Ein literarisch-verspielter Text über Zugehörigkeit und Abgrenzung, über die Schwierigkeiten und Heiterkeiten des Heranwachsens.
Teresa Präauer widmet sich in diesem Buch einer Figur, die in ihren Büchern bisher beinah ausgespart geblieben ist: dem Mädchen. In persönlichen Erinnerungsstücken und literarischen Betrachtungen erzählt sie über Kindheit und Konkurrenz, Mädchenbanden und Bubenspiele. Über Zugehörigkeit und Abgrenzung und über die Schwierigkeiten und das Glück des Heranwachsens. »Mädchen« steckt voller Beobachtungen, Zärtlichkeit und Heiterkeit und ist ein intimes Geschenk der sprachmächtigen Autorin an ihre Leserinnen und Leser.
Teresa Präauer, geboren 1979, ist Autorin und bildende Künstlerin in Wien. Sie schreibt regelmäßig für Zeitungen und Magazine zu Theater, Kunst, Literatur, Mode und Pop. Ihr Roman ›Für den Herrscher aus Übersee‹ wurde ausgezeichnet mit dem aspekte-Preis für das beste deutschsprachige Prosadebüt. Der Künstlerroman ›Johnny und Jean‹ wurde ausgezeichnet mit Droste-Literaturförderpreis und dem Förderpreis zum Hölderlinpreis 2015 und war nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2015.
„Die Aufgabe beim Schreiben ist dabei, der eigenen Erinnerung nicht nur zu trauen - sondern ihr auch zu misstrauen. Denn vielleicht ist die Erinnerung empfindlich wie ein Schmetterling, der, sobald man ihn anfasst, seine rosarote Farbe verliert.“ (S.21) . „Mädchen“ ist eine Erinnerung, eine die sich aus vielen Fragmenten der Vergangenheit zusammensetzt und hier und da auch einen Vergleich mit der Gegenwart wagt. Teresa Präauer blickt zurück in die eigene Kindheit und widmet sich dem Mädchen, das sie damals war und nicht mehr ist. . Immer wieder setzt sie sich dabei mit dem Begriff „Mädchen“ auseinander und betrachtet ihn differenziert indem sie auch den literarischen Kontext erforscht. Im Hier und Jetzt beobachtet die Erzählerin, während sie ihren Gedanken freien Lauf lässt, einen spielenden 9-jährigen Jungen, ihrem Sohn (?) mit dem sie zu ihrem „Mädchenthema“ immer wieder in den Dialog tritt und Vergleiche zieht. Eine literarische Spielerei, die die Schwierigkeiten des Heranwachsens auf eine zwinkernde, sehr interessante Art und Weise beleuchtet aber auch das große Glück des Mädchenseins, dieser einzigartigen unbeschwerten „Bonbonzeit“ erforscht. . „Mädchen“ war für mich ein Sprungbrett in meine eigenen Kindertage, ein Katapult in eine einzigartige Zeit mit der irgendwann mal alles begonnen hat, die nicht wiederkehrt und doch für die Ewigkeit ein Teil von eine*m ist, denn „wer über das Mädchen nachdenkt, denkt über Anfänge nach.“ (S. 76) . Mochte ich!❤️
Spannend ist auf jeden Fall der Schreibstil, der formelle Aufbau dieses ,Erzählbands'. Der schwebt in Schleifen zwischen persönlichen Kindheitsanekdoten, kulturwissenschaftlicher Analyse und literatuwissenschaftlicher. Dann kommen so auch Absätze auf, wo die Autorin immer wieder ihr eigenes hier Geschriebenes reflektiert.
Denn darum geht es schließlich: um den produktiven Schaffensprozess - von Kultur, Kunst, persönlichen Erleben - der das Konstrukt des Mädchenseins hervorbringt.
Großes Minus: Präauer bleibt stecken in einer binären Idee von Geschlecht/Gender. Klar, Ausgangspunkt scheint ihr eigenes Leben zu sein (drum auch behandelt sie mehrheitlich zentral-europäische Darstellungen vo Mädchen). Aber queere und trans Perspektiven auf Mädchen Sein gar nicht vorkommen, noch nicht mal in einem Nebensatz, ist mir unlieb.
