Der Untertitel „Der Fotokurs für kreative Feeds mit mehr Reichweite“ sagt eigentlich schon, worum es in diesem Buch gehen soll. Es geht um Kreativität und um Instagram taugliche Fotos, die so gut sind, dass sie mehr Follower generieren. Mein Hauptantritt war es zwar nicht, mehr Follower zu bekommen, aber wenn ich selbst mit meinen Fotos zufriedener wäre, könnte das natürlich auch Auswirkungen auf meine Follower haben. Ein ganz wichtiger Satz befindet sich jedoch auch im Klappentext: „Wie Sie mit Ihrem Smartphone gute Fotos für einen spannenden Instagram-Feed machen, lernen Sie mit diesem Buch.“ Und genau darum ging es, ich wollte mit meinem Smartphone, ohne zusätzliches Kamera-Equipment etc. tolle Fotos machen. Ich wollte lernen, wie ich die – zumindest meiner Meinung nach – kreativen Ideen aus meinem Kopf auch halbwegs gut auf ein Foto bannen und somit an meine Leser weitergeben kann.
Konkret geht es in diesem Buch auch um das Finden von Themen und Motiven, um die verschiedenen Bildstile und um die richtige Arbeit mit dem Licht. Es wird erklärt, wie man mit Bildkompositionen ganze Geschichten erzählen kann und was unterschiedliche Arrangements alles zeigen und aussagen. Darüber hinaus gibt es Beispiele zu den Themen Food, Lifestyle, Reisen, Natur und Portrait, kombiniert mit Anleitungen, Übungen und der Präsentation dazu passender, erfolgreicher Accounts. Hier kam ich bei der Auswahl ein wenig ins Stocken, denn die Themen sind zum Großteil eben nicht die Themen, die ich auf meinem Blog oder Instagram behandele, aber wenn ich insgesamt kreativere Fotos machen könnte, wäre es sicher auch möglich, das auf andere Themen zu übertragen.
Meine Meinung
„Geschichten erzählen“
„Literatur und Poesie können eine schöne Inspiration für Bildgeschichten sein.“ (Zitat aus Fotografieren für Instagram)
Vom so genannten Story telling habe ich natürlich auch vor dem Buch schon gehört. Doch die Vergleiche mit der Poesie und Dichtkunst fand ich als Autorin und Dichterin doch besonders toll. Irgendwie hatte ich gleich das Gefühl, dass wir die gleiche Sprache sprechen. Das Buch hatte ich daher in kurzer Zeit förmlich inhaliert. Doch nicht nur die Vergleiche mit der Dichtkunst sind schön. Insgesamt bringt die Autorin ihr Wissen und ihre Erfahrungen so rüber, dass man das Gefühl hat: Ja, das kann ich wirklich auch lernen.
„Farben können viel mehr ausdrücken als Worte“
„Farben können viel mehr ausdrücken als Worte – sie erzeugen Stimmungen und Emotionen oder bringen uns dazu innezuhalten.“ (Zitat aus Fotografieren für Instagram)
Stile gibt es wohl so viele, wie es Geschmäcker gibt. Einige, oftmals auch sehr schöne, stellt die Autorin mit vielen schönen Bildern in ihrem Buch vor. Sie erklärt die Wirkungen dieser Stile, wie man sie am besten realisiert und gibt wertvolle Tipps für ihre Ausgestaltung. Farben und Licht spielen dabei oft eine essentielle Rolle. Teilweise habe ich hier Tipps wieder gefunden, die ich bereits in meinem ersten Fotografie-Buch gelesen habe. Allerdings habe ich hier auch viele Tipps und Tricks für einfache Requisiten für besseres Licht bekommen, die man teils selbst basteln kann, anstatt sie teuer zu kaufen.
„Visuelles Haiku“
„Komponieren und fotografieren Sie Ihre eigenen Welten.“ (Zitat aus Fotografieren für Instagram)
Eigentlich sind das Fotografieren der richtigen Kompositionen und das Schreiben eines Gedichtes wohl gar nicht so unterschiedlich, wie ich anfangs dachte. Oder sagen wir eher: Ich war bis dahin nie auf die Idee gekommen, das eine mit dem anderen zu vergleichen. Die Autorin Leela Cyd hat genau das in ihrem Buch jedoch getan und bei mir einen Aha-Effekt ausgelöst. Ob nun eine Komposition von Worten oder von Gegenständen / Menschen für ein Foto, es macht wohl keinen Unterschied in der Kreativität, wenn man es zulässt.
Fazit
Ich fand das Buch von Leela Cyd klasse und habe es mit Freude gelesen. Natürlich hat es mich nicht zu einer besseren Fotografin oder einer kreativeren Arrangement-Erschafferin gemacht. Aber es hat mir neue Blickwinkel eröffnet, viel Wissen und auch viele wertvolle Tipps und Tricks an die Hand gegeben, die ich jetzt mit viel Übung in die Tat umsetzen muss. Denn trotz allen Infos und Beispielen geht es doch gerade im kreativen Bereich immer darum, seinen eigenen Stil und seine eigene Stimme zu finden. Das braucht Zeit und viel Übung, daran führt auch kein Ratgeber vorbei.
Mit ihrer eigenen Herangehensweise hat mich die Autorin aber voll abgeholt. Sie gibt Regeln an die Hand und empfiehlt wenig später, auch mal all diese Regeln über Bord zu werfen und es ganz Verrücktes auszuprobieren. Denn der Perspektivenwechsel kann manchmal helfen, wieder einen klaren Blick zu bekommen. Irgendwie ist auch das wohl ein Satz, der in einem Schreibratgeber ebenso stehen könnte.
Auch wenn der Bereich rund um Länder, Landschaften und Portraits nicht ganz mein Wunschgebiet getroffen hat, so habe ich doch auch dort tolle, übertragbare Tipps erhalten. Die Einblicke in andere Accounts waren super interessant, weil das Buch somit nicht nur vom Stil der Autorin geprägt war, sondern auch viele andere Möglichkeiten und Stile aufgezeigt hat. Ich kann das Buch auf jeden Fall jedem empfehlen, der mehr aus seinen Fotos machen will, ganz egal ob für Instagram, für sich selbst oder für andere Zwecke.
Noch mehr Infos gibt's in meiner Rezension auf weltenschmie.de.