Fast hat man sich in der Hofmühle damit abgefunden, dass Carl im Krieg gefallen ist, als er im Winter 1918 plötzlich vor der Tür steht. Selbst sein Zwillingsbruder Eugen hätte ihn fast nicht erkannt. Eugen ist nur zu Besuch, er hat in Amerika sein Glück gesucht und vielleicht sogar gefunden. Wird er es mit Carl teilen? Lässt sich Glück überhaupt teilen? Judith W. Taschler hat einen großen Familienroman geschrieben. Über drei Generationen verfolgen wir gebannt das Schicksal der Familie Brugger, deren Leben in der Mühle vor allem die Frauen prägen. Das einfühlsame Porträt eines Dorfes, ein Buch über Abschiede und die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, über den Krieg und die unstillbare Sehnsucht nach vergangenem Glück.
Ein absolut fesselnder Familienroman....Außergewöhnlich in der Sprache und hervorragend ausgearbeitet...ein Lesegenuss....aber wer ist eigentlich Carl?
Vorweg muss ich meine Lobeshymne etwas einschränken....denn sowohl der Titel als auch der Klappentext sind absolut verwirrend! Der Titelgeber Carl kommt nämlich erst im letzten Drittel des Romans vor....! Das ländliche Mühlenviertel in Österreich ist in den 1820er Jahren ein abgeschiedener Ort, deren Bewohner ein hartes, abreitssames Leben führen. Die Mühlenfamilie Brugger strebt nach mehr....doch ihr Kampf um ein besseres Leben ist schwierig.
Ungemein intensiv erzählte Charaktere, eine außergewöhnliche Erzählweise und historisch hervorragend recherchiert konnte mich diese Familiesaga über drei Generationen uneingeschränkt begeistern!
Nur den Titel "Über Catl reden wir morgen" hätte ich nicht gewählt.....
Erzählt wird das Leben von drei Generationen einer Familie, die in einem kleinen Ort in Österreich eine Mühle betreibt. Beginnend in den 1820ern werden die familiendefinierenden Entwicklungen mit einem Fokus auf je zwei Familienmitglieder in den verschiedenen Abschnitten des Buchs beschrieben, bis die Erzählung der Familiengeschichte kurz nach dem zweiten Weltkrieg endet. Der Titelgebende Carl taucht dabei erst in der dritten Generation auf, und auch der Klappentext beschreibt eigentlich nur das letzte Drittel des Romans.
Die Handlung ist insgesamt eher ruhig und der Fokus liegt auf den Charakteren, die man in verschiedenen Phasen ihres Lebens kennen lernt. Ihre Entwicklungen werden dabei aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet, was mir sehr gut gefallen hat, da man als Leser:In vorschnelle Meinungen hinterfragen muss, und die Vielschichtigkeit der Figuren deutlich wird. Gut gefallen hat mir auch, dass die Rolle der Frauen in der Familie kritisch hinterfragt wurde und wie der historischer Kontext mit der Handlung verwoben wurde.
Durch die Zeitsprünge und Perspektivwechsel fand ich die Handlung leider aber oft auch verwirrend und ich musste einige Male zurückblättern, um etwas nachzulesen. Auch hat es mich im Mittelteil genervt, dass ich erstmal eine andere Handlung lesen musste, als es gerade spannend wurde. Nach einer Weile war mir der Roman dann auch leider einfach zu lang. Viele beschriebene Momente hätte man sich rückblickend sparen können, da sie nichts zur Handlung beigetragen haben. Man musste sich als Leser:In sehr gedulden, bis endlich die auf dem Klappentext beschriebene Handlung begann, und diese fand ich dann leider auch zu dramatisiert und konstruiert. Am Ende ist das Buch dann trotz seiner Länge zu plötzlich vorbei und ich bleibe etwas ratlos zurück. Das finde ich sehr schade, denn den Anfang habe ich gern gelesen und auch mit den Personen noch mehr mitgefiebert. Ein bisschen kommt es mir vor, als hätte ich zwei Teile einer Trilogie gelesen, bei der ich den zweiten nicht so mochte, und der Dritte nun noch fehlt.
