Hamdraht ist nach Zuagroast der zweite Gartenkrimi von Martina Parker. Wie das Cover schon erahnen lässt spielt die Unterwasserwelt eine große Rolle.
Wie aus dem ersten Band gewohnt, beginnt jedes Kapital mit kurzen Fakten, diesmal eben primär über das Leben Unterwasser. Im ersten Band war es Wissen über Garten und Pflanzen. Das hat mir persönlich besser gefallen und auch besser zum Gartenkrimi gepasst.
Die Charaktere sind teilweise aus dem ersten Band bereits bekannt. Auch der Club der grünen Daumen kommt wieder vor, allerdings nicht mit so großer Bedeutung wie in Zuagroast. Das fand ich etwas schade, weil es für mich sehr viel Reiz ausgemacht hat, im Rahmen der Besuche des Clubs etwas über das Garteln zu lernen. Dennoch war auch diesmal die ein oder andere neue und interessante Information dabei, wie zB wie man selbst Sauerkraut herstellt.
Wieder gibt es einige Passagen in burgenländisch, die in Fußnoten auf hochdeutsch übersetzt werden - sehr amüsant!
Ich hatte das Gefühl, dass der Kriminalfall an sich diesmal mehr im Vordergrund als das ganze Drumherum stand. Ich möchte nicht zu viel verraten, da es ziemlich lange dauert bis einen Toten gibt.
Die gesamte Stimmung ist wieder typisch österreichisch: die neugierige Nachbarin, die burgenländischen Ausdrücke, die Eröffnung eines Wellness Hotels, dessen Eigentümer gar nicht so ausgeglichen sind wie sie vorgeben. Schon alleine deshalb habe ich das Buch gerne gelesen. Es macht einfach Spaß. Der Kriminalfall müsste gar nicht sein, aber er gehört natürlich zur Geschichte und war auch sehr spannend. Immer wieder gibt es kurze Kapitel aus der Sicht einer Wasserleiche. Das baut natürlich Spannung auf, weil man wissen möchte, was es damit genau auf sich hat.
Auch wenn ich den ersten Band eine Spur besser, lustiger und noch außergewöhnlicher fand, kann ich auch den zweiten nur empfehlen. Hätte ich Zuagroast nicht gelesen, hätte ich an diesem Buch nichts auszusetzen gehabt. Apropos: man kann Hamdraht auch ohne Probleme einzeln lesen, denn Vorkenntnisse aus Zuagroast sind meiner Meinung nach nicht unbedingt erforderlich.
Im Frühling 2023 soll der dritte Band erscheinen. Da bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei.