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Leo und Dora

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Ein Gasthaus an der amerikanischen Ostküste, alte Gespenster, eine unverhoffte Liebe: die Geschichte eines Sommers, der alles verändert

Dann eben Amerika.
Auch nach zehn Jahren als Exilant hat Leopold Perlstein, einst berühmter Schriftsteller in Wien, in der neuen Heimat Palästina noch nicht Fuß gefasst: sein Auskommen als Versicherungsangestellter ist bescheiden, seine Schreibhemmung dagegen riesengroß. Ein langer Sommer in Sharon, Connecticut im Landhaus seiner Agentin und Freundin Alma soll die Wende bringen.
Doch als Leo aus dem Zug steigt, steht dort nur ein Junge, der ihm erklärt, dass das Haus in der vergangenen Nacht abgebrannt ist. Mr. Perlstein wird vorläufig mit dem Roxy, dem Gästehaus gegenüber, vorliebnehmen müssen. Das Haus ist eine Katastrophe. Und Dora, die Wirtin, erst! Doch dieser Ort - und Dora! - werden Leos Leben für immer verändern.

285 pages, Hardcover

Published March 14, 2022

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Agnes Krup

7 books

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Profile Image for Bücherbummlerblog.
139 reviews8 followers
April 13, 2022
In den 1920ern war Leo Perlstein ein bekannter und gefragter Schriftsteller. Doch diese Zeiten sind vorbei. Seine Bücher wurden von den Nazis verbrannt, er selbst lebt seit 10 Jahren im Exil in Tel Aviv und leidet unter einer Schreibblockade. Um ihm zu helfen, bietet ihm seine Agentin Alma während ihrer Abwesenheit ihr Landhaus in Connecticut an. Leo stimmt zu, aber als er in den Staaten eintrifft, ist Almas Haus abgebrannt und das Gasthaus „Roxy“, das ihm als Notunterkunft besorgt wurde, stellt sich von vorne bis hinten als Ärgernis heraus. Und spuken tut es dort auch noch. Aber nach und nach arrangiert Leo sich mit der Situation und findet neue Freunde. Zu denen auch Wirtin Dora gehört.

„Leo und Dora“ – ein wenig ist es mir ein Rätsel, was mit diesem Roman passiert ist. Agnes Krup hat ein Talent dafür, originelle, lebensnahe Figuren zu erschaffen, das sieht man ganz deutlich an ihren Nebenfiguren. Ottonie Kniffel, die schwäbische Köchin aus „Plo-chin-ge [] Mit N hinte“, mit ihren fragwürdigen Kochkünsten, Hotelgast Flottie, die keinerlei Gespür für Zurückhaltung und peinliche Situationen hat, Telefonistin Ellie und Mitbenutzerin der Gemeinschaftsleitung Maisy, die nicht nur anderer Leute Gespräche mit anhören, sondern auch gerne ihre Meinung einbringen, das Ehepaar Geringer, die Dorfbewohner… Sie alles sind Charaktere, die an jene einer Strout oder eines Harufs erinnern. Aber ausgerechnet Protagonist Leo bleibt sehr unförmig, schwer greifbar, und, ich muss es leider so sagen, langweilig. Dora mag da ein wenig mehr zu bieten haben, aber auch nicht genug, um das ganze zu retten.

Auch der Schreibstil hatte für meinen Geschmack nicht viel zu bieten, er war ebenso farblos, wie Leo selbst, fast schon ein wenig hausbacken. Und wenn man dann noch hinzunimmt, dass auch die Geschichte an sich eher beschaulich vor sich hindümpelt, dann bleibt bedauerlicherweise für ein Leseerlebnis nicht mehr viel übrig. Und auch das ist merkwürdig, denn vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges und den oft harten Schicksalen der Figuren wäre eigentlich genug Material für Tiefe gegeben gewesen.