Ich habe ansonsten aber viel Gutes über den Roman gelesen und bin gespannt, was mein Lesekreis morgen dazu sagt :)
Irgendwie hat sich das Buch ziemlich gezogen. Der Schreibstil gefiel mir gut, war aber auch manchmal ein wenig verwirrend, da das Buch über die Geschichte einer Familie über 3 Generationen geht. Die Zeitsprünge oder auch die ganzen Namen und die jeweiligen Verknüpfungen miteinander waren deswegen ein wenig verwirrend. Das Ende kam ziemlich plötzlich und war total offen, der Buchtitel & Klappentext leider auch irreführend. Keine Ahnung wie ichs beschreiben soll, ich habs gerne gelesen, besonders wegen dem geschichtlichen Hintergrund und es gab auch viele spannende Momente, aber es hätte kürzer sein können.
Das Buch war gut zu lesen, spannend ohne von der Spannung zu leben, historisch interessant, solide aber nicht außergewöhnlich anders als andere Familienromane, die ich schon zigfach gelesen habe.
Das abrupte Ende hat mich auch irritiert.
Warum man den Roman doch lesen sollte? Wegen der geschichtlichen Relevanz rund um den ersten Weltkrieg. Es hat für mich wieder neue Facetten aufgezeigt, die mir helfen diese Geschichtliche Ära (1. Weltkrieg, Ende der Monarchie, Auswanderung nach Amerika) besser zu verstehen. Auch die vielen verschiedenen Protagonisten fand ich sehr divers und gut gezeichnet. Lesenswert!
Mühlviertler Familienepos Der Roman erzählt das Schicksal der Familie Brugger und gibt einen Einblick über ihr Leben im Lauf von drei Generationen. Im Winter 1918 steht Carl plötzlich vor der Hofmühle, obwohl er im Krieg gefallen sein soll. Selbst sein Zwillingsbruder Eugen, der aus Amerika zu Besuch gekommen ist, erkennt ihn kaum wieder. Eugen hat in den USA sein Glück gemacht. Wird im Mühlviertel auch für Carl ein glückliches Leben möglich? Das Cover ist sehr ruhig gehalten und wirkt mit seiner Landschaft und dem Gebäude im Hintergrund fast idyllisch. Allein die Spinnweben, die einen Großteil des Vordergrunds einnehmen, stechen hervor. Sie überdecken das Feld und verweisen gleichzeitig auf die verwebten Zusammenhänge der Geschichte. Das Bild spiegelt sich auch auf dem Lesezeichen wider, das aufgeklappt einen kleinen Überblick über den Familienstammbaum der Bruggers gibt. Der Roman besteht aus fünf Teilen, die jeweils zwei der handelnden Personen als Überschrift tragen. Die Kapitel haben eine angenehme Länge, der Schreibstil ist beschreibend. Bereits der Einstieg ins Buch ist von ruhigen, aber auch gefühlvollen Beschreibungen geprägt. Man findet sich sofort in die Geschichte ein. Die große Stärke der Autorin liegt in diesem Roman in ihrem schleifenförmigen Erzählen. Kaum meint man, das Schicksal bestimmter Personen sei nun abgeschlossen, greift sie es im nächsten Abschnitt aus einer anderen Sichtweise wieder auf. Szenen werden dabei öfter wiederholt, ohne aber jemals langweilig zu wirken. Im Gegenteil, je mehr man im Nachhinein über gewisse Vorkommnisse erfährt, desto klarer und interessanter werden die Zusammenhänge. Die Charaktere sind lebensnah und detailliert beschrieben. Einige findet man auf Anhieb sympathisch, andere rufen ein gegenteiliges Gefühl hervor. Im Lauf des Buches, hervorgerufen durch eine Art Rückwärtserzählen, kann diese Sicht sich aber durchaus ändern. Geschichtliche Zusammenhänge und die Lebensumstände der Vergangenheit werden wie nebenbei in die Geschichte eingearbeitet, ohne lehrbuchmäßig zu klingen. Insgesamt handelt es sich um ein sehr lesenswertes Buch, mit Verwicklungen und Missverständnissen, die eben zum Leben gehören. Dennoch ist die Geschichte durchgehend spannend und fesselnd gehalten. Obwohl der Roman in sich abgeschlossen ist, lässt er doch auf eine Fortsetzung der Familiengeschichte hoffen.
Vorweg: der Klappentext ist ein wenig irreführend. Eugen, der seit Jahren in Amerika lebt, ist zu Besuch in der Hofmühle und auf einmal steht im Winter 1918 sein Zwillingsbruder Carl vor der Tür. Die Familie glaubte, er sei im Krieg gefallen. Tatsächlich ist die Generation von Carl und Eugen die dritte Generation, die dieser Familienroman erzählt. Als Leser:in verbringt man also erstmal sehr viel Zeit mit den anderen Familienmitgliedern, bevor der titelgebende Carl überhaupt erst geboren wird. Der Roman ist sehr unaufgeregt, beschäftigt sich intensiv mit seinen Figuren, packt verschiedenste Themen an. Subtil, aber dennoch berührend wird über die Schicksale der Familie gesprochen.
