft, die wir als Leser im 21. Jahrhundert bereits kennen...
Fazit:
Bereits zum dritten Mal bin ich mit Ariel Spiro ins Berlin der Zwanziger Jahre gereist und war wieder fasziniert vom Schmelztiegel in dieser Stadt. Diesmal geraten sowohl er, als auch Nike, in große Lebensgefahr.
Der Spannungsbogen steigt diesmal erst zum Ende hin an. Trotzdem fand ich auch diesen Fall wieder äußerst gelungen.
Kerstin Ehmer hat mich mit ihrem ersten historischen Krimi dieser Reihe "Der weiße Affe" 2018 überzeugt. Seitdem warte ich immer schon gespannt auf Nachfolgebände,
Wir befinden uns in Berlin im Jahre 1925. Es ist November und ungemütlich. Früh am Morgen wird Kommissar Ariel Spiro an den Berliner Kanal gerufen, wo eine männliche Leiche aus dem Wasser gezogen wird. Der Mann ist gut gekleidet und wurde ausgeraubt. Doch ein Hämatom am Kopf erzählt, dass es sich anscheinend um Raubmord handelt. Unweit des Toten im Kanal wird ein schwer verletzter junger Mann gefunden, der zu Nike ins Insitut gebracht wird. Diese ist entsetzt, als sie die Misshandlungen am Jungenkörper sieht, der brutalst missbraucht wurde.
In der Zwischenzeit kann Spiro die Identität der Wasserleiche herausfinden. Der Tote ist ein Redakteur des „Völkischen Beobachter“ aus München. Ariel und sein älterer Kollege Bohlke werden mit dem Fall betraut und erkennen schnell, dass es sich hier nicht um einen gewöhnlichen Raubmord handelt. Die Spuren führen zu Parteimitglieder der NSDAP, für die der Redakteur geschrieben hat. Spiro stößt allerdings auf eine Mauer des Schweigens. Die Ermittlungen führen Spiro zuerst nach München und danach in die pommersche Sumpflandschaft zu einer Gruppe, die sich "Artamanen" nennt.
Nike findet währendessen in Berlin Interesse an Séancen und Astrologie. Durch ihren Bruder und dessen Freund gerät sie unfreiwillig in die Welt der Sado-Maso-Szene und gerät in große Gefahr. Dabei findet sie einen weiteren jungen Mann mit ähnlichen brutalen Misshandlungen, wie ihr Patient im Insitut.
Kerstin Ehmer hat mit einer großen Portion Berliner Lokalkolorit und guter Recherche zu den politischen Verhältnissen der damaligen Zeit einen spannenden historischen Krimi geschrieben. Schon in den Vorgängerbänden war ich mit Ariel Spiro und seiner Freundin Nike Fromm mitten drin im historischen Berlin der "wilden Zwanziger".
1925 ist die große Weltwirtschaftskrise überwunden und die Menschen verlieren sich im Spiritualismus und in körperlicher Freizügigkeit. Berlin ist voller bunter Vögel und Nike mitten drin. Das macht die Geschichte so schillernd und authentisch.
Der Spannunsgbogen leidet diesmal ein bisschen durch die vielen Schauplatzwechsel, dem vollen Leben in Berlin und dem historischen und zeitgeschichltlichen Kontext. Trotzdem bin ich gerne mit Ariel an diese Schauplätze gereist und habe mit schweren Herzen die dunklen Wolken, die bereits am Horizont lauern gesehen. Kerstin Ehmer zeichnet ein sehr realistisches Gesellschaftsbild dieser Jahre und hat wieder eine grandiose Milieustudie dieser Zeit vorgelegt.
Noch hält Spiro - trotz seiner Ermittlungen im Milieu der Nationalsozialisten - diese für völlig ungeährlich. Mit Bangen denke ich an die Zukunft, die wir als Leser im 21. Jahrhundert bereits kennen...
Fazit:
Bereits zum dritten Mal bin ich mit Ariel Spiro ins Berlin der Zwanziger Jahre gereist und war wieder fasziniert vom Schmelztiegel in dieser Stadt. Diesmal geraten sowohl er, als auch Nike, in große Lebensgefahr.
Der Spannungsbogen steigt diesmal erst zum Ende hin an. Trotzdem fand ich auch diesen Fall wieder äußerst gelungen.
May 4, 2022
Mit dem historischen Kriminalroman entführt Kertin Ehmer zum dritten Mal in die goldenen zwanziger Jahre nach Berlin. Der außergewöhnliche Kommissar jüdischer Herkunft darf noch im preußischen Staatsdienst tätig sein und die aufkommenden Nazis wurden 1925 noch als Verwirrte bezeichnet, die schon bald wieder von der Oberfläche verschwinden werden.