Trotz all der Kritik liest sich „Leo und Dora“ nicht schlecht. Über allem liegt ein kleiner Zauber von Sympathie, wie ein Sommerurlaub, an den man sich gerne zurückerinnert. Eine Wohlfühlatmosphäre, die man in den Alltag mitnehmen kann. Letztendlich ist also die Frage entscheidend, was der Leser in einem Buch sucht. Ich bin nicht fündig geworden, aber das wird sicherlich nicht jedem so gehen.
1,105 reviews9 followers
March 19, 2022
Leo Perlstein reist von Palästina in die USA um seine Agentin zu treffen. Es geht alles schief was nur schief gehen kann. Da Alma und ihr Mann auf Reisen sind und das Haus in dem er wohnen sollte abgebrannt ist, landet er bei Miss Dora in ihrer Pension. Dort leben auch Frauen und Kinder damit sie den heißen Sommer nicht in der Stadt verbringen müssen, die Männer kommen am Wochenende zu Besuch. Für Leo eine schreckliche Unterbringung. Seit zehn Jahren auf der Flucht, nirgendwo richtig angekommen, früher ein berühmter Schriftsteller hat er nun eine tiefsitzende Schreibblockade und Heimweh nach Wien. Nach einer Stadt und ihrem Flair von dem er aber andererseits glaubt das dieses Lebensgefühl durch dem Krieg für immer zerstört wurde.
Dora leitet diese Pension, im Sommer Arbeit im Überfluss und im Winter zu viel Ruhe. Sie ist genügsam, still und hat ihre festen Regeln, nur selten blitzt etwas auf von dem man meinen könnte, das ist die richtige Dora, die sie zeigt ist nur eine Fassade.
Wenn man das Buch Wort für Wort liest, ist Leo ein grantelnder alter Mann, der mit dem neuen Leben nicht zurecht kommt. Für Dora gilt sie ist eine eigensinnige stumpfe Frau die immer Recht haben will.
Gibt man sich etwas Mühe und taucht etwas tiefer ein, lernt man zwei einsame Menschen kennen die von ihrer Umwelt immer in eine bestimmte Richtung gedrängt wurden, manchmal haben sie sich gewehrt und dann ging es nicht gut für sie aus. Sie haben dadurch das Selbstvertrauen verloren. Nun ist ihr näheres Umfeld nicht da, sondern kommentiert nur aus der Ferne. Auf einmal sind eigene Entscheidungen gefragt, der Mut zu etwas Neuem entsteht. Vorsichtig tasten die beiden sich heran, auch an den jeweils anderen.
Es ist eine fiktive Geschichte, mit kurzen Erwähnungen von tatsächlichen Ereignissen, aber genau so kann wie in diesem Roman kann es einem Paar passiert sein. Die Lebensumstände hat man so oder ähnlich schon öfter in Biographien oder Tatsachenberichten gelesen. Es war schön zu lesen wie diese Berichte nun mit Leben gefüllt wurden.
Der Schreibstil ist leise, unaufgeregt, die einzigen Unruhestifter sind der Hahn und Murmeltiere, trotzdem hört man Stimmen, Vögel und anderes beim Lesen. Die Autorin lässt uns die Hitze spüren in dem vor dem inneren Auge das Flimmern der heißen Luft entsteht, sie lässt einem das kühle Wasser in dem kleinen See herbei sehnen.
Profile Image for Sabine Winkler.
265 reviews1 follower
March 27, 2022
Ein Sommer in Amerika
Der einst berühmte Schriftsteller in Wien, Leopold Perlstein, fühlt sich auch nach zehn Jahren als Exilant in Palästina noch nicht zu Hause. Er lebt von seinem Gehalt als Versicherungsangestellter, denn seine literarische Arbeit fällt einer Schreibhemmung zum Opfer. Seine Agentin und Freundin Alma lädt ihn daher für den Sommer nach Sharon, Connecticut in ihr Landhaus ein. Dort angekommen, muss er aber erfahren, dass das Haus in der vergangenen Nacht abgebrannt ist. So kommt Perlstein vorläufig im Gästehaus Roxy unter. Ein Gästehaus, in dem sich der Schriftsteller gar nicht so sehr als Gast fühlt, denn er kann sich weder mit dem Haus noch mit deren Wirtin Dora anfreunden.
Das Cover zeigt sehr harmonisch die Zeichnung zweier Vögel beim Schnäbeln. Das Buch ist in übersichtliche Kapitel eingeteilt, die dem Leser die Handlung des Sommers 1948 wiedergeben. Der Schreibstil ist sehr bildhaft und angenehm, die Dialoge sind lebhaft und glaubwürdig.
Der Autorin ist mit dieser Geschichte ein leises Buch gelungen, das es dennoch in sich hat. Es sind die kleinen Begebenheiten, die die Geschichte vorantreiben. Die verschiedenen Charaktere, die in Sharon aufeinandertreffen, haben alle die beste Zeit ihres Lebens schon hinter sich, wie es scheint. Jeder hat seine Erlebnisse gemacht, so mancher hadert noch mit seiner Vergangenheit, aber alle sind auf ihre Art recht sympathisch und lebensnah gezeichnet. Leo scheint erst auf den zweiten Blick sympathisch; unzufrieden mit seinem Leben, landet er in einem Gästehaus, in welchem er nicht einmal seine Zimmertür abschließen kann. Nach und nach lernt man ihn besser kennen; wenn er vom Salzkammergut träumt, oder von seinen Schachpartien mit Großmeistern in Wien. Diese Rückblicke erfolgen immer mit einem Augenzwinkern, und auch ernste Situationen werden durch Leos trockenen Humor aufgelockert. Hervorzuheben ist natürlich die Figur der Dora, der eigenwilligen Wirtin des Gästehauses. Sie führt das Haus nach ihrem eigenen Kopf, genau wie sie die Tarock-Regeln nach ihren eigenen Gedanken auslegt. Und nicht zu vergessen die Köchin des Hauses, der Kochkünste nicht die besten sein mögen, ihr schwäbischer Dialekt der Geschichte allerdings noch eine schöne Note gibt.
Ein Buch, das den Leser fesselt - und das trotz des recht ruhigen Inhalts, aber dafür mit sehr viel Gefühl.
93 reviews
April 25, 2022
Inhalt:
Leo Perlstein, ein ehemals erfolgreicher Autor, der im Zuge des 2. Weltkrieges einen tiefreichenden Bruch in seinem Leben erfahren musste, kommt ins ländliche Connecticut um den Sommer im Ferienhaus seiner Agentin zu verbringen, und eine Schreibblockade zu überwinden. Nachdem es im Ferienhaus kurzfristig einen Brand gegeben hat, wird Leo stattdessen in einer benachbarten Pension untergebracht. Diese wird betrieben von Dora, einer herzlichen Wirtin, die es nach und nach schafft, Leos lange schon lange Zeit vereistes Herz zum Tauen zu bringen.

