Berlin, November 1918: Mit dem Frauenwahlrecht erfüllt sich für Marlene von Runstedt ein Lebenstraum. Die engagierte junge Juristin setzt sich seit Jahren in einer Beratungsstelle für Frauen ein. Endlich wird ihre Stimme gehört, endlich kann sie etwas bewegen. Ermutigt vom Vater, einem Rechtsprofessor, und ihrem Verehrer Max Emden, tritt sie der neugegründeten liberalen DDP bei. In die Aufbruchstimmung platzt Justus von Ostwald, dem Marlene vor Jahren das Herz brach. Dennoch sind sie sich innig verbunden, auch Justus' Beziehung zu der Schauspielerin Sonja Grawitz, Marlenes Jugendfreundin und nunmehr Mitglied der kaisertreuen DNVP, ändert nichts daran. Nach einem hitzigen Wahlkampf der Frauen gegen viele Widerstände wird die Nationalversammlung in Weimar eröffnet. Hier begegnen sich Marlene und Sonja - ein heikles Treffen, da Sonja ein Kind von Justus erwartet, während sich Marlene seiner Bewunderung noch immer kaum entziehen kann. Ein fataler Autounfall zwingt Marlene schließlich zu einer Entscheidung...
Leider enttäuschend. Die Kurzbeschreibung des Buches weckte bei mir große Hoffnungen, die jedoch unerfüllt blieben. Statt der versprochenen politischen und feministischen Aspekte lag der Fokus des Buches auf einer Romanze, die in meinen Augen auch noch ganz und gar unromantisch und eher verärgernd war. Unverständlich war bis zur letzten Seite, warum die Hauptperson so an ihrer Jugendliebe hing oder wieso sie sich überhaupt hätte in ihn verlieben sollen. Starkes, selbstbewusstes Auftreten wurde zu Arroganz und Unverschämtheit und die bewundernswerten Charakterzüge der Protagonistin durch ihre Schwärmerei korrumpiert. Zwei Sterne für ein passables Ende und eine gute Grundidee, die jedoch schlecht ausgeführt wurde.
Jetzt möchte ich wirklich gerne ein Buch lesen, das einhält, was hier versprochen wurde.
Berlin 1919. Die ersten Wahlen nach dem Krieg haben stattgefunden und erstmals durften Frauen nicht nur wählen, sie durften sich auch wählen lassen. Marlene von Runstedt und Sonja Grawitz kandidieren beide aus unterschiedlichen Gründen und schaffen es als erste Parlamentarierinnen Deutschlands in die Nationalversammlung, die in Weimar die neue Verfassung des Deutschen Reichs verfassen wird.
Man muss bei diesem Buch ein wenig vorsichtig sein. Es beschreibt den Weg, den Marlene und Sonja gehen, bevor sie gewählt werden, Weimar ist eher der Schlusspunkt des Buchs. Wir lernen also die beiden von der gemeinsamen Schulzeit in den neunziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts kennen und erfahren in Rückblenden was ihnen bis 1918 passiert ist. Diese Teile drehen sich im Großen und Ganzen um die persönliche Entwicklung der beiden und die Beziehung zu Justus von Ostwald. Während Marlene sich immer wieder entscheiden muss, ob sie lieber ihr privates Glück mit Justus genießen will, oder ihre beruflichen Pläne vorantreiben, arbeitet sich Sonja aus prekären Verhältnissen als Schauspielerin nach oben und sieht in Justus auch die Möglichkeit in der Gesellschaft aufzusteigen.
In den Teilen, die in den Jahren 1918 / 19 spielen begleiten wir Marlene auch immer wieder bei ihrer Arbeit als Rechtsanwältin. Sie wird dann auch vom Kriegsministerium beauftragt die Rückführung der sogenannten Etappenhelferinnen von der Ostfront zu organisieren. Hierbei verschlägt es sie nach Warschau und sie hat dort auch die Möglichkeit mit Justus zusammen zu arbeiten.
