Eigentlich eher 2 1/2 Sterne. Die Welt finde ich eigentlich unglaublich interessant, wie das Gefüge der Welt sich durch das Auftauchen all der Gottheiten verändert, wie alte Religionen mit ihren unzähligen Gottheiten wieder an Bedeutung erlangen, während die großen monotheistischen Religionen an den Rand gedrängt werden, weil ihr Gott eben nicht auftaucht. Somit präsentiert sich eine eigentlich wohlbekannte moderne Welt, die dennoch vollkommen anders als die unsere ist.
Doch ich komme mit dem Hauptcharakter Malleus einfach nicht klar. Schon auf den ersten Seiten geht er mir direkt wieder wahnsinnig auf die Nerven mit seiner überheblichen Art. Er denkt, er hätte als Atheist in einer Welt voller Gottheiten voll den Durchblick. Dabei würde ich es nicht gerade als intelligent bezeichnen, die Existenz von Gottheiten, die ziemlich eindeutig existieren und mit denen man ständig zu tun hat (gegen die er sogar ermittelt), zu leugnen. Das ist eher dumm. Ich könnte es verstehen, wenn er in dieser neuen Welt keinem der Götter in dieser neuen Welt folgen will, doch er ist ja wirklich der Meinung, dass das alles Fake ist. Dann noch die Zigarrensucht. Ohne sie kann Malleus nicht mal denken und seine Fälle lösen (und das scheinen nicht nur Entzugserscheinungen zu sein). Als dann relativ am Anfang herauskommt, dass es sich um divine Zigarren handelt, hätte ich beim Götterhasser deutlich mehr Schock erwartet. Aber nein, er nimmt es einfach hin und will sie trotzdem weiter rauchen. Klar ist da auch Sucht im Spiel, aber ich hätte mehr Zwiespalt erwartet. Rianne als zweite Ermittlerin ist mir weitaus sympathischer und ihre Ermittlungen habe ich deutlich lieber gelesen (vor allem wenn sie auf eigene Faust unterwegs war). Malleus' irrer Stalker ist ein weiterer Hauptcharakter, der ihm aus dem Schatten heraus hilft, ohne dass er es merkt. Obwohl ich seine Passagen gern gelesen habe (seine Kommentare haben mich oft zum Schmunzeln gebracht), hatte ich doch das Gefühl, dass er nur da war, um Malleus aus ausweglosen Situationen herauszuhelfen.
Die Geschichte selbst ist interessant genug, um mich am Ball zu halten. Es gilt mehrere komplizierte Fälle zu lösen, die das Duo rund um die Welt führen. In diesem zweiten Band gibt es auch einen deutlicheren roten Faden. Zum Ende hin wird die Geschichte allerdings sehr zügig aufgelöst. Aber immerhin wird auch geklärt, warum Malleus so besonders ist. Rianne erhält ein Power-up, durch das sie mit Malleus mehr als mithalten kann.
Letztendlich hätte ich sicher mehr Spaß an AERA gehabt, wenn ich mehr mit Hauptcharakter Malleus hätte anfangen können. Bei ihm bin ich leider ständig am Augenrollen.