"Nebelküste" ist der neue Roman von Hannah Häffner. Das gelbe Zusatz-Logo "Ostsee-Krimi" auf dem Titel sollte man sich meiner Meinung nach lieber wegdenken. Es könnte falsche Erwartungen wecken und dann beim Lesen für Enttäuschung sorgen. Ich persönlich würde den Roman trotz seiner durchaus spannenden Entwicklung jedenfalls nicht in die Krimi-Schublade stecken. Da ist er meiner Ansicht nach nicht richtig aufgehoben. . Darum geht's: Franka sucht Zuflucht im verlassenen Haus ihrer Großmutter. Da trifft sie auf Iris, eine Freundin ihrer Oma. Und dann retten beide noch die lebensmüde Oda aus dem Wasser. Es gibt ein paar seltsame Vorkommnisse - und schnell zeichnet sich ab, dass keine der Frauen mit offenen Karten spielt. . "Nebelküste" ist ein hervorragend geschriebener Roman, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Vom ersten Moment an war ich schockverliebt in Hannah Häffners sehr sanften und gleichzeitig doch so wort- und bildgewaltigen Schreibstil. Ich habe mich in die Worte und Sätze fallen lassen, mich in ihnen verfangen und sie gierig aufgesaugt. Ich habe mich hier durch eine faszinierende, mysteriöse und geheimnisvolle Story gelesen, die mir unheimlich gut gefallen hat. Spannend und atmosphärisch. Aber eben kein Krimi im herkömmlichen Sinn. . Fazit: Ein Haus am Meer. Drei Frauen. Viele Geheimnisse. Die Ausgangslage ist vielversprechend. Und wie Hannah Häffner den Plot entwickelt ist fulminant. "Nebelküste" ist ein Spannungsroman der eher leisen Töne, der aber trotzdem unter die Haut geht. Das Buch hat mich als Gesamtpaket überzeugt und meinen Geschmack getroffen. Deshalb: Leseempfehlung!
Auf dem Cover steht sowohl "Roman" als auch "Krimi", meiner Meinung nach definitiv eher ersteres - für einen Krimi fehlte es leider doch sehr an Spannung.
Nachdem ihr Mann gestanden hat, sie zu betrügen, flieht Franka in das Haus ihrer verstorbenen Großmutter, das sie seit deren Tod vor sieben Jahren nicht mehr betreten hat. Plötzlich tauchen unter merkwürdigen Umständen nacheinander zwei weitere Frauen auf, und mysteriöse Dinge scheinen in dem alten verfallenen Haus vor sich zu gehen. Statt dass daraus aber eine spannende Geschichte gesponnen wird, oder Franka versucht, in den alten Tagebüchern ihrer Oma Geheimnisse zu entdecken, leben die Frauen so vor sich hin, schleichen misstrauisch umeinander und es passiert ewig wieder kaum etwas.
Erstmal klang die Prämisse spannend. Die Umsetzung konnte mich aber leider nicht überzeugen. Die ersten mindestens 150 Seiten ziehen sich nur so dahin und bestehen hauptsächlich aus Nacherzählungen der Vergangenheit. In der Erzählzeit tut sich aber erstmal nichts. Leider waren auch die drei Protagonistinnen jede für sich nicht wirklich sympathisch, eine menschliche Ebene konnte ich in der Erzählung nicht spüren. Die Geheimnisse der Frauen waren im Endeffekt auch nicht mehr interessant, eher so ein "achso"-Gefühl beim Lesen.
Die Handlungen der Frauen waren für mich auch überhaupt nicht nachvollziehbar, jede für sich agiert einfach komisch. Ganz zum Schluss wurde plötzlich eine super abwegige, unrealistische Erklärung aus dem Hut gezaubert (eigentlich sogar zwei, um nicht zu spoilern sage ich nur Alexander zum einen und zum anderen Sara).
Wie schon in ihrem Erstlingswerk Nordsee-Nacht belohnt Hannah Häffner auch in ihrem zweiten Spannungsroman die Leserin mit stark entwickelten Charakteren, die eingebettet in eine spannende und immer wieder überraschende Handlung wirklich kluge Gespräche und Selbstgespräche über so große Themen wie Liebe und Einsamkeit, Vertrauen und Hoffnung führen. Ein Krimi, der mehr ist als das. Charakter-Studie und philosophische Erörterung, fesselnd und zum Nachdenken anregend. Ich hoffe der Folge-Roman lässt nicht zu lange auf sich warten.
"Nebelküste" ist der zweite Kriminalroman der Autorin Hannah Häffner. Ihr Debüt habe ich vor einiger Zeit gelesen, sodass ich sehr auf ihr aktuelles Buch gespannt war.
I N H A L T : Franka steht nach der Trennung von ihrem Mann plötzlich ganz alleine da. Um Abstand von ihrer Beziehung zu gewinnen, zieht sie in das leerstehende alte Haus an der Ostsee, welches ihr von ihrer Großmutter vermacht wurde. Überraschenderweise trifft sie dort die mitten im Leben stehende Iris und die ruhige Oda. Eines haben die drei Frauen gemeinsam: sie alle tragen ein Geheimnis mit sich. Doch sie können es nicht allzu lang voreinander verbergen, denn eine unbekannte Gefahr aus der Vergangenheit rückt immer näher.
M E I N U N G: Das Buchcover ziert den Zusatz "Ein Ostsee-Krimi". Dieses Emblem lässt bestimmte Erwartungen zu, die nicht erfüllt werden. So spielt die Ostsee nur eine kleine Nebenrolle. Trotz der teils mitreißenden Handlung ist "Neblküste" für mich kein klassischer Krimi, sondern eher ein Spannungsroman. Franka kommt man als Hauptcharakter sehr nah, denn die Autorin schafft es eindringlich uns an ihren Gedanken teilhaben zu lassen. In diesen Szenen begegnet man ihrer Angst, Unsicherheit und Hoffnung. Die Handlung des Romans ist relativ knapp erzählt und man ahnt als Leser:in worauf es hinaus läuft. Häffner schafft zahlreiche Wendungen und eine atmosphärische Stimmung. Die Auflösung des Situationsgeflechts hat nicht ganz meinem Geschmack entsprochen, was an meinen falschen Erwartungen lag. Dennoch werden Leser:innen auf den Geschmack kommen, die sprachlich gut verfasste Romane mit einer ordentlichen Portion Spannung mögen.
🤍 Ein Spannungsroman der nach und nach ein Geflecht von Geheimnissen aufdeckt und tief in die Psyche der einzelnen Charaktere blicken lässt. An einigen Stellen fehlte es mir an einer ausgefeilteren Handlung und an mehr Krimielementen.