Meine Meinung:

„Leo und Dora“ erzählt auf stille und unaufgeregte Weise eine ganz ungewöhnliche Liebesgeschichte. Zwei Protagonisten stehen im Mittelpunkt, wie sie sonst in Liebesromanen nur wenig Aufmerksamkeit bekommen. Beide sind nicht mehr ganz jung, haben schon viel erlebt und sind durch diese Erlebnisse zu sehr unterschiedlichen Menschen geworden.
Leo ist verbittert, unzufrieden, geht mit der Welt um sich herum hart ins Gericht. Das ist manchmal nicht ganz leicht zu lesen. Weder Dora und die anderen Protagonisten im Buch, noch wir als Leser haben es leicht mit Leo.
Das Buch hat trotzdem einen ganz eigenen feinsinnigen Humor, der an manchen Stellen fast schon bizarr anmutet. Zudem hat es Atmosphäre. Ich liebe Geschichten, die im Sommer spielen oder über einen besonderen Sommer erzählen. Die Liebe zwischen Leo und Dora wird sanft erzählt und kommt ohne große Dramatik aus. Sie ist trotzdem bewegend. Die Lebensläufe der beiden bilden hier die Grundlage. Was zwischen ihnen entsteht, ist eine Art Sommerliebe im Herbst des Lebens. Das habe ich so noch nie gelesen und hat mir allein als Grundlage für ein Buch schon sehr gut gefallen.
Obwohl ich leise Geschichten grundsätzlich sehr mag, hätte ich mir hier jedoch an der ein oder anderen Stelle ein wenig mehr Spannung gewünscht. Oder vielleicht ist Spannung nicht das richtige Wort: Was ich meine, ist vor allem der Impuls unbedingt weiterlesen zu wollen.

