Berlin 1924: Viele Fremde suchen in der Stadt das schnelle Glück. Offenbar auch die schwer verletzte junge Frau, die von Polizeiärztin Magda untersucht wird. Als die Unbekannte überraschend stirbt, macht Magda sich Vorwürfe. Hat sie eine falsche Diagnose gestellt? Eine Freundin identifiziert die Tote als Millionärin, die im wilden Berlin das Leben mit Damen und Herren aus den höchsten Kreisen genoss. Als Magda versucht, die Wahrheit herauszufinden, kommt sie mächtigen Leuten in die Quere. Aber sie will auch endlich das Schicksal des kleinen Otto aufklären. Er wurde vor vielen Jahren nach einem Familiendrama verschleppt. Seiner älteren Schwester Elke konnte Magda ein neues Zuhause geben. Damals gab sie sich das Versprechen, die Geschwister wieder zusammenzubringen. Plötzlich eröffnet sich die Möglichkeit, Otto doch noch anhand seiner Fingerabdrücke identifizieren zu können. Aber es sind zahllose Kinder, die überprüft werden müssten. Da erinnert sich Elke an ein ganz besonderes Merkmal ihres Bruders. Tatsächlich wird ein Junge gefunden, auf den die Beschreibung passt. Kann er wirklich Otto sein? Oder jagt Magda in Wahrheit nur einer fixen Idee nach, weil sie sich selbst schon so lange ein Kind wünscht?
Nachdem ich den zweiten Band von „Polizeiärztin Magda Fuchs“ bereits mit 5 Sternen bewertet hatte, müsste ich Teil drei eigentlich 6 Sterne geben!
„Das Leben, ein wilder Tanz“ wirft den Leser ab der ersten Seite mitten ins Geschehen. Die Bücher bauen aufeinander auf und ich empfehle in jedem Fall, die Vorgänger zuerst zu lesen. Die Handlung konzentriert sich mittlerweile hauptsächlich auf Magda und Celia, Doris treffen wir nur noch in kurzen Sequenzen. Lernten wir Celia im ersten Band als naives junges Mädchen kennen, beeindruckt sie nun ein ums andere Mal mit ihrer Selbständigkeit und ihrer Charakterstärke. Als Millionärsgattin und junge Mutter könnte sie sich eigentlich zurücklehnen, stattdessen plant sie den Bau eines Mietshauses, koordiniert eine Pension und studiert Medizin. Für eine Frau in den 1920er Jahren ist sie eine überaus moderne Person. Auch Magda hat sich zu einem Charakter entwickelt, den man einfach gerne haben muss. Sie wirkt oft so viel älter und ernster, als sie tatsächlich ist und deswegen sind die Momente, in denen sie mit ihrem Mann Kuno tanzen oder spazieren geht sehr gelungene Einschübe, die ein wenig Leichtigkeit in die ansonsten oft düstere Handlung bringen. Generell finde ich Umgang zwischen Magda und Kuno sehr liebevoll und habe mich immer sehr gefreut, dass Ehepaar in privaten Situation zu erleben. Dieses Mal fand ich auch den Titel Polizeiärztin wieder passend, denn es gibt tatsächlich einen Kriminalfall, der sich wie ein roter Faden durch den Roman zieht und Magdas und Celias Geschichte verbindet. Geheime Sexclubs, Prostitution, Hehlerei, Gewalt und Mord – das Autorenduo wartet mit einer Vielzahl von Abgründen auf und skizziert die weniger schillernden Seiten der goldenen 20er. Interessant und fast schon kurios lesen sich die damaligen begrenzten Möglichkeiten sowohl bei der Polizeiarbeit als auch in der Medizin. Es gab keine DNA Analysen, mit denen man Verwandtschaften mal eben feststellen konnte, oftmals mussten die Kommissare ihre Ermittlungen einfach auf Annahmen stützen. Auch die Psychologie war zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen und den Menschen blieb nichts anderes übrig, als machtlos das Leiden ihrer Angehörigen hinzunehmen. Die Kapitel in diesem Roman sind lang aber durch die Perspektivenwechsel zwischen den einzelnen Charakteren trotzdem sehr kurzweilig. Neben Magda, Kuno und Celia habe ich auch ganz besonders den Butler Bergmann in mein Herz geschlossen. Ein sympathischer und freundlicher Mann mit so vielen Geheimnissen, dass er der Star in einem eigenen Buch sein könnte. Sehr gefallen hat mir auch die hoffnungsvolle Aufbruchstimmung am Ende des Buches. Unsere Protagonisten haben eine Etappe ihrer Reise erreicht, aber so viel Neues wartet auf sie. Diese Reihe hat sich kontinuierlich von Buch zu Buch gesteigert. Obwohl mir der Auftakt schon gut gefallen hatte, konnte ich mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorstellen, dass es mir einmal so schwer fallen wird, mich von den Charakteren zu verabschieden. Würde es noch einen Band 4 und 5 geben, würde ich sie mit Freude lesen!
Mit diesem Buch geht nun die Geschichte rund um Magda Mehring, Celia Fuchs und allen anderen bekannten Figuren aus der Vorbänden der Polizeiärztin zu Ende. Magdas Leben ist mittlerweile eingerichtet mit ihrer Praxis und ihren Aufgaben als Polizeiärztin. Sie und Kuno haben immer noch nicht die Hoffnung aufgegeben Otto, dem kleinen Bruder von Elke, wiederzufinden. Die neue Methode Fingerabdrücke abzugleichen und eine Kartei mit gespeicherten Vergleichsmaterial aufzubauen, hilft ihnen dabei.
