3.5 Stars
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An dieser Stelle herzlichen Dank an das BloggerPortal und den Penhaligon Verlag für das Zusenden dieses Rezensionsexemplars.
Ich weiß, ich fange inzwischen fast jede Rezension damit an, wie sehr ein Buch gehypt wird, aber auch hier ist das definitiv der Fall. Bereits in der englischen Bookcommunity war es lange Zeit in aller Munde, bevor es überhaupt veröffentlich wurde. Zu diesem Buch hier muss man aber sagen, dass es nur der erste Teil (37 Kapitel) der englischen Ausgabe sind, denn es wurde in zwei Bände aufgeteilt. Einerseits kann ich es natürlich verstehen, da das Buch sonst über 1000 Seiten gehabt hätte, und andererseits hätte ich es gut gefunden, wenn es nur ein Buch gewesen wäre. Persönlich finde ich es immer etwas problematisch, Geschichten auseinanderzureißen.
Jedenfalls hatte ich mich wirklich sehr auf die Geschichte gefreut aber wurde sehr schnell ernüchtert. Der Einstieg in die Story hat sich für mich sehr schwierig gestaltet und ich hatte die ersten 120 Seiten gefühlt keinen blassen Schimmer, was los ist und wer wie wohin gehört.
Ich dachte erst, dass es vielleicht daran liegt, dass ich krank war, als ich es begonnen hatte und einfach zu wenig Konzentration hatte sodass ich es ein paar Tage zur Seite gelegt habe. Als ich es dann noch einmal begonnen habe, war die Verwirrung nicht mehr ganz so groß aber immer noch hat mir irgendwie der Zugang gefehlt und auch nachdem ich es beendet habe, stelle ich mir die Frage, wie man das Buch am besten zusammenfassen kann.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und spielt an unterschiedlichen Schauplätzen.
Zum einem wäre da Tané im Osten des Reich Seiiki. Sie ist eine Weise und Schülerin zur Drachenwächterin. Im Osten werden Drachen (vier Beine) vergöttert. Als Nächstes haben wir Niclays Roos, einen nach Orisima verbannten Alchemisten, der immer noch davon träumt, das Elixier des Leben herzustellen. Orisima ist der äußerste Handelsposten des Westens in Seiiki.
Im Westen, im Königinreich von Inys lernen wir Ead kennen. Sie ist Kammerzofen am Hofe Königin Sabran IX und Novizin im Orden des geheimen Baumes. Im Reich Inys werden Drachen (Wyrms – 2 Beine) gefürchtet, vor allem der Namenlose eine. Um seine Rückkehr zu verhindern, muss jede Königin eine Tochter gebären.
Arteloth “Loth” Beck ist ein weiterer Erzähler der Geschichte und ist Erbe einer nördlichen Provinz der Auen und dem Besitz der Goldbirken. Er war ein guter Freund zu Sabran, Ead und auch Niclays. Er wird als sehr tugendhaft dargestellt, und während der ganzen Geschichte konnte man wirklich seinen inneren Kampf sehen, die widersprüchlichen Ansichten seiner Religion zu akzeptieren.
Im Großen und Ganzen konnte ich allerdings zu keinem der oben genannten Charaktere eine Verbindung aufbauen und sie sind wir alle eher blass in Erinnerung, was wirklich schade ist.
Samantha Shannon hat eine sehr komplexe und reiche Fantasywelt erschaffen. Man merkte, dass sie sich die Zeit genommen hat, die Welt und die Geschichte der verschiedenen Teile dieser Welt wirklich zu erschaffen. Allerdings fühlt man sich in dieser Welt auch ziemlich verloren und braucht recht lange, eh man sich zurechtfindet.
Der Westen wird von einer strengen religiösen Struktur regiert, sie fürchten Drachen, welche mit den Geschichten europäischer Drachen (Wyrms) verglichen werden können und hat historisch einen europäischen Einfluss. Der Osten wird stark von der asiatischen Kultur beeinflusst mit ihrer Architektur, ihren Bräuchen und Überzeugungen. Sie verehren Drachen, die mit chinesischen Drachen verglichen werden. Der Süden (es gibt nur ein paar wenige Kapitel im Buch) wird vermutlich von der afrikanischen Kultur beeinflusst. Die Drachen des Westens sind also Feuerwesen, während die Drachen des Ostens Affinitäten zu Wasser und Luft haben, also komplette Gegensätze.
Was mir gut an dieser Story gefallen hat, ist die Tatsache, dass es vielen starke und unabhängige weibliche Charaktere gibt und Männer eine eher dezentrale Rolle spielen.
Die Idee der Geschichte ist wirklich großartig und hat so viel Potenzial. Allerdings scheint sich die Autorin selbst etwas im Buch verloren zu haben. Nicht nur der Einstieg ist schwierig und langwierig, sondern auch zwischendrin hat das Buch immer wieder seine Längen. Es wird viel erzählt, ohne besonders viel zu sagen. Zusammenhänge muss man als Leser selbst herausfinden und man wird sehr lange im Dunkeln gelassen und darf rätseln.
Als abschließendes Fazit kann ich sagen, dass das Buch nicht schlecht war, es aber auch nicht einfach war, dem Plot zu folgen, da manche Zusammenhänge einfach nicht richtig beleuchtet wurden. Den zweiten Teil werde ich natürlich dennoch lesen, da ich trotz allem gespannt bin, wie es weitergeht. Außerdem möchte ich anmerkten, dass nur weil ich im Buch “nur” 3.5 Sterne gebe, es keinesfalls ein schlechtes Buch ist. Manchmal liegt es auch einfach daran, dass man selbst die Story gerade nicht so fühlt, wenn man das Buch aber ein halbes Jahr später noch einmal liest oder lesen würde man es total feiern.