Fazit:
„Leo und Dora“ ist als Geschichte ganz ähnlich wie seine Protagonisten selbst: Manchmal lustig, machmal traurig, herzlich, bittersüß, sanft, ein wenig skurril, ein bisschen verschoben. Ein sehr gutes Buch für die warmen Monate im Jahr und für all diejenigen, die gerne über Liebe abseits der in Büchern so oft geltenden Normen lesen wollen.
Profile Image for Lena.
85 reviews2 followers
April 3, 2022
Gästehaus an der Ostküste

Der Schriftsteller Leo Perlstein ist in einer Schaffenskrise. Um ungestört an seinem neuen Roman arbeiten zu können reist er von Palästina an die Ostküste der USA. Im Haus seiner Agentin soll er während deren Abwesenheit seine
Kreativität zurückbekommen. Doch es läuft nicht wie geplant. Das Haus brennt kurz vor Leos Ankunft ab. Schnell wird den Besitzern hinterher telegrafiert (wir schreiben das Jahrzehnt des zweiten Weltkriegs). Für Leo wird ein
Platz in einem Hotel gefunden.

Verstimmt und missmutig trifft er dort am ersten Tag seiner Ankunft auf Dora, die Inhaberin des kleinen Hotels Roxy. Roxy guter Stoff" meldet sich daraufhin Alma, die Verlegerin.
Leo ist da skeptisch. Für ihn ist das Roxy eine Katastrophe. Wie in den Jahren zuvor, kommt er auch hier nicht wirklich an. Gedanklich ist er immer noch auf der Flucht vor dem Krieg.

Das Roxy kommt bei weitem nicht an die ihn aus Wien bekannten kulinarischen Raritäten heran, die Leute pflegen einen in seinen Augen unzumutbaren Lebensstil im Vergleich zu dem, was er aus Tel Aviv gewohnt ist und inspirierend findet er seine neue Gesellschaft auch nicht.

Dora hat im Sommer alle Hände voll zu tun, seit sie die Pension von ihrem verstorbenen Mann übernahm. Als sie sich eines Abends von Mr. Perlstein überreden läst eine runde Karten zu Spielen beginnt ihre ansonsten so perfekte Fassade zu bröckeln. Der grimmige Mann trifft also auf eine eigensinnige Frau, die ihr Leben für ihre Gäste zu Leben scheint. Auf 285 Seiten hätte ich mir ein wenig mehr Einblicke in Dora erwartet. Leo steht während dem Buch vermehrt im Vordergrund. Doch Doras Beweggründe, Emotionen und Vergangenheit werden nur peripher
betrachtet.

Ich kann nicht wirklich behaupten, dass ich "Leo und Dora" als Liebesgeschichte gut fand. Das Problem ist, es ist
kein Liebesroman, wie ich zuerst dachte. Das Buch ist aber auch nicht schlecht. Es ist nur einfach nicht das, was ich erwartet hatte. Autorin Agnes Krupp hat es zwar immer wieder geschafft romantische Ansätze einzubauen, die Message ist aber denke ich eine Andere. Ein Leben wird gelebt und während man in ihm neue Erfahrungen macht, orientiert man sich ständig um.  
Profile Image for Birgit.
63 reviews
March 31, 2022
Lebensverändernder Sommer

Der Wiener Schriftsteller Leopold Perlstein reist von seinem Exil in Tel Aviv auf Einladung seiner Agentin Alma in den Osten der USA, wo er seine Schreibblockade überwinden soll. Durch einen Unglücksfall landet er im Roxy, einem Gästehaus, das von der resoluten Wirtin Dora geführt wird. Leo fällt es zunächst schwer, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen, doch je mehr Zeit in diesem heißen Sommer verstreicht, desto offener wird Leo. Dabei helfen ihm Anton, ein Junge, der ihm Autofahren im Gegenzug für Schachstunden beibringt, ebenso wie das Ehepaar Geringer, mit denen er am Badesee der Hitze trotzt. Allen voran ist es aber Dora, mit der anfangs über das gemeinsame Strohmandeln, ein Kartenspiel, eine Vertrautheit aufbaut, die sein Leben verändern soll.

Ich liebte es, gemeinsam mit Leo in diesen heißen New Yorker Sommer 1948 an der Grenze zu Connecticut einzutauchen. Die neue Umgebung aus seiner Perspektive zu erleben und seinen Frust über die Situation regelrecht selbst zu spüren, machte den Roman so lebensnah. Alles ist unaufgeregt, aber echt und entfaltet einen einzigartigen Zauber. Sowohl Leo als auch Dora haben eine bewegte Vergangenheit, deren Geister sie auf die eine oder andere Art heimsuchen. Beide spüren, dass es mehr für sie geben kann jenseits ihrer früheren Familie und verlorenen Lieben. Die langsame Annährung über das Tarock-Kartenspiel ebnet den Weg für eine zarte Liebesgeschichte ohne jeden Kitsch.

