Selbst ich als Nichtakademiker, der sich allerdings auf Grund seines Berufs für den Bereich der Hochschulen, der Forschung und der Wissenschaft interessiert, habe 2021 die SocialMedia-Kampagne #IchBinHanna mitbekommen, in welcher Beschäftigte und ehemalige Beschäftigte über die prekäre Situation der Wissenschaft in Deutschland berichtet haben. Die drei Initiator*innen der Kampagne #IchBinHanna haben in ihrer Streitschrift dabei nicht nur den Fokus auf die Kampagne und die notwendigen Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsverhältnisse in der bundesrepublikanischen Wissenschaft gelegt, sondern starten ihr Buch mit einem historischen Einstieg dazu, wie in dem vergangenen halben Jahrhundert der Grundstein für die heutige Situation geschaffen wurde und wie diese dann im WissenschaftsZeitVertragsGesetz (WissZeitVG) ihren aktuellen Höhepunkt fand. Beachtlich finde ich dabei, dass gerade die Begründungen zu Befristungen und Fluktuationen in der Wissenschaft sich nicht auf wissenschaftlich basierte Grundlagen fussen, sondern über Vermutungen und Behauptungen seit den 70iger Jahren Arbeitsverhältnisse in der Wissenschaft prägen.
Das Buch bzw. die Streitschrift ist explizit nicht nur eine Lektüre für Menschen aus dem wissenschaftlichen Umfeld, sondern sollte von allen Interessierten gelesen werden, denn es brauch neben der Organisierung der abhängig Beschäftigten in der Wissenschaft auch gesellschaftlichen Druck auf die Politik und die Hochschulen und Außeruniversitären Forschungseinrichtungen, damit sich am prekären System der Wissenschaft in Deutschland etwas ändert. Damit die Forschung und die Lehre wieder starke Kennzeichen des Wissenschaftsstandort Deutschland werden.