Jetzt habe ich niemanden mehr, ist Jules erster Gedanke, als ihre Mutter stirbt. Doch dann findet sie bei der Wohnungsauflösung Unterlagen, die darauf hindeuten, dass sie adoptiert wurde. Jule, die sich ihrer Mutter nie wirklich nah gefühlt hat, beginnt ihre gesamte Vergangenheit zu hinterfragen: den überstürzten Umzug in den Westen, den Kontaktabbruch des Vaters, das Verschwinden der Schwester sowie das beharrliche Schweigen ihrer Mutter dazu. Hätte sie heute ein völlig anderes Leben, wäre sie bei ihrer richtigen Familie aufgewachsen? Wäre sie glücklich? Jule weiß, sie muss ihre leibliche Mutter finden und zur Rede stellen. Und ahnt dabei nicht, dass sie nicht die Einzige ist, die jahrelang nach Antworten gesucht hat…
Ein wichtiges Thema: DDR Zwangsadoptionen. Zum Anfang etwas schwierig für mich zu lesen. Ich fand den Schreibstil gut, aber irgendetwas fehlte mir. Der Roman wird dann besser und besser und richtig gut. Ich konnte akzeptieren, dass Jule ganz anders handelte, in einigen Dingen als ich es gut fand. Das Ende hat mir gut gefallen. Die Autorin vermied ein kitschiges Ende, was bei diesem Thema mir besonders schwierig zu sein schien. Leseempfehlung
Das Buch hat mich nicht ganz erreicht. Ich kann schwer sagen warum. Mich interessiert das Thema und ich fand auch die beiden Protagonistinnen interessant. Aber der Funke wollte nicht überspringen. Dennoch war es ein gutes Buch und ich würde es weiterempfehlen.
Lisa Quentin’s Debütroman überzeugt mit seinem frischen, modernen Schreibstil und einer bildhaften Sprache. Gleich im Prolog weckt der Roman das Interesse des Lesers und deutet die Tragik der Geschichte an.
Nach dem Tod ihrer Mutter, erfährt die Protagonistin Jule, dass sie adoptiert wurde und Anke nicht ihre leibliche Mutter ist. Diese Information überfordert Jule zunächst bevor sie sich entschließt nach ihren Wurzeln zu suchen. Während ihrer Suche entspinnt sich in einem zweiten Erzählstrang der Rückblick auf die Vergangenheit und der Hintergrund der Adoption.
Nach einem Neugierde weckenden Prolog nimmt die Geschichte so richtig erst nach den ersten Kapiteln an Fahrt auf und das Buch ist nicht mehr aus der Hand zu legen. Dazu trägt der zweite Erzählstrang maßgeblich bei, der spannend, emotional und basierend auf wahren Fakten einen eher unbekannten Teil der neueren deutschen Geschichte beleuchtet, dessen Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen.
Insgesamt überzeugt der Roman durch seine gut recherchierte und spannende Ausarbeitung. Klare Leseempfehlung!
4,5 Sterne- Ich hatte etwas Schwierigkeiten in die Geschichte einzutauchen. Das Buch behandelt das Thema Zwangsadoption in der DDR und ihre Auswirkungen. Die Protagonistin Jule räumt die Wohnung ihrer verstorbenen Mutter aus, findet einen Brief und findet so heraus, dass sie adoptiert ist. Sie macht sich auf die Suche nach ihrer Herkunft. Das Werk zeigt sehr eindrucksvoll eine Geschichte einer Zwangsadoption und ihre Folgen für alle Beteiligten. Es zeigt auch, dass im Grunde genommen kein Betroffener mit der Geschichte abschließen kann, dass vieles nicht mehr vollständig aufgearbeitet werden kann und dass manche Dinge unverzeihlich sind. Und ebenso wird klar, dass nicht alle Geschichten im Leben ein Happy End haben.
Ein Überraschungshighlight! Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, dass Thema Zwangsadoptionen in der DDR wird mich mit Sicherheit noch lange beschäftigen. Ein Roman, der große Fragen aufwirft - kaum zu glauben, dass es sich hierbei um ein Erstlingswerk handelt!