So bleibt ein Wohlfühlbuch trotz schwerer Themen, das zum Nachdenken anregt und zum Leben einlädt. Der feine Humor hält sich die Waage mit der Schwermütigkeit der Nachkriegszeit. Für mich ist „Leo und Dora“ ein wunderbares Sommerbuch sowie ein Liebesroman, bei dem viel zwischen den Zeilen zu entdecken ist. Gerne hätte ich diesen Sommer auch im Roxy verbracht – von mir gibt es verdiente 5 von 5 Sternen.
Profile Image for SalMar.
331 reviews1 follower
April 8, 2022
Wunderbar unaufgeregte Geschichte mit besonderen Charakteren -
Nach einer langen und beschwerlichen Anreise freut sich Leopold Perlstein auf die Ruhe und den Komfort im Haus seiner Freunde in Connecticut – und er ist fest entschlossen, dass er so endlich seine Schreibblockade überwinden kann. Aber dann wartet am Bahnsteig kein Chauffeur und er muss erfahren, dass besagtes Haus abgebrannt ist. Bald schon muss er feststellen, dass seine Ersatzunterkunft, das Gästehaus von Dora, in keinster Weise seinen Vorstellungen entspricht.
So grummelig und speziell Leo auch ist, ich gebe zu, schon in der Leseprobe konnte mich diese Figur begeistern. Ich mag diese Art von Protagonisten, die scheinbar eine raue Schale haben und sich erst nach und nach öffnen und ihren weichen Kern offenbaren. Denn so ist das bei Leo: Er macht eine ganz schöne Entwicklung durch, findet neue Freunde – aber auch ein ganzes Stück weit zu sich selbst. Aber auch allen anderen Figuren verleiht die Autorin hier einen ganz eigenen Schliff, so dass es mir sehr viel Spaß gemacht hat, den Alltag dieser kleinen Gemeinschaft zu verfolgen.
Eigentlich sind die Vorkommnisse größtenteils beschaulich, aber trotzdem kam nie Langeweile auf – viel zu interessant fand ich es, wie Leo sich in seiner neuen und ungewohnten Umgebung zurechtfindet und nach und nach mit Dora anfreundet. Es fühlte sich beim Lesen so an, als würde man selbst einen entspannten Sommer dort in Connecticut verbringen. Der klare und unaufgeregte Schreibstil der Autorin hat das perfekt vermittelt und mich zwischendurch mit diversen amüsanten Szenen immer wieder zum Lächeln gebracht.
Wer Lust hat, einen Sommer in das Connecticut der Nachkriegsjahre zu reisen und eine wunderbar unaufgeregte Geschichte rund um liebenswerte Charaktere zu lesen, der ist hier auf jeden Fall richtig gut aufgehoben.
Profile Image for Klara.
206 reviews16 followers
October 23, 2022
Das Buch zog mich an, weil ich dachte, dass es sich um eine Liebesgeschichte handelt. Das ist auch der Fall, aber eben nur auch. Vor allem ist es ein Porträt des Protagonisten. Das mit der Liebe, das passiert so nebenbei. Auch schön, aber nicht ganz das, was ich erwartet habe.


Wir begleiten Leo Perlstein durch dessen Sommer 1948. Ein Sommer, den er sich anders vorgestellt hat und die Unzufriedenheit die für ihn daraus resultiert ist auf jeder Seite (bzw. während jeder Minute, denn ich habe das Hörbuch gehört) deutlich spürbar. Leo wurde mehr oder weniger freiwillig von seiner Agentin Agnes dazu aufgefordert den Sommer über auf dem Land zu verbringen um dort nach Jahren endlich wieder ein Buch zu schreiben. Es kommt wie es kommen muss, er landet nicht im Sommerhaus der Bekannten, sondern im Gästehaus „Roxy“, welches Dora gehört.