Celias Ehe mit Edgar wird immer schwieriger, der Tod seines Vaters macht ihn zum Konzernführer und drängt damit auch Celia in eine Rolle, die sie nicht einnehmen will. Doris Kaufmann hat es geschafft und macht Karriere beim Film.
Die Leser begleiten die Frauen abwechselnd durch ihr Leben im Berlin der Jahre 1924 bis 26. Wie schon in den Vorgängerbänden werden die gesellschaftlichen Verhältnisse und hier vor allem die Probleme der Frauen aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Gleichzeitig begleiten wir die einzelnen Figuren in ihrer Entwicklung. Gerade Celia hat in den drei Bänden viel durchgemacht und muss nun ihr Leben selbst in die Hand nehmen und sich entscheiden, wie sie ihr Leben führen will. Und auch für Magda und Kuno stellt sich die Frage, wie sie ihr Leben weiterführen wollen.
Am Ende treffen wir auch auf Figuren, die Fans von Helene Sommerfeld bereits bekannt sind Riccarda Thomasius und ihre Töchter Henny und Antonie haben auch einen Auftritt in diesem Buch. Ich fand es auch geschickt gelöst, wie die Autorin die Familie Stinnes und den berühmten Ernst Gennat in ihrem Buch untergebracht hat. Einerseits so deutlich beschrieben, dass man die Personen erkennen kann und doch so verändert, dass man sich an Abweichungen von den Vorbildern nicht stören kann.
Ich habe das Buch wieder gerne gelesen. Durch die Wechsel der Protagonisten stellt sich ein guter Lesefluss ein, man will immer wissen wie es weitergeht. Sicher hätte man manches vielleicht straffen können, trotzdem habe ich mich nicht eine Sekunde beim Lesen gelangweilt. Schön fand ich, dass in diesem Buch auch wieder Nebenfiguren aus den anderen Bänden ein wenig mehr Aufmerksamkeit bekommen haben. So darf man hier Bergmann und Lise besser kennenlernen, die in den Vorgängerbänden eher nur Staffage waren.
Ich kann diese Reihe nur empfehlen, ich fand sie durchgehend spannend und gut zu lesen. Gut, dass ich noch die Reihe der Ärztin hier liegen kann, die werde ich wohl auch bald lesen.
Das Cover ist mit diesem Farbton sehr auffällig und doch auch schlicht, und passt von dem Stil her zu der Zeit in der die Geschichte spielt: die goldenen 20er.
Ich wusste nicht, dass es das dritte Buch einer Reihe ist. Dies ist beim Lesen allerdings tatsächlich auch gar nicht aufgefallen. Man hat trotzdem sehr gut in die Geschichte hineingefunden und konnte der Geschichte folgen. Bei Gelegenheit werde ich trotzdem noch die anderen beiden Bücher lesen. Der Kriminalfall ist eher eine Randgeschichte. Eigentlich verfolgt das Buch die Geschichte von zwei Frauen in Berlin in den 1920er Jahren, eine ganz andere Zeit als heute. Eine Zeit im Aufbruch und doch, gerade was die Gleichberechtigung betrifft, wie rückständig die Zeit war. Die Geschichte hält einige Überraschungen bereit, auch unvorhergesehene. Es geht um viele starke Frauen, allen voran natürlich Magda und dann ist da noch Celia. Beide sehr sympathische und echt wirkende Hauptfiguren. Auch die ganzen Nebenfiguren, wie Kuno, Elfi, Doris etc. passen wunderbar in diese Geschichte und bringen immer wieder etwas neues überraschendes mit.
Der Schreibstil des Buches wirkt sehr lebendig und mitreißend. Man kann die Personen regelrecht spüren und auch den Geist der Zeit. Man hat mit den Frauen gelitten und mitgefiebert, sich mit ihnen gefreut und mit ihnen gelacht.
Fazit: Das war mein erstes Buch dieser Autorin, aber definitiv nicht das letzte. Allein die ersten beiden Bücher dieser Reihe will ich noch unbedingt lesen. Ein rundum gelungenes und mitreißendes Buch.
