In einer mittelgroßen Schweizer Stadt lauert einer im Schilf. Es ist Gerhard, selbsternannter Kommissär, schrulliger Protagonist und eigenwilliger Erzähler in Anaïs Meiers Debütroman. Im See des Parks, in dem er jeden Morgen und jeden Abend seinen "Flamingo" macht, um Kontakt zum Universum herzustellen, sieht er einen Fuss. Gerhard, der einsiedlerisch am Rande der Gesellschaft lebt, will den Frieden im Park wieder herstellen und macht sich auf, um diesen Kriminalfall zu lösen. Dabei kommt es zu Kontakten mit der Auß Er trifft auf biertrinkende Angelfischer mit ihrem Vereinspräsidenten Krückenpatrick, eine dauerbekiffte Jugendgang, nachtwandernde Hundehalterinnen, einen schmierigen Lokalreporter und die Parkwächterin Blüehler, die gar nicht so schlimm ist wie anfangs gedacht. Sie alle haben wie Gerhard weder Geld noch Perspektiven, aber sie haben den Und der bedeutet ihnen die Welt.
Gerhard, ein selbsternannter Kommissar findet im Egelsee einen Fuss. Ran kommen tut er aber nicht, da sind andere dann schneller. Für Gerhard natürlich nicht einfach zu verdauen, dass ihm da jemand zuvor kommt. Zum Glück hat er noch die Ente mit der er sich gerne unterhält (und sie sich mit ihm). Einerseits gefiel mir der Ansatz und die Erzählweise, überzeugen konnte es mich aber leider nicht. Schrullig, aber irgendwie nicht schrullig genug.
Ich wollte es wirklich gut finden und habe mich davor schon gefreut, mal wieder etwas humorvolles zu lesen. Aber ganz ehrlich, das Buch ist einfach nur unglaublich traurig. Traurige Themen, mitleiderregende Figuren. Die Autorin kann schreiben und Gerhard als Protagonist war schon auf eine etwas herz zerreissende Weise sympathisch -das will ich ihr nicht absprechen. Aber für mich war es absolut keine "komische Literatur". Ich weiss nicht, ob mir die Geschichte besser gefallen hätte, wäre sie unter anderen Schlagworten angepriesen worden. Aber ich weiss wirklich nicht was an obdachlosen und/oder armen Menschen und wie sie von der Polizei schickaniert werden, drogenabhängigen im Park schlafenden Jugendlichen, vergrifteten Tieren und deprimierten und/oder gewalttätigen und alkoholabhängigen Erwachsenen unterhaltsam sein soll. Statdessen bin ich jetzt traurig über das Leid der Welt. Ganz toll.