Sprache und Stil bereiteten mir große Freude. Komplex eingearbeitet sind Sprünge zwischen den Zeitebenen. Zunächst sind diese zwar ein bisschen verwirrend – die vielen ähnlichen Namen der Figuren sind da anfangs nicht sehr hilfreich – aber bald gewöhnt man sich daran. Immer wieder werden durch diese Zeitsprünge Situationen aus den Perspektiven der unterschiedlichen Figuren erzählt, oft setzen sich lose Enden erst später zusammen. Definitiv kein Roman, den man schnell zwischendurch liest, aber man muss sich davon auch nicht abschrecken lassen.
Einziger Wehmutstropfen für mich war der letzte Teil, als ein bisschen viel Dramatik geherrscht hat und die Schicksale ein bisschen zu konstruiert wirkten. Dennoch eine absolute Leseempfehlung.
Insgesamt hat es mir sehr gut gefallen, aber das Ende ist einfach so, als hätte jemand mittendrin aufgehört zu schreiben. Andere Romane mit offenen Enden lassen einen nicht so ratlos zurück.
Über Carl wird tatsächlich erst im letzten Drittel des Buchs so wirklich geredet. Daher ist der Titel meines Erachtens nicht ganz so passend. Dennoch gibt es hier eine sehr interessante Familiensaga zu lesen, in der über Generationen hinweg das Leben der Familie Brucker und deren Umstehenden geschildert wird. Der zentrale Handlungsort ist ein kleines Dorf in Österreich, was einen anderen Blick auf historische Ereignisse erlaubt. Verwirrend waren für mich aber die sehr vielen Charaktere. Plötzlich tauchte wieder jemand auf, der nicht näher vorgestellt wurde, und daher scheinbar schon mal irgendwann zuvor erwähnt wurde? Auch fand ich das Springen zwischen den Zeiten recht mühsam, da nicht immer direkt erkennbar war, dass es sich jetzt plötzlich um eine Episode von zig Jahren zuvor handelte. Einige Geschichten wurden nicht so richtig zu Ende erzählt, weswegen bei mir noch Fragen offen sind. Und der finale Handlungsstrang um Carl uns seinen Zwillingsbruder Eugen, war mir dann doch etwas zu verworren. Zusammenfassend also eine hochinteressante Familiengeschichte, aber leider mit Schwächen im Schreibstil, weswegen es von mir nur drei von fünf Sternen gibt.
3/5 ein ganz nettes Buch, aber teilweise etwas verwirrend, weil es immer um eine Familie geht. Aber irgendwie erst um die Oma dann um die Mutter dann um die Tochter und so weiter und es kommen so viele Namen und es ist manchmal etwas verwirrend. Es geht um eine Familie, die auf dem Land wohnt, in der Zeit des ersten Weltkrieges und es geht um Feindschaft mitten im Ort und um den Aufbau einereines Handelsunternehmens und um Liebe und so weiter. Es hat mich jetzt nicht vom Hocker gehauen, war aber auch nicht schlecht. Ich habe mich jetzt aber auch nicht jeden Abend drauf gefreut es zu lesen. Teilweise war ein bisschen langweilig
IHR WERDET NICHT EWIG LEBEN, DESWEGEN VERSCHWENDET EURE ZEIT NICHT MIT DIESEM BUCH 450 Seiten lang passiert einfach NICHTS es ist eine Familiengeschichte, ja eh, aber sonst auch nichts, es werden etliche Charaktere vorgestellt, aber keiner wird dem Leser näher gebracht, es ist ein langweiliger, sprachlich nicht mal unaufregender, sondern einfach nur banaler, umgangssprachlicher Bericht, als würd man in einem Amt sitzen!!
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Ein sehr fesselnder Familienroman, bei dem die Geschichte und Personen nach und nach aufgefächert werden und sich am Ende ein Gesamtbild ergibt! Sehr schön geschrieben, man fiebert mit - leider hat mir das Ende nicht gefallen.
Je länger der Leser sich in dieses Buch vertieft, desto interessanter und lesenswerter wird dieser Roman, in dem es um eine Familie im Mühlviertel geht, die über mehrere Generationen beschrieben wird.