„Das Leben, ein wilder Tanz“ ist Band drei der Trilogie um Magda Fuchs. Die Bücher stammen aus der Feder von Helene Sommerfeld, hinter dem sich ein deutsches Autorenpaar verbirgt. Wie auch schon in den beiden Bänden zuvor ist der Schreibstil flüssig und lässt sich sehr gut lesen, was gerade bei historischen Romanen ja auch mal schwieriger sein kann. Während ich bei Band eins zunächst gebraucht hatte um in die Geschichte reinzukommen, hat mich Band drei wie auch Band zwei seinerzeit direkt in den Bann gezogen, so dass es mir sehr schwer fiel, das Buch beiseite zu legen und ich an einem Tag schon fast die Hälfte des Buches verschlungen hatte. Auch Band drei lebt von einer absoluten Lebendigkeit bedingt durch die verschiedenen Charaktere, deren Eigenarten und nicht zuletzt dank dem tollen Berliner Dialekt, welches das Autorenpaar immer wieder reinbringt und auch als Nicht-Berliner dennoch sehr gut verständlich ist. Da ich persönlich Berlin und seinen Dialekt liebe, gefällt mir dies natürlich besonders gut. Die Protagonistin Magda Fuchs, welche zwischenzeitlich verheiratet ist und nun demzufolge Mehring heißt, ist auch in diesem Band eine herausragende starke Persönlichkeit welche sich im Berlin der 20er-Jahre nach wie vor sehr für die Schwächeren einsetzt und nicht nur an ihr eigenes Wohl denkt. So stellt sie ihre eigenen Interessen sehr oft hinten an und schafft es dennoch eine wunderbare Harmonie zwischen sich und ihrem Ehemann herzustellen. In der wenigen gemeinsamen Zeit, die Magda mit ihrem Kuno hat, begeben sie sich auch noch gemeinsam auf Verbrecherjagd, so dass sie ihre wenige Zweisamkeit wieder ihren Mitmenschen opfern. Trotz all der Umstände und Widrigkeiten bekommt Magda am Ende ihr persönliches Happy End, das hat mein Herz natürlich besonders erfreut. In diesem Band hat es mir besonders die junge Celia angetan. Schon in den letzten Bänden mochte ich diese selbstbewusste Protagonistin sehr, doch gerade in diesem Band zeigt sie meiner Meinung nochmal sehr deutlich wie groß ihr Herz und ihre Liebe zu ihren Mitmenschen ist. So ist es für sie selbstverständlich ihren Butler, der im Laufe des Buches in Schwierigkeiten gerät, aus dieser Misere zu helfen und sich dabei auch mal gegen ihren Ehemann zu stellen. Generell ist es die junge Frau bereits die zweite Ehe und auch in dieser Ehe lässt sich die selbstbewusste, starke Celia nicht sagen was richtig und falsch ist, was für die damalige Zeit natürlich sehr mutig ist. So eckt sie natürlich auch des öfteren mit ihrer Schwiegermutter an, den gerade das Thema Frauenrechte ist zwischen den beiden ein großes Konfliktthema. Mir persönlich hat dieser Konflikt außerordentlich gut gefallen, zeigt er doch, dass das Thema Emanzipation, Selbstbestimmung und studierende Frauen bereits in früheren Jahren ein sehr großes und auch wichtiges Thema war. Während es heute nun wirklich normal ist, dass Frauen studieren (ja auch Medizin), sind doch viele Dinge der damaligen Zeit heute immer noch umstritten beziehungsweise teils auch nach wie vor nicht so umgesetzt wie sie es für unsere heutige Zeit eigentlich sein sollten. Somit habe ich für mich persönlich das Gefühl aus diesem Buch und Celias Gedanken sehr vieles für mich und die heutige Zeit noch mitnehmen zu können. Auch die anderen Protagonisten sind mit alle sehr ans Herz gewachsen. Da es im Laufe der Zeit sehr viele Personen sind, die in dieser Gesichte ihren Platz finden, gibt es in jedem Buch ein Personenregister. Die wichtigsten Protagonisten tauchen natürlich über alle drei Bände auf und sind damit natürlich dann auch im Laufe der Zeit einfach bekannt. Eine Kritik habe ich leider, die für die Geschichte und den wundervollen Büchern an sich kein Belang hat. Jedoch wurde nach Band 1 das Cover beziehungsweise die Größe der Bücher geändert. Handelte es sich bei der ersten Auflage von Band eins noch um ein Hardcover, wurden Band zwei und drei dann als Taschenbuch veröffentlicht. Ich persönlich störe mich doch meist sehr daran, wenn Buchformate während einer laufenden Reihe verändert werden und habe mich somit auch bei dieser Trilogie leider sehr darüber geärgert, was nun dazu führte, dass ich Band eins nochmal kaufte. Sicherlich ist das vielleicht überzogen, sollte meiner Meinung nach aber auch ausgesprochen werden dürfen. Fazit: Großartiger Abschluss einer wundervollen Reihe, wobei ich mir eigentlich sogar eine weitere Fortsetzung wünschen würde. Bereits im November 2022 soll jedoch ein neues Buch des Autorenduos erscheinen, welches eine in Band drei erwähnte Nebenprotagonistin zur Hauptprotagonistin macht, darauf freue ich mich schon sehr. Und auch die vorherigen Bücher Sommerfelds möchte ich nun natürlich unbedingt lesen. Daher kann ich dieses Buch allen empfehlen, die gerne historische Romane und/oder Geschichten lesen, welche in Deutschland spielen.
Berlin, 1924 bis 1926. Die Polizeiärztin Magda Fuchs, die nun auch eine eigene gynäkologische Ordination betreibt, entlässt eine aus dem Kanal gerettete wohlhabende Dame als genesen. Doch kurz darauf wird diese tot aufgefunden, und Magda und ihr Mann Kuno, Kommissar bei der Berliner Polizei, forschen in den erlesenen Kreisen nach dem Grund dafür und treten dabei einflussreichen, mächtigen Persönlichkeiten auf die Zehen. Weiters hat Magda immer noch nicht die Hoffnung aufgegeben, den kleinen Bruder von Elke zu finden, der vor 3 Jahren verschleppt wurde.
Meine Meinung: "Das Leben, ein wilder Tanz" ist der letzte Band der Polizeiärztin-Trilogie und ein gelungener Abschluss der Reihe. Der Schreibstil ist wie gewohnt mitreißend und lebendig, man fiebert mit allen handelnden Personen mit, und das Leben der Menschen im Berlin in der zweiten Hälfte der 1920er ist gut recherchiert und authentisch dargestellt. Man erfährt nicht nur über die Klassenunterschiede, wie Menschen teilweise zurechtkommen mussten bzw. was sie alles taten, um zu überleben, sondern auch viel über die zwielichtige Szene. Mir war gar nicht bewusst, dass es auch damals schon Menschen gab, die spezielle Arten von Liebe suchten und brauchten.