Das Buch ist gespickt von vielseitigen und schrulligen Charakteren, kleinen Momenten und liebevoll beschriebenen Details. Im großen Ganzen kommt es kaum auf die Handlung an, sondern auf das Arrangement, dass sich entwickelt zwischen Leo und den Menschen, die ihm im Roxy begegnen.

Nun ja... Ich mag Romane in denen es vor sich hinplätschert, aber ich muss gestehen hier war es mir doch phasenweise zu langatmig. Ja, Leo ist ein schrulliger alter Mann und ja er verändert sich auch schon im Laufe des Buchs... Aber so richtig mitgenommen und bewegt, das hat mich das Buch nicht. Schade!

Da ich es als Hörbuch gehört habe anbei auch hierzu eine kurze Bemerkung: Marian Funk liest einfach traumhaft! Wenngleich die Geschichte mich inhaltlich etwas hat hängen lassen – der Vorleser war derart on Point! Habe selten so gern zugehört! Am Liebsten mochte ich die Stimme der Köchin, die schwäbisch spricht und es klingt nicht gekünstelt sondern so herzlich echt, hach das war schön!
366 reviews
March 14, 2022
Zum Inhalt: Leopold Perlstein ist für einen Sommer Gast im Roxy, einem Gästehaus, in Sharon, Connecticut. Eigentlich war vorgesehen, dass er das Landhaus seiner Agentin bezieht, doch dieses ist leider abgebrannt. Das Gästehaus ansich gleicht einer Katastrophe und mit Dora der Wirtin ist es auch nicht so einfach. Doch vielleicht schafft es Leo seine Schreibhemmungen zu überwinden und zu seiner alten Form als Schriftsteller wieder aufzublühen. Und vielleicht hilft dieser Ort und seine besonderen Bewohner, einen ganz besonderen und unvergesslichen Sommer in Leopolds Leben zu kreieren.
Meine Meinung: Als erstes ist mir das Buch-Cover aufgefallen. Es hat mich magisch angezogen. Die Geschichte ansich hat für mich einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Es ist eine leise Geschichte, die jedoch vieles aussagt und einen in die damalige Zeit hineinversetzt. Man trifft dort auf Menschen, die alle Ihre eigenen Geschichten zu erzählen hätten. Doch jeder hat auf seine Art dem Schicksal getrotzt. Die Charaktere musste man im Laufe der Zeit einfach lieb gewinnen. Es ging kein Weg daran vorbei. Ich danke der Autorin dafür, dass Sie mir die Gelegenheit gegeben hat, diese liebenswerten Protagonisten kennenzulernen.
Profile Image for Hannah.
213 reviews1 follower
June 3, 2022
Der ehemalige Autor Leo reist nach dem zweiten Weltkrieg nach Amerika, um dort nach Einladung seiner Agentin den Sommer zu verbringen und sein vor Jahren begonnenes Buch zu beenden. Dort angekommen, ist nichts wie erwartet und er muss im Hotel Roxy unterkommen, welches von Dora geführt wird. Mit der Zeit lernt er sie und die anderen Einwohner kennen und beginnt, sich mit den offenen Fragen seines Lebens auseinander zu setzen.