Mir hat die Geschichte an sich recht gut gefallen, allerdings bin ich weder mit Marlene noch mit Sonja so richtig warm geworden. Mir war die Dreiecksgeschichte um Justus irgendwie zu viel, vor allem da alle am Ende des Krieges bereits Mitte dreißig sind, sich in Gefühlsdingen aber manchmal eher naiv Verhalten. Wobei man dabei in Betracht ziehen muss, dass alle drei sicher Menschen ihrer Zeit sind und man heute wahrscheinlich viele Dinge anders angehen würde.
Man merkt dem Buch deutlich an, wie viel Recherche die Autorin in auch kleine Details gesteckt hat. Die Geschichte mit den Etappenhelferinnen war mir komplett neu und auch die Ereignisse in Polen am Ende des Krieges waren für mich Neuland. Das Buch endet mit einem Paukenschlag und die Neugier, wie es mit Marlene und Sonja wohl weiter geht, wird geweckt. Von daher freue ich mich auf die Fortsetzung der Geschichte.
- ich fand die Thematik des Buches sehr spannend, auch weil ich aus diesem Zeitraum noch nicht so viele Historische Romane gelesen habe - es ist bemerkbar, dass die Autorin sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hat - das Buch ist einfach und gut geschrieben, sodass man schnell durchkommt - allerdings gibt es in dem Buch zum einen Perspektivenwechsel zw. Marlene und Sonja und Zeitsprünge (bzw Rückblenden), was ich vor allem gegen Ende, sehr verwirrend fand - die Charaktere sind interessant, allerdings fiel es mir schwer wirklich mitzufühlen und mit ihnen warm zu werden - ich denke ich hatte einfach andere Erwartungen an das Buch, auch im Hinblick auf die Liebesgeschichte, die doch mehr im Fokus stand
Eine ziemliche Schmonzette mit viel zu vielen unsympathischen Charakteren und schmachtenden eben-nicht-emanzipierten Frauen und viel zu wenig geschichtspolitischer Erzählung.
Für die junge Juristin Marlene von Runstedt geht mit dem Frauenwahlrecht ein Traum in Erfüllung. Seit Jahren setzt sich die Juristin schon für Frauen ein. Jetzt hofft sie auch endlich etwas bewegen zu können. Von ihrem Vater, einem Rechtsprofessor und ihrem Verehrer ermutigt tritt sie in die neu gegründeten liberalen DDP bei. Große Veränderungen stehen an. Das Frauenwahlrecht setzt sich durch. Die Nationalversammlung in Weimar wird eröffnet. Marlene begegnet ihrer Jugendfreundin, der Schauspielerin Sonja Grawitz. Auch Sonja ist politisch aktiv. Sie ist Mitglied der DNVP. Sonja erwartet ein Kind von Justus von Ostwald einer früheren großen Liebe von Marlene. Justus ist Marlene auch heute noch zugetan.
„Die Frauen vom Reichstag - Stimmen der Freiheit“ ist ein wunderbar geschriebener Roman von Micaela A. Gabriel. Mir ist die Autorin schon viele Jahre unter dem Namen Micaela Jary bekannt.
In ihrem neuen Roman erzählt die Autorin von starken Frauen die den Schritt in die Politik wagten und vielen Frauen die nach ihnen gekommen sind den Weg ebneten.
Marlene von Runstedt war eine der ersten Frauen in der Politik. Die 38jährige Frau hat Jura studiert und arbeite bei ihrem Vater in der Kanzlei. An Heiraten denkt sie nicht. Sie will mehr als nur Hausfrau und Mutter sein. Sie will für die Frauen etwas bewirken. So kämpft Marlene auch für das Frauenwahlrecht und das Recht der Frauen studieren zu können und vor allem dann auch einen Beruf ausüben zu können.