Es ist schön, wieder alle alten Bekannten zu treffen, und die Frauen aus der Pension sind alle gereift und erwachsen geworden und gehen ihren Weg. Und Magda, die immer schon die reifste und verantwortungsbewussteste war, muss mit Kuno gemeinsam eine schwierige Entscheidung treffen. Auch in diesem Band geht es wieder sehr viel um Celia, die mir jetzt aber zum ersten Mal sympathisch ist, denn sie ist endlich erwachsen geworden.
Der Kriminalfall ist sehr komplex und speziell, aber genau deshalb sehr interessant und fesselnd. Besonders spannend fand ich, dass in dieser Zeit die Daktyloskopie (Fingerabdrücke) an Bedeutung gewinnt und Magda bzw. Kuno hoffen, mithilfe derer auf Ottos Spur zu kommen. Auch die Gleichberechtigung der Frauen ist noch nicht wirklich weiter gekommen, aber die Frauen fangen endlich an, sich stärker aufzulehnen. Vor allem in der gehobenen Gesellschaft waren Frauen nur dazu da, männliche Erben zu "produzieren". Dem Autorenpaar ist es wundervoll gelungen, die Atmosphäre der damaligen Zeit lebendig einzufangen, mich zu berühren und in seinen Bann zu ziehen.
Es gibt auch eine Verbindung zur Ärztin-Trilogie des Autorenduos und daraus resultierend eine weitere Reihe, auf die ich schon sehr neugierig bin. Zu Beginn gibt es ein Register aller handelnder Personen; in der vorderen Klappe findet man einen übersichtlichen Plan von Berlin im Jahre 1925; und in der hinteren Klappe Kurzbeschreibungen der starken, außergewöhnlichen Frauen Magda Fuchs, Ina Dietrich, Ruth Jessen, Celia Hinnes, Doris Kaufmann und Erika Hausner.
Fazit: Ein fesselnder, mitreißender und berührender Abschluss der Polizeiärztin-Trilogie.
Spannend und interessant, der Abschluss einer tollen Trilogie
Die Polizeiärztin Magda Fuchs behandelt eine schwerverletzte Frau. Leider überlebt die Patientin nicht und Magda versucht mehr über die Frau herauszufinden. Die Frau ist, laut einer Freundin eine Millionärin, die das Leben in Berlin mit Damen und Herren aus den höchsten Kreisen genossen hatte. Als Magda mehr über die Frau herausfinden will, kommt sie einigen Menschen in die Quere. Magda erinnert sich aber auch an ein Versprechen, dass sie sich gegeben hat. Sie wollte den kleinen Otto finden, der vor einigen Jahren verschleppt wurde. Es gibt die Möglichkeit den Jungen anhand der Fingerabdrücke zu identifizieren. Aber das heißt, es müssen viele Jungs überprüft werden. Elke, die Schwester von Otto macht Magda auf ein Merkmal an Otto aufmerksam. Nachdem ein Junge gefunden wird auf den die Beschreibung passt stellt sich die Frage, ist es wirklich Otto?
„Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein wilder Tanz“ ist der dritte und letzte Band einer spannenden und interessanten Trilogie von Helene Sommerfeld. Helene Sommerfeld ist das Pseudonym eines in Berlin lebenden Autorenehepaars. Sie bezeichnen sich selbst als Yin und Yang. Und wenn man das Buch so liest kann man dem nur zustimmen, sie ergänzen sich wunderbar. Die Geschichte ist wie aus einer Feder geschrieben.
Die Autoren entführen ihre LeserInnen im dritten Band ins Berlin der 1924-1926 Jahre. Auch hier wird die Zeit wieder sehr authentisch beschrieben. Vor allem die Stellung der Frau steht im Vordergrund. Aber auch die medizinische Weiterentwicklung findet Erwähnung.
Auch die Charaktere sind wieder gut in Szene gesetzt. Es ist schön wieder all die bekannten Figuren zu treffen. Magda Fuchs hat in den drei Bänden eine große Entwicklung durchlaufen. Mittlerweile ist aus Magda Fuchs Magda Mehring geworden. Sie ist verheiratet und hat ihre eigene Praxis. Die Arbeit in der Praxis und der Polizeistation bedeutet für Magda einen großen Spagat. Den kleinen Otto den wir im ersten Band kennengelernt haben und der verschleppt wurde hat sie nicht vergessen. Sie setzt alles dran den Jungen zu finden.
Auch Celia hat sich weiterentwickelt. Sie ist mit einem Millionär verheiratet und Mutter. Sie studiert Medizin und nebenbei plant sie den Bau eines Hauses mit Wohnungen zum Vermieten. Aus dem jungen Mädchen ist eine selbstbewusste und starke Frau geworden.
„Die Polizeiärztin Magda Fuchs – Das leben, ein wilder Tanz“ ist spannend und gleichzeitig sehr unterhaltsam. Es hat etwas von Krimi und Historischem Roman, meine beiden liebsten Genre.
Jetzt heißt es Abschied nehmen von den liebgewonnenen Charakteren. Ich habe die Trilogie mit großem Vergnügen gelesen.
