Auf dieses Sachbuch bin ich zufällig in der Bücherei aufmerksam geworden und habe es spontan mitgenommen. Als oft sehr farbenfroher Mensch und Künstlerin erhoffte ich mir davon neue Erkenntnisse, gerne auch Inspiration für Hobby, Einrichtung und Beruf und begann, kaum zuhause, mit dem Lesen. Erst da fiel mir auch der zweite Untertitel auf und ich fragte mich, wie Sex da wohl rein passt … :D
Bis ich diese Frage mehr oder weniger beantwortet bekam, musste ich mich gedulden und erst mal durch einiges an Geschwurbel lesen – mit physikalischen Begriffen und Fakten, die mir seit dem Kindergarten bekannt sind … natürlich verstehe ich, dass man für den Einstieg eine gewisse Einleitung braucht, um alle Leser*innen auf denselben Wissensstand zu bringen. Dennoch hätte man den Inhalt des ersten Drittels meiner Meinung nach etwas raffen können und war auch für die späteren Inhalte nicht wirklich erforderlich.
Ein Teil meiner Lese-Schwierigkeiten lag, wie ich vermute, auch an der vielleicht nicht immer so gelungenen Übersetzung aus dem Französischen von Pauline Kurbasik und dem Humor des Autors – und seinen Sprichwörtern, die man vielleicht aus seiner Muttersprache kennt, mir allerdings im Deutschen absolut nichts sagten (und auch nicht aus dem Französisch LK).
Etwa ab dem zweiten Drittel fand ich die Lektüre jedoch deutlich interessanter, als es zu den eigentlichen Themen ging, weswegen ich zu dem Buch gegriffen hatte. Es geht viel um Marketingstrategien und Psychologie, welchen Einfluss Farben auf uns, unser Wohl- und Temperaturempfinden, selbst unser Essverhalten haben können und welche Assoziationen sie in uns wachrufen – jeweils in verschiedenen Kontexten und mit vielen Statistiken untermauert. Auch genetische Unterschiede und solche zwischen verschiedenen Lebewesen werden erläutert sowie vieles mehr.
Insgesamt eine nette Lektüre für zwischendurch, aus der man viel – mehr oder weniger – unnützes Wissen mitnehmen kann, das sowohl helfen als auch noch mehr verunsichern kann.