Die zweite Frau der wir begegnen ist die Schauspielerin Sonja Grawitz. Marlene und Sonja kennen sich seit Schulzeiten. Sonja hat als Kind in wesentlich einfacheren Verhältnissen gelebt als Marlene. Heute hat sie an der Theaterbühne einen Namen. Und diesen nutzt sie jetzt und tritt für die kaisertreue DNVP an.
Der Historischen Roman „Die Frauen vom Reichstag - Stimmen der Freiheit“ ist der Auftakt einer Trilogie von Micaela A. Gabriel.
Auf eine sehr unterhaltsame Art vermittelt die Autorin ihren LeserInnen welche Kämpfe die Frauen damals ausfechten mussten um ihre Rechte zu behaupten. Die Charaktere und die Zeit der Handlung werden sehr realistisch dargestellt. Micaela A. Gabriel hat viel Zeitkolorit in ihre Geschichte einfließen lassen. Das Leben und die politischen Ereignisse diese Zeit werden authentisch widergespiegelt.
Man spürt beim lesen wie viel Energie Micaela A. Gabriel für ihre Recherche aufgebracht hat und wie viel Herzblut in dieser Geschichte steckt.
Ich freue mich jetzt schon auf den 2. Band „Die Frauen vom Reichstag - Ruf nach Veränderung“ der im August erscheinen soll.
Als 1918 in Deutschland das Frauenwahlrecht eingeführt werden soll, erfüllt sich für Marlene von Runstedt ein Traum. Sie setzt sich seit Jahren in juristische Angelegenheiten in einer Beratungsstelle für Frauen ein. Ihr Vater hat sie sowohl bei ihrem Jurastudium unterstütz und ermutigt sie auch in die neugegründete liberale Partei DDP einzutreten. In dieser aufregenden Zeit begegnet sie dem Offizier Justus von Ostwald wieder, dem sie damals das Herz brach. Sie wollte sich lieber ihrem Studium widmen als seine Frau zu werden. Er tröstete sich stattdessen mit Marlenes Jugendfreundin Sonja Grawitz, die eine erfolgreiche Schauspielerin ist und Mitglied der DNVP werden möchte. Marlene und Sonja begegnen sich seit Jahren dann in Weimar bei der Nationalversammlung wieder…
Marlene ist eine der ersten Parlamentarierinnen und setzt sich für das allgemeine Wahlrecht und die Gleichstellung der Frauen ein. Deswegen hat sie sich auch gegen ein Leben als Ehefrau an der Seite ihrer großen Liebe Justus und für ein Jurastudium entschieden. Auch wenn sie als Frau nach Beendigung des Jurastudiums nicht als Juristin arbeiten darf, gibt sie nicht auf und setzt sich in einer Beratungsstelle für Frauen ein. Ihr Kampfgeist und Wille nach Gerechtigkeit hat mich beeindruckt.
Aber auch Sonja, die aus einer anderen Gesellschaftsschicht stammt, geht strickt ihren Weg und kämpft für ihren Traum Schauspielerin zu werden. Die beiden Frauen waren in ihrer Jugend gute Freundinnen und wie sie zueinander fanden und sich auch wieder entzweien, wird in Rückblenden spannend erzählt. Vor allem steht auch Justus zwischen ihnen, der nie ganz von Marlene los gekommen ist und sich dann doch auf Sonja eingelassen hat. Diese Dreiecksgeschichte war ebenso spannend und mitreißend erzählt ohne abgedroschen zu sein.
Die Autorin hat hier wieder einen spannenden Roman geschrieben, der von interessanten und starken Frauenfiguren handelt, die ihre Stimme erheben. Der Kampf um ihre Rechte wird hier eindrucksvoll und spannend erzählt. Ich freue mich schon sehr darauf die anderen Frauen in den nächsten Bänden kennen zu lernen und kann den ersten Band nur wärmsten weiter empfehlen.