Eine Frau wird verletzt aus einem Hafenbecken gefischt und von der Polizeiärztin untersucht. Die Frau meldet sich kurz darauf bei der Ärztin, alles scheint in Ordnung, doch dann wird ihre Leiche gefunden. Was ist geschehen? Wie ergeht es den anderen Frauen? Wird Doris Traum ein Star zu werden wahr und wird Celia in ihrer Rolle als Mutter und Ehefrau aufgehen?
Als Fan der Reihe musste ich natürlich auch bei diesem Abschluss schnell zugreifen – und ich habe es nicht bereut. Wie erwartet konnte ich das Buch kaum mehr aus den Händen legen, auch weil es quasi nahtlos an den Vorgänger anschließt. Polizeiärztin Magda Mehring und ihr Mann Kommissar Kuno ermitteln in dem Fall einer reichen toten Frau und suchen noch immer nach dem kleinen Otto, derweil hat Celia mit ihrem Mann Edgar und vor allem ihrer Schwiegermutter den einen oder anderen Kampf auszufechten. Edgar führt mittlerweile das Familienimperium und hat viel Stress, was auch zu Spannungen in der Beziehung führt, besonders weil Celia ihren eigenen Kopf hat und neben der Pension noch das eine oder andere Projekt startet. Es sind zwei Handlungsstränge, die aber gekonnt Schnittmengen aufweisen und mal da, mal dort überlappen. Ich kann nicht einmal sagen, dass der Fall um die reiche Holländerin besonders spannend gewesen wäre, jedoch hat mich das Buch in Summe sehr gut unterhalten. Die Entwicklung der Frauen fand ich gelungen, es gibt überhaupt einige sehr interessante Personen in diesem Buch, dazu ist natürlich Berlin in den 20er-Jahren ein sehr interessantes Setting mit enormem Potenzial, dass das Autorenpaar auch für die Geschichte zu nutzen weiß. Wie in den Vorgängern ist das Privatleben der Protagonistinnen im Fokus und genau das habe ich im Vorfeld auch so erwartet. Der Mix aus (historischem) Roman mit politischer Einfärbung und Krimi ist einfach wunderbar gelungen.
Man merkt: Der Abschluss der Trilogie hat mir sehr gut gefallen, jedoch ist es schade, dass das Abenteuer mit Magda und Co enden. Die Charaktere waren überzeugend, authentisch und vor allem der Zeitgeist gut dargestellt. Alle wichtigen offenen Fragen wurden geklärt und es wurde auch nicht zu kitschig, denn ehrlich gesagt hatte ich das befürchtet. Ich empfehle die gesamte Reihe und zwar der Reihenfolge entsprechend, sonst könnte der Lesespaß doch arg leiden, da gewisse Hintergründe ohne die Vorgänger einfach fehlen würden.
Polizeiärztin Magda Fuchs hat auch in ihrem dritten Buch einiges zu ermitteln. Es ist eine spannende, diverse Zeit im Berlin des Jahres 1924 und wir tauchen dank den Autoren mitten hinein ins wilde Leben. Ein Buch, dass die damalige Stimmung perfekt vermittelt, spannende Ermittlungen garantiert und Raum für reichlich persönliches lässt.
Für mich war es das erste Buch der Trilogie, trotzdem habe ich mich sofort an Charaktere und Setting gewöhnt und bin in die Handlung abgetaucht. Es ist einfach eine spannende Zeit, in der nicht nur das Leben genossen, sondern einige auch über die Stränge geschlagen haben. Es ist also kein Wunder, dass Magda einiges zu tun bekommt. Eine Millionärin, die sie behandelt hat, stirbt kurz darauf und sie macht sich Vorwürfe. Doch dies ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Ermittlungen reichen bis in Regierungskreise und ihr Mann Kuno riskiert einiges, um den Fall aufklären zu können.
Der dritte und abschließende Fall rund um Magda führt einige Fäden zusammen, löst offene Rätsel auf und sorgt dafür, dass man zufrieden auf die Geschichte rund um die Polizeiärztin zurückschauen kann. Eine „Fortsetzung“ wird es mit „die Töchter der Ärztin“ im Herbst geben.
Geprägt ist das Buch von den starken weiblichen Charakteren, die würdigend ihre Doppelseite im Cover des Buches erhalten haben. Celia, die hochschwanger ihre Selbstständigkeit gegenüber ihren ehelichen Verpflichtungen zu wahren versucht. Rechtsanwältin Ruth, mit der man sich besser nicht anlegt. Schauspielerin Doris, die von ganz unten es bis nach Hollywood schafft, und so weiter. Starke Charaktere, die sich gegen die männliche Dominanz durchzusetzen wissen.
Begleitet werden sie von teilweise schillernden Charakteren, die beispielhaft für die Vielfalt der damaligen Zeit stehen.
Mir hat diese einmalige Mischung hervorragend gefallen, ich kann das Buch und die Serie nur jedem ans Herz legen, die ein lebhaftes Bild der damaligen Zeit miterleben möchten. Ein Buch, das fesselt, bewegt und einen in einen wilden Tanz verwickelt. Es lohnt sich, dass alltägliche Leben und die nicht ganz so alltäglichen Ereignisse, die es immer wieder durcheinanderbringen, mitzuerleben und sich in Charaktere und Zeit zu versetzen. Für Fans historischer Romane und starker Frauen.