Unaufgeregt erzählt die Autorin von den Gedankengängen des Protagonisten, eingebettet in eine atmosphärische Beschreibung des Sommers und der Landschaft. Trotz der historisch bedingten politisch aufregenden Zeiten, deren Vakuum treffend beschrieben wird, ist die tatsächliche Handlung ein Gegenpol der Ruhe. Auch die Liebesgeschichte entwickelt sich eher gemächlich, sodass nicht sonderlich viel passiert. Die Stimmung des Sommers und Leo's Überdenken seines Status quo's wurde jedoch auf eine stimmige Weise vermittelt, sodass man beim Lesen ganz eintauchen konnte in einen Sonntag am See, mit Limonade und Mohnkuchen.
Einzig verwirrend empfand ich die Geschichte der spukenden Exfrau, welche für die Geschichte oder Entwicklung der Charaktere nichts tat.
Profile Image for Sandra Fritz.
761 reviews13 followers
October 25, 2022
Ich durfte bereits ein Rezensionsexemplar des neuen Hörbuchs hören!
Leopold Perlstein musste 1938 aus Wien fliehen und war seitdem in Palästina, das jetzt Israel heißt! Doch dort konnte er nicht an seine Erfolge als Schriftsteller anknüpfen, sondern arbeitet dort als Angestellter einer Versicherung! Er fühlt sich zur Zeit nicht fähig ein neues Buch zu schreiben!
Ein Urlaub in Connecticut bei seiner Agentin und guten Freundin Alma soll daher 1948 die Wende bringen! Als er endlich vor Vorfreude am Bahnhof ankommt, steht dort allerdings nicht Alma, sondern nur ein Junge, der ihn in ein Gästehaus bringt, da das Haus von Alma leider einem Brand zum Opfer gefallen ist und dort sind nicht nur die Gäste kurios, sondern ebenfalls das Personal und die Chefin Dora!
Doch nach und nach kommen sich Dora und Leo immer näher und Leo merkt, dass diese Frau sein ganzes bisheriges Leben auf den Kopf stellen wird! Ein wunderbarer Liebesroman in den Irrungen und Wirrungen in der Nachkriegszeit in Amerika! Das Hörbuch ist meine absolute Empfehlung und hat mir einige wunderbare Hörstunden geschenkt!-SandraFritz-magicmouse
Profile Image for Inge H..
510 reviews9 followers
March 14, 2022
Ausdrucksstark

Die Schriftstellerin Agnes Krup Schaft mit ihrem neuen Roman „Leo und Dora“ eine Geschichte mit spannenden Eindrücken.
Von ihr habe ich schon einen spannenden Roman Mit der Flut gelesen.

Der Autorin gelingt es ihre Protagonisten zu schwierigen Persönlichkeiten zu bringen. Ihre Eindrücke der Gegend und der Zeit 1948 sind beeindruckend.

Der Schriftsteller Leopold sta,,t aus Wien. Er hat sein Leben in Israel als Versicherungsangestellter eingerichtet. Seit 10 Jahren leidet er an einer Schreibblockade. Deshalb schickt seine Agentin ihn in einen kleinen Ort in Amerika.

In seinem Hotel lernen wir und Leo Miss Dora kennen. Sie hat auch ein Stück Dramatik erlebt.

Die Autorin lässt zwischen den Beiden interessante Dialoge hören. Die beiden Charaktere sind gut beschrieben.
Der Stil ist fesselnd und besonders Ausdrucksstark.
Die Geschichte ist rührend und wunderbar zu lesen.
Profile Image for lesemama.
1,674 reviews1 follower
June 3, 2022
Zum Buch:
Es ist das Jahr 1948. Leopold Perlstein ist auf dem Weg nach Amerika zu seiner aagwntin um endlich an seinen Erfolg als Autor anzuschließen. Allerdings klappt nicht alles so wie geplant und am Ende landet er im Roxy, einer Pension in der die Frauen mir ihren Kindern in der Sommerfrische sind.

