Vom Schlafzimmer ins Zoom-Meeting … Warum wir lernen müssen, der Arbeit Grenzen zu setzen Corona hat nicht nur die Welt, sondern auch unser Arbeitsleben auf den Kopf gestellt. Der Weg ins Büro war bei vielen der vom Bad in die Küche, das soziale Umfeld begrenzte sich auf die Familie, wichtige Mails schrieb man, als die Kinder endlich im Bett waren. Die Doppelbelastung traf vor allem berufstätige Mütter. Sara Peschke ist eine davon. In ihrem Buch demontiert sie die Begeisterung fürs Homeoffice als Selbstbetrug. Flexibilität und Freiheit waren die großen Versprechen, doch bei vielen Menschen sind sie Dauerstress und Selbstausbeutung gewichen. Mit ihrem Buch legt sie den Finger in die Wunde, denn auch nach Corona wird uns das Homeoffice begleiten.
Über die Macht von Pausen – und warum eine chronisch gestresste Gesellschaft auf Dauer nicht gutgeht
»Wenn also der Bürorahmen wegfällt, der an sich schon dafür sorgt, dass sich Arbeit wie Arbeit anfühlt, müssen wir im Homeoffice offenbar selbst für so ein diffuses Gefühl von Dauerstress und permanenter Geschäftigkeit sorgen. «
»Die höhere Flexibilität und Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben ermöglichen es, mehr Aufgaben nebeneinander zu schaffen. Am Ende des Tages bleibt so womöglich weniger liegen – aber diese Gleichzeitigkeit der Dinge ist eben auch wahnsinnig anstrengend. «
»Gehen alle ins Büro, ist es zumindest für den Arbeitsalltag recht egal, wie groß oder klein das Zuhause ist. Arbeiten aber alle in diesem Zuhause, beeinflussen die privaten Verhältnisse zwangsläufig die Arbeitsbedingungen.«
»Pausen sind nicht das Gegenteil von Produktivität, sie sind ein Teil davon.« SARA PESCHKE, Jahrgang 1985, ist Redakteurin beim Süddeutschen Zeitung Magazin. Zuvor arbeitete sie u. a. für den Spiegel und die NZZ. Ihr Artikel »Wie ich im Homeoffice verlernte, Pausen zu machen« traf zur Corona-Hochzeit bei vielen einen Nerv, sodass daraus ein Buch entstand. Mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern lebt sie in München.
3,5 Sterne. Ich habe das Buch gelesen, wenn abends mein Arbeitsrechner zwischen Simulationsschritten lange geladen hat. Die Botschaft ist also gut bei mir angekommen. Es war durchaus hilfreich, die Effekte von Entgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben so gesammelt zu lesen. Vielleicht bin ich aber schon zu sehr Gen Z, als dass ich mich stark mit der Prämisse des Buches ("Eigentlich möchte ich Leistung erbringen und Karriere machen, aber das tut mir gar nicht so gut") identifizieren konnte.
Meiner Meinung nach ein relativ inhaltsloses Werk. Die Entdeckungen, die in diesem Buch beschrieben werden, sind bei weitem nichts Neues, und jeder Person, die die Corona Pandemie aktiv miterlebt hat, bekannt. Hier und da nette Anreize sich über einige Punkte mehr Gedanken zu machen, jedoch all in all nicht mein Fall. Vielleicht etwas relevanter für die Generation(en) vor mir.