Wolfgang Rauh hat mit diesem Buch einen astreinen und stimmigen Horror-Thriller hingelegt, der seinesgleichen suchen muss. Und er hat etwas geschafft, das viele Autor:innen des Genres (leider manchmal auch Altmeister Stephen King) oftmals nicht schaffen: ein tolles und schlüssiges Ende! Ich bin ja mittlerweile ein abgebrühter erwartungsloser Leser, aber wenn ein Buch das Niveau bis inklusive Ende hält, dann bin ich begeistert und hin und weg.
Der Ort Leichdorf mitsamt Leichwald und seinen Protagonisten sind düster und beklemmend. Leichwald hat schon viele Tote gesehen, die Charaktere sind allesamt gezeichnet durch Verlust, Krankheit und Traumata, und doch wird es nicht zuviel, nicht unglaubwürdig. Es sind Personen wie du und ich und das macht die Stimmung umso nachvollziehbarer.
Atmosphärisch, einige Perspektiven und viele unterschiedliche Beziehungsebenen. Die Sprache ist wie ein roter Faden, dem zwischendurch eine Note Humor und Horror entweicht. Absolut unterhaltsam!
ich habe dieses Buch in kurzer Zeit beendet und das hatte natürlich einen Grund. Ich bin absolut begeistert! Ja tatsächlich sogar mehr als das. Das Buch ist düster, mystisch und aber auch traurig und vereinzelt habe ich geschmunzelt. Ich hatte Gänsehaut, habe mitgelitten. Ich war tatsächlich mittendrin, statt nur dabei. Die Geschichte wie von unterschiedlichen Charakteren erzählt, welche für mich alle absolut stimmig waren. Es war gruselig…es war abstrus und es war alles in allem so genial. Das Ende war stimmig und alles fügte sich. Für mich ein absolutes MUSS, wenn man dieses Genre mag.
Dieses Buch hat mich mehr als positiv überrascht, denn es entpuppte sich entgegen meiner anfänglichen Skepsis als absolutes Lese-Highlight. Mir ist sofort die unglaubliche inhaltliche Dichte aufgefallen: von Anfang an gibt es vergleichsweise viele Charaktere, die einem aber sehr schnell vertraut werden, und es passiert wirklich sehr viel, was ich alleine daran merkte, dass ich nicht durch die Seiten 'fliegen' konnte, sondern wirklich jeden Satz bewusst aufnehmen musste. Und auch wenn nicht in jedem Moment hochdramatische Action ablief, so waren die Beschreibungen und das Geschehen immer interessant und fesselnd. Der Schreibstil hat mich tatsächlich ein wenig an Werke von Stephen King erinnert, in denen sich die Spannung ja auch langsam aufbaut und der Anfang für eine ausführliche Einführung der Charaktere genutzt wird. Ich hatte dann auch gleich meine Favoriten unter den Personen - denen ich natürlich gewünscht habe dass sie heil aus der ganzen Geschichte herauskommen mögen... Und auch wenn die Wahl einer der Hauptfiguren auf den ersten Blick sehr klischeehaft wirkte, hat der Autor dieser Person eine ganz eigene sehr intensive Aura verliehen, die ihr unglaubliches Denken und Handeln gleichzeitig sehr glaubhaft und eindringlich machte. Zwischendurch hatte ich kurz die Sorge, dass die sehr komplexe Handlung mit zu vielen Nebenschauplätzen und verschachtelten Handlungssträngen überfrachtet ist und sich in den Details verliert, aber am Ende passte alles perfekt zusammen und ergab einen extrem düsteren und unheimlichen Sinn. Besonders gut gefallen hat mir auch, dass der Horror immer wieder zwischenmenschlichen Tönen wich, die einem manche der Protagonisten so richtig ans Herz wachsen ließen und der Geschichte Nachdruck und Tiefe verliehen. Das große Finale am Ende schliesslich hat alle meine Erwartungen übertroffen, und ich war von der bildhaften Ästhetik des Horrors wirklich total beeindruckt - das war wirklich ganz großes Kino. Fazit: 'Leichdorf' bietet Horror vom Feinsten und legt hoffentlich den Grundstein zu weiteren Romanen, die das Thema und den schaurigen Reiz der Gegend vertiefen und (hoffentlich) auch die ein oder andere Figur wieder aufleben lassen.
Mich haben hier vor allem das Cover und der Klappentext sehr angesprochen. Bei der Geschichte selbst handelt es sich um eine gelungene Mischung aus Horror, Thriller und etwas Comedy, um die einzelnen Szenen immer mal wieder aufzulockern.
Die Personen und die einzelnen Beziehungen zueinander wirken sehr gut durchdacht. Auch durch die verschiedenen Handlungsstränge, die nach und nach ineinanderfließen, kommt keinerlei Verwirrung auf. Im Gegenteil – der Leser wird langsam herangeführt, sodass sich die Lücken langsam schließen.
Der Schreibstil ist sehr flüssig gehalten und mir fiel es bereits nach dem 2. Kapitel schwer, das Buch aus der Hand zu legen und mich auf etwas anderes zu konzentrieren. Man fiebert regelrecht mit seinen Lieblingscharakteren mit und hofft, dass diese nicht in den Fängen des Wahnsinnigen fallen. Die Spannung im Buch ist konstant gehalten und wenn die Szenen als zu extrem empfunden werden, gibt es durch unterhaltsame Passagen etwas Auflockerung.
Für mich gibt es hier eine ganz klare Leseempfehlung, vor allem für diejenigen, die ein Fan vom lieben King sind.
In Leichdorf lebt ein Serienmörder, der lange Zeit unbemerkt ein fast normales Leben führt. Doch als er zuviel will und unvorsichtig wird fallen immer mehr Ungereimtheiten auf und schließlich ist man dem Wahnsinnigen, der überzeugt ist, durch die Morde mehr zu erreichen als nur die Beendigung eines Menschenlebens, doch auf der Spur. Es fällt mir schwer die Geschichte spoilerfrei kurz zusammenzufassen. Ich dachte ich lese einen Thriller, eine kurzweilige Horrorgeschichte. Aber auch wenn sie mich nicht um meinen Schlaf gebracht hat, bekam ich deutlich mehr als ein bisschen Gänsehaut und ein leichtes ungutes Gefühl. Denn Wahnvorstellungen und Realität liegen doch oft näher beieinander als man glaubt und beides von einander zu unterscheiden...