2021 beendet die Bundestagsabgeordnete Katja Suding, stellvertretende Parteivorsitzende der FDP und eines der bekanntesten Gesichter der Freien Demokraten, ihre politische Laufbahn. Aus freien Stücken. Und überraschte damit Weggefährten und Kontrahenten gleichermaßen. Natürlich stellte sich sofort die Frage: Was steckt dahinter? Geht es hier um ein Zerwürfnis in der Partei? Kommt Suding, die als eines der größten Talente in der deutschen Politik gilt, einem Rauswurf zuvor? Zieht sie die Reißleine, ehe irgendein noch unbekannter Skandal auffliegt und die Partei in Mitleidenschaft zieht? Nichts davon ist der Fall. Die Wahrheit ist einfacher. Katja Suding war an einem Punkt angekommen, an dem sie erkennen musste: Ich bin nicht mehr ich. Sie merkt: Das exzessive Leben in der Topetage der Politik unter permanenter öffentlicher Beobachtung hat sie von sich selbst entfremdet. Sie beschließt, ihren Abschied aus der Politik selbst zu bestimmen und zu neuen Ufern aufzubrechen. In »Reißleine« erzählt Katja Suding, was die Politik mit ihr gemacht hat, warum sie ausgestiegen ist, durch welche Täler sie auf dem Weg zurück zu sich selbst gegangen ist, und wie sich ihr Leben fortan entfaltet. Ehrlich, ungeschönt, mitreißend.
Ich habe das Buch "Reißleine" von Kaja Suding auf mein Hörbuchguthaben gekauft und hatte wenig Erwartungen. Ich kannte Kaja Suding vorher nicht, aber da ich mich für Politik interessiere, war sie mir natürlich ein Begriff.
Ich hatte mir interessante Einblicke in die Politik erhofft, aber wurde leider etwas enttäuscht. Zwar erfuhr ich etwas über Sudings politischen Werdegang und ihre Erfahrungen in der Politik, aber die Darstellung war insgesamt etwas oberflächlich. So wurden z. B. wichtige Ereignisse oder politische Positionen nur kurz erwähnt, ohne dass sie näher erläutert wurden. Auch bestimmte Abschnitte über ihren Hund waren eher wie Tagebucheinträge. Sie waren weder unterhaltsam zu lesen noch trugen nicht viel zur inhaltlichen Qualität des Buches bei.
Allerdings hat das Buch eine große Stärke, die mich dazu führt, drei bis vier Sterne zu vergeben. Es ist eine interessante Beschreibung einer Person, die eine Karriere macht und am eigentlichen Höhepunkt einen Karriere-/Lebensschwenk macht. Die Beschreibung dieser Zerrissenheit und offenen Verletzlichkeit ist sehr gelungen. Ihr gelingt es, die Leser*innen auf eine sehr persönliche Ebene mitzunehmen und sie zum Nachdenken anzuregen
Suding beschreibt sehr offen, wie sie sich in ihrem Leben als erfolgreiche Politikern zerrissen gefühlt hat. Sie beschreibt auch ihre Zweifel und Ängste, als sie sich entschloss, ihre Karriere aufzugeben, ohne einen konkreten Plan B zu haben.
Ich denke, dass sich viele Menschen in den Gedanken und Zweifeln von Suding wiederfinden können. Das Buch ist daher nicht nur für Politikinteressierte, sondern auch für alle Menschen, die sich mit dem Thema Beruf/Berufung auseinandersetzen wollen, oder in einer ähnlichen Lebensphase des Umbruchs befinden zu empfehlen.
Overall war es eine positive Überraschung. Als Hörbuch auch zu empfehlen, da die Autorin selbst spricht und eine angenehme Sprecherstimme hat.
Katja Suding has an interesting story to tell and I've been struggling to decide whether this is a 2-star or 3-star book for. In some ways it probably deserves 4 stars, such as her opening up and writing a deeply personal book to encourage others facing similar life situations. But in the end this is just my opinion.
Maybe what makes this 2-stars for me is about expectations. When picking up politician's memoirs I expect to read about politics and policy. There is actually very, very little about policy that Ms Suding has been favouring or fighting for - apart from standard liberal talking points and things like "education is important". There is actually more about her life partner's dog in this book than about policies and I'm not even exaggerating. Ms Suding is also exceedingly cautious about political opponents or competitors, which takes away a I think apart from a bad fit with my expectations for book contents, I also tend to think that when people start political careers, wanting to improve things (therefore policies) should be a major part of their motivation. Maybe I'm too idealistic there.
One interesting thing about this book (minor spoiler warning) is that Ms Suding actually has an explanation for my observation above: She has been struggling with some belief stemming from childhood that she is not being seen properly/ not getting enough attention (if I remember correctly). To some extent, her career in politics seems to have been a compensation for this.
What I like about this book is how open Ms Suding is about these personal issues that many others would rather keep to themselves, and how she uses her experience to try to encourage others who struggle with similar challenges.
Was ist passiert? Was war so schlimm in der Politik? Es bleibt irgendwie unklar. Was Frau Suding beschreibt ist einfach das „normale“ menschliche Verhalten: Männer sind sich selbst die nächsten, Frauen treiben falsches Spiel und veranstalten Zickenkrieg, Sexismus, der “doch eigentlich gar nicht so gemeint war”, Meetings, in die eine Frau nur mit Pfefferspray geht….so what? Wusste sie das wirklich nicht vorher? Große Teile des Buches langweilige Elogen auf das schöne, freie Leben außerhalb der Politik, Träume von einer “Cowgirl-Existenz” und dieses abgegriffene pseudo-religiöse Geschwafel von wegen „Danke, liebes Universum“, da der Katholizismus für die Autorin offenbar nicht länger in Frage kommt (auch darüber hätte ich gerne mehr gelesen). Na ja, es gab auch ein paar nette Anekdoten, und ab und zu Erkenntnisse jenseits der Küchenpsychologie. Deswegen drei Sterne, auch dafür, dass ich es schätze, wenn Politikerinnen einen kleinen Einblick in ihre persönliche Gedanken teilen, was Frau Suding mit diesem Buch definitiv tun wollte.