Al MacBharrais ist ein älterer Herr kurz vor der Rente mit einem besonderen Talent – er ist Siegelmagier. Mithilfe der richtigen Zutaten kann er Siegel herstellen, die Unvorstellbares bewirken. Um dieses Wissen weiterzugeben, bevor er in den Ruhestand tritt, versucht er seit langem, einen Schüler auszubilden, doch leider ist bisher jeder potentielle Nachfolger vor Beendigung seiner Ausbildung tragisch verstorben. Dass das ein-, vielleicht zweimal passiert, okay. Aber sechsmal?
Als dann auch der siebte Schüler den Löffel abgibt, macht sich Al an die Ermittlungen. Und bald stößt er auf immer größere Rätsel. Kann es sein, dass sein letzter Schüler auch noch andere Geschichten am Laufen hatte? Erste Erkenntnisse legen nahe, dass Gordie in den illegalen Feenhandel verstrickt war? Schon bald ahnt Al, dass all die Todesfälle kein Zufall sein können.
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Yeah, that was a hot mess.
Mal wieder ein klassischer Fall von „das Cover hat mich überzeugt, den Klappentext hab ich nicht angeschaut“. Irgendwie hat mir der gezeichnete Einband so gut gefallen, dass ich das Hörbuch einfach mal begonnen habe. Nach einer halben Stunde hab ich dann den Klappentext gelesen und dachte mir „hm, naja, vielleicht wird’s besser, als es sich anhört“ und zwischendrin hatte ich tatsächlich auch das Gefühl, eine ganz okaye Geschichte zu hören.
Aber je weiter die Geschichte fortgeschritten ist, desto weniger interessierte sie mich. Die Figuren waren anfangs noch sympathisch, aber insgesamt dann doch so überzogen, dass man die Augen verdrehen musste. Der Humor war stellenweise gut, an anderen Stellen dann jedoch wieder peinlich-pubertär. Das mit den Siegeln war eine mir neue Idee von Magie, aber wie genau sie funktionieren, wurde nicht ganz klar. Irgendwann war es dann auch einfach etwas zu convenient, dass es für jede Situation ein passendes Siegel gab, sodass man sich aus jeder Lage befreien kann.
Ich habe Kevin Hearnes Iron Druid Reihe nicht gelesen, somit weiß ich nicht, ob das Eintauchen in die Welt bei Kenntnis der ersten Reihe nicht etwas einfacher fällt.
Gut fand ich, dass Hearne mit dem illegalen Feen-Handel ein Problem anspricht, das auch den in der echten Welt ein äquivalentes Problem darstellt. Finds immer ganz gut, wenn es in Fantasywelten auch gesellschaftliche und politische Probleme gibt.
Letztendlich hatte „Tinte und Siegel“ für mich jedoch mehr Schwächen als Stärken, sodass ich die Reihe voraussichtlich nicht weiterverfolgen werde.