Der Abschluss der Trilogie. Magda sucht immer noch nach Otto sein Schicksal ist ihr sehr wichtig. Gleichzeitig hilft sie ihrem Mann Kurt in einem eigenartigen Todesfall. Ein vermögende Frau kam nach Berlin um das Nachtleben aus zu kosten. Mit schrecklichen Konsequenzen. An ihrem Tod scheinen höchste Mitglieder der tonangebenden Gesellschaft beteiligt zu sein. Magda ist der ruhende Pol der Geschichte. Um sie herum spielen die Schauspielerin Doris, Celia die versucht Ehe, Mutter sein und ihr Studium unter einem Hut zu bringen, Ruth die Anwältin, Claire, Josefine oder Alwine eine wichtige Rolle. Die jungen Frauen wollen mehr als sie es von ihren Müttern und Schwiegermüttern vorgelebt bekommen. Sie wollen ein Mitspracherecht über ihr Leben. Denn im Gegensatz zu dem großen Teil der anderen Bevölkerung von Berlin haben sie keine finanziellen Probleme und können sich daher viele Gedanken über ihre Zukunft machen. Die anderen leben von der Hand im Mund, müssen sich verkaufen oder im schlimmsten Fall verkaufen sie ihre Kinder. Magda steht immer zwischen drin. Sei es als Frau die als Ärztin arbeitet und gleichzeitig eine Familie möchte. Sie hat eine gewisse finanzielle Sicherheit, gehört aber nicht zum Status ihrer Freundinnen. Die Trilogie besticht durch diese Gegensätze. Die gute Recherche macht diese Zeit verständlich. Die aus heutigen Sicht unmöglichen Moralvorstellungen und Regeln sind in diesen Jahren mit dem Argument, das war schon immer so, anscheinend für die meisten ausreichend erklärt. Es ist trotzdem eine Zeit des Aufbruchs, gleichzeitig kann man spüren was auf die Menschen zukommt. Diese Gier nach Unterhaltung und Vergessen wirken wie Menetekel an der Wand. Auf alle Fälle sollte man die Bände in der richtigen Reihenfolge lesen. Da sie sich chronologisch auf einander aufbauen.
Dem Autorenpaar ist ein überzeugender Abschluss der Trilogie um die Polizeiärztin Magda Mehring gelungen. Diesmal springt die Erzählung nur zwischen zwei Hauptsträngen, die jedoch viele Berührungspunkte haben: Magda und ihr Mann, der Polizeikommissar Kuno, haben einen neuen Fall: eine Frau, die zunächst verletzt aus einem Hafenbecken gerettet wurde, wird kurze Zeit später tot auf einer Parkbank gefunden. Es stellt sich heraus, dass es sich um eine sehr reiche Holländerin handelt. die bereits vermisst gemeldet wurde. Celia Fahrland verliert kurz nach der Hochzeit ihren Schwiegervater, so dass ihr Mann Edgar die gesamte Verantwortung für das Familienimperium tragen muss. Es wird immer deutlicher, dass vor allem die Schwiegermutter nicht einverstanden ist mit den Vereinbarungen der Frischverheirateten, was ihren Lebensmittelpunkt und Celias Medizinstudium angeht. Der Roman entführt wieder in die quirlige Großstadt Berlin in den 1920ern und es begegnen den Leser*innen viele interessante Persönlichkeiten. Teilweise sind sie schon aus den beiden vorherigen Bänden bekannt - es kommen aber auch einige neue dazu. Auch der erstarkende Nationalsozialismus wirft erste Schatten auf den "wilden Tanz". Ohne die beiden Vorgängerbände ist allerdings der Lesespaß sicher nur gering. Ich empfehle den Band uneingeschränkt - vor allem allen, denen (wie mir) der zweite Band nicht ganz so zugesagt hat.
EUR 11,95 [DE] – EUR 12,30 [AT] ISBN: 978-3-423-22011-8 Erscheinungsdatum: 16.03.2022 1. Auflage 528 Seiten Format: 12,3 x 19,1 cm Sprache: Deutsch JAGT MAGDA EINER FIXEN IDEE NACH? Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein wilder Tanz Berlin 1924: Viele Fremde suchen in der Stadt das schnelle Glück. Offenbar auch die schwer verletzte junge Frau, die von Polizeiärztin Magda untersucht wird. Als die Unbekannte überraschend stirbt, macht Magda sich Vorwürfe. Hat sie eine falsche Diagnose gestellt? Eine Freundin identifiziert die Tote als Millionärin, die im wilden Berlin das Leben mit Damen und Herren aus den höchsten Kreisen genoss. Als Magda versucht, die Wahrheit herauszufinden, kommt sie mächtigen Leuten in die Quere. Aber sie will auch endlich das Schicksal des kleinen Otto aufklären. Er wurde vor vielen Jahren nach einem Familiendrama verschleppt. Seiner älteren Schwester Elke konnte Magda ein neues Zuhause geben. Damals gab sie sich das Versprechen, die Geschwister wieder zusammenzubringen. Plötzlich eröffnet sich die Möglichkeit, Otto doch noch anhand seiner Fingerabdrücke identifizieren zu können. Aber es sind zahllose Kinder, die überprüft werden müssten. Da erinnert sich Elke an ein ganz besonderes Merkmal ihres Bruders. Tatsächlich wird ein Junge gefunden, auf den die Beschreibung passt. Kann er wirklich Otto sein? Oder jagt Magda in Wahrheit nur einer fixen Idee nach, weil sie sich selbst schon so lange ein Kind wünscht?
