In Nord- und Ostsyrien wird seit 2011 ein basisdemokratisches Projekt aufgebaut, welches sich ideologisch auf die kurdische Freiheitsbewegung bezieht. Leitidee dieser ist das Konzept des Demokratischen Konföderalismus, welcher auf Geschlechtergleichheit, Basisdemokratie und Ökologie fußt. Der gesellschaftliche Transformationsprozess wird auch als Frauenrevolution bezeichnet. Doch was macht diese aus? Das Herausgeber_innenkollektiv führte Interviews mit Frauen, die diese Frage aus ihrer Perspektive beantworten und die Umsetzung der Frauenrevolution in die Praxis beschreiben. Zentral in ihren Erzählungen ist der gelebte Widerstand, nicht nur gegen militärische Angriffe auf die Region, sondern auch gegen patriarchale Strukturen in der Gesellschaft. Sie berichten von der Organisation in Räten, dem Aufbau einer alternativen Ökonomie und warum es dafür autonome, feministische Organisierung braucht. Neben einer historischen Einordnung der kurdischen Frauenbewegung und ihren ideologischen Bezugspunkten zeigt das Buch die Bedeutung feministischer Organisierung für eine globale Perspektive auf gesellschaftlichen Wandel.
Das Herausgeber_innenkollektiv reiste als feministische Delegation der Kampagne „Gemeinsam Kämpfen“ im Winter 2018/19 von Deutschland aus in die nord- und ostsyrischen Gebiete, um besser zu verstehen, was eine Frauenrevolution bedeuten kann.
Umfassendes Werk über die Frauenrevolution in Nord- und Ostsyrien. Die feministischen Autor*innen waren 2018/2019 in den Gebieten und haben mir sehr vielen Menschen über die Frauenrevolution gesprochen. Diese Interviews haben sie in ihrem Buch vereint und schlüssig zusammengestellt, so dass ein umfassendes Nachschlagewerk entstanden ist, in dem die aktiven Personen sprechen. Zum Schluss richten die Autor*innen den Blick nach Deutschland und in die Internationale. Sie enennen notwendige und mögliche Maßnahmen, um eine Alternative zu den bestehenden Verhältnissen zu schaffen und die Frauenrevolution international zu etablieren. Das Buch hat einen sehr hohen Informationsgehalt, teilweise ist die Sprache sperrig und die gedruckte Interviewform mühselig. Durch die Unterteilung in viele Unterkapitel kann es gut in Etappen gelesen werden.