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Man kann Müttern nicht trauen

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Ihre Mutter Lilo war eine schöne Frau, Jahrgang 1938, ein Kriegskind. Durch Heirat gelang ihr der soziale Aufstieg von der Modeverkäuferin zur Chefin einer Metzgerei. Das Unglück ist noch nicht absehbar, doch Alkohol- und Tablettenabhängigkeit prägen zunehmend das Familienleben. Als ihre Tochter zwölf Jahre alt ist und nachdem die wohlhabende Düsseldorfer Metzgerfamilie Insolvenz angemeldet hat, verlässt Lilo die Familie. Sie ist für drei Jahre verschwunden, um danach immer wieder kurz im Leben ihrer Tochter aufzutauchen. Doch der Riss lässt sich nicht mehr kitten. Eine beeindruckend klare, literarische Annäherung an eine fremde Frau, die eigene Mutter.

240 pages, Hardcover

Published March 16, 2022

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About the author

Andrea Roedig

8 books1 follower

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Community Reviews

5 stars
19 (39%)
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1 star
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Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for Jin.
848 reviews148 followers
March 16, 2022
Der Titel gibt schon den Ton an und ich weiß nicht recht, wie ich das Buch beurteilen soll. An sich ist es interessant in die Leben anderer reinzuschauen, darum geht es ja in Romanen, in die Leben und Entscheidungen anderer Seelen zu gucken und auch etwas für sich zu empfinden. In diesem Buch beklagt und kritisiert die Autorin ihre Mutter, die dem allgemeinen Mutterbild nicht entspricht, und somit auch das Leben der Autorin auf den Kopf stellt. Es ist nachvollziehbar warum das Buch geschrieben wurde, für den Mut und die Ehrlichkeit gibt es die Sterne. Außerdem finde ich, ist es auch notwendig, dass man verschiedene Facetten von Müttern kennenlernen sollte, nicht nur die hingebungsvolle, aufopfernde Rolle. Aber ich weiß wirklich nicht, was das Fazit und das Ziel des Buches ist. Für die Autorin ist es vielleicht befreiend und abschlussreich gewesen an diesem Buch zu arbeiten, aber für mich als Leserin war es wie als würde man einem brennenden Haus zuschauen ohne dass die Feuerwehr jemals kommen wird.

** Dieses Buch wurde mir über NetGalley als E-Book zur Verfügung gestellt **
Profile Image for ClaudiaZ.
57 reviews6 followers
February 13, 2023
Das Buch habe ich in einem Zug durchgelesen. Die Ehrlichkeit der Autorin und deren Reflexion ihrer Geschichte berühren mich sehr. Unglaublich, was Eltern ihren Kindern antun können, unglaublich was Kinder überstehen können - und zu welchem Preis sie das oft tun und trotzdem noch Loyalität aufbringen können. Das ist das eine, das andere ist das Phänomen der Kriegskinder und - wenn die Eltern werden - der Kriegsenkel. Auch wenn dies eine individuelle Familiengeschichte ist, so finden sich doch " mütterliche" Verhaltensweisen, die in der Literatur beschrieben werden und die einer doch auch irgendwie vertraut sind...
Profile Image for lina.
176 reviews18 followers
June 16, 2025
Als junge Frau will Liselotte, genannt Lilo, nichts mehr als sich von ihrer gewalttätigen Mutter lösen und sozial aufsteigen. Sie kleidet sich stets extravagant und heiratet einen Metzgerssohn aus der oberen Mittelschicht. Mit ihm bekommt sie zwei Kinder: die Autorin Andrea und deren Bruder Christoph.

Der Wohlstand und der schöne Schein wahren nicht lange. Beide Elternteile verfallen der Alkoholsucht, Lilo außerdem den Tabletten. Die Kindheit der Autorin ist geprägt von Vernachlässigung, Streit und Anspannungen sowie psychischer Gewalt. Als der soziale Abstieg schließlich vollends da ist, müssen die Kinder Zeitungen als Toilettenpapier benutzen und werden von ihren Eltern angeschickt, Bekannte um Geld zu bitten.

"Man kann Müttern nicht trauen" beschäftigt sich mit der Kindheit der Autorin und dem Leben ihrer Mutter Lilo. Dazwischen steht die Frage, was die Autorin für ihre Mutter war – und umgekehrt. Es tut weh beim Lesen; das Buch ist voller kleinerer und größerer Grausamkeiten, die sich die Familienmitglieder gegenseitig antun, und dazwischen stehen die Kinder Andrea und Christoph, die man einfach nur da rausholen möchte.

Faszinierend ist, trotz allem, die Resilienz der Beteiligten. Interessant ist die Repräsentation einer kaputten, traurigen westdeutschen Familie in den 60er und 70er Jahren mitsamt den gesellschaftlichen Erwartungen und (teils hochproblematischen) Verhaltensweisen. Und man fragt sich insgeheim, wie viele solcher kaputter Erwachsener bzw. dysfunktionaler Familien es damals gab – womöglich unverarbeitete Traumata aus dem Zweiten Weltkrieg, die in Form von Sucht, Scham, Manipulation, Gefühlskälte, Bindungsunfähigkeit usw. von den Eltern auf ihre Kinder (und teils auf deren Kinder) übertragen wurden.

Am Ende ist das Buch der Versuch der Autorin, mit ihrer Vergangenheit und vielleicht auch ein Stück weit mit der Suche nach ihrer niemals greifbaren, niemals nahbaren, niemals wirklich anwesenden Mutter abzuschließen. Ich hoffe, das ist ihr gelungen.

Sehr beeindruckend, traurig, menschlich und unglaublich interessant.

5 ⭐
Profile Image for gina.
410 reviews7 followers
February 18, 2023
Ein Highlight. Unglaublich berührend.
Profile Image for lisa.
226 reviews1 follower
January 18, 2026
„Der Ekel der Mutter ist die Scham der Tochter“
Profile Image for Unbekannt.
53 reviews
July 31, 2023
3.5 Sterne

Meiner Meinung nach hätte das Buch etwas gekürzt werden können… Trotzdem ein sehr gutes und zugleich auch bedrückendes Buch über eine “Mutter”, deren Handlungen man am Ende des Buches immer noch nicht verstehen kann.
Displaying 1 - 6 of 6 reviews

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