Micaela A. Gabriel kannte ich bis vor ein paar Wochen nicht. Dann habe ich beim Stöbern im Netz ihre Bücher "Die Frauen vom Reichstag" entdeckt. & kurze Zeit später habe ich sie dann auch bei Facebook entdeckt. Als erstes springt einem das toll gestealtete Cover in türkis ins Auge. Dazu passt der Klappentext sehr gut. Der zwar schon ein bisschen was verrät, allerdings nicht so viel, dass man keine Spannung mehr beim Lesen hat. Im Buch geht es darum, dass in Deutschland das lange geforderte Frauenwahlrecht in Kraft tritt. Dieses Buch berichtet über zwei Frauen, die gewählt werden durften. Zum einen geht es um Marlene von Runstedt, Anwaltstochter aus guten Verhältnissen. Sie setzt sich schon sehr lange für die Belange von Frauen ein. Die andere Frau ist Sonja, sie stammt aus ärmlichen Verhältnissen. Doch schafft sie es zu einer Schauspielkarriere. Sonja & Marlene kennen sich schon aus ihrer Schulzeit, damals waren die beiden Schulfreundinnen. Damals ist Julius die Liebe von Marlene. Im Alter darf Sie studieren, darf in der Kanzlei ihres Vaters als Juristin arbeiten. Dann tritt sie der neu gegründeten Partei DDP bei & kann endlich mehr bewegen. Hier hat sie einen Unterstützer & Verehrer in Max Emden. & auch Justus von Ostwald tritt wieder in ihr Leben. Doch dieser beginnt eine Beziehung mit Marlene's Jugendfreundin. Auch Sonja ist mittlerweile bei einer Partei. Bei der kaisertreuen DNVP hat sie das Frauenwahlrecht durchgesetzt. In Weimar begegnen sich dann beide Frauen wieder. Was denkt ihr, für wen sich Justus entscheiden wird? Lest dieses mega tolle, gut recherchierte Buch!
Ich habe diesen tollen, flüssigen, leichten & fesselnden Schreibstil Schreibstil so geliebt. Die Seiten sind einfach so dahin geflogen & viel zu schnell bin ich am Ende angekommen. Die Charaktere haben mir durchweg gut gefallen, alle sind super herausgearbeitet, authentisch & wirken sympathisch. Bitte lest dieses Buch! Ich mach mich jetzt mal an den 2. Band.
Berlin & Weimar 1918/19 Ein sehr spannendes Thema aus weiblicher Sicht betrachtet - der Erste Weltkrieg ist vorbei und die Weimarer Republik beginnt - aus Sicht zweier Frauen, Marlene von Runstedt und Sonja Grawitz, wird diese Zeit lebendig. Beide sind gewählte Vertreterinnen des ersten Parlamentes und sie kenne sich von früher. Nun ja, auch ein wenig Verwirrung und die Liebe kommt hier nicht zu kurz, doch die Autorin schildert gut die Schwierigkeiten und Anfeindungen, die Frauen in dieser Zeit im öffentlichen Leben allgemein hatten. Vor allem eigene Ansichten gestand man ihnen nur schwer zu. Umso mutiger ist es von den ersten weiblichen Parlamentsangehörigen, sich gegen alle Widerstände durchgesetzt zu haben. Das Schöne an dem Buch ist auch, dass man historische Personen der Frauenbewegung trifft. Das hat mir unheimlich Spaß bereitet. Ich bin schon gespannt auf den zweiten Teil und empfehle den ersten gerne weiter.
Schade, da hatte ich viel mehr historischen Inhalt erwartet. Mehr von der politischen Arbeit. Von der politischen Denke der Protagonistinnen. Vom politischen Netzwerk. Stattdessen gab es viel "Lovestories", die dazu dienen sollen, die gesellschaftliche Situation zu transportieren. Nein Courths-Mahler war noch nie meines.
Die politischen Geschehnisse waren durchaus interessant, aber die Charaktere seicht und dürftig. Hätte 3 Sterne vergeben, da es mich unterhalten hat und leicht zu lesen war, aber das Ende...🙄