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Die siebzehnjährige Katharina ist Anfang der 1970er Jahre in einer geschlossenen Einrichtung für Jugendliche untergebracht. Sie wurde straffällig. Mindestens einmal pro Woche muss sie mit einem Psychiater sprechen, um die Hintergründe ihres Deliktes zu ergründen. Erstaunlicherweise gelingt es ihr dabei, dem Arzt »ihre« Gesprächsregeln aufzuzwingen. Die »Delinquentin« wird zur »Regisseurin«. Er darf nichts fragen, sich nicht einmal räuspern. Das würde Katharina zu sehr von sich selbst »wegtreiben«.
Der Psychiater lässt sich darauf ein. Später erhält er die Erlaubnis, mit selbst beschrifteten Kärtchen in einen Dialog zu treten. Stück für Stück erfährt man, was Katharina erlebt hat.

111 pages, Hardcover

First published January 1, 2022

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Dagmar Schifferli

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March 24, 2022
Die Stunden

Katharina ist in einer geschlossenen Abteilung einer Jugendeinrichtung. Für wenigstens eine Stunde in soll sie mit dem Psychiater Herrn Conti sprechen. Sie ist hier, weil sie straffällig geworden ist. Sie ist hier, weil sie verstanden werden soll. Doch erstmal bestimmt Katharina den Weg. Vielleicht ist es eines der ersten Male, wo sie bestimmen kann. Und der Psychiater Conti lässt sich darauf ein, um ihr die Öffnung zu erleichtern. So beginnt Katharina zu erzählen, etwas zusammenhanglos zunächst, dann immer flüssiger. Dabei ist sie zuerst zurückhaltend. Doch schließlich fängt sie sogar an, den Stunden entgegen zu sehen.

Der Leser begleitet Katharina zu ihren Besuchen bei dem Psychiater. Aus ihrer Sicht kann er an den Stunden teilnehmen und sich nach und nach in sie hineinfühlen. Eigentlich sperrt sich Katharina gegen diese Stunden, sie sieht nicht, was es bringen soll. Bald merkt sie jedoch, dass es ihr leichter fällt, die Gespräche zu führen. Und sie führt die Gespräche. Eine ungewöhnliche Form einer Gesprächstherapie, aber schließlich doch wohl hilfreich. Was hat dazu geführt, dass Katharina in der Einrichtung gelandet ist? Was hat Katharina in ihrer Kindheit erlebt. Ist ihre Reilienz stark genug, um zu bestehen?

Mit seinem ungewöhnlichen Stil der direkten Teilnahme aus Sicht der Patientin an den Gesprächsstunden besticht dieser Roman und zieht einen in seinen Bann. Was einem fehlen könnte, ist eine klarere Sicht auf die Kindheitserlebnisse der jungen Katharina und wie diese schließlich zu dem Ereignis geführt haben. Dennoch bleibt man fasziniert von der Form dieses Romans, die die kleinen Änderungen von Stunde zu Stunde zutage fördert. Vielleicht versteht man auch den Sinn einer Gesprächstherapie, hin zu einem besseren Verständnis von sich selbst, zur Erkenntnis über das eigene Selbst und vielleicht auch zu einem Fortschritt, der Katharina hilft, sich selbst besser zu erkennen. Diesem schmalen Büchlein hätten vielleicht ein paar Seiten mehr gut getan, um Katharinas Leben noch genauer zu beleuchten, aber dennoch bleibt es dabei, man hat einen Roman, der einen gefangen nimmt.
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