Polizeiärztinnen gab es ab 1900 in Berlin. Diese standen zwar im Dienst der Polizei, führten jedoch keine polizeilichen Arbeiten aus, sondern waren zuständig für die medizinische Betreuung der Opfer von Gewaltverbrechen, insbesondere an Frauen und Kindern. Zusätzlich kümmerten sie sich um die gesundheitliche Versorgung der zahlreichen Prostituierten in den Zwanzigerjahren. Das Amt einer Polizeiärztin wurde für eine geringe Entlohnung nur nebenberuflich bekleidet.
Zur Autorin
Helene Sommerfeld ist das Pseudonym eines in Berlin lebenden Autoren-Ehepaars. Ihre Trilogie um die Ärztin Ricarda Thomasius hat ihre Leser mitten ins Herz getroffen und erreichte Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste.
Meine Meinung
Ich habe ja Die Ärztin-Trilogie von Helene Sommerfeld total geliebt und auch die Polizeiärztin-Trilogie mit den bisher ersten beiden Bänden sehr gerne gehört und gelesen. Nun geht es hier um den finalen Band dieser Trilogie.
Es geht hier ja um die Polizeiärztin Magda, die mit einem Polizisten verheiratet ist und nun wieder auf einen neuen Fall stößt. Sie behandelt eine junge schwerverletzte wohlhabende Frau, die kurz darauf verstirbt. Eine ihr bekannte Anwältin kennt das Opfer und Magda macht sich auf die Suche nach der Wahrheit.
Auf der anderen Seite hat sie immer noch nicht die Hoffnung aufgegeben, den kleinen Bruder von Elke wieder zu finden, der damals nach dem Mord seiner Mutter spurlos verschwand als Kleinkind. Dann stoßen sie auf einen Jungen, der ein bestimmtes Merkmal genau wie Otto aufweist. Kann er es wirklich sein?
Magda würde auch sehr gerne endlich Mutter werden, aber ihr läuft so langsam die Zeit davon. Wie wird sich ihr Leben weiter gestalten?
Mich konnte auch der 3. finale Teil wieder sehr gut unterhalten und begeistern. Ich fand ihn nur etwas schwächer als die anderen beiden Teile.
Alles in allem kann ich hier aber eine Lese- und Hörempfehlung mit 4 Sternen aussprechen.
„Polizeiärztin Magda Fuchs. Das Leben, ein wilder Tanz“ ist der 3. und finale Band dieser Reihe. Magda versucht weiterhin das verschwundene Kind Otto zu finden. Außerdem ist sie in den Mordfall an einer Millionärin involviert. Die Geschichte schließt nahtlos an die vorherigen Bände an, deswegen konnte ich mich schnell wieder in die Handlung einfinden und mit den Charakteren warm werden. Durch die detaillierte Beschreibung konnte ich mich gut in die Protagonistinnen Magda, Celia und Doris einfühlen, ihre Entwicklung beobachten, mit ihnen leiden, mich mit ihnen freuen und mit ihren schwierigen Entscheidungen hadern. Der Schreibstil lässt sich angenehm und flüssig lesen. Durch die bildhafte und atmosphärische Erzählweise konnte ich mich in die damalige Zeit der 20er Jahre in Berlin gut zurückversetzen. Die Probleme der Frauen der damaligen Zeit regen einen zum Nachdenken an. Durch den Kriminalfall wird es zudem äußerst spannend. Ich empfehle diese bewegende und unterhaltsame Trilogie gerne weiter. Am besten zuvor die ersten beiden Bände lesen. 5 Sterne!
Auch der dritte Band der Trilogie zeichnet wieder ein lebhaftes Bild der Zeit um 1924 in Berlin. Magda, inzwischen mit ihrem 'Kollegen' Kuno Mehring, verheiratet, wird wieder in seine Fälle miteinbezogen. Ein wenig traurig war für mich schon, dass diese tolle Reihe damit ein Ende findet. Ich hätte gerne noch mehr von diesen spannenden Figuren gelesen und auch über die Freundschaft zwischen Magda, Ina und Celia. Es ist nicht nur ein Krimi, den man hier zu lesen bekommt, sondern auch ein Roman über starke Frauen, die sich in einer schweren Zeit, ihre eigenen Nischen erkämpfen und so auch zu Vorreiterinnen für andere werden können. Die Figuren, wie auch die Umgebung und die menschlichen und gesellschaftlichen Abgründe sind gut und manchmal sehr plastisch erzählt. Das Ende ist anders, als ich es erwartet hätte, aber dennoch stimmig. Das Buch ist ein gelungener Abschluss und es ist sehr empfehlenswert.
Zum Inhalt: Magda untersucht eine schwer verletzte Frau, die leider überraschend stirbt. Magda macht sich natürlich Vorwürfe. Hat sie einen Fehler gemacht, eine falsche Diagnose gemacht? Durch eine Freundin erfährt, dass die Unbekannte eine Millionärin ist, die das wilde Berlin in allen Zügen genossen hat. Sie will herausfinden, was ihr geschah, doch damit kommt sie scheinbar mächtigen Leuten in die Quere. Meine Meinung: Die Inhaltsbeschreibung ist natürlich nur ein kleiner Schnipsel der Geschichte, die wieder sehr vielschichtig ist und uns wieder sehr ins Berlin der zwanziger Jahre holt. Klar, habe ich keine Ahnung wie es damals war, aber dennoch habe ich das Gefühl mitten drin zu sein. Ich habe Magda und all die anderen wieder gerne begleitet und bin auch traurig, dass es nun vorbei ist. Aber mit Antonia wird ja vielleicht eine ähnliche Protagonistin viel Freude bereiten. Fazit: Schöner Abschluss der Serie
Der dritte und letzte Band der Serie rund um die Polizeiärztin und Gynäkologin Magda steht seinen Vorgänger um nichts nach. Im Gegensatz zu den ersten beiden Bände spielt ihre Rolle als Ärztin eine etwas kleinere Rolle, denn diesmal gibt es einen Kriminalfall zu lösen. Klingt nicht nur spannend, ist es auch. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und war gespannt darauf, wie das Leben der handelnden Personen weitergeht. Neben Magda gibt es da doch einige weitere Charaktere, die großteils bereits aus den anderen Büchern bekannt sind. Celia, Medizinstudentin und Millionärsgattin, nimmt einen großen Platz an, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.