Im November 1925 wird eine männliche Leiche aus dem Berliner Kanal gefischt. Wie sich herausstellt, handelt es sich um einen Journalisten eines nationalsozialistischen Blattes „Völkischer Beobachter“ in München. Bei der Suche nach einem Motiv und einer Spur kommt der Jude Spiro eng an Leute der aufkeimenden NSDAP heran, ohne schon jetzt ihre Gefährlichkeit zu erkennen. Im Zusammenhang mit dem Mordopfer taucht ein junger Mann auf, der in den Kreisen als „blonder Hund“ bekannt und nach der Tat abgetaucht ist.
Kerstin Ehmer beschreibt die Abläufe chronologisch mit dem Datum als Kapitelüberschrift. Das gibt dem Leser einen überschaulichen Fahrplan. Dennoch gefallen mir persönlich Kapitel von fünfzig Seiten Länge nicht besonders. Sie behindern das schnelle Lesen und wenn man das Gefühl hat, dass man das nächste nicht in einer bestimmten Zeit schaffen würde, fängt man es erst gar nicht an zu lesen. Ebenso nachteilig empfinde ich Absätze, die sich über drei Seiten erstrecken. Sie geben dem Leserauge keine Möglichkeit einer Blickpause.
Diese Hinweise sollen aber nicht den Genuss an interessanten und umfangreichen Informationen trüben. Denn sehr unterhaltsam wird das Zeitgeschehen von damals detailreich und mit vielen Fakten wiedergegeben. Bildreiche Sprache lässt das Berlin (und auch das München) in den Köpfen der Leser entstehen.
Dabei ist der Spannungsbogen um die Ermittlungen genauso angetan, an dem Roman zu kleben, wie auch der der Figur des Ariel Spiro, der sich gegen seine oberen Chefs durchzusetzen versucht oder der seiner Freundin Niki, die sich in die Gefilde der Esoterik begibt und schließlich einen Teil zu Ariels Ermittlungen beiträgt.
Besonders schön finde ich die Covergestaltung, die mit einem ähnlichen Motiv wie die anderen Romane »Der weiße Affe« und »Die schwarze Fee« dieser Reihe aufwartet, aber einen Teil der Handlung auf den Punkt bringt.
»Der blonde Hund« ist eine erneute Milieustudie der Goldenen Zwanziger und des aufkommenden Nationalsozialismus, die mit einer spannenden Verbrecherjagd präsentiert und von mir gerne empfohlen wird.
© Detlef Knut, Düsseldorf 2022
Im November 1925 wird eine männliche Leiche aus dem Berliner Kanal gefischt. Wie sich herausstellt, handelt es sich um einen Journalisten eines nationalsozialistischen Blattes „Völkischer Beobachter“ in München. Bei der Suche nach einem Motiv und einer Spur kommt der Jude Spiro eng an Leute der aufkeimenden NSDAP heran, ohne schon jetzt ihre Gefährlichkeit zu erkennen. Im Zusammenhang mit dem Mordopfer taucht ein junger Mann auf, der in den Kreisen als „blonder Hund“ bekannt und nach der Tat abgetaucht ist.
Kerstin Ehmer beschreibt die Abläufe chronologisch mit dem Datum als Kapitelüberschrift. Das gibt dem Leser einen überschaulichen Fahrplan. Dennoch gefallen mir persönlich Kapitel von fünfzig Seiten Länge nicht besonders. Sie behindern das schnelle Lesen und wenn man das Gefühl hat, dass man das nächste nicht in einer bestimmten Zeit schaffen würde, fängt man es erst gar nicht an zu lesen. Ebenso nachteilig empfinde ich Absätze, die sich über drei Seiten erstrecken. Sie geben dem Leserauge keine Möglichkeit einer Blickpause.
Diese Hinweise sollen aber nicht den Genuss an interessanten und umfangreichen Informationen trüben. Denn sehr unterhaltsam wird das Zeitgeschehen von damals detailreich und mit vielen Fakten wiedergegeben. Bildreiche Sprache lässt das Berlin (und auch das München) in den Köpfen der Leser entstehen.
Dabei ist der Spannungsbogen um die Ermittlungen genauso angetan, an dem Roman zu kleben, wie auch der der Figur des Ariel Spiro, der sich gegen seine oberen Chefs durchzusetzen versucht oder der seiner Freundin Niki, die sich in die Gefilde der Esoterik begibt und schließlich einen Teil zu Ariels Ermittlungen beiträgt.
Besonders schön finde ich die Covergestaltung, die mit einem ähnlichen Motiv wie die anderen Romane »Der weiße Affe« und »Die schwarze Fee« dieser Reihe aufwartet, aber einen Teil der Handlung auf den Punkt bringt.
»Der blonde Hund« ist eine erneute Milieustudie der Goldenen Zwanziger und des aufkommenden Nationalsozialismus, die mit einer spannenden Verbrecherjagd präsentiert und von mir gerne empfohlen wird.
© Detlef Knut, Düsseldorf 2022
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