One book a day keeps boredom away. Mit solchen Dingern geht das natürlich wunderbar, knapp 200 Seiten, eine spannende Rahmenhandlung, flüssig geschrieben, kurze Sätze, stark verdichtet, bisweilen poetisch, manchmal fast an Jon Fosse erinnernd.
Ein Berg stürzt herunter auf den Ort Derborence, in dem sich auch der junge frisch vermählte Hirte Antoine befindet. Therese, seine Angetraute, stellt fest, dass sie schwanger ist und will nicht glauben dass ihr junger Gemahl tot sein soll. Zwei Monate nach dem Unglück passieren ungewöhnliche Dinge.
Tolle Atmosphäre, obwohl schon 1936 geschrieben, im Stil seiner Zeit weit voraus. Kommt für mich an 5 Sterne sehr nahe.
Warum nicht 5 Sterne?
Tja, ich muss sagen, diese Art von Romanen finde ich zwischendurch wirklich toll, muss es aber nicht jeden Tag haben; so ähnlich wie ich im richtigen Leben liebend gerne in die Berge geh, allerdings nicht da leben möchte; und so auch hier mit all den Bergen und den Almen und den Hirten und all den Gepflogenheiten, hat es etwas von einem hermetisch von der übrigen Welt losgelösten Heimatroman und obwohl nicht alles eitel Sonnenschein ist, funkelt zumindest indirekt so eine Art mia san mia Idylle mit gewissem Kitschfaktor durch. Aber in der Kategorie Heimatroman würde ich es zu den ganz exquisiten Leckerbissen zählen. Als Beispiele, wie ähnliche Romane auch gänzlich ohne Kith auskommen, nenne ich mal Innerhofers Schöne Tage oder das Werk von Josef Winkler. Wobei man bei letzteren halt kein richtiges Lesevergnügen finden wird.