Man könnte das Buch wohl auch lesen ohne die Vorgänger zu kennen, jedoch fehlt dann doch einiges an Hintergrundwissen, das zwar nicht zwingend nötig ist aber doch mehr Lesespaß bereitet.
In der neuen Serie der Autorin, die Ende des Jahres erscheinen soll, werden wir hoffentlich den ein oder anderen Charakter wieder treffen.
Polizeiärztin Magda wird zu einem Fall hinzugezogen, um eine schwer verletzte junge Frau zu untersuchen, die aus einem Fluss gefischt wurde und kurze Zeit später tot aufgefunden wird. Bei der Toten handelt es sich um eine gut betuchte Frau, die im wilden Berlin nach einem Abenteuer suchte und ihren speziellen Vorlieben frönte. Zusammen mit ihrem Mann und Kommissar Kuno Mehring versucht Magda die Wahrheit herauszufinden, dabei ahnen sie noch nicht auf welch großen Fisch sie dabei stoßen werden.
Der Polizeiarbeit eröffnen sich zudem durch neue Ermittlungsmethoden weitere Möglichkeiten und Magda hofft durch die aufkommende Analyse von Fingerabdrücken doch noch Otto, den kleinen Bruder von Elke, der Ziehtochter ihrer älteren Schwester, ausfindig machen zu können. Dieses Vorhaben gleicht der Suche einer Nadel im Heuhaufen, doch Elke erinnert sich bei einem Besuch bei einer Kinderpsychologin an ein entscheidendes Merkmal und so kommt neue Hoffnung auf…
Meine Meinung
Mit dem dritten und abschließende Band der historischen Roman-Reihe um »Polizeiärztin Magda Fuchs« des Autorenduos Helene Sommerfeld findet die Geschichte über die facettenreichen 1920er Jahren des pulsierenden Berlins in »Das Leben, ein wilder Tanz« ein gebührendes Finale.
Der Handlungsrahmen erstreckt sich über die Jahre 1924 bis 1926 und bildet das auflebende Stadtleben voller Möglichkeiten (vor allen Dingen für die Reichen) nach der Währungsreform von 1923 ab. Auch für Magda und ihren Mann Kuno sind die Güter des täglichen Bedarfs nun wieder bezahlbar und der Wunsch nach einer eigenen kleinen Familie wächst.
Magda und Kuno sind nicht nur privat ein harmonisches Paar, sondern ergänzen sich auch beruflich grandios, sodass es unheimlichen Spaß macht, ihren Weg mitzuverfolgen und ihnen bei der Verbrecherverfolgung über die Schultern zu sehen. Ich hätte mir tatsächlich gewünscht, dass die kriminalistische Seite und somit Magda und Kunos Handlungsstrang etwas mehr Raum gestattet worden wäre.
Das große Augenmerk liegt dieses Mal jedoch bei Celia, die ihr Medizinstudium unterbrochen hat, weil sie mit dem Kind ihres Mannes Edgar Hinnes schwanger ist. Die Zukunftsträume der verliebten Celia geraten allerdings ins Wanken als ihr Schwiegervater nach einer Gallenoperation verstirbt und sein Sohn das Firmenimperium weiterführen soll und dabei in die Fußstapfen des mächtigsten Mannes Deutschlands tritt.
Natürlich wird das Gesamtpaket noch abgerundet, denn auch den erfolgreichen Weg von Doris Kaufmann, die es im Filmgeschäft zu etwas bringt, Journalistin und Autorin Erika Hausner, Anwältin Ruth Jessen und Fürsorgerin Ina Dietrich bekommen im Finale ihren Auftritt. Erweitert wird das personale Portfolio mit der schillernden und flatterhaften Persönlichkeit von Elfriede Kandler und schließlich wird noch eine Brücke zu Antonia und Henny Thomasius geschlagen, welche als Töchter von Ricarda Thomasius bereits aus Helene Sommerfelds Reihe »Die Ärztin« bekannt sein dürften und die Hauptrollen im nächsten Roman »Die Töchter der Ärztin« einnehmen werden.
Ich habe es sehr genossen durch Helene Sommerfelds lebendig gezeichnetes Berlin der 1920er Jahre in eine Welt eintauchen zu können, bei dem man regelrecht die Aufbruchsstimmung und das wilde Leben pulsieren spürt. Da bekommt man direkt Lust, mit Magda und Kuno einen Shimmy aufs Parkett zu legen und im berühmten ›Aschinger‹ eine Bulette zu verspeisen.
Fazit
Ein grandioses Reihen-Finale, bei dem es gerne etwas mehr von Magda und Kuno hätte sein dürfen.