Meine Meinung:
Leo ist ein ganz fürchterlich schlechtgelaunter Mensch. Mit seinem Leben unzufrieden lässt er es alle spüren.
Dora hingegen lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen und tut Leo gut.
Die Geschichte plätschert dahin, ist aber gut zu lesen. Allerdings wartete ich während des ganzen Buches irgendwie das mal was passiert. Ich mag Bücher in denen etwas mehr passiert einfach lieber, diese ist zu sehr vor sich hin geplätschert. Mit so einer Geschichte, die zwar ganz nett war kann ich nicht viel anfangen. Ich fand auch Leo nicht so sympathisch.
Aber es war eine nette Erzählung eines Sommers mit mal mehr und aml weniger interessanten Charakteren. Nett zu lesen.
2,409 reviews14 followers
March 21, 2022
Zum Inhalt:
Leopold Perlstein, ein berühmter Schriftsteller, hat eine Schreibblockade. Er will diese überwinden jedoch will deshalb im Haus seiner Agentin eine Weile bleiben. Doch als er in dem Ort ankommt, bekommt er mitgeteilt, dass das Gauß abgebrannt ist und er in einem Gästehaus unterkommen muss. Das Haus und auch seine Wirtin erscheinen ihm wie eine Katastrophe. Wie soll er hier zur Ruhe kommen?
Meine Meinung:
Das war für mich ein Buch der leisen Töne, dass geraume Zeit benötigt um seinen Charme zu entfalten. Die Protagonisten sind interessant und nicht gerade gewöhnlich und wachsen einem zunehmend ans Herz. Dennoch konntemich das Buch nicht so ganz überzeugen, da mir der Schreibstil in Teilen nicht so richtig gut gefallen hat. Aber man kann es trotzdem ganz gut lesen und wird unterhalten. Eine solider Roman ohne große Highlights.
Fazit:
Ganz nett
29 reviews
April 16, 2022
Das Cover und der Titel haben mich neugierig gemacht, mir gefällt die einfache Gestaltung mit den zwei Vögeln. Auch der Klappentext klang ganz nett, nach einer romantischen Geschichte vor einem ernsten Hintergrund.
Leider hat mich das Buch selbst dann nicht ganz so mitreißen können, wie ich es erwartet hatte. Teilweise waren die Passagen ziemlich schleppend zu lesen, und ich habe ehrlich gesagt ein paar Seiten überblättert, und trotzdem noch ohne Probleme die Handlung verstanden.
Alles in allem war das Lesen des Buches trotzdem ein ganz netter Zeitvertreib, die Figuren waren authentisch, hatten einen interessanten Hintergrund und man konnte sich richtig gut in die Handlung und den Ort einfühlen.
Ich würde das Buch trotzdem empfehlen, wenn man sich nicht daran stört, dass die Handlung teilweise etwas in die Länge gezogen wurde.
68 reviews2 followers
August 20, 2022
Ein ruhiges, eben wegzulesendes Buch. Im ersten Moment denkt man, man hat sich mehr versprochen. Aber das Buch lebt von der Tiefe und auch den Texten zwischen den Zeilen. Für mein Empfinden aber erst im letzten Drittel. Ich hätte gerne mehr über Leo erfahren, von seiner Vergangenheit. Aber das Buch soll wohl eher belegen, dass und wie er seine Schreibblockade überwunden hat.
Das Ende passt auch wunderbar, da man viel weiss und auch erahnen kann.
Ich werde mir mal das erste Buch auf die Lesewunschliste setzten, ob es auch in diesem Stil geschrieben wurde.
Profile Image for Hannes Spitz.
264 reviews4 followers
April 27, 2022
Ein schöner, leichter Frauenroman. Mit einer schrulligen männlichen und einer positiven, patenten, idealisierten weiblichen Hauptfigur. Angesiedelt im Osten der Vereinigten Staaten 1948 streift der Roman Weltgeschichte, in lebensbejahendem Stil.
53 reviews
May 6, 2022
Da das Sommerhaus seiner Freunde abgebrannt ist, verbringt der Exilant und Schriftsteller Leo seinen kreativen Urlaub im kleinen Hotel von Dora. Zu Beginn sehr unzufrieden mit der Gesamtsituation, arrangiert er sich doch nach und nach mit der Situation und lernt die ungewöhnlichen Bewohner des kleinen Städtchens und vor allem des Hotels schätzen und lieben.
Dass aus Leo und Dora ein Paar wird, verrät ja eigentlich schon der Titel. Wie sich die Beziehung der beiden anbahnt und entwickelt, hat mir wirklich sehr gut gefallen. Dora, eine taffe und robuste Frau, die schon zwei (Ehe-)Männer zu Grabe tragen musste, scheut sich anfangs sehr, sich auf eine neue Beziehung einzulassen. Dennoch fand ich sie als Charakter sehr interessant und habe gerne mehr über sie erfahren. Sie ist ihrer Zeit sehr voraus und erinnert eher an eine moderne Frau als an eine typische Ehefrau der 50er Jahre. Auch Leo wird einem als Leser schnell sympathisch, auch wenn er sehr grummelig ist und zu Beginn der Geschichte eigentlich dauerhaft schlecht gelaunt.
Im Großen und Ganzen passiert in dem Roman nicht viel, ein typischer Spannungsbogen fehlt. Auch wer eine klassische Liebesgeschichte erwartet, wird vermutlich enttäuscht werden. Ich habe den Roman allerdings unheimlich gerne gelesen, insbesondere wegen der Atmosphäre. Die Autorin beschreibt die Hitze des Sommers und die damit verbundene Stimmung der Urlauber so toll, dass man sich bildlich vorstellen kann, dort zu sein. Ich finde das Buch ist damit eine perfekte Urlaubslektüre!
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