"Alle Sorgen bin ich einmal los
Als ob es so sein müsst'
Und mir ist, als ob mit einem Nu
Mein Herz im Himmel ist
Ich bin ja heut' so glücklich
So glücklich, so glücklich
Ich fühl' mich augenblicklich
So glücklich wie noch nie"
Renate will unbedingt zum Film, doch ihr Vater möchte, dass sie zur Schule geht, studiert und Karriere als Journalistin macht. Doch als er merkt dass Schauspielen der größte Traum seiner ältesten Tochter ist, zieht die ganze Familie ins großartige Berlin, wo Renates Karriere beginnt.
Eine Hommage an die Schauspielerin Renate Müller und andere Künstler in den pompösen 1920er Jahren. Eine Verbeugung vor den Anfängen des Tonfilms und des Kinos. Und eine Anklage an die zerstörerische Kraft des Nationalsozialismus.
Wir erleben die wunderbaren der 20er Jahre mit, dürfen mit ins Kino, wir feiern, verlieben und verlieren uns. Und gleichzeitig wissen wir Leser, welche übler Schatten sich langsam erhebt und alles verdunkelt. Diese Bedrohung schwebt über Allem, auch wenn besonders Renate und ihre Künstler Freunde dafür keinen Blick haben. Renate geht vollkommen in ihrer neuen Welt auf, findet Freunde und lebt das wilde Berliner Leben, auch mit all seinen Nachteilen. Das Buch lädt zum Verlieben ein, lädt ein, das Leben mit all seinen Möglichkeiten zu feiern. Und der Roman holt einen sehr hart auf den Boden der Realität zurück. Charlotte Roths Romane über die Zeit rund um den 2.Weltkrieg sind immer großartig recherchiert, voller Details und niemals hält sie den Schrecken der Wahrheit zurück, auch wenn wir zum Glück selten mitten im übelsten Geschehen sind. Alles was angedeutet wird, was wir aus der Ferne erleben, alles, was man weiß und was nie vergessen werden darf, ist trotzdem viel zu präsent und grausam. Auch wenn das Buch keine Biographie der Schauspielerin Renate Müller ist, so habe ich sie kennen - und lieben gelernt und mittlerweile einige Film - und Tonaufnahme von ihr angesehen, die ja glücklicherweise noch erhältlich sind. Das Buch hat mich emotional gefordert , das ein oder andere Mal standen mir die Tränen in den Augen. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, wieder gelesen von der großartigen Elisabeth Günther, die sogar das ein oder andere Lied ansingt. Empfehlenswertes Buch über ein Thema, das niemals vergessen werden darf.