“Mädchen” von Teresa Präauer musste ich leider nach der Hälfte weglegen, da es mir überhaupt nicht gefallen hat. Meine Rezension bezieht sich daher nur auf den ersten Teil des Buches und in diesem fehlte mir als Hauptkritikpunkt jegliche Stringenz. Die zusammenhangslosen Erzählungen aus ihrer Kindheit, immer wieder gespickt von Gesprächsfetzen mit ihrem kleinen Bruder (?) in der Gegenwart haben überhaupt keinen Lesefluss zugelassen. Ich habe den Charakteren die Dialoge nicht abgekauft, kleine “Buben” stellten sinnhafte Fragen über das Leben, s.g. “Entscheidungsfragen” (welches kleine Kind redet so?), die dann für meinen Geschmack viel zu ausformuliert beantwortet wurden.
Ich habe irgendwie überhaupt nicht verstanden, worauf die Autorin hinauswollte. Und hab auch ganz anderes erwartet.
Trotzdem vielen Dank an NetGalley und den Wallstein Verlag für das Rezensionsexemplar!
Ich kann gar nicht in Worte fassen wie schlecht ich dieses Buch finde, ich verstehe einfach nicht wie man so ein unnötig langweiliges Buch schreiben kann? Da frage ich mich wirklich wie die Autorin beim Schreiben des Buches nicht vor Langeweile eingeschlafen ist?
Einfach alles an dem Buch habe ich gehasst egal ob die Charaktere, die Geschichte, den Schreibstil oder einfach alles was es hier gegeben hat, ich sehe überhaupt keinen roten Faden und verstehe einfach nicht was die Autorin hiermit aussagen wollte.
Bitte erspart euch eure Zeit und liest etwas anderes, denn dieses Buch ist definitiv reine Zeitverschwendung trotz der wenigen Seiten
Ein feministischer Essay, der mir wirklich gut gefällt. Einige der Gedanken und Überlegungen kenne ich von mir selbst, manche Erkenntnisse und Betrachtungen regen mich zum Denken an.
z.B. zum Thema Bücher wie "Hundert Dinge, die ein Junge wissen muss": "Sein Inhalt sind Tricks, Streiche und Fallen, aber auch Wissenswertes über Schluckauf und Morsecodes. [...] Ob Mädchen eigentlich keinen Schluckauf haben, steht dort nicht." S. 11 "In einem Buch aus dem Jahr 2016, es trägt den Titel '100% Mädchen. Alles über mich - das kreative Ideenbuch nur für Mädchen', suche ich nach Rezepten gegen Schluckauf, finde aber nur welche für Pannacotta und Schoko-Cookies, außerdem Bastelanleitungen für Armbänder, Persönlichkeitstests zum Thema Schüchternheit, Romantik und Ernährung. In der Rubrik 'Meine Geheimnisse' erfahre ich, wie ich den eigenen Look pflege und die Schmetterlinge im Bauch fange." S. 36 Genau diese Art von Büchern haben mich so geärgert vor kurzem als meine eigenen Kinder und deren Freund*innen Konfirmation, Jugendweihe und dergleichen feierten. Und ich habe sehr sehr gründlich nach "Mädchen-"Büchern gesucht! Schlimm.
Der vorliegende Essay ist nicht streitlustig, sondern ruhig und nachdenklich gehalten; manches von Irmgard Keun und Annie Ernaux wird aufgegriffen. Ich habe es sehr gerne gelesen.
Teresa Präauer philosophiert über das Mädchen-Sein, sie untermalt biographische Bezüge mit kulturwissenschaftlichen und soziologischen Überlegungen, bezieht sich wiederholt auf Annie Ernaux oder Irmgard Keun, und denkt laut über das Verhältnis von Erinnerung und Fiktion nach: "Kindheit ist ein Anfang, die erste Seite eines Buches ist auch ein Anfang." (Zitat aus einem Interview mit Präauer von derstandart.at vom 5. März 2022). Ein schmales Buch von 78 Seiten. Schön, dass es dieses Buch gibt. Schade nur, dass es nie so recht über eine binäre Vorstellung von Geschlecht hinweg zu kommen scheint.