Große Krise, große Hoffnung? Die Geschichte der evangelikalen Bewegung ist vielfältig und umfangreich. Thorsten Dietz reagiert auf das Bedürfnis, die eigene Geschichte und Entwicklung nachzuvollziehen. Er erklärt fundiert und sehr persönlich, wie der Aufbruch der Evangelikalen zum Ausgangspunkt für zahlreiche Bewegungen wurde. Er greift aktuelle Krisenaspekte auf und beschreibt Zukunftsperspektiven, die Hoffnung wecken. Denn die Zukunft ist offen. Die Frage ist: Sind wir bereit für den nächsten Aufbruch?
Thorsten Dietz hat evangelische Theologie und Philosophie studiert. Nach Vikariat und Pfarramt im Ruhrgebiet von 2000 bis 2005 schrieb er in Marburg eine Doktorarbeit über das Thema »Der Begriff der Furcht bei Luther«. Für diese Arbeit wurde er 2010 mit dem Martin-Luther-Preis der Luthergesellschaft ausgezeichnet. 2011 wurde er zum Professor für Systematische Theologie an der Evangelischen Hochschule TABOR in Marburg berufen. 2014 habilitierte er sich an der Philipps-Universität Marburg mit einer Arbeit zum Thema »Religiöse Gefühle«. 2016 wurde er als ständiger Gast zur Mitarbeit in die Kammer für Theologie der evangelischen Kirche in Deutschland berufen. Seine Vortragstätigkeit konzentriert sich unter anderem auf die gegenwärtige Bedeutung der Theologie Martin Luthers und ein heutiges Verständnis von »Sünde«. Als Direktor des Marburger Instituts für Religion und Psychotherapie beschäftigt er sich vor allem mit der Theologie und Praxis christlicher Spiritualität und der wechselseitigen Beeinflussung von religiöser Erfahrung und psychischer Gesundheit.
Stabiles Buch, aber irgendwie bleibt nen kleines bisschen unklar, was genau das Ziel des Buches ist Als Nachschlagewerk wären noch mehr Belege, vllt sogar nen namensregister zur Handhabe gut Außerdem waren die letzten 100seiten von der Zielrichtung deutlich weniger historisch und strukturiert, dadurch hat sich das Buch auch etwas gestiegen Dass dietz die Lausanner Bewegung feiert und mehr Allianz will, wird schon relativ deutlich, aber ist auch angemessen argumentativ gewichtet Für größere Linien schon nice, fand aber den Podcast dafür auch echt gut Und nen Problem ist natürlich auch die große Dynamik der Bewegung aktuell, Sachen werden da gut benannt, aber zwangsläufig ist ja gerade etwas unübersichtlich welche Entwicklungen stärker bzw schwächer werden Manchmal find ich’s auch bisschen durcheinander geschrieben und alleine fürs komische Layout kleiner Abzug Man kann’s aber relativ zügig lesen
Dieses Buch gibt einen sehr differenzierten und umfassenden Einblick in die Entstehung, die Gegenwart und die mögliche Zukunft dessen, was unter dem Label „evangelikal“ läuft. Besonders hilfreich ist dabei: - der Fokus über die USA hinaus, besonders Deutschland - das Anliegen des Autors „Evangelikalien“ sowohl für Insider als auch Outsider klarer zu definieren, ohne dabei vereinfachend zu sein und immer wieder die innerevangelikale Ambivalenz/Spannung und das Spektrum aufzeigend - leicht zu lesen - meist klar deklarierte Bewertung
Klar merkt man, dass Dietz sich eher zu den sogenannten „Allianz-Evangelikalen“ hingezogen fühlt und in seiner Kritik manchmal die „Bekenntnis-Evangelikalen“ als „die“ Evangelikalen behandelt; dies tut dem Buch aber keinen Abbruch, sondern macht es interessanter zu lesen.
Die letzten Zeilen des Buches treffen es gut:
„Evangelikale sind auch nur Christen. Für manche von ihnen ist es eine zentrale Herausforderung zu erkennen, dass sie nicht die einzigen Gläubigen auf dieser Erde sind. Für andere in ganz anderen Strängen der Christenheit ist hingegen die Einsicht herausfordernd, dass diese Evangelikalen auch zur weltweiten Gemeinschaft der christlichen Gläubigen gehören. Sie verschwinden nicht dadurch, dass man sie ignoriert oder abschreibt. Sie sind Bein vom Bein und Fleisch vom Fleisch (vgl. 1. Mose 2,23) des Christentums. In ihren besten Momenten waren und sind die Evangelikalen Menschen mit einer Mission. Menschen, denen Jesus konkurrenzlos wichtig ist und die gerade darum flexibler und kreativer als andere auf aktuelle Zeitentwicklungen reagieren können. Solche Menschen wird es immer geben, auch dann noch, wenn das Label „evangelikal“ irgendwann einmal Geschichte geworden ist.“
Persönlich möchte ich zu diesen „besten Momenten“ beitragen und glaube, dass, was ich eine Theologie der Beziehung nenne, hier ein Schlüssel sein könnte, so ein evangelikales Profil jenseits der Gräben zu etablieren.
Dietz verfasst mit diesem Buch eine umfassende Landkarte der Evangelikalen Welt, insbesondere für die USA und den deutschsprachigen Kontext. Dabei schafft er es, wie immer sehr fair und sachlich verschiedene Positionen darzustellen, ohne eigene Ansichten zu verwässern. Ich kann dieses Buch jeder und jedem, der aus dieser Bewegung kommt oder mehr darüber erfahren will wärmstens empfehlen.
Das mehr als 450-seitige Buch gibt einen genialen Überblick über Evangelikalien. Ich vermute, dass sich dieses Werk als Standardwerk etablieren wird. Es ist leicht geschrieben, beschreibt viel und bewertet wenig – viel Potenzial zum Brückenbauen steckt in diesem Buch. Absolut lesens- und empfehlenswert!
Weltweit soll es 600 Millionen Evangelikale geben, doch was sind evangelikale Christen überhaupt – ist das eine neue Denomination? Und muss man sich inzwischen nicht eigentlich schämen dazuzugehören, nach allem was man über evangelikale Fundamentalisten in Amerika hört?
In diesem Buch untersucht der evangelische Theologe Thorsten Dietz Fragen wie diese und beschreibt verschiedene evangelikale Richtungen, in Deutschland und weltweit. Dabei wirft er nicht nur Licht auf die verschiedenen Aspekte der evangelikalen Landschaft, er fragt nach der geschichtlichen Entwicklung gegenwärtiger Positionen und sucht stets den größeren Zusammenhang.
Dieser Band soll eine Landkarte der evangelikalen Bewegung darstellen. Der Autor beginnt mit einer grundsätzlichen Orientierung, indem er fragt, was sind Evangelikale überhaupt? Was zeichnet sie aus? Wodurch unterscheiden sie sich von anderen Christen? Wie ist diese Bewegung entstanden?
Im zweiten Teil, den der Autor mit einer Hauptstraße vergleicht, geht es um positive Impulse und Entwicklungen. Dabei kommt der Autor immer wieder auf die Lausanner Bewegung zu sprechen, die für den Evangelikalismus richtungsweisend ist. Daneben geht es um Themen wie soziale Gerechtigkeit, die Pfingstbewegung und Theologie.
Im dritten Teil benennt der Autor Schattenseiten. Neben apokalyptischen Engführungen und fundamentalistische und rechtsorientierte Einstellungen, geht er auf den Postevangelikalismus ein.
Im letzten Teil geht es um Bereiche, die Wachstumspotential bieten - Kultur, Spiritualität, Moral und Gemeindemodelle.
Dieses dicke Buch mit seinen fast 500 Seiten ist erstaunlich schnell gelesen, denn es ist keine trockene theologische Lektüre, sondern eine spannende Reise durch die Geschichte des Evangelikalismus. Bei aller Sachlichkeit ist dieses Buch sehr persönlich, denn nach einer umfassenden Beschreibung der geschichtlichen Entwicklung und der unterschiedlichen Positionen, erzählt der Autor von seiner eigenen Entwicklung und bezieht selbst Stellung.
Die Gestaltung dieses Buchs absolut gelungen, mit hervorgehobenen Textstellen, Fotos von einigen der beschriebenen Persönlichkeiten und einem Lesebändchen. Es ist ein Buch, in dem man immer wieder gern hineinschaut.
Fazit: Dieses aufschlussreiche Buch lädt zum Nachdenken ein und weitet den Blick, indem es Wurzeln von Glaubenstraditionen aufzeigt und reflektiert. Auch wenn ich dem Autor nicht in allem zustimme, kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen!
Eine sehr flüssig lesbare, faire Landkarte der evangelikalen Bewegung mit ihren vielen Strängen. Chancen und Gefahren werden gut aufgezeigt & interessant der Hinweis, dass Freikirchen mehr christliche Tradition gewinnen sollten (hier mehr konservatives Potenzial hätten). Der Zeitpunkt kommt gerade recht, wo „evangelikal“ in der USA sehr politisch geprägt wird. Ein Bild, womit sich viele nicht identifizieren möchten. Obwohl Identifikation generell mit Bewegungen in der heutigen Zeit abnimmt. Das Buch lohnt sich für jede Person, die sich an der evangelikalen Szene anstösst. Ein junges Stück Kirchengeschichte mit reichhaltigen Inputs - kritisch